Gastbeitrag: EtherPad und Skype-Konferenzen

Online-Kollaboration ist für den Gelegenheitsnutzer nicht leicht. Einerseits erschlagen die vielfältigen Angebote mit ihren schier unendlichen Möglichkeiten, Tools oder Plattformen. Auf der anderen Seite will man einfach nur miteinander reden und ein für alle sichtbares Protokoll führen. So geht es zumindest mir.

Ein Dienst wie IDroo ist ziemlich ideal um Skype-Konferenzen mit einem Online-Whiteboard zu ergänzen. Leider nur für Windows und deshalb als Mac-Nutzer unbrauchbar. Schade!

Seit einer Weile verwenden wir für Onlinekonferenzen im Team eine der einfachsten Lösungen. Sie ist zudem kostenlos, wunderbar schnell und stabil: EtherPad.

EtherPad portiert einen Texteditor in den Browser und lässt mehrere Personen gleichzeitig (also kollaborativ) an einem Dokument arbeiten. Die Piratenpartei ist ein großer Freund der Dokumentation via EtherPad und bietet eine eigene Plattform (http://piratepad.net/) dafür an. Schön und gut, aber was ist nun der Clou daran? Jeder Nutzer hat eine spezielle Farbe und alle Änderungen sind in auf einem Zeitstrahl ersichtlich.

Zeitstrahl: Abspielen der Zusammenarbeit; Sterne als manuelle Speicherpunkte

Wir können nachverfolgen wie das Endergebnis entstanden ist und haben Zugriff auf frühere Eingaben. Gleichzeitig sind alle Autoren über ihre Farbgebung zu unterscheiden.

Dem Chaos mit drei einfachen Schritten begegnen!

Als wir EtherPad das erste Mal bei einem Skypegespräch eingesetzt haben ist die Begeisterung schnell zu Chaos umgeschlagen. So simpel das Tool aussieht, so komplex sind die Möglichkeiten um als Einzelperson störend einzuwirken. Einige Grundregeln sollen helfen dies zu vermeiden.

  1)  eine Agenda vorgeben

Jedes Treffen benötigt eine Struktur. In EtherPad ist das leicht zu erledigen indem man Agendapunkte und die dafür eingeplante Zeit vorgibt. Nun können Ergebnisse in den dafür vorgesehenen Bereich protokolliert werden und dem Chaos wird entgegengewirkt.

2) wie im Gespräch: Ausreden bedeutet auch Ausschreiben lassen 

Wer in einer Zeile mit dem Schreiben beginnt wird dabei nicht gestört. Ausreden lassen bedeutet in einem Tool wie EtherPad, dass man andere Teilnehmer zu Ende schreiben lässt. Alternativ kann auch ein einzelner Protokollführer bestimmt werden, sobald es um einen kreativen Austausch geht wird aber auch das sehr kompliziert.

 3)  Endkontrolle und Auswertung

Nach dem Gespräch sollte man sich unbedingt die Zeit nehmen um alle Ergebnisse zu sichten. Nun können Rechtschreibfehler ausgebessert, die Struktur wiederhergestellt und ein Fazit gezogen werden. Wir nutzen EtherPad öfters für ein Brainstorming und geben einen weiteren Tag Zeit um Ideen mit Hintergrundinformationen, Links oder Quellen zu erweitern.

Ein Pad erstellen

EtherPad wurde von Google gekauft und ist inzwischen Open Source. Entweder ihr installiert ein eigenes Pad auf euren Webserver (Anleitung), oder greift auf eine der öffentlichen Verzeichnisse zurück. Die EtherPad Foundation bietet viele Links zu kostenlosen Angeboten: http://etherpad.org/public-sites/

Ich hoffe einen kleinen Anstoß für die nächste chaotische Skype-Konferenz gegeben zu haben und würde mich freuen falls ihr das ein oder andere Kommentar im extra für stadt-bremerhaven.de angelegten Pad hinterlasst: http://piratepad.net/jjL40Oz80Q

Besucht gern meinen Blog unter www.skyfighter.net wo es gute Musik und in Zukunft eventuell mehr solcher Tipps geben wird. Feedback gern auch via Twitter.com/kaesbrot! Einen feuchtfröhlichen Übergang ins Jahr 2012!

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

10 Kommentare

  1. „Auf der anderen Seite will man einfach nur miteinander reden und ein für alle sichtbares Protokoll führen“

    Telefon oder Skype, einer macht sich Stichpunkte + schreibt später ein kleines Protokoll. Das kann er per Zettel/Kuli, aber auch digital…

    N.B.: mit mir würde das in der o.a. Art eh nicht klappen, weil ich schon, wenn ich nur mit einem rede, dem ständig ins Wort falle… :mrgreen:

  2. nicht vergessen: Etherpad Lite benötigt weniger Resourcen

    https://github.com/Pita/etherpad-lite

  3. [fixed]

  4. warum eigentlich nicht google docs?

  5. Gut find ich auch http://www.dragbox.org um source Code auszutauschen.

  6. Schöner Beitrag, werde ich demnächst auch mal probieren

    Aber wer ist denn der Author des Beitrages? Gastbeitrag, geschrieben von: Caschy?

  7. @Michael: Hast du den Beitrag gelesen, besonders den letzten Absatz? Nur regelmäßige Autoren haben einen Account.

  8. Mit dem Account wusst ich nicht. Unten hab ich es gelesen nur im Header sah (sieht) es komisch aus. SORRY

  9. Danke für eure Kommentare. GoogleDocs wird nur nicht genutzt da ich kein wirklicher Freund davon bin und EtherPad durch seine Einfachheit überzeugt.

    @JürgenHugo, deswegen klare Regeln. Wenn man anderen ins Wort fällt funktioniert aber auch eine normale TelKo nicht. Ein Mute-Knopf für den Konferenzleiter wäre da manchmal angenehm 😉

    @Tom, vielen Dank für den EtherPad lite Hinweis!

  10. Ich nutze gerne Etherpad Lite, weil es man es unter Windows nur entpacken und starten muss.
    Unter Linux sind ein paar Schritte mehr nötig, aber diese sind alles andere als kompliziert und man wird anschließend in beiden Fällen mit einer exzellenten Software belohnt.