Gastbeitrag: Hörbücher für iTunes selbstgemacht

Tach zusammen, hier schreibt der Michael aus Kleinenbroich am wunderschönen Niederrhein. Ich blogge mehr oder weniger regelmäßig unter http://blog.kleinenbroicher.de über alles, was mich so interessiert und von dem ich glaube, dass es jemand anderen auch interessieren könnte. In diesem Beitrag geht es darum, unter Windows Hörbücher für iTunes zu erstellen. „So what? CD rein und ab dafür!“ mag der eine oder andere jetzt denken – und liegt damit auch nicht ganz falsch: man kann eine Hörbuch-CD einfach wie jede andere Musik-CD von iTunes importieren lassen. Dazu legt man die CD ein, bricht aber beim ersten Mal zunächst die automatische Aufforderung zum Importieren ab. Stattdessen stellt man durch einen Klick auf „Importeinstellungen…“ rechts unten zunächst einmal sicher, dass man diese korrekt gesetzt hat:

Nun kann man getrost mit einem Klick auf „CD importieren“ fortfahren. Danach liegt die importierte CD erst einmal unter der Rubrik „Musik“, man kann sie aber per Rechtsklick -> Informationen -> Optionen als Hörbuch einsortieren lassen:

Wem das reicht, der kann hier aufhören zu lesen. Wenn man allerdings schon einmal Hörbücher im iTunes Store gekauft hat oder auch gut produzierte Podcasts kennt wird man wissen, dass diese aus einer einzigen Datei bestehen, die dann intern in Kapitel unterteilt ist. Im Falle von Hörbüchern hat die Datei das Format „.m4b“ [http://de.wikipedia.org/wiki/MP4], welches Audiobooks kennzeichnet, in denen Lesezeichen gesetzt werden können. Dadurch startet die Wiedergabe immer dort, wo sie zuletzt angehalten wurde. Darüber hinaus ist es praktisch, nur eine einzige Datei zu verwenden, in dieser aber auf einzelne Kapitel zugreifen zu können.

Im Folgenden möchte ich euch daher beschreiben, wie man unter Windows eine solches Hörbuch für iTunes selbst erstellt. Dazu verwende ich zusätzlich zu iTunes eine (kostenlose) Software namens „Chapter and Verse„von „Loden Software“, die Ihr bitte zunächst herunter ladet und installiert.

Im ersten Schritt gehen wir dann beim Erstellen des Hörbuchs wie oben beschrieben vor. Nachdem die Dateien von iTunes importiert wurden stellen wir erst einmal fest, wo genau sie gespeichert wurden: Rechtsklick auf einen Titel und anschließend „In Windows-Explorer anzeigen“ auswählen:

Diesen Pfad merken wir uns bzw. lassen den Explorer einfach offen, um später noch einmal nachzuschauen. Dann starten wir das Programm „Chapter and Verse“. Zunächst einmal müssen wir hier im Bereich „Input Files“ durch einen Klick auf „Add Files“ die von iTunes erzeugten AAC-Dateien hinzufügen:

Es erscheint eine Datei-Auswahl-Box, mit der wir zum entsprechenden Verzeichnis navigieren, die einzelnen Hörbuch-Dateien auswählen und nach Bestätigung einlesen lassen. An dieser Stelle kann man jedoch, falls die Dateien als MP3 oder WAV vorliegen, auch eine automatische Konvertierung von „Chapter and Verse“ durchführen lassen. Dazu startet dieses im Hintergrund iTunes, lässt die Dateien von diesem konvertieren und fügt sie dann dem Hörbuch hinzu. Vorher sollte man jedoch einmalig nach einem Klick auf „Update Settings“ die Qualität einstellen:

In unserem Beispiel war dieser Schritt nicht notwendig, weil die Dateien ja schon im AAC-Format vorliegen. Nachdem die Input Files eingelesen wurden wechseln wir zum Reiter „Chapters“, in dem wir die Kapitel einstellen können. Falls die Namen der einzelnen Kapitel in den ID-Tags der Dateien gespeichert wurden macht es Sinn, links unten bei „Chapter Naming – Prefixes“ für Input Files auszuwählen, damit die Kapitel aussagekräftige Namen bekommen. Anderenfalls kann man auch die Standardbezeichnung „Chapter 01“ usw. beibehalten – oder aber natürlich die Kapitelnamen manuell eintragen:

Im Reiter „Metadata“ legt man die Datenbank-Infos für das zu erzeugende Hörbuch fest. Hier übernimmt „Chapter and Verse“ standardmäßig die Infos aus der ersten Datei. Daher sollte man die Felder Title, Track Number und Disc Number auf jeden Fall anpassen, da wir ja gleich nur eine Datei erzeugen werden, die alles beinhaltet. Zusätzlich lässt sich über den Button „Select Artwork“ ein eventuelles vorhandenes Cover hinzufügen. Dies lässt sich aber später alles auch noch in iTunes ändern oder ergänzen:

So, das war’s schon fast. Zur Sicherheit können wir die vorgenommenen Einstellungen zunächst über den Menüpunkt „File -> Save Project“ sichern. Dann kann es aber mit einem Klick auf „Build Audiobook“ losgehen. Das Programm fragt nun noch, wo es das zu erzeugende Hörbuch im „.m4b“-Format speichern soll, beginnt danach mit der Umwandlung der einzelnen Dateien zum Hörbuch und fragt anschließend, ob es das Hörbuch automatisch zur iTunes-Mediathek hinzufügen soll – was sich natürlich anbietet, ansonsten muss man noch einmal manuell importieren:

Anschließend kann man die im ersten Teil mit iTunes importierten Dateien wieder löschen. Falls MP3- oder WAV-Dateien Dateien als Input verwendet wurden erübrigt sich dieser Schritt. Daher gehe ich bei einem Import von CDs abweichend von der oben beschriebenen vorgehensweise so vor, dass ich die CDs zunächst mit einer Software wie fre:ac o.ä. als AAC-Dateien auf die Festplatte kopiere. Dies hätte hier aber gänzlich den Rahmen gesprengt…

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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20 Kommentare

  1. Hey cool.
    „Chapter and Verse“ kannte ich noch nicht. Danke für Deine gut gemachte Anleitung!

  2. Super Tipp!
    Bisher habe ich dafür immer den iPod Audio Book Converter von sjhaley genutzt. Doch den gibt es leider inzwischen nicht mehr (…und ich dachte, das Internet vergisst nichts…).

    Vielen Dank an Michael und Cashy!

  3. Dankeschön für den Beitrag. Leider kommt er ein bisschen zu spät, habe jetzt mein Iphone gegen das neue Galaxy S II eingetauscht, eben damit ich vom iTunes Gefängnis irgendwie los komme… Gibts da alternative Programme z.B. für Android?

  4. Sorry, ist ja sicher gut gemeint, aber seit wann werden hier Anleitungen für Malware veröffentlicht? Es sollte wohl eher Software besprochen werden, die das Zeug rückstandslos vom PC entfernen kann.

  5. Ich sehe da den Sinn nicht so recht. Es gibt den Daisy-Standard für Hörbücher. Mit entsprechende Apps (http://www.the-digital-reader.com/2010/08/02/two-new-daisy-readers-for-the-iphone/) für das Iphone und Programme um zu den Mp3-Dateien die Html-Dateien zu erstellen.
    Zudem hat Daisy zu den Lesezeichen noch ein paar andere Vorteile. Es werden ganze Sätze/Phrasen gekennzeichnet und beim Spulen auch so wiederholt. Gemacht, eigentlich für Blinde.

  6. @Fred: Du kannst zunächst einmal iTunes weiterverwenden, am einfachsten mit iSyncr:
    http://goo.gl/Gup3t

    @H. Ockey: Hast Du konkrete Infos zu Deinem Malware-Vorwurf? Ich bin mir relativ sicher, dass ich keine auf meinem System habe. Und download.com vertraut der Software auch: http://goo.gl/1DA3K

    @Mara: Dein Anliegen in allen Ehren, aber hier ging es nunmal um ein Thema für den Massenmarkt. Hörbücher, die man bei Amazon kaufen oder z.B. in der örtlichen Bücherei ausleihen kann.

  7. @all: Weil es immer gut ist, Alternativen zu haben, hier noch eine aus DE (die mir aber bisher nicht so gut gefiel, Geschmackssache):

    http://www.audiobookcreator.de/

  8. @Michael:
    Ich bin mir fast sicher das er iTunes als Spyware meint. Denn iTunes ist böse und so 😉

  9. Sollten Sie nicht verpassen! Sie sollten hier schauen! http://de.magicqsoftware.eu/

  10. Ich nutze dafür seit langem „Markable“…
    Funktioniert mit einem einfachen Wizard und erstellt saubere Hörbücher mit Cover und Lesezeichen…

  11. Es gibt übrigens manchmal Probleme mit Dateien über 100MB.
    Daher stelle ich die Qualität immer auf 96kbits? …weiss der Fuchs

  12. wellenreiter says:

    Ich nutze immer noch „MP3 to iPod Audio Book Converter“ und das Internet hat den nicht vergessen, den gibt es noch. Einfach mal googeln … <- @TiM0E

  13. wellenreiter says:

    @ Dude

    Danke für den Tipp mit „MarkAble“. Schaut gut aus und teste es gerade.

  14. @Michael (twitter @kleinenbroicher): ich weiß zwar was du damit meinst. Daisy ist mittlerweile aber im Massenmarkt angekommen. Gibt Bücher in den Bücherrein zu kaufen.

    Mich ärgert nur, dass wieder ein neuer Standard aus der Taufe gehoben wird. Besonders zum Leidwesen von Behinderten, wenn Standards durch Formatvielfalt und Geldgier, künstlich verteuert oder teuer gehalten werden. Apple durchbricht dies teilweise mit Voiceover, geht aber mit der Hörbuchkonvertierung wieder einen entgegengesetzten Weg.

    Nähere Infos zu Daisy hier: http://www.daisy.org oder hier http://www.incobs.de

  15. @Mara

    Wenn man so eine Website hat wie das Daisy Consortium, braucht man sich um die mangelnde Akzeptanz nicht wundern 😉

  16. Ah gut! Empfohlen, hier zu sehen! Data Recovery! http://goo.gl/dsFGo

  17. Kennt jemand eine Mac Alternative? 🙂

  18. wenn nicht gerade in den letzten Wochen ein Update kam, dann hat das Program aber Probleme mit AAC-HE codierten Dateien. Diese werden dann nicht als AAC anerkannt und es lässt sich kein Hörbuch erstellen 😉

    Daher nehme ich lieber die Variante
    foobar+NeroAAC um die AAC-Datei zu erstellen und dann mp4chaps die Kapitelmarken gesetzt.

    Siehe u.a. hier:
    http://www.familie-werz.de/blog/?p=218
    und hier:
    http://board.gulli.com/thread/1086910-update-1-1-ipod-m4b-hoerbuecher-mit-kapiteln-erstellen/

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