Firefox erhebt Total Cookie Protection ab heute zum Standard

Mozilla macht in seinem Browser Firefox seinen vollständigen Cookie-Schutz (Total Cookie Protection alias kurz TCP) zum Standard. Für neue Nutzer, die Firefox beziehen, ist die Funktion als Standard aktiviert. Generell will man für alle Nutzer, auch Bestandskunden, bis 23. August 2022 die Umstellung erreichen.

Falls ihr darauf nicht warten wollt: Der vollständige Cookie-Schutz ist bereits im „Streng“-Modus des verbesserten Schutzes vor Aktivitätenverfolgung in Firefox verfügbar. Firefox werde laut Mozilla mit dem Rollout zum ersten und einzigen großen Browser, der einen vollständigen Schutz vor Tracking-Cookies und gleichzeitige Website-Isolierung bietet.

Der vollständige Cookie-Schutz legt für jede besuchte Website eine eigene „Keks-Dose“ an. Jedes Mal, wenn eine Website oder ein in eine Website eingebetteter Inhalt eines Drittanbieters ein Cookie im Browser ablegt, wird dieses Cookie auf die Cookie-Sammelstelle beschränkt, die nur dieser Website zugewiesen ist. Auf diese Weise können keine anderen Websites in diese Keks-Dose greifen und herausfinden, was die Cookies anderer Websites über Nutzer wissen. Das gibt Nutzern Freiheit von aufdringlicher Werbung und reduziert die Menge an Informationen, die Unternehmen über sie sammeln.

Im Wesentlichen schränkt man damit Website-übergreifendes Tracking ein. Jede Website ist ja quasi in ihrer eigenen Sandbox untergebracht – einschließlich ihres Inhalts und aller iFrames, also Inhalte einer anderen Website, die auf einer Website angezeigt werden, darunter auch Anzeigen. Für Nutzer eine tolle Sache, Werbetreibende ärgern sich darüber sicherlich eher.

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21 Kommentare

  1. „Für Nutzer eine tolle Sache, Werbetreibende ärgern sich darüber sicherlich eher.“ Auch mit der totalen Verfolgung hat mir noch keine Webseite relevante Werbung angezeigt.

    • Das Problem ist ja auch, dass die Werbung damit sicher nicht weniger wird. Sie wird halt nur für den Großteil der Leute irrelevanter. Als kinderloser Mann mittleren Alters brauche ich weder Windelwerbung für Kinder, noch für Senioren. Obwohl letzteres ja schon wieder praktisch sein könnte…

      • kubikunde says:

        Als kinderloser Mann mittleren Alters brauche ich überhaupt keine Werbung.
        Wenn ich etwas praktisches wie Windeln benötige, dann kann ich mich dazu belesen oder frage meinen Arzt & Apotheker.

        • Wie viel wärst du denn bereit, zum Beispiel für diesen Blog monatlich zu bezahlen, wenn dafür keine Werbung angezeigt wird? Vielleicht lässt Cashy ja mit sich reden und richtet zusätzlich für dich und andere, die zur Zahlung bereit sind, werbefreie Abos ein.
          Ich persönlich finde Werbung auch nicht toll und würde sie kein Stück vermissen. Auf der anderen Seite verstehe ich aber auch, dass ohne sie sehr viele (oft auch gute) Webseiten nicht existieren würden. Und auch in der Offline-Welt ist sie oft nötig, Sportvereine könnten sich ansonsten oft nicht mal Trikots leisten.

          • Das Problem ist nicht die Werbung an sich, sondern wie mit den erhobenen Daten umgegangen wird.
            Einfach nur random Google Ads in die Seite einbinden und sagen „that’s it“, ist halt einfach nicht der richtige Weg.

            Würden alle Seitenbetreiber Datenschutzfreundlich Werbung einbinden oder wären dazu verpflichtet hätten wir das ganze Problem mit der Werbung nicht und übrigens wären auch die Cookiebanner in anderer Form vorhanden und nicht so nervend-aufdringlich mit nudging und dark pattern, wie aktuell.

            • Volle Zustimmung. Das ist was meistens vergessen wird. Nicht das Werbung genutzt wird sondern wie. Ich würde mich im Gegenteil sogar freuen über allgemein gut gemachte Werbung oder neue Produkte. Da wird sich auch teils viel mehr Mühe gegeben als was im TV läuft.
              Man kleistert auch gerne die Seiten oben, links, rechts zu..wo ich mich als „Blocker“ dann immer wundere warum die Webseite nur 1/4 vom Bildschirm einnimmt und es keine Webmaster mehr gibt ;P Jetzt hat man es endlich geschafft die Seiten für Mobile anzupassen und auf dem Desktop wird jedes Potential verschwendet.

    • Cookiemonster says:

      Die Werbetreibenden sollen sich einfach über sich selbst ärgern. Dezente, nicht störende und im besten Fall auch noch für mich relevante/interessante Werbung würde ich akzeptieren. Wenn es aber von überall nur noch piept und blinkt und man vor lauter Werbung den Content kaum noch sieht bin ich raus…

  2. Schöne Sache – schade nur, dass dieser Schutz (vorerst?) nur für die Desktop-Versionen zur Verfügung stehen wird, nicht jedoch für die Mobilversionen.

  3. Firefox mit „Strict Mode“, uBlock Origin und Privacy Badger als Addon.
    Alles gut.

  4. Ich mekre immer mehr, wie wichtig eine eigene Firewall ist.
    piHole und dieses DNS Ding und so weiter.

    Es ist erschrekcend was alles an Daten über einne gesammelt werden und man mit diesen Infotamrione genötigt und zum kaum motiviert oder manipuliert wird. Das alles ist nich tmehr gesund. Es scheint immer mehr, und wichtiger zu werden. Wieder die Kontrolle seiner Daten zu haben. Auch weil die Behörden mit einem Klick alles spiegeln. Sozialämter sidn da auch schon sehr neugierig.

    Ich kann jedem nur ein verschlüsseltes Synology NAS empfehlen. Selber wieder alles hosten. und die sidn auch schon ganz gut.

    • Schreibst Du im Dunkeln mit ausgeschaltetem Screen oder soll das ein Scherz sein?

    • Solang man freiwillig seine Daten auf Instagram, WhatsApp und Co. verschenkt, kann man sich an einem Cookie auch nicht stören. Hauptsache gratis muss alles sein. Aber sonst schöne Sache….

      Denke es wird noch Zeit brauchen, aber solang alles gratis und bequem ist, versklaven sich die Leute lieber.

      • kubikunde says:

        Wer verschenkt denn seine Daten freiwillig? Nicht jeder hat Lust oder Zeit sich mit dem „Kleingedruckten“ auseinander zu setzen. Würde die EU anstatt des Cookiebanners eine Trackingwarnung verlangen, dann würden schon viel mehr Leute die Zustimmung verweigern. Ich treffe auch immer wieder Menschen, die nicht ansatzweise wissen, was da passiert, welche Daten alles abgeschöpft werden oder geschweige denn, dass man auch etwas gegen diese Werbung/Tracking machen kann. Der Schritt von Firefox ist auf jeden Fall richtig und wichtig.

  5. Früher was sowas normal das Cookies nur für eine website galten
    aber wie lange wird das wieder anhalten dieser Cookie schutz bis die cookies dan in iFrames und verschachtelten Website trotzdem wieder alle zusammen nach hause telefonieren

    • Das gabs noch nie.

    • Ich glaube du hast das falsch verstanden. Natürlich konnte man noch nie für eine fremde Seite Cookies setzen.
      Was aber ging war eben Tracking-Dinge wie iframes, images, javascripts, … einzubinden. Damit konnte man dann entsprechen webseitenübergreifend Cookies setzen und abzurufen. Wenn du also bei a.example was anschaust, das FB einbindet und du auf b.example gehst und dort auch FB eingebunden wird kann FB deine Aufrufe über beide Seiten tracken weil ein Facebook-Cookie.
      Das soll damit verhindert werden.

  6. Dachte auch, das wäre eigentlich nicht möglich, seitenübergreifend Cookies abzufragen. Ausser natürlich von Google, Facebook und Co, dessen Scripte ja quasi freiwillig in jede Seite eingebettet werden und somit problemlos tracken können.

  7. Sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung.

    Ich werde dennoch weiter an meinen temporären Containern festhalten. Ich möchte ja nicht, dass die gleiche Webseite weiß, wann ich zuvor schonmal da war. Wo kommen wir denn da hin?

    • Du kannst auch deine referer einstellen oder der Webseiten Betreiber kann so was auch vornehmen, dass es nicht weitergeleitet wird. Aber wir leben mittlerweile in einem kommerziellen Internet, indem keinen irgendwas interessiert, außer das du ein Produkt kaufst.

  8. Ich würde ja gerne Firefox nutzen, aber Chrome ist einfach deutlich schneller. Die Schutzfunktionen inkl Addons sind eine gute Sache

  9. Das Problem ist tatsächlich für mich nicht die Werbung an sich, sondern wie mit den Daten umgegangen wird. Wie schon ein Vorredner sagte gäbe es viele gute Blogs gar nicht ohne Werbeeinnahmen für die Betreiber die häufig Freiberufler sind, und dieses finanzielle Standbein brauchen.

    Denn man mag es kaum glauben, aber der Betrieb einer Webseite kostet auch Geld! Nicht jeder geht den Weg (oder hat überhaupt die Möglichkeit) eine Bezahlschranke zu setzen. Das ist genau so wie bei YouTube. Da kauft sich auch keiner zum Teil sündhaft teures Equipment, und investiert Zeit für Recherche und die Produktion nur aus Wohltätigkeit.

    Wenn die Werbeeinnahmen fehlen wird einfach weniger Content produziert. Die Leute glauben immer noch teilweise das es im Internet alles umsonst gibt. Und das ist grundfalsch!

    Kein Mensch arbeitet umsonst, oder hat etwas zu verschenken, sondern braucht auf die eine oder andere Weise Einnahmen für das was er macht.

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