Google Ara: Modulares Smartphone in einer ausführlichen Video-Demo

Über Project Ara bereichteten wir bereits mehrmals. Das modulare Smartphone ist eine sehr faszinierende Sache, vor allem, weil es gar nicht mehr so lange dauern soll, bis wir unsere täglichen Begleiter selbst zusammenstellen können. Die einzelnen Komponenten sind austauschbar, sodass man sich je nach Einsatzgebiet für diverse Komponenten entscheiden kann. In der rund 25-minütigen Präsentation erklärt Paul Eremenko von Google, wie das alles funktioniert. Dies zwar nur anhand eines nicht funktionierenden Prototyps, interessant ist allerdings, was er dazu erzählt.

Google_Ara

Das Grundgerüst eines Ara-Smartphones wird ein Rahmen sein, der auf der Vorderseite mit einem Display bestückt wird und auf der Rückseite die restlichen technischen Komponenten aufnimmt. Der dünne Rahmen wird dabei einen sehr schwachen Akku integriert haben, damit man alle Komponenten, auch das Haupt-Akku-Modul jederzeit im laufenden Betrieb wechseln kann. Der Rahmen bietet PLatz für 18 1×1-Komponenten, kann aber mit 2×2-Modulen oder 2×1-Modulen bestückt werden. Jeder Aufnahmeslot kann Energie verarbeiten. Das heißt, ist man zum Beispiel auf eine lange Akkulaufzeit angewiesen, kann man theoretisch auch 2 oder mehr Akkus einsetzen.

Die Komponenten werden magnetisch an ihrem Platz gehalten. Hier werden schwache Magneten verwendet, die lediglich stark genug sind, um die Komponenten nicht herausfallen zu lassen. Die Komponenten sind so konzipiert, dass sie sich über 3D-Drucker anfertigen lassen. Noch ist dies nur optisch, man arbeitet aber bereits auch an technischen Komponenten aus dem 3D-Drucker.

Die einzelnen Komponenten sind zudem so konzipiert, dass jeder Hersteller Komponenten liefern kann.Einmal wild gesponnen: Man könnte sich quasi den Prozessor von Qualcomm kaufen, den Akku holt man sich von Mugen und die Kamera von Nokia. Setzt natürlich voraus, dass diese Firmen auch solche Komponenten zur Verfügung stellen. Da werden sich bestimmt viele neue Firmen auftun, die dann nicht mehr Smartphones herstellen, sondern nur noch einzelne Module liefern.

Das Ganze erinnert ein bisschen an den PC-Markt. Hier ist es ja schon sehr lange so, dass die einzelnen Bausteine von verschiedenen Herstellern kommen, allerdings ist es in einem PC-Gehäuse auch wesentlich einfacher, verschiedene Komponenten unterzubringen.

Project Ara soll in drei Größen kommen. Small, Medium und Large. Diese Größen beziehen sich auf die Displaygröße, wobei die kleineren Modelle natürlich dann weniger Komponenten aufnehmen können. Die Komponenten lassen sich aber trotzdem zwischen kleinen und großen Modellen austauschen.

Das Google Ara Präsentation startet bei 5:15 im Video und dauert gut 25 Minuten, falls Euch Google Ara interessiert, sind das 25 Pflichtminuten. Ich bin gespannt, wie sich das Projekt entwickelt, und wie es dann in der Realität aussehen wird. Faszinierend ist das schon, vor allem, weil dann kein Hersteller dem Nutzer mehr vorschreiben kann, was er denn benötigt.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. silverwolf says:

    Interessant!

    Im letzten Satz fehlt aber „kein“ vor Hersteller.

  2. Die schwachen Magneten werden, wenn ich es richtig verstanden habe, nur im Prototyp eingesetzt.
    Im fertigen Modell sollen die Magneten 10 mal stärker sein und sich gezielt deaktivieren lassen, damit man sie aus dem Gerüst bekommt.

  3. Gabs das modulare Smartphone nicht schon vor Google auf Kickstarter? Naja, vielleicht hat Google das ja auch schon aufgekauft 🙂

  4. AnDieLatte says:

    Kann mir nicht vorstellen das es was für den Massenmarkt ist….
    Den eigenen PC baut sich auch kaum jemand zusammen.

  5. Oh schön, ich nehm dann 1 x CPU, 1 x Kamera und 16 x Akku ;-).

  6. Freakyno1 says:

    Ist wirklich ne nette Idee, aber eben nur für wenige technisch versierte Anwender.
    Aller anderen greifen wohl nach wie vor zur fertigen Massenware. Mit ein Grund, warum immer noch soviel Iphones( Oh, Iphone sieht schick aus. Meine Freundin hat auch eins, will ich auch) verkauft werden, obwohl es doch von der gefühlten Resonanz im Web her nicht so sein sollte.
    Das ist auch schon der Knackpunkt: Es gilt die Hersteller zu überzeugen, ein hoffnungsloses Unterfangen….

  7. Ich glaube das wird nichts. Auf dem Handymarkt gibt es für so gut wie jedem das passende Smartphone. Aber trotzdem interessant das ganze.
    Kann mir auch nicht vorstellen, dass dieses Konzept jetzt so viel günstiger ist als die bereits fertig konfigurierten Modelle.

  8. Super Idee! Auf Reisen steck ich mir 6 Akkus rein, beim Hocken 4 CPU’s ;D

  9. Interessant aber irgendwie auch überflüssig. Viele können sich bei der Masse an Geräten nicht einmal für das richtige Smartphone entscheiden. Und jetzt sollen die Komponenten zusammen gestellt werden? Naja ich weiß ja nicht.

    GreetZ

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