Galaxy S6 bringt nicht die erhoffte Kehrtwende für Samsung, sagt eine Investment Bank

Samsung hat es aktuell im Smartphone-Geschäft nicht leicht. Das Galaxy S6 und das Galaxy S6 edge sollen es für die Koreaner richten und die Firma wieder zurück auf Erfolgskurs bringen. Erste Anzeichen für einen Erfolg gab es bereits, Samsung sprach von hohen Vorbestellungen, die Nichtverfügbarkeit bei manchen Betreibern zum Verkaufsstart deutete ebenfalls auf einen ordentlichen Absatz hin. Dass dies nicht unbedingt der Fall ist und Samsung noch schlechter dasteht als letztes Jahr, behauptet nun die Oppenheimer Investment Bank.

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Bisher gibt es laut Yonhap News gerade einmal 10 Millionen Auslieferungen der aktuellen Flaggschiff-Modelle. Selbst das durchaus als „Flop“ betrachtete Galaxy S5 konnte im gleichen Zeitraum 11 Millionen Auslieferungen verzeichnen. Auslieferungen bedeuten nicht Verkäufe, sodass eigentlich gar nicht klar ist, wie viele Galaxy S6 / edge bisher an den Mann gebracht wurden. Letztes Jahr brachen die Verkäufe von Samsung sehr stark ein, was allerdings nicht nur an den High-End-Geräten liegt. Auch bei günstigeren Geräten kämpft Samsung gegen noch günstigere Konkurrenz.

Oppenheimer sieht die Schuld bei Samsung. Die Hardware wurde zwar verbessert und ist wesentlich besser als bei den Vorgängern, allerdings wurde auf Features wie Wasserfestigkeit und microSD-Slot verzichtet. Gleichzeitig gab es wenig Verbesserungen im Bereich der Software. Nach Oppenheimer gibt es für Besitzer der vorherigen Generation nicht genügend Gründe, um auf das aktuelle Modell zu wechseln.

Schwacher Trost für Samsung: Man steht mit dem Problem nicht alleine da. Die großen Gewinner sind günstige Konkurrenten, wie Xiaomi oder Huawei. Günstige Geräte mit annehmbaren Spezifikationen. Im High-End-Bereich würfelt Apple aktuell die Marktanteile durcheinander. Den Größenvorteil gibt es bei Android-Geräten nicht mehr und auch preislich liegen High-End-Androiden mit Apple auf Augenhöhe. So kommen willige Wechsler zum iPhone anstatt auf ein Android-Gerät zu setzen.

Marktanteile lassen sich aktuell nur mit günstigen Geräten gewinnen, Käufer dieser Geräte sind nicht die Kundschaft, die Apple anpeilt, also müssen es die Android-Hersteller unter sich ausmachen. Und da sieht es für Samsung nicht so prickelnd aus, allerdings sind in diesem Bereich auch kaum Margen möglich, sodass ein großer Marktanteil nicht viel über den Erfolg eines Unternehmens aussagt. Spätestens zu den nächsten Quartalszahlen wird sich zeigen, wie es tatsächlich um Samsung Mobilsparte bestellt ist.

(Quelle: Business Insider)

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*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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37 Kommentare

  1. Das S6 ist ohne Zweifel ein tolles und technisch vermutlich dass aktuell beste Smartphone.
    Ich nutze privat ein Iphone6, habe jedoch aktuell auch mit Android,Winphone und gelegentlich sogar noch mit dem zähen Symbian zu tun.

    Ich sehe für mich aktuell jedoch keinen Grund zum Wechseln. Neidvoll blickte ich vielleicht mal auf den Wechselakku und die Wasserdichtheit. Die Argument sind beim S6 nun weg.
    Warum vom „Original“ weg gehen..? Im goldenen Käfig ist es warm und trocken 😉

    So viel mehr Möglichkeiten bietet Android inzwischen nicht. Teilweise sind gar Einschränkungen hinzu gekommen. Es sei denn man bastelt ständig am System, aber dafür habe ich keine Zeit.

    Bleibe also beim Iphone 6 und erfreue mich an einem stabilen, schnellen, eingängigen, sicheren und schönen System, welches problemlos updatebar ist. Die Nachteile gegenüber Android nehem ich also gerne in Kauf. Hoffe gleichzeitig dass sich MS etabliert, denn Konkurrenz belebt das Geschäft..

  2. Schauen wir mal, ob die Kassandra-Sänger/innen recht behalten. Mir ist bisher beim S6 nur ein extremer Preissturz aufgefallen, ich meine sogar für Android extrem. Das Gefühl wird von diversen Preisvergleichsseiten bestätigt, was nicht für einen besonderen Verkaufsschlager spricht.

  3. Genau. Ob eine „Investment Bank“ hier nun den Durchblick hat 😉

    Peissturz aber auch nur von einem androiduntypischem Niveau.
    Aktuell geschaut: Iphone 6 grau (128GB): 835 €, Samsung S6 black (128GB): 839 €.

  4. Den Erfolg des S6 kann man kaum nur an der Qualität fest machen. Nach fast allen Reviews zu urteilen, ist das S6 ein sehr gutes Smartphone. Marktführende Kamera, schnell, dafür vielleicht etwas rutschig und der Akku könnte länger durchhalten. Einen echten Dealbreaker gibt es aber nicht.

    Wer 600€ und mehr für ein Smartphone verlangt, muss sich aber zwangsläufig mit dem iPhone auseinander setzen. Da kann man nicht mehr nur mit technischen Spezifikationen arbeiten, sondern muss die User dort ködern, wo Apple sie abholt: bei Lifestyle und Gefühl, aber auch dem Ökosystem.

    Samsung macht seit Jahren den Fehler, dass sie die Hardware aufmotzen, aber ihre Software vernachlässigen. Mein Note 4 fühlt sich trotz Android 5.01 teilweise einfach altbacken an, denn viele Funktionen sind nutzlos oder schlicht zu umständlich. Man hat das Gefühl, dass man zwar ein technisch sehr gutes Gerät hat, welches aber nicht weiß, wohin es will. Touch Wiz braucht dringend eine umfassende Renovierung und endlich echte Alleinstellungsmerkmale.

    Beispiele:
    S Health.
    Man wollte auf den Zug Fitness und Gesundheit aufspringen und heraus kam eine zwar hübsche, aber im Grunde nutzlose App. Denn automatisch wird außer Schritten nichts gemessen. Alles muss man händisch eintragen. Google Fit hingegen kann zumindest erkennen, wann ich gehe, laufe oder Fahrrad fahre.

    Galaxy Apps.
    Ein eigener Appstore. Nutzlos. Dort gibt es nichts, was man nicht auch bei Google Play finden würde oder dort platzieren könnte.

    S Voice.
    Die Spracherkennung. Sollte einmal das machen, was SIRI macht, aber ist umständlich und langsam und hat keine Integration in fremde Dienste.

    Samsung muss die Topmodelle nicht nur in Hardware, sondern auch in Software entwickeln. Und die Preise müssen runter. 600€ ist das Maximum dessen, was Nicht-iPhone Käufern bereit sind, zu bezahlen.

  5. Als wenn das Iphone das Phone ist an dem man sich messen soll. Echt jetzt?? Wer ein Sekten Phone kauft was nichts kann aber zu viel kostet sollte nicht über andere richten.

  6. @Oliver
    Gute Analyse. Schön dass sich hier nicht nur schlichte Gemüter aufhalten.

  7. mehr leute wie oliver und weniger von martins sorte.

  8. Ich finde dass das iPhone 6 ein sehr schönes smartphone mit einem schön durchlaufenden System ist… Das jedoch samsung so etwas auch gerne hätte wird sich meiner Meinung nach nie ändern solange sie nichts machen das samsung unterscheidet von anderen Herstellern. Klar ist das s6 edge ein Schritt gewesen der ihnen bestimmt ein paar plus Punkte gab aber ich finde solange sie immer mit diesen langweiligen android rum hantieren werden sie nie so erfolgreich wie sie sich das dachten mit dem s6 edge. Ich bin kein hater oder dergleichen außerdem besitze ich ja ein sg a5 und bin damit auch zufrieden aber ich finde das samsung nicht bei Apple umschauen sollte sondern bei bspweise huawai. Huawai ist für mich im Android Bereich der Anführer und das einfach weil sie emui haben. Hätte samsung so etwas auch wären sie bestimmt erfolgreicher.

  9. Langweiliges Android? Aha.

  10. EMUI macht Huawei zum Anführer, wow.

  11. @KPKoch
    Ganz genau das ist der Punkt. Wer solche hohen Preise in der Preisregion von Apple Produkten ausruft der muss auch einen entsprechenden Gegenwert dafür liefern und genau das passiert in vielen Punkten eben nicht.

  12. Was immer vergessen wird: Ein Großteil der S4/S5 Nutzer ist Marktgesättigt und sieht keinen Grund nach 24 Monaten ein neues Gerät zu holen. Selbst S3 Nutzer gibts weiterhin viele … Den meisten reichen die Technischen Mittel von 2012/2013 aus weil sie ihr Device nich ausreizen

  13. Mal ein anderes Beispiel, um die Bedeutung des iPhones als Preiskonkurrenten zu verdeutlichen. Vor einiger Zeit las ich einen Artikel aus den USA, in dem stand, dass Apple den hochpreisigen Notebookmarkt fast komplett übernommen hat. Irgendwas um 80% aller Käufer von Notebooks, die mehr als 1000$ kosteten, griffen zu Geräten von Apple.

    Warum? Weil denen die Aura der Perfektion und des Lifestyles anhaftete und jeder sich an diesen Geräten messen lassen musste. Anscheinend hatten die Käufer kein Problem damit, 1500€ für ein MacBook auszugeben, dafür aber sehr wohl, wenn für denselben Betrag ein HP oder Lenovo zum Kauf stand.

    So sieht es mittlerweile auch bei den Smartphones aus (gilt im Grund aber auch für die Tablets). Immer dann, wenn ein Hersteller mit einem Gerät gegen ein Ähnliches von Apple antritt, muss man extrem viel mehr bieten, um das Image aus Cupertino auszugleichen.

    So kann kein Hersteller ein Tablet gegen das iPad positionieren, wenn es preislich in derselben Liga spielt, kann kein Hersteller eine Smartwatch anbieten, die so teuer wie die Apple Watch ist und nein, man kann auch kein Smartphone anbieten, was so teuer ist wie das iPhone und glauben, dass man dieses ausstechen könnte.

    Toyota versucht seit Jahren, mit perfekter Lexus Technik 7er BMW oder S-Klasse anzugreifen. Sie schaffen es nicht, weil die Käufer bei gleichen Preisen einfach das Image der Deutschen bevorzugen. Da findet sich genau dasselbe Problem.

    Das muss Samsung begreifen. Es geht nicht um Specs, nicht um Kameraqualität oder Design, es geht darum, dass Apple so unangefochten den Hochpreismarkt in Beschlag genommen hat, dass man dagegen einfach nicht anstinken kann.

    Mein Rat an Samsung wäre, die Markt unterhalb des iPhones anzugreifen. Denn es gibt haufenweise Käufer, die wollen hochwertige Technik, haben aber nicht das Geld (oder wollen es nicht ausgeben), um ein iPhone zu kaufen. Dieser Preisbereich ist ungefähr zwischen 350-550€. Das ist der Bereich, in dem auch Sony, HTC oder LG wildern. Wer dort sehr gute Technik mit guter Software kombiniert, hat hohe Verkaufszahlen fast schon sicher.

    Nur mit Apple sollte man sich nicht messen. Funktioniert nicht.

  14. Ich habe das neue S6 edge und bin bisher zufrieden, auch wenn einige Sachen viel anders sind, als bei dem S4. Ich fand es auch sehr schade, dass das neue S 6 dem Iphone sehr ähnlich aussieht, das hätte Samsung nicht machen müssen.
    Ich glaube aber, dass man sowieso jetzt nichts mehr so viel neues erfinden kann, so das die Telefone dann ganz anders aussehen.
    Jetzt geht es nur um Speichermedien, Fotoauflösung und schnelligkeit….

  15. @HAL9000:
    und bitte Deppenbindestrich auch vermeiden: Es heißt “Investmentbank”. Und „Deppenleerzeichen“. Und eigentlich auch Smartphonegeschäft, aber ich habe das Gefühl das der Autor des Artikels für so was nicht empfänglich ist.

  16. Ich bleibe dabei, über einen fehlenden Akkutausch und SD regen sich nur die Geeks auf (Minderheit)

    Im größten Absatzmarkt, von Samsung, juckt das keine Sa** (Asien). Hier in Jakarta wird eine Promotion betrieben, bis zum Erbrechnen. Schwacher Akku? Jeder Indonesier hat eh ein Powerpack dabei, kennen die nicht anders, da durch dauerhafte Nutzung die Akkus eh nach 5h platt sind, vollkommen Latte welcher Hersteller.

    SD Karte? Juckt nicht, müssen ein paar Spiele drauf und 7 trilliarden Bilder. Selfies werden ja alle 2 Minuten geschossen. Der Rest landet in der Cloud.

    Niemand macht hier den Kauf von einem Wecheselakku oder SD abhängig. 128GB sind eine Menge Bilder.

    Und ich gebe zu beachten. Das Durchschnittseinkommen ist 60 USD / Monat und die Mobiles sind sogar teuerer, als in Deutschland. 1 Euro Providergeräte gibt es nicht, trotzdem wird gekauft wie blöd und man muss natürlich mindrestens 2 Smartphone plus 1 Tablet auf den Tisch legen, wer nur ein Smartphone hat, der ist „eine arme Ratte“ 😉

  17. „Jeder Indonesier“, wirklich? Gut angelegte Entwicklungshilfe, muss ich schon sagen. Wenn Wechselakku und SD dort keinen interessieren, wundert der Rest deiner Aussage auch nicht. Folgen wir also den Lemmingen, die wissen den Weg.

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