
Ich habe mich hier im Blog schon des Öfteren als Konsolero geoutet. Da ich täglich mindestens acht Stunden am Rechner arbeite, ist mir das Gefrickel an einem Gaming-PC in der Vergangenheit zu mühselig geworden. So dachte ich zumindest. Da ich dennoch regelmäßig PC-Gaming in meine Beiträge einschließe, sprach mich Nvidia darauf an, ob ich dem Ganzen nicht noch einmal eine Chance geben würde. Daher habe ich mich im stillen Kämmerlein in den letzten Wochen ein wenig mit einem waschechten Gaming-PC beschäftigt und möchte meine neuen Erfahrungen mit euch teilen.
Grundsätzlich habe ich PC-Gaming früher geliebt, besonders während meines Studiums. Da hatte ich viel Spaß daran, den für mich selbst besten technischen Kompromiss in Titeln wie „The Elder Scrolls IV: Oblivion“ zu finden. Meistens entschied ich mich für maximale Bildqualität bei gerade noch spielbaren Bildraten. Lange fuhr ich dabei zweigleisig: Da standen dann eben die erste PlayStation, ein Nintendo GameCube oder eine PlayStation 3 im Wohnzimmer, während auch ein spieletauglicher Rechner zum guten Ton gehörte. Das ebbte bei mir in der PS4-Ära ab, weil die technischen Unterschiede zwischen Konsolen- und PC-Versionen in meinen Augen grundsätzlich schrumpften.
Die RGB-Beleuchtung des PCs kann natürlich in Effekten und Farben angepasst werden.
Sicherlich ist es aber auch die Bequemlichkeit: Ich arbeite am PC. Psychologisch ist er für mich also ein Arbeitswerkzeug geworden. In meiner Freizeit will ich einfach ein Game einlegen und unkompliziert loslegen. Das erlauben mir Xbox Series X und PlayStation 5, die ich beide sehr schätze. Ende 2021 musterte ich daher meinen Windows-Rechner aus und wechselte im Home-Office auf einen Mac mini – ein Schritt, den ich nicht bereut habe. Wie es der Zufall so will, hatte Nvidia dafür wohl einen guten Riecher und machte meinem endgültigen Abschied vom Windows-Gaming einen Strich durch die Rechnung – mit folgendem Testsystem. Es wurde in Kooperation von Nvidia und Dubaro für die redaktionelle Arbeit im Blog zur Verfügung gestellt.
Erhältlich ist dieser Gaming-PC zum Preis von 2.599 Euro dann auch direkt via Dubaro. Wirkt auf mich sogar überraschend fair, wenn ich mir angucke, was derzeit schon alleine eine GeForce RTX 3080 Ti kostet…
Gaming-PC für Caschys Blog: Das steckt drin
- Prozessor: AMD Ryzen 7 5800X (Zen 3, acht Kerne, 16 Threads, 3,8 GHz Basis- und 4,7 GHz Boost-Takt, 4 MByte L2-Cache, 32 MByte L3-Cache, 105 Watt TDP, AM4)
- Mainboard: MSI Mag B550 Tomahawk
- Grafikkarte: Gigabyte Aorus GeForce RTX 3080 Ti Master 12 G (1.770 MHz Takt, 10.240 CUDA-Cores, 12 GByte GDDR6X-VRAM mit 19.000 MHz und 384-bit-Anbindung bzw. 912 GB/s Bandbreite, PCI-Express 4.0 x16, DirectX 12 Ultimate, DisplayPort 1.4a (3x), HDMI 2.1 (2x), HDMI 2.0 (1x)
- 16 GByte DDR4-RAM (2x G.Skill RipJaws V DDR4 3600MHz)
- 1 TByte SSD-Speicherplatz (Kingston SNVS1000G, PCIe NVMe Gen 3.0)
- CPU-Kühler: bequiet! Dark Rock 4
- Netzteil: MPG A850GF (850 Watt)
- Gehäuse: MSI MPG Sekira 100R mit Glasfenster
- Preis: 2.599 Euro
Das ist natürlich erst einmal auf dem Papier ein ordentlicher Kracher. Meine PlayStation 5 und Xbox Series X sahen jedenfalls einigermaßen eingeschüchtert aus, als ich den PC an den TV angeschlossen habe. Richtig gelesen: Stammleser wissen ja, dass ich mich sehr für Home Entertainment interessiere und aktuell mit einem LG OLED E9 unterwegs bin, der HDMI 2.1 beherrscht. Da bietet es sich an, das Testsystem mit der ebenfalls für HDMI 2.1 gerüsteten Nvidia GeForce RTX 3080 Ti direkt am TV auf die Probe zu stellen. Zumal ich so auch für euch in einen dunklen Abgrund eintauchen kann: HDR-Gaming am PC. Da herrscht ja leider noch etwas Wildwuchs.
Mein Plan ist jedoch, euch erst einmal allgemein aus Sicht eines Konsolersos den Gaming-Rechner und seine Fähigkeiten etwas genauer vorzustellen und auch in einem Folgeartikel genauer mit PS5 und Xbox Series X zu vergleichen. Ich werde euch nämlich zu HDMI-2.1-Gaming und HDR-Gaming am PC sowie auch zu Nvidias DLSS nochmal eigene Artikel nachschicken – auch im Vergleich mit dem von mir ausprobierten Cloud-Gaming über GeForce Now RTX 3080. Vielleicht kann ich aus Sicht eines Konsolenspielers mit PC-Wurzeln ja dem ein oder anderen einen Fingerzeig geben, ob PC-Gaming derzeit wieder eine Option wäre.
Aller Anfang ist schwer…?
Kurioserweise musste ich Windows 11 auf dem mir zur Verfügung gestellten Gaming-PC mit einem eigenen Key aktivieren. Das war kein Problem, da ich noch den Key meines vorherigen Rechners auf Lager hatte, führt aber exemplarisch an die Stolpersteine heran, die man als Convenience gewohnter Konsolenspieler anfangs bei einem Gaming-PC gar nicht so bedenkt. Nächste Hürde: Nix mit Wi-Fi, der Rechner möchte per Ethernet ins Netz. Glücklicherweise steht nahe meines TVs ein Repeater mit LAN-Anschluss. Nach zahlreichen Updates für Windows 11, die Grafikkarten-Treiber und Co. erinnere ich mich wieder an Stärken und Schwächen des PC-Gamings.
Um etwa „Forza Horizon 5“ und „Halo Infinite“ auf die Platte zu schubsen, wandere ich in den Microsoft Store, der mich wiederum an die Xbox-App weiterleitet. Erst dort werden die Games dann gezogen. Wiederum lagern bei Steam für mich „Guardians of the Galaxy“ und „Cyberpunk 2077“, welche Nvidia mir damals nämlich für den Test ihres Cloud-Gaming-Tarifs GeForce Now RTX 3080 angeboten hatte. Und auch im Epic Games Store nahm ich einige Gratis-Spiele mit, sodass ich schon mindestens drei Launcher nutzen muss…
Einerseits freue ich mich über die Flexibilität, im Store meiner Wahl zuschlagen zu können. Ein wenig wird das Ganze aber auch zum Gedächtnistraining für diejenigen, die ausschließlich am Rechner zocken und sich nicht fest an einen Store binden wollen. Übrigens kam mir hier unverhofft tatsächlich die GeForce Experience zur Hilfe: Als zentrale Anlaufstelle lassen sich dann auch von dort mindestens einmalig zuvor gestartete Titel abrufen. Natürlich wird dann immer noch erst der jeweilige Store über die Verknüpfung geöffnet, allerdings empfand ich das als schöne Komfortfunktion, die ich nicht missen möchte. Treiber-Aktualisierungen, die GeForce-Game-Ready-Driver, findet ihr hier natürlich auch.
In Spielen kann man die GeForce Experience ebenfalls jederzeit abrufen, um etwa Videos zu erstellen. Da bin ich eher der unsoziale Gamer, der klassisch im dunklen Zimmer als Singleplayer in seinen digitalen Welten versinkt. Die Einblicke in die „Statistiken für Nerds“ sind dabei auch noch ganz interessant. So kann man sich in der Leistungsüberwachung die Lüftergeschwindigkeit, GPU-Temperatur, GPU- und CPU-Auslastung und mehr anzeigen lassen. Da reiben sich Konsolenspieler natürlich die Augen.
Fast mag ich da in alte Bastlergewohnheiten zurückfallen, denn so könnte man natürlich erkennen, wo möglicherweise in einem Spiel der Flaschenhals liegt und an den Settings drehen. Allerdings war das bei meinen Tests bisher nur minimal notwendig – primär dank Nvidia DLSS, wozu ich aber noch komme.
Benchmarks und Spiele – Das erreicht der PC
Ein Spiele-PC muss natürlich schiere Leistung bringen. Dabei ließ ich den Rechner durch die synthetischen Benchmarks Cinebench R23, das die CPU-Leistung auf die Probe stellt, und PassMark schlingern. Die Ergebnisse folgen.
Ihr seht: Da geht einiges. Insbesondere die Nvidia GeForce RTX 3080 Ti lässt sich derzeit schwer übertrumpfen. Allerdings zeigen Benchmarks da mittlerweile gar nicht mehr alles. Denn Nvidia hat sich in den letzten Jahren immer mehr darauf spezialisiert, mit besonderen Features zu locken: etwa DLSS (Deep Learning Super Sampling). Olli hat darüber ja schon einmal berichtet. Im Wesentlichen erlaubt es DLSS, dass ein Spiel in einer niedrigeren Auflösung berechnet und dann hochskaliert wird, das Ergebnis aber aussieht wie die erstrebte native Auflösung. Man geht dabei dank Einbezug von Machine Learning deutlich weiter als einfaches Upscaling. So könnt ihr etwa auch den Grad der Nachschärfung manuell nachregeln.
Der Stolperstein: DLSS könnt ihr nur einsetzen, wenn der jeweilige Entwickler es auch aktiv einbezieht. Auch ist die Technik kein Allheilmittel. Stellt ihr etwa in einem Spiel alle Settings auf Maximum, inkl. Ray-Tracing, dann wird die GPU so enorm gefordert, dass ab einem gewissen Grad Anpassungen der Auflösung nicht mehr den Quantensprung in der Leistung bringen. Gut sehen könnt ihr das an meinen Experimenten mit „Guardians of the Galaxy“ und allen DLSS-Modi (Ultra Performance, Performance, Balanced und Quality).
Ihr seht: Auf maximalen Einstellungen bei 4K-Auflösung erreichte ich keine konstanten 60 fps, sondern steckte im Durchschnitt bei „Guardians of the Galaxy“ bei 56 fps fest – mit Einbrüchen auf nur 18 fps. Schon DLSS im Quality-Setting sorgt dann aber bei identischen Einstellungen für einen Durchschnitt von 88 fps mit einem Minimum von 63 fps. Hier wird die berechnete Auflösung nur minimal reduziert, vergleichbar mit dem, was Xbox Series X und PlayStation 5 euch normalerweise im Qualitätsmodus liefern – also z. B. 1800p hochgerechnet zu 4K – dann aber auf den Konsolen wieder nur bei 30 fps und mit reduzierten Einstellungen.
Der Unterschied im Falle meines Gaming-PCs: Dank DLSS ist das Upscaling im Modus Quality im Grunde nicht zu bemerken. Das ist extrem stark. Wie ich eingangs beschrieb, bin ich derjenige, der gerne Bildraten zugunsten visueller Qualität opfert. Aber DLSS im Qualitätsmodus würde ich als Zünglein an der Waage immer anknipsen. Im Falle der „Guardians of the Galaxy“ sind dank DLSS eben 60 fps bei maximalen Settings ohne merkliche Einbußen bei der Bildqualität drin.
„Cyberpunk 2077“ ist da ein anderes Thema. Der Titel von CD Projekt RED bietet am PC die Option, massiv Ray-Tracing einzubinden. Das geht weit über das Next-Gen-Upgrade für die Konsolen hinaus. So erreichte selbst mein High-End-Testsystem mit maximalen Einstellungen bei nativem 4K im Benchmark des Spiels durchschnittlich bescheidende 21,78 fps. Das ist dann selbst mir zu ruckelig, zumal sich Tearing und unkonstantes Framepacing zeigen. Was kann DLSS hier ausrichten? Die Antwort lautet: viel.
60 fps sind hier bei maximaler Qualität nicht drin, aber DLSS in der Stufe Quality ermöglicht im Schnitt etwa 40 fps. Hier knipste ich dann den FPS-Limiter und V-Sync an – et voilà, ich kann mit konstanten 30 fps bei korrektem Framepacing zocken. Wer nun die Augenbrauen wegen der Framerate hochzieht: „Cyberpunk 2077“ sieht auf diesen Settings am PC aus, als würde es der Konsolenfassung eine Generation voraus sein. Insbesondere die Ray-Tracing-Reflexionen machen hier einen gewaltigen Unterschied.
Nvidia hat natürlich noch mehr proprietäre Technologien auf Lager. Abseits des Gamings hat man da etwa seine Studio-Plattform am Start, die in kreativen Apps mit GPU-Beschleunigung aushilft – etwa beim Video-Rendering. Und dann wäre da natürlich auch Nvidia Reflex, das als Kombination mehrerer Software-Technologien bzw. APIs die Latenz in Spielen merklich verringern soll. Funktioniert grundsätzlich in Kombination mit jedem Monitor, aber nur mit kompatiblen Spielen.
Ein erstes Fazit
Als Konsolenspieler wieder intensiver in die Welt der Gaming-PCs hereinzuschnuppern ist für mich sehr spannend: Denn was da in Sachen Ray-Tracing möglich ist, geht deutlich weiter als an den Xbox Series X und PlayStation 5. Klar sollte aber ein Punkt sein, den ich bisher bewusst ausgeblendet habe: der Preis. Xbox Series X und PS5 kosten jeweils 499 Euro. Der Rechner von Memory PC, den ich für die Berichterstattung nutze kostet ein Vielfaches dessen, denn schon allein eine Nvidia GeForce RTX 3080 Ti kostet derzeit ca. das Dreifache.
Zumal nicht nur die Frage ist, ob man grundsätzlich gewillt ist, dieses Geld in die Hand zu nehmen, sondern ob man auch an die entsprechenden Komponenten kommt – will man sich den PC selbst zusammenbauen. Auch wenn ich im Übrigen zu HDR-Gaming am PC noch einen dedizierten Beitrag nachreichen werde: Das ist lange nicht so bequem wie an den Konsolen. Das betrifft auch die korrekte Konfiguration von VRR, zumindest in Kombination mit einem TV.
Super hingegen: Wer von einer Xbox kommt, kann seine Spielstände in First-Party-Titeln aus dem Microsoft Store nahtlos weiter verwenden. Das hat es für mich zu einem No-Brainer gemacht „Forza Horizon 5“ nun am Rechner fortzusetzen. Zumal der Xbox-Controller für Windows dafür sorgt, dass man sich sofort heimisch fühlt.
Letzten Endes kann ich die PC Master Race nach meinen letzten Tests wieder besser nachvollziehen: Ein Spiele-PC ist technisch die beste Möglichkeit, um aktuelle Spiele zu erleben. Die Unterschiede können durchaus drastisch sein – siehe „Cyberpunk 2077“. In den nächsten Folgeartikeln werde ich wie gesagt aber nochmals beleuchten, wie es sich mit HDMI 2.1 (VRR, ALLM, 4K mit bis zu 120 Hz) und HDR-Gaming verhält. Solltet ihr dazu spezifische Fragen haben, meldet euch ebenfalls gerne in den Kommentaren!
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