Fitbit-Übernahme: EU verlangt offenbar zentrale Zugeständnisse

Ich hatte schon darüber gebloggt, dass mehrere Interessenvertretungen die Zuständigen bei der EU gedrängt hatten, sich die Übernahme von Fitbit noch einmal genauer anzuschauen. So befürchtete man, dass Google die über Fitbits Hard- und Software erhobenen Gesundheitsdaten umfangreich mit anderen Daten kombinieren könnte. Google dementierte dies kurz darauf. Trotzdem gibt es nun für Google wohl einschneidende Auflagen.

So heißt es nun, dass die Wettbewerbshüter von Google die Bestätigung verlangen, dass die über Fitbit erhobenen Daten nicht genutzt werden, um dem Unternehmen im Bereich der Suche einen Vorteil zu verschaffen. Außerdem verlangt man, was für mich wiederum seltsam klingt, dass Google auch Dritten Zugriff gewähre. Darüber kann man sich als Kunde wiederum auch nicht gerade freuen.

Sollte Google der Auflage nicht zustimmen, könnte es zu langwierigen Untersuchungen kommen. Ob die EU dann die Übernahme verhindern könnte, ist offen. Die Gespräche zwischen Google und den zuständigen EU-Behörden sollen wohl sehr erhitzt verlaufen, was auch darauf hindeutet, dass Google eben entgegen andersartiger Aussagen sehr wohl ein großes Interesse an der Analyse und Verknüpfung der Daten haben dürfte.

Google selbst bleibt trotzdem öffentlich bei der Aussage, dass man die Gesundheitsdaten nicht verwenden werde, um die Google Ads zu optimieren. Man werde immer transparent im Bezug auf die Verwendung der Daten verbleiben, erklärten Sprecher des Unternehmens. Die EU-Kommission muss nun bis zum 8. August 2020 zu einer Entscheidung kommen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Einerseits gut das die EU hier Druck macht andererseits werden mehr als ein Lippenbekenntnis von Google auch nicht bei herauskommen. Das die Tech Konzerne im Grunde intern mit ihren Daten machen was sie wollen hat man ja schon bei Amazon und den Alexa Aufzeichnungen gesehen. Für effektiven Datenschutz taugen in der heutigen Zeit die hauseigenen Kontrolleure nicht mehr, in Grunde genommen müssten dies unabhängige Abteilungen unter teilstaatlicher Kontrolle übernehmen.

  2. Warum sollte man sich als Kunde über den Zugriff dritter nicht freuen?
    D.h., Goggle muss die erhobenen Daten auch anderen zugänglich machen. Das ist z.B. perfekt um die gesammelten Daten ohne Google-Software auszuwerten.
    Die „GadgetBridge“ Entwickler dürfte sich über sowas freuen.

    Die Daten, die mit einem Gerät aufgezeichnet werden gehören auch nicht Google, sondern dem der das Gerät gekauft hat und es benutzt.

  3. Die Frage ist doch ziehmlich simpel..

  4. will Google bestehende Daten verwenden oder nur neue Daten nach der Übernahme?

  5. Ist Fitbit noch marktrelevant? Wenn ich so die Zahlen aus dem Bereich betrachte, kommt Apple, dann lange Zeit nichts und dann der Rest. Mich würde mal interessieren wie Apple mit den Daten umgeht. Wenn die EKG-Funktion merkt, dass heute ein stressiger Tag war, läßt dann HomeKit mir Wasser in die Badewann ein und Apple Music spielt Meditation-Musik? Wann kommt das Feature?

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