George Hotz stampft sein Projekt für autonomes Fahren ein

artikel_chffrGeorge Hotz (Geohot) wollte mit seinem Projekt Chffr im Bereich autonomes Fahren wildern. In diesem Zuge wollte er ein Nachrüst-Kit für reguläre Autos entwickeln. Auch eine künstliche Intelligenz, die K. I. Comma One, sollte eine enorme Rolle spielen. Bekannt wurde Hotz anno dazumal etwa durch seine Exploits und Jailbreaks der Apple iPhone und Sony PlayStation 3. Mittlerweile hat Hotz über das Twitter-Konto von Comma.ai bekannt gegeben, dass die Entwicklung der Comma One allerdings eingestellt werde. Als Begründung nennt er einen skeptischen Brief der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) aus den USA.

Laut Hotz habe ihm die Institution sofort gedroht, statt in einen Dialog treten zu wollen. Er selbst wolle seine  Zeit aber lieber mit der Entwicklung neuer Technik verbringen, als sich mit Behörden und Anwälten zu befassen. Daher stelle er Comma One ein. Comma.ai werde sich aber noch mit anderen Märkten und Produkten befassen. Auch wenn Hotz sich hier quasi selbst als tragischen Helden inszeniert, der nur etwas Tolles habe entwickeln wollen, ist angesichts der raschen Kapitulation die Frage, ob Comma One ernsthaftes Potential gehabt hätte. Ohne tiefere Einblicke fällt es schwer ein Urteil abzugeben.

Hotz hatte Comma.ai Ende 2015 gegründet, nachdem er selbst einen Acura ILX mit eigener Hard- und Software zu einem selbstfahrenden Auto umgerüstet hatte. Tesla bot ihm damals einen Job an, welchen er allerdings wegen Teslas Zusammenarbeit mit Mobileye ablehnte. Letzteren warf er vor nicht an Innovationen interessiert zu sein. Ob er selbst es besser machen wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Dass eine Institution wie die NHTSA sich nach dem Stand der Dinge bei Comma One erkundigt hat, ist schließlich keine große Wendung. Sprecher der Behörde erklären: „Wir hatten Bedenken im Bezug auf die Sicherheit der Produkte von Comma.ai. Deswegen haben wir bei dem Unternehmen um mehr Informationen zur Funktionsweise gebeten. Es war dann die Entscheidung von Herrn Hotz das Produkt einzustellen.“ Dass Hotz so schnell aufgegeben hat, spricht nicht unbedingt für das Projekt.

(via ArsTechnica)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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4 Kommentare

  1. Schwach. Und was musste ich mir dazu nicht alles durchlesen im Netz, wie genial er ist und seine Firma 2018 mehr Wert sein sollte wie Volkswagen, twitter, Conti und twitter zusamnen – ok…

  2. Er hat wohl schlicht eingesehen, dass man in dem Bereich ohne ein gigantisches Forschungsbudget im Rücken nicht einmal ansatzweise eine Chance hat, ein fertiges Produkt auf den Markt zu bringen.

  3. Die Erkenntnis „Ohne tiefere Einblicke fällt es schwer ein Urteil abzugeben.“, trotzdem aber unnötige Beurteilungen á la „Dass Hotz so schnell aufgegeben hat, spricht nicht unbedingt für das Projekt.“? Warum so negativ?
    Ich habe großen Respekt davor, was Hotz bislang geleistet hat – deswegen finde ich eine derart negative Berichterstattung traurig.

  4. MonteCaterno says:

    Da drängt sich mir ob des Names doch der Vergleich zum Rohrkrepierer „Hotzenblitz“ auf. Tolle innovative Ideen reichen eben nicht alleine aus, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
    Das ist leider einer der gravierenden Nachteile der „Marktwirtschaft“. Es setzt sich nicht unbedingt das beste durch, sonder das „billigste“ bzw. das gewinnmaximierte.
    Siehe Betamax und Video 2000.

    Dazu noch ein geniales Zitat:

    Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.

    Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

    Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.

    John Ruskin (1819-1900)

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