FBI warnt vor vernetztem Spielzeug für Kinder

Etwas kurios mutet es schon an, wenn gerade eine Behörde wie das FBI vor Spielzeug warnt. Das gleiche FBI, das gerne alles und jeden bequem abhören würde, das gleiche FBI, das eine Backdoor für Behörden in Systemen fordert. Und nun kommt eine Warnung vor Kinderspielzeug, weil dieses die Privatsphäre verletzen könnte. Die Warnung erinnert dabei sehr an die Begründung, die auch die Bundesnetzagentur lieferte, als Cayla – eine sprechende und zuhörende Puppe – aus dem Verkehr gezogen wurde.

Aber im Gegensatz zu Cayla handelt es sich hier um eine generelle Warnung vor vernetztem Spielzeug. Es kann Mikrofone oder Kameras enthalten, die unter Umständen private Details aufschnappen könnten, wenn Gespräche in Hörweite stattfinden. Gleichzeitig gibt es für viele Spielzeuge aber auch eine Smartphone-Schnittstelle oder sie sind an einen Nutzer-Account gekoppelt, der wiederum ebenfalls als Angriffspunkt dienen kann.

Es wird sowohl vor dem direkten Weg der Verbringen des Spielzeugs mit dem Internet gewarnt als auch vor dem indirektem über Smartphone-Apps. Das FBI ist so freundlich und gibt auch gleich ein paar Tipps mit auf den Weg, wie man besser dafür sorgen kann, dass vernetztes Spielzeug sicherer ist.

Auf Verschlüsselung solle man bei der Übertragung von Daten achten, Bluetooth-Pairing nur mit PIN bewerkstelligen und die Geräte eben komplett ausschalten, wenn sie nicht verwendet werden. Letzteres gilt vor allem für Spielzeug, das mit Kamera und/oder Mikrofon ausgestattet ist. Außerdem soll man bei der Erstellung von Accounts nur so viele Daten preisgeben, wie unbedingt benötigt werden. Und natürlich immer gut beobachten, wie Kinder mit dem Spielzeug umgehen.

Die Warnung an sich ist durchaus okay und es ist auch wichtig, dass Eltern auf so etwas achten, Kinder können das noch nicht selbst. Gegen vernetztes Spielzeug an sich ist ja nichts einzuwenden, schlimm wird es dann, wenn eben durch das Spielzeug Angriffe (auf Daten, nicht auf die Kinder) erfolgen. Ebenso wie es schlimm ist, dass sich die wenigsten Hersteller solches Spielzeugs überhaupt um die Sicherheit scheren, hier sollte mal angesetzt werden und verpflichtende Regeln aufgestellt werden.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

4 Kommentare

  1. „Kinder können das noch nicht selbst“ – Erwachsene auch nicht immer, wenn ich mir den Hype um Wanzenspielzeug wie Echo Dot, Siri, Google Now gerade auch in diesem Blog anschaue.

  2. Ob nun Spielzeug oder Echo, Google Home … macht eigentlich keinen Unterschied, solange alles „in die Cloud“ muss damit es funktioniert gibt es genau die selben Gefahren.

  3. Kurios? Das FBI besteht aus unterschiedlichen Arbeitsgruppen, d.h. die fürs Abhören von uns ist nicht die gleiche für Abwehr. Es ist nur kurios, wenn man auch denkt, die Wissenschaftler sollten mehr Richtung Ernährung für alle forschen und damit zeigt, daß man keine Ahnung hatvsondern,alle,über einen Kamm scherrt. Außerdem glauben die Überwacher des FBI auch, daß sie aus noblen Gründen überwachen wollen. Sie wollen nicht sehen, daß sie damit die Freiheit einschränken. Damit will ich sie nicht in Schutz nehmen, aber pauschalisiere, ist immer falsch.

  4. @Troy volle zustimmung mit zwei ergänzungen….ich ändere „erwachsene nicht immer“ in „erwachsene fast nie“, füge dann noch alexa und windows 10 der vollständigkeit halber hinzu und bestätige 100% dass auch die Blogschreiber hier in der regel bei mir den eindruck von völliger kritiklosigkeit in viel zu vielen fällen hinterlassen. gerade mit der grösseren verbreitung wäre das oft wünschenswert, also den richtigen mittelweg zwischen neuigkeiten und kritischer berichterstattung

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