Gesetzentwurf in Südkorea: Apple und Google müssen Entwicklern die Nutzung anderer Zahlungssysteme erlauben

Laut einem Bericht des Wall Street Journals wird es Entwicklern und Anbietern in Südkorea nun wohl per Gesetz verbrieft (einen Gesetzentwurf gibt es bereits), dass diese alternative Bezahlmöglichkeiten außerhalb der Stores von Google und Apple anbieten dürfen.

Beispiel: Du kannst natürlich auch hierzulande Spotify oder Netflix außerhalb der Stores bezahlen, allerdings gibt’s auch in der App eine Bezahlmöglichkeit – und da verdienen dann auch Google und Apple mit. Laut Bericht soll es dann eben so sein, dass man außerhalb Bezahlmöglichkeiten anbieten kann, dies In-App aber nicht muss.

Klingt erst einmal toll, kann aber nicht allen zugutekommen. Man denke an Kunden, die keine Lust haben, ihre Daten bei x Zahlungsdienstleistern zu hinterlegen – oder an die Automatismen und Prüfmöglichkeiten, die bei App-Abos möglich sind.

Sowohl Apple als auch Google haben in der Vergangenheit versucht, solche Maßnahmen durch Änderungen an ihren Store-Richtlinien abzuwenden.  Sollte sich der Gesetzentwurf in Südkorea durchsetzen, könnte ich mir vorstellen, dass auch andere Länder nachziehen.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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16 Kommentare

  1. Na hoffentlich bleibt trotzdem Google und Apple Pay als eine Auswahlmöglichkeit Pflicht. Ich habe absolut gar keinen Bock ständig andere Dienste zu nutzen, weil die dann hier kein Apple Pay, dort mal kein PayPal etc. anbieten.

    • Wir vergessen gerne, dass wir meist an „westliche Länder“ denken, wenn wir von „der Welt“ sprechen. Soll heißen, dass Länder wie Südkorea, Japan oder China eigene bzw. andere Bezahlsysteme haben, als die von uns als „weltweite“ Lösungen angenommenen. Ich gehe daher davon aus, dass Du Dich nicht umgewöhnen musst. Die Südkoreaner aber hinsichtlich ihres Alltags aber auch nicht. 😉

  2. Heißt das dann, das Apple denen ihren Store, Xcode, App Review etc. zur Verfügung stellt, dann aber gar nichts mehr an denen verdient? Man kann von den 30% die Apple bekommt halten was man will, aber so kann man kein Geschäftsmodell führen, wo nur der App Inhaber profitiert und Apple nur Ausgaben hat.

    • So ungefähr. Apple oder Google betreiben den Laden und App- und Diensteanbieter verdienen darin am Eigentümer vorbei. Es betrifft zwar nur IAPs. Aber heutzutage kommt das meiste eh per Abo oder IAP. Wenn die App etwas kostet würde ich als Anbieter die Vollversion per IAP freischalten… und hoffen, dass die breite Masse das auch mitmacht (weniger Bequemlichkeit, überall Zahlungsinfos hinterlassen). Zusätzlich müßte ich dann noch eine Menge Manpower in den Support stecken (Zahlungsabwicklung, geplatzte Zahlungen, Returns, Reklamationen, etc).

    • Da liegt der Fehler aber bei Apple/Google, die ihre Preise einfach an den falschen Parametern fest machen. Sollen sie doch eine Preisstruktur der Sorte „Bis 1000 Downloads gratis, danach x Cent/Download, ab 100.000 Downloads x $ / Download“ machen. Dann können sie die Rechnung direkt an Netflix schicken, Netflix kann das in die Abos einpreisen und fertig. Aber statt die Leistung die sie selbst bringen als Maßstab für den Preis zu nehmen, nehmen sie den Umsatz den der App-Entwickler macht als Maßstab.

  3. Klingt erstmal gut für den Kunden. Aber Apple und Google werden sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Dann kommen, meinetwegen für den Entwickler, z.B. Download- oder Einstellgebühren falls alternative Zahlungsmethoden benutzt werden. Deren Leistung muss natürlich bezahlt werden, 30% bzw. 15% vom Umsatz halte ich aber auch für Quatsch.

    Positiv ist aber, wenn die (All-)Macht von Apple und Google aufgebrochen wird. Vielleicht kommt dann ja endlich mal die selbst regulierende Hand des Kapitalismus und macht alles gut…

  4. Super. Alles, was die Ökosystem-Anbieter wieder fragmentiert, ist gut für den Kunden.

    Als nächstes muss der AppStore-Zwang weg, bzw. das Gängeln durch Google & Apple („Sie haben PlayProtect deaktiviert!“ „Sie haben gefährlichen Content heruntergeladen!“ „Diese App ist nicht signiert!“), und dann brauchen wir ENDLICH uneingeschränktes Root-Recht per Knopfdruck ohne Datenverlust und Leistungseinschränkung.

    Und dann sind Handys endlich wieder Computer, mit denen man auch wieder alles machen kann. Und nicht hübsche Einkaufswagen für dumme Nutzer.

    • Sprich nicht für Andere. Ich brauche nichts von dem Mist, den du da aufzählst.

      “Root-Recht per Knopfdruck”? Klar, auf dem wichtigsten Gerät in meinem Leben, mit dem ich sämtliche Finanzen regle und auf dem ich alles Wichtige speichere, will ich natürlich die Sicherheitsmechanismen aushebeln.

      • Ja, war klar. Wer einen Markennamen eines Unternehmens als Username nutzt, der braucht natürlich keine Kontrolle über den Zugang zu seinen eigenen Geräten. Hauptsache Design, einfach und zentral.

        Mir ist völlig unklar, wie man dermaßen nicht mal ein, zwei Jahrzehnte in die Zukunft nachdenken kann, wie eine Welt aussieht, in der wir jede Möglichkeit der Eigenverantwortung und Entscheidung an zwei, drei Megakonzerne und Zahlungsdienstleister abgetreten haben. Mad Max ist ein Witz dagegen.

        • Beruhige dich, es geht um Apps auf Smartphones. Nur weil die nicht machen können, was sie wollen, leben wir in 10-20 Jahren einer Dystopie.

          • Doch.

            Genau das.

            Das Smartphone ist vom Einkaufszettel über den Türöffner und das Radio ALLES, was wir in 20 Jahren noch haben werden.

            Genauer gesagt: Nein, irgendwer macht die Dinger noch kleiner und Bildschirme auf Jackenärmel oder was auch immer, es wird kein Smartphone sein, sondern ein Smarter Knopf oder ein Smartes Mikro oder was auch immer — aber das ändert nichts an dem Fakt, dass Du nur noch EIN Gerät haben wirst, von dem die gesamte Gesellschaftliche Teilhabe abhängt.

            Viel Spaß bei dem Versuch, auf ein öffentliches Klo zu gehen, wenn GoogleAppleFacebook sagen, Du kannst die 50ct nicht zahlen, weil Du auf 9/11 Geburtstag hat und die KI, die KI…

      • Erstmal mit der reinen Tatsache Befehle als Root auszuführen hast du keine Sicherheitsmechanismen ausgehebelt.

        Und ich zitiere dich selbst: „Sprich nicht für Andere. Ich brauche nichts von dem Mist, den du da aufzählst.“ – Dann tue es auch selber nicht 😉

          • Du hast Benutzerrollen essentiell nicht verstanden.

            Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Der Pfeil „Schreiben auf Lagerbestand“ wurde bei Smartphones komplett entfernt, und nun kann niemand mehr einen falschen Lagerbestand eingeben. SECURITY!!!! …leider auch keinen richtigen. Blöd, wenn man Sachen aus dem Lager auch verkaufen will… aber, hey, SECURITY!!!!

            Hey, wir machen Software sicher und ersetzen alle Variablen durch Konstanten. Oh, und Datenbanken durch gravierten Marmor. Kann keiner mehr schreiben, kann auch keiner mehr betrügen. SECURITY!!!

  5. Grundsätzlich erstmal nicht schlecht. Ich hoffe dass sich da andere Regierungen ein Beispiel daran nehmen und einige Themen für die großen Internet Unternehmen endlich mal angehen.

    Ob Apple/Google das wollen oder nicht – ihre Stores sind inzwischen so groß und betreffen so viele Lebensbereiche – die gehören quasi schon zur Infrastuktur eines Landes. Warum sollte da die Regierung nicht Vorgaben machen wie bei allen anderen Infrastrukturen auch? Verstehe ich schon lange nicht mehr, warum die sich da so zurück halten.

  6. Besser als in die Stores an sich einzugreifen wäre es doch, wenn man den Hersteller-Store-Zwang verbieten würde. Soll Netflix doch seine App in F-Droid anbieten oder sonstigen Appstores anbieten, dann müssen sie nichts an Google zahlen. Fehlt nur bei Apple die möglichkeit, sich alternative Appstores zu installieren. Dann könnten auch die Appstores untereinander konkurrieren über ihre jeweiligen Preismodelle für das Einstellen von Apps.

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