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GOG angeblich mit finanziellen Problemen – man entlässt Mitarbeiter

GOG.com ist als Konkurrenzangebot zu beispielsweise Valves Steam, Electronic Arts Origin oder auch dem Newcomer Epic Games Store gedacht. Der Dienst hat zahlreiche Anhänger gefunden, da man viele alte Klassiker anbietet und generell auf DRM verzichtet. Die Frage eröffnet sich nun, ob jenes Geschäftsprinzip aufgeht. Denn ohne viel Tamtam hat man letzte Woche ca. ein Dutzend Mitarbeiter entlassen. Hinter GOG steckt der Publisher CD Projekt. Nun ist die Rede davon, dass GOG in finanziellen Schwierigkeiten stecke.

Zumindest wollen die Kollegen von Kotaku das von einem ehemaligen Mitarbeiter erfahren haben. Die Entlassungen an sich wurden durch Sprecher von GOG bereits bestätigt. Eine deutliche Begründung bleibt aber aus: „Wir stellen einige Teams seit Oktober 2018 um. Als Auswirkung davon mussten wir letzte Woche ca. ein Dutzend Arbeitsplätze streichen. Parallel haben wir aber fast doppelt so viele Mitarbeiter neu eingestellt und haben noch 20 offene Stellen„, erklärt ein Sprecher.

Klingt an sich nach normalem Betriebsablauf. Der ehemalige GOG-Mitarbeiter widerspricht jedoch den öffentlichen Aussagen seines früheren Arbeitgebers. Laut ihm wurden er und seine Kollegen bei der Entlassung darüber informiert, dass das Unternehmen sich in einer schlechten finanziellen Position befinde und man keine andere Wahl habe, als Geld zu sparen und deswegen Stellen streiche. Er habe die Information erhalten, dass die Einnahmen nicht ausreichend gestiegen seien und GOG bald rote Zahlen schreiben könnte, wenn man nicht rechtzeitig die Notbremse ziehe.

Als Begründung wurde laut dem ehemaligen GOG-Mitarbeiter auch genannt, dass sich der Markt in eine Richtung entwickele, in der Entwickler von Store-Betreibern wie eben GOG höhere Umsatzanteile einfordern. Das ist sicherlich eine Anspielung auf den Epic Games Store, der deutlich höhere Beteiligungen an die Entwickler rausrückt als GOG oder auch Valve bei Steam. Februar sei für GOG ein besonders schlechter Monat gewesen, so dass die Führungsetage wohl in Panik ziemlich schnell gehandelt habe – obwohl der Januar noch exzellent gelaufen sei.

Es mag auch sein, dass der ausbleibende Erfolg von „Thronebreaker“, dem Spin-Off von „The Witcher“, dazu beigetragen hat, dass nun etwas Krisenstimmung herrscht. Das Spiel hat sich wohl nicht so gut verkauft wie erwartet. Es sollte zunächst exklusiv via GOG vertrieben werden, schnell führte man es aber auch bei Steam ein, um mehr Kunden zu erreichen.

Wie bereits angedeutet, widersprechen sich hier aber die Aussagen von GOG und des Ex-Mitarbeiters. Klar ist, dass Epic mit seinem Epic Games Store in der Tat Druck aufbaut im digitalen Geschäft mit PC-Spielen. Und es ist wenig überraschend, dass das konkurrierende Unternehmen zu spüren bekommen.

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