Francis Ford Coppola („Der Pate“) kritisiert den Einheitsbrei großer Filmstudios

„Früher war alles besser“, immer wieder hört man dies in abgewandelter Form über die unterschiedlichsten Dinge. Ich bin persönlich der Ansicht, dass das oft Verklärung oder Nostalgie ist, doch je nach Themenbereich kann es freilich auch mal zutreffen. Der Regisseur Francis Ford Coppola („Der Pate“) kritisiert da jedenfalls die aktuelle Filmindustrie. Selbst die Werke sehr talentierter Filmemacher würden immer mehr zum Einheitsbrei verkommen.

Als Beispiele nennt er „Dune“ und „James Bond: No Time to Die“, die jeweils von Denis Villeneuve bzw. Cary Fukunaga gedreht worden sind. Coppola lobt beide als sehr talentierte Regisseure. Dennoch seien die beiden Filme in einigen Sequenzen so generisch, dass man sie teilweise zusammenschneiden könnte, ohne dass dies von den Zuschauern bemerkt werden würde. Hier bezieht er sich vor allem auf krachende Verfolgungsjagden und Zusammenstöße von Fahrzeugen. Diese Sequenzen seien mittlerweile aufgrund der Budgets geradezu Pflicht für Blockbuster, versumpften aber handwerklich und erzählerisch in Gleichartigkeit.

Coppola winkt da auch bei den Marvel-Filmen ab. Hier werde ein bestimmtes Schema, ein Prototyp, wieder und wieder mit kosmetischen Anpassungen abgespult. Im Grunde werde nur immer wieder der gleiche Film mit minimalen Anpassungen gedreht. Auch gegen Streaming teilt Coppola hier aus. Das Kino sei immer noch eine andere und wichtige Erfahrung. Daher hoffe er auch, dass Steven Spielbergs „West Side Story“ im Kino abräume. Zusätzlich rührt Coppola natürlich etwas die Werbetrommel, da die Trilogie zu „Der Pate“ im März erstmals in 4K erscheinen wird – sowohl digital als auch auf UHD-Blu-ray.

Wie sieht denn eure Meinung dazu aus? Schließlich lese ich auch hier in den Kommentaren oft Kritik am modernen Kino. Ich selbst schaue sowohl gerne mal „ausgefallene Filme“ von beispielsweise Wes Anderson, nehme aber auch sozusagen als Fast Food die Marvel-Streifen gerne mit. Ich finde, dass das eine das andere nicht ausschließen muss.

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  • Dieser Artikel hat Deutsche Sprache und Untertitel.
  • Marlon Brando, Al Pacino, James Caan (Schauspieler)

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28 Kommentare

  1. Dirk der allerechte says:

    Der Bond ist wirklich eine Katastrophe aber aus dem Grund weil alles Woke gemacht werden muss alles muss einer Minderheit entsprechen…. Ich sage voraus dass diese Zeiten sowieso bald wieder vorbei sind. Der aktuelle Bund ist jedenfalls nicht in Ian Flemmings Interesse wenn man seine Bücher gelesen hat weiß man das

  2. Sowas wie der Pate wird es auch nie mehr geben, das waren Epos-Filme von der Zeit, wo Kino noch kosten durfte. Ähnlich wie bei der Musik, soll jetzt alles günstig und Streaming-Konform sein. Abgesehen von einigen Leuchtturm-Projekte wie Herr der Ringe, die erstmal nur Prestige sind.

    Michael Mann bringt HEAT 2 (mein Lieblingsfilm ever, weil er quasi fünf FIlme in einem enthält) jetzt als Buch heraus und erzählt damit die Vorgeschichte bzw. verschiedene Zeitzonen. Auch das macht Sinn, weil er für einen Heat 2 weder das Budget noch die Schauspieler bekommen könnte.

    • Nur sind die Blockbuster Filme heute teils 10-20fach so teuer wie damals, daran kann es nun nicht liegen…

  3. Ich stimme dir da absolut zu. Ich kann die Einwände Copollas voll verstehen und finde viele ältere Filme erzählerisch deutlich packender und/oder dichter, während gerade aktuelle Kassenschlager mich nicht so sehr fesseln.
    Als positives Beispiel ist mir Argo im Kopf geblieben, wo ich angenehm ein konstant hohes Action-Level verspürte. Dune fand ich sehr gut, kann aber Copollas Sticheleien da nachvollziehen. Die Versuchung, mehr Effekte und Bummbumm einzufügen ist halt groß und die Studios interessiert am Ende die Kasse und nicht Coppolas, Roger Eberts oder meine Meinung, ebenso die Top-IMDB- oder Rotten-Tomatoes-Voter. Wenn man, ähnlich wie bei Musik, ein breiteres Spektrum anspricht, kann man auch mehr verdienen, zumal man Marken-Fans und Kineasten ja nicht unbedingt verliert (solange die weiter Tickets kaufen, dürfen die auch rummosern).

    Marvel, DC & Co ziehen wir uns gerne, aber eher nebenläufig zuhause rein. Da daddelt man mal nebenher mit dem Handy oder guckt die zweite Hälfte am nächsten Tag weiter. Bei „Klassikern“, aber selbst Dune hielte ich das für Frevelei.

    Das Kino manövriert sich für uns damit aber eher in eine Sackgasse: Bewegende Bilder und besserer Ton sind ja die Hauptargumente für einen Kinobesuch. Das bewusste Genießen vermeintlich guter Filme können wir auch Zuhause gut zelebrieren, das gleichen die Störungen durch andere Besucher (v. a. bei Marvel und so), Werbung usw. im Kino aus.

    Filme, die eher durch die Story punkten, kann man auch gut Zuhause gucken. Bleiben also eigentlich nur Filme mit fesselnden Kameraaufnahmen oder Komödien, falls man gerne gemeinsam im Kino lacht.

    Für den 12. Heldenfilm würde ich aber nicht 20€ Eintritt zahlen und den Weg auf mich nehmen. Der wird Zuhause geguckt, wenn gratis oder jemand seine gekaufte Bluray ausleiht.

    Etwas vom Schlage von Das Boot oder Planet der Affen ist ja heute quasi unverkäuflich. Das sind die Neil Youngs (Heart of Gold, wo er sich seelenruhig mit einer Mundharmonika auf die Bühne jetzt und sich Zeit lässt) der Filme. Die funktionieren in der Tik-Tok-Zeit nicht mehr (wirtschaftlich). Leider.

  4. Doch doch, früher war alles anders. Arthouse-Kino ist quasi am Abnippeln und ohne Art in da Kinohouse kommt da auch kein frischer Wind auf. Kino ist durch Streaming-Dienste auch bereits am Abnippeln und im Streaming-Bereich fehlt meist der Notwendige Etat für echtes Block-Busting oder eben der Mut zur Filmkunst.

  5. Die aktuellen Filme pass halt zur schnelllebigen Zeit und vorallem muss man ja das Handy nebenbei nutzen können ohne etwas zu verpassen. Die Story muss akso dünn sein, sonst geht das ja nicht. Außerdem muss mindestens alle 10 Sekunden ein Schnitt erfolgen, sonst schläft die aktuelle Generation im Kinosessel – ähm Streamingsessel ja sofort ein.
    Ja, ich schaue mir auch mal gerne einen Nobrainer wie die Marvelfilme zum Abschalten an, aber mir geht das Filmprogramm mit seinen Teil 678, Prequesls, Sequels, Renewals und natürlich muss es von allem auch noch eine Zeichentrickversion geben, auch ziemlich gegen den Strich.
    An eine echte Perle aus jüngerer Vergangenheit, die man sich gerne x-Mal anschaut, kann ich mich gar nicht erinnern.

    • Herbert Wehner says:

      Es kommt immer ganz darauf an, was man als jüngste Vergangenheit zählt. Fight Club? Oder ist der schon zu alt? The Departed? Auch zu alt? Donnie Darko? Ok, das sind alles Filme die schon an die 20 Jahre auf dem Buckel haben, das könnte tatsächlich zu alt sein. Aber ein sehr guter Streifen von 2017 ist „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Ein sehr guter Cast, eine wahnsinnig gute Story und das beste daran ist, es ist einfach kein Superheldenfilm. Es ist ein fantastisch gut gespieltes Drama und m. M. n. vollkommen unterschätzt. Aber alles in allem hat Coppola schon ein wenig Recht. Es kommt zuviel generischer Müll heraus. Das Kino wagt kaum mehr Experimente und hält eher an gewinnbringenden Formeln fest. Über die Streamingplattformen braucht man eigentlich nix mehr schreiben. Netflix und Amazon versuchen sich gegenseitig in ihrer Wokeness zu überbieten. Disney stellt Warnhinweise vor „Aladdin“ und entschuldigt sich für einen zeitlosen Klassiker. Sie werden alle verrückt. Keiner traut sich mehr etwas aus Angst den nächsten großen Shitstorm loszutreten (man denke nur an Dave Chapelle auf Netflix) und dann wiederum nicht genügend Dollar zu generieren. Es ist wirklich sehr eintönig geworden im Bewegtbildsegment.

      • Three Billboards Outside Ebbing, Missouri war jedoch kein Ausrutscher. Natürlich gibt es noch viele weitere, lohnenswerte Filme. Oft hängt da allerdings nicht das Marketing Budget dahinter. Zudem darf man nicht vergessen, dass man nicht nur Streaming als technische Konkurrenz zum Kino hat, sondern auch das Serienformat, dass sich für manche Stoffe einfach besser eignet und ebenfalls mit Budgets und Personal ausgestattet ist, um qualitativ hochwertige Geschichten und Filmkunst abzuliefern (z.B. Mr. Robot, Station Eleven). Natürlich ist auch hier viel generischer Mist dabei, aber den gibt es doch in jedem Medium. Es ist ja nicht so, dass in den 70ern nur pures Gold in den Kinos gezeigt wurde.

        • André Westphal says:

          Das ist richtig und oft entsteht da auch eine verfälschte Wahrnehmung. Heute erinnert man sich eben nur noch an die „Klassiker“ früherer Jahrzehnte – da gab es aber eben neben jenen ausgewählten Geniestreichen auch sehr viel Ausschussware. Und das ist auch ganz normal.

          • Klassischer Survivorship Bias.
            Teilweise noch gemischt mit Angst vor Veränderung, indem man versucht alles als Woke darzustellen bzw. den Begriff Woke rein negativ konotiert. Soll nicht heißen, dass hier nicht ab und zu über die Stränge geschlagen wird oder kommerzielle Absichten (Hallo Star Wars) dahinter stecken. Aber in einem durchschnittlichen Bond-Film davon zu sprechen ist doch schon ein wenig strange.
            Highlight für heute ist qbricks Ansicht von mangelnder kognitiver Fähigkeiten Jüngerer und dem darauß resultierenden entschleunigten Erzähltempo von Filmen. „Früher“ schien das Niveau wohl höher zu sein, wenn ich das zwischen den Zeilen richtig interpretiere. Da sind dann die Leute und vor allem die jüngeren Massenweise in den neuesten Kubrick Film gegangen und haben das rasend schnelle Erzähltempo wohl scharenweise abgefeiert und Boxoffice Hits aus seinen Filmen gemacht. Wohl spätestens mit 2001 Space Odysee war Kubrick dann wohl so Visionär und hat seine langen Einstellungen und das an sich in den einzelnen Akten langsame Erzähltempo für die Filmkritiker von heute angepasst….

  6. „Ich finde, dass das eine das andere nicht ausschließen muss.“
    Diese Aussage bestätigt die Kritik. Die Aussage Coppolas ist ja, das es das andere nicht mehr gibt. Das noch nicht mal seine Kritik richtig gelesen wird, bestätigt seine Kritik an der Oberflächlichkeit.

    • André Westphal says:

      Das ist letzten Endes Quark: Er sagt auch nicht, dass es keine anspruchsvollen Filme mehr gäbe (was auch Unsinn wäre), sondern dass Mainstream-Filme immer gleichartiger würden – was er dann eben mit seinem Beispiel untermauert. Das ist aber so neu auch nicht – wenn man sich etwa die 1980er oder 1990er anschaut, erkennt man da in den populären Filmen (oder jenen, die es gerne gewesen wären) auch allerhand typische Merkmale – etwa die berühmte Attitude der 1990er oder die Sorglosigkeit der 1980er, die manchmal auch in Kommerz und Dekadenz ausuferte.

      Außerdem produzieren eben auch Studios wie Warner und Co. immer noch ihre „kleinen“ Filme, mit denen sie eher wenig oder keinen Gewinn machen, aber Kreative zufriedenstellen, die dann im Gegenzug wieder ein anderes Großprojekt mitmachen, oder eben Preise sammeln wollen. Ich sehe da ehrlich gesagt selbst weniger Wandel als Coppola.

  7. Die Argumente von FFC kann ich absolut nachvollziehen.
    Die Filmindustrie ist eben eine Industrie die Gewinne erwirtschaften muss.
    Das bedeutet aber auch dass Risiken minimiert werden müssen und das erreicht man am besten indem man bei bewährten Konzepten bleibt.
    Wenn man vom Schema F abweicht besteht eben das Risiko eines Flops und damit findet man keine Geldgeber.
    Das Thema betrifft aber auch andere Branchen. Bewährtes wird zu Tode geritten.

    Innovationen kommen meist nur noch von kleinen unabhängigen Studios, wo keine Analysten und Wirtschaftsweisen ein Konzept so lange umschreiben bis ein maximal größtmöglicher Massengeschmack erreicht ist.

  8. Habe auch seit den 120 Tagen von Sodom nichts fesselndes mehr gesehen – vielleicht mit Ausnahme einiger gut besetzter R. Kern-Filme. Was die beiden beispielhaft genannten Filme 007 und Dune betrifft, ist mir aufgefallen, dass die Dynamik der Filme gegenwärtig komplett auif den Kopf gestellt zu sein scheint; möglicherweise die geringe kognitive Ausdauer des jungen Publikums berücksichtigend, starten beide genannten Filme mit einem hastigen Tempo und verlieren sich nach etwa zwei Dritteln der Zeit in sich in Zeitlupe entfaltenden, zäh dahinkriechenden Plots – so als könnte dem Publikum eine Beschleunigung der Handlung nicht mehr zugemutet werden. Inhaltlich waren beide Filme in ihren guten Phasen „ok“ anzusehen (007 nicht so woke wie von vielen befürchtet). Dunes Art Design war sehr ausgefallen, das Acting leider auch hier oft zu dick aufgetragen, wohingegen der Bond größtenteils auf Bond-Art lakonisch rüberkam.
    Coppola hat mit seiner Kritik vielleicht mehr die hollywoodschen Superheldenfilme im Sinn. Mir ist auch schleierhaft, weshalb solche anspruchslosen Effektorgien, in deren Hintergund maximal schlichte Charaktere herumhüpfen, es immer wieder als Gegenstand der Filmkritik auf ansonsten intelligente Seiten wie Ars Technica schaffen. Anscheinend ist der Nerd-Geist in den letzten dreißig Jahren nicht erwachsener geworden (schon in den 80ern antworteten Computer- und RPG-Freaks auf die Frage nach gelesenen Bücher mit „Herr der Ringe“ – und mal ganz ehrlich, Literatur ist das nicht). In Kombination mit schlechter Konzentrationsfähigkeit und erodierten sozialen Skills bekommt das junge Publikum, was es erwartet und verdient. Letztenendes ist Coppola für die auch nur ein alter Sack.

    • Das stimmt wohl. Der Begriff der Literatur wird dem Werk Tolkiens nicht ganz gerecht.
      Aus dem Stegreif fällt mir auch kein Werk mit einer derart detailliert ausgearbeiteten Welt
      ein, die solchen maßgeblichen Einfluss auf Generationen von Kulturschaffenden hatte.

  9. Masse statt Klasse

  10. Bei Musik gab es da mal ’ne Untersuchung dazu, soweit ich mich erinnern kann waren das zwischen 75% und 85%, um die neue Songs von denen abweichen müssen, die bereits in den Charts sind. Sind sie zu ähnlich, langweilen sich die Leute und sagen: „Kennen wir schon.“ Sind sie zu unterschiedlich, sind die Leute verstört: „Hä? Was soll das denn sein?“ Irgendwann lernen sie es zwar, aber das erstreckt sich über einen langen Zeitraum, so dass man den Profitboost durch den Hype nicht mitnehmen kann. Offensichtlich gibt es da auch noch feiner abgestufte unterschiedliche Schwellen in den Zielgruppen, die sich vermutlich auch noch mit dem Alter ändern.

  11. Um mal beim Beispiel Disney zu bleiben: Warum sollten die etwas ändern, wenn fast jeder Marvel Film 1 Mrd Dollar einspielt?
    Und wenn die Leute in Real-Verfilmungen von Zeichentrickklassikern mögen? Und Fortsetzungen wie „Eiskönigin II“?

    Es gab aber auch in den letzten Jahren einige gute Filme abseits des totalen Mainstreams.

    Mich hat z.B. „Knives Out“ sehr amüsiert, „1917“ ist ein Meisterwerk der Kameraführung, „Dunkirk“ auch sehr gut gemacht.
    Ich fand „Imitation Game“ sehr gut und Gary Oldman hat für seine Churchill Darstellung in „Die dunkelste Stunde“ zu Recht den Oscar bekommen. In dem Film war ich allerdings fast allein im Kino….

    Grunsätzlich gebe ich FFC recht, aber die Leute wollen es offensichtlich so.

  12. Mira Bellenbaum says:

    Spiel mir das Lied vom Tod (1968), Todesmelodie (1971), Es war einmal in Amerika (1984), Der Pate (1972) etc.
    Solche Filme wären heutzutage an der Kinokasse ein Flop.
    Zu lange, zu viel Story!

    • André Westphal says:

      Solche Filme gibt es heute doch immer noch – als Beispiel fiele mit Scorseses „The Irishman“ ein, der mit vier Stunden ein ganz schöner Brecher gewesen ist. Ansonsten ist es aber auch normal (und gut so), dass Filme heute generell handwerklich anders sind, als vor 50 Jahren. Genau so waren Filme der 1960er oder 1970er auch handwerklich anders, als wiederum jene der 1920er. Alles andere wäre Stagnation, es geht aber eben handwerklich und technisch weiter – das muss es auch.

      Heute sehe ich die Serien- und Filmalandschaft als vielfältiger denn je an. Insbesondere da Filme und Serien früher viel strikter getrennt waren. Da gab es eben die Leute, die Fernsehen gemacht haben und die, die Filme machten. Kein großer Filmschauspieler wollte sich etwa zu einer Serie herblassen, es sei denn er hatte keine Wahl. Heute ist das viel flexibler.

      Maximal werden heute vielleicht manch dramatische Stoffe eher als Mini-Serien umgesetzt, statt sie auf einen Kinofilm zu komprimieren. Das sehe ich aber nicht unbedingt als negative Entwicklung an.

  13. Filme schaue ich auch nur noch selten an, bin da eher bei Serien, auch wenn es da natürlich auch viel Mist gibt. Solche Perlen wie Der Pate wird es wohl einfach nicht mehr geben., ebenso solche Charaktere wie Robert de Niro, Al Pacino oder Marlon Brando … , in Zeiten, wo Effekte wichtiger sind, als Handlung und Schauspielerei. Natürlich gibt es noch ein paar Perlen und Studios wie A24, doch diese wird man wohl an einer Hand abzählen können.

    Ich schaue mir lieber zum 20. Mal einen Film der oben genannten Chaaktere an, als einen aktuellen Film, bei den ‚Superhelden Filmen‘, bin ich schon lange raus, sie sind absolut nicht interesant für mich. Auch die neueste Verfilmung von Texas Chainsaw Massacre ist mehr schlecht als recht, musste mich echt durch den Film quälen und war froh, als er vorbei war. Vielleicht sollte man aber auch nur mit den Figuren mitfühlen können … .

    Wenn dann solche Filme herauskommen wie der aktuelle Uncharted Film, kann man nichts gutes hoffen. Nicht das ich den Film schon gesehen hätte, aber er ist für mich einfach nicht interssant und erreizt mich überhaupt nicht, obwohl die Spiel schon echt gut sind. Die Charaktere wirken für mich absolut uninteressant. Nchts gegen Tom Holland, in den Superman Filmen liefert er ganz gut ab, aber er hat nicht mal ansatzweise den Schneid eines Nathan Drake, und da spielt es auch keine Rolle, dass er die jüngere Version dessen darstellt. Aber bei einem Tom Holland gehen natürlich eher die Kiddies in die Kinos oder schauen sich den Film im Stream an, als bei „Charakter-Darstellern“, allen voran die weiblichen Teenies.

    Man kann nur hoffen, dass der zweite Teil, und der wird mit Sichehreit kommen, ‚in der Gegenwart‘ spielt und dafür Nathon Fillion gecastet wird, er ist quasi die Inkarnation von Nathan Drake. Er steht auch absolut hinter dem Franchise, hat sogar ein eigenes ‚Bewerbugsvideo‘ gedreht (mal bei Youtube googlen) und würde sogar auf einen Teil der Gage verzichten, mehr Herzblut für eine Rolle zu geben geht ja schon fast nicht.

    So, das waren erstmal meine 2 cents, ich hoffe, die Filmindustrie wagt mal wieder was, ohne alles 100x neu zu verfilmen.

  14. Das eine muss das andere vielleicht ästhetisch nicht ausschließen, finanziell tut es das aber durchaus. Amerikanische Filmstudios stecken ihr Geld in sichere IP-Projekte wie Superhelden, Bond etc. Das ist durchaus auch messbar. Die Zeiten, in denen jemand wie Coppola Projekte wie „The Godfather“ oder Originaldrehbücher finanziert bekommen hat, sind leider lange vorbei.

  15. Alles ist heute noch politisch korrekt, schlimmer noch, woke, divers und nachhaltig..

    Und wenn es das alles nicht ist, kommt entweder die Rassismus oder Sexismus Diskussion auf.. Und das ist einfach nur noch langweilig.

    Von Vielfalt fehlt mittlerweile jede Spur. Das merkt man aber nicht nur bei den neuen Hollywoodstreifen, die Öffentlich-rechtlichen sind das neue Erziehungsfernsehen im betreuten Denken!!

  16. Früher™ war alles oder zumindest vieles besser? Jain
    Wir werden alle älter und damit geht eine andere Wahrnehmung einher.
    Aber was mir in letzter Zeit extrem negativ auffällt – die Kinofilme werden immer länger. Früher™ waren zwei Stunden Filme die Ausnahme. Heute sind sie eher die Regel wobei inzwischen schon wieder fast Ausnahme, weil die Regel 150 bis 180 Minuten ist.
    Das an sich wäre nicht schlimm, aber viele dieser Filme ließen sich auch auf 90 Minuten / 120 Minuten schneiden oder besser erzählen.
    Hier offenbart sich das Können von Regisseur und Produzent und Cutter

  17. Die Kinoszene ist zum größten Teil strunzlangweilig geworden – nur noch DCU, MCU, Remakes oder anderes Kinderkino, Hauptsache die Kohle ist sicher! Hinzu kommen mehr als fragwürdige Finanzierungen, wo bei einem Budget von 300 Mio. Dollar schnell mal die Hälfte in die Gagen der Hauptdarsteller fließt. Wobei es sich auch hier zu allem Überfluß eben oft um „Darsteller“, und nicht um „Schauspieler“ handelt. Ein Dwayne Johnson kann halt vielen gestandenen Schauspielern nicht im Ansatz das Wasser reichen, geht aber mit astronomischen Gagen nach Hause.
    Ich persönlich möchte so ein System nicht mehr an der Kinokasse unterstützen…

  18. Die bloße Tatsache, dass z.B. eine Ausnahmefigur wie Scorsese noch lebt und vor ein paar Jahren „The Irishman“ gemacht hat, bedeutet nicht, dass sich in der Filmindustrie nichts verändert hat. 2019 z.B. waren *alle* 10 finanziell erfolgreichsten Filme Franchises. Die Konsolidierung ist nicht zu übersehen. Zugleich werden die Originaldrehbücher messbar weniger, d.h. es ist auch nicht so, dass die Studios das Geld zur Querfinanzierung von etwas vielfältigerem Output verwenden würden.

    Coppolas große Zeit fällt in eine leide relativ kurze Glanzzeit namens „New Hollywood“, die nach dem Studiosystem und vor der finanziellen Konsolidierung durch Blockbuster für ca. 10 Jahre eine nie wieder erreichbare Vielfalt ambitionierter Filme in Hollywood hervorgebracht hat.

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