Fairphone 2: Modulares Android-Phone kommt im Dezember

Fairphone2Das modulare Fairphone 2 wurde bereits im Juni dieses Jahres vorgestellt. Neuerung gegenüber der ersten Generation ist vor allem, dass es sich um ein wirklich modulares Gerät handelt, dessen Komponenten durch potentielle Käufer anpassbar sind. Wie schon beim Fairphone 1 setzt man bei der Herstellung auf „faire“ Komponenten. Die Bauteile sollen also unter Bedingungen hergestellt worden sein, bei welchen den Arbeitern angemessene Arbeitszeiten und Löhne zugesichert wurden. Aktuell ist das Fairphone 2 für 525 Euro vorbestellbar.

Für diesen Preis erhält man dann ein Fairphone 2 mit folgender Ausstattung: einem Display mit 5 Zoll Diagonale und 1920 x 1080 Bildpunkten, dem SoC Qualcomm Snapdragon 801, 2 GByt RAM und 32 GByte Speicherplatz. Die Hauptkamera knipst Fotos mit 8 und die Webcam mit 2 Megapixeln. Für den Akku gibt man eine Kapazität von 2420 mAh an. Als Schnittstellen sind unter anderem Wi-Fi 802.11 ac, Bluetooth 4.0, GPS, und microSD genannt.

fairphone 2

Aufgrund des modularen Aufbaus ist es nachträglich möglich, einzelne Komponenten zu wechseln – ähnlich wie an einem Desktop-PC. Auf diese Weise kann man die Umwelt schonen, sollte nur ein Bauteil den Dienst versagen. Zunächst erscheint das Fairphone 2 nur in ausgewählten Ländern Europas – darunter auch Deutschland.

Über 20.000 Vorbestellungen wurden bereits getätigt, laut der offiziellen Website. Wer sich nun über den angesichts der technischen Daten verhältnismäßig hohen Preis wundert: Beim Fairphone 2 zahlt man natürlich auch die faire Herstellungsweise sowie den modularen Aufbau mit. Wer stets den moralischen Zeigefinger hebt, wenn es um die Herstellung von Smartphones geht, kann es selbst besser machen, statt mit einem „Gerät aus einem chinesischen Sweatshop“ umher zu stolzieren.

(via Android Authority)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Das Konzept finde ich gut, allerdings finde ich es schon zu teuer. Besonders wenn man bedenkt, dass die Kosten für die Fairness beim Vorgänger nur ~25$ waren soweit ich mich erinnern kann.

    Cool wäre eine Option für faire Produktion auch bei anderen Herstellern, ähnlich wie man das beim Strom wählen kann. Dann hat man das selbe Produkt aber ein gutes Gewissen dabei. 😉

  2. Ich bin skeptisch. Wo und unter welchen Bedingungen werden die einzelnen Komponenten gefertigt? Die Chips die da drauf sind, etc.? Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, dass das alles eigene / faire – oder fairere Produktionen sind als in anderen Geräten.

    Und modular? Um was zu tauschen? Klar, im Schadensfall praktisch(er) aber wirklich schonender für die Umwelt? Wie viele Austauschteile müssen den produziert und am Ende doch weggeworfen werden, weil sie niemand gekauft hat? Die produzieren doch die Austauschteile nicht erst dann wenn sie jemand bestellt?

    Was für Austauschteile gibt es denn so? Und wer produziert die / wo bestellt man die dann?

    Eine neue CPU ist dann wirklich noch kompatibel zum Rest? Android unterstützt dann einzelne neue und den Rest an alter Hardware problemlos?

    Wenn das alles richtig gut sein sollte, wird es ja kein Fairphone 3 geben müssen… höchstens Variationen vom 2 (andere Display-Größen – Oder nimmt man dann einfach ein neues Leer-Gehäuse + größeres/kleineres Display und der ganze Rest wird dann da rein gesteckt?

  3. Ich zweifel auch stark daran.
    Wer produciert eine Kleinserie extra dafür und mach für das Personal extra Arbeitsverträge?
    Offen ist dann auch noch die Frage zum Betriebssystem, woher kommt es, wie stabiel läuft es, wie lange gibts Updates?
    Austauschbar sind doch schon jetzt mehr oder weniger viele Teile beim Handy, die Frage ist jedoch immer welchen Sinn es bei einem alten Smartfone es noch mach, das wird beim Fairfone mit sicherheit nicht viel anders sein?

  4. „Wer sich nun über den angesichts der technischen Daten verhältnismäßig hohen Preis wundert: Beim Fairphone 2 zahlt man natürlich auch die faire Herstellungsweise sowie den modularen Aufbau mit. Wer stets den moralischen Zeigefinger hebt, wenn es um die Herstellung von Smartphones geht, kann es selbst besser machen, statt mit einem „Gerät aus einem chinesischen Sweatshop“ umher zu stolzieren.“

    Da spricht der Ideologe ohne jegliches ökonomische Basiswissen. Dieses technisch mittelmäßige Produkt, dass im Direktvertrieb daherkommt und vom Preis her dem gängiger Flagships entspricht, ist schlicht zu teuer. Den Leuten wird mit „feel good“ das Geld aus der Tasche gezogen, da kann auch kein moralinsaures Geschwätz drüber hinwegtäuschen. Davon ab dürfte hier eijen mikroskpische Minderheit mit Geräten aus chinesischen „Sweatshops“ herumrennen. Am meisten stört mich aber diese pseudomoalische Überlegenheitsgefühl in Bezug auf chinesische Hersteller das hier durchtrieft. Die Mittelschicht in China ist heute nummerisch die größte der Welt. Es gibt nummerisch mehr Menschen in den USA und Europa die in Armut leben als in China. Und als Basiswissen, die menschlichen Kosten bei der Herstellung eines Produktes sind heute vernachlässigbar gering. Den Löwenanteil verschlingen Energie, Maschinen und Forschung sowie Marketing. Um ein Motorala statt in China in einem „Sweatshop“ (um Deine Ausdrucksweise zu gebrauchen) in den USA in einer „Fabrik“ herzustellen bedarf es gerade einmal 4 Dollar Mehrkosten. Eine ähnliche Größenordnung kann man für fast jedes Produkt fest machen. Die Herstellungskosten sowie die sozialen Umstände seiner Produktion spiegeln sich mitnichten im Preis für den Kunden wieder. Aber vermutlich ist der Snapdragon vorher im Urin von Claudia Roth gebadikt worden, dass Plastik wurde aus natürlich geschöpftem Erdöl gewonnen und das Display wurde von einer Arbeitsgruppe innerhalb der Greenpeace Jugend mundgeblasen.

    Wenn man mal die Webseite von diesem Hersteller, der wie alle anderen auch in China herstellt, durchgeht…sind echte Zahlen ziemlich rar aber dafür jede Menge feel good Sprüche präsent. Social Entrepreneur, Zusammen können wir blablabla. Wie bei allen westlichen Herstellern werden die Produzenten vor Ort auf ein Minmum an sozialen Regeln eingeschworen. Tja und was sonst? Ach, berauschende 2,5 Dollar pro Gerät gehen in einen Sozialfond der den Arbeitern des Herstellers zugute kommt.Toll. Wie war das noch einmal mit Motorola und den 4 Dollar?

    Letztlich ist das ganze auf dem gleichen Niveau wie Ablassbriefe aus dem Mittelalter. Mit dem Unterschied dass das so gewonnene Geld uns heute noch erfreut, wenn man durch die noch erhaltenenden mittelalterlichen Stadtteile geht und die mit diesem Geld errichteten Denkmale betrachten kann. Das hier jedoch, dass läuft für mich unter typisch westlichen Marketingschmuh. Viele gesalbte Worte die am Ende nichts als leeres Gerede sind.

  5. Ist da CyanogenMod drauf?

  6. OFFTOPIC: Hab ne Idee:

    Um HTC zu retten und eine Differenzierung von Samsung, Sony, Huawei oder LG zu gewährleisten müssten sie Fairphone aufkaufen und ihre Device so produzieren…

    Das fehlt der Serie… Eine Marke neben dem Fair sein. Das wäre kein Wiederspruch solange die Marke komplett auf FAIR setzt

  7. „Fairphone 2 für 525 Euro “ Alles klar. Was daran fair sein soll möchte ich gerne mal life sehen. Das ist genauso ein Schwachsinn wir die Biotonne, Mülltrennung, Bio Nahrung oder Bio Sprit. Alles eine große Verarsche.

  8. Deliberation says:

    Holgi hat wohl recht. Wer z.B. gerne genetisch veränderte Lebensmittel mit künstlichen Beimischungen und alles aus unbekannter Herkunft verspeist, der braucht nicht auf Bio zu achten. Auch der Erhalt der Ackerflächen wird überbewertet. Wenn irgendwann alle ehemaligen Ackerflächen unfruchtbar sein sollten, essen wir einfach Astronautennahrung.

    Okay, die Portion Ironie reicht mir nun für einen Monat. 😉

    Was ohne Ironie ganz klar sein sollte ist, dass das Fairphone alles andere als fair produziert wird. Das lässt sich bei einem solchen Artikel auch gar nicht bewerkstelligen. Ich erinnere nur an die Entwicklung der fair produzierten Computermaus, bei dem die Macherin bei der Beschaffung auch schnell zurück auf dem Boden der Tatsachen gelangt ist.

    Dennoch, Fairphone hat Langzeitziele, da man die gewünschten Veränderungen einfach nicht von ein auf den anderen Tag bewerkstelligen kann. Oder man könnte es vielleicht in kürzerer Zeit, dann würden aber noch mehr Leute herumheulen, dass das Fairphone noch teurer geworden ist.

    Und wem die kleinen Schritte einer Organisation mit anständigen Visionen nicht passen, der soll es doch erst mal besser machen. Zuhause vor dem PC mit dem iPhone im Dock sitzend andere zu kritisieren, während vielleicht Mami nebenher die Dreckwäsche vom Boden klaubt, ist wahrlich ein widerlicher Ausdruck der Ignoranz unserer ersten Welt.

  9. @Buggi Nen Provokant gefrühstückt?
    Vielleicht liest du mal was die Hersteller selbst so schreiben. Hier die Kostenaufschlüsselung: https://www.fairphone.com/wp-content/uploads/2015/09/Fairphone2-Cost-Breakdown.pdf
    Hier was zur Lieferkette: https://www.fairphone.com/projects/supply-chain-transparency/
    Und hier ein allgemeines Factsheet: https://www.fairphone.com/wp-content/uploads/2015/06/150702-English-factsheet.pdf

    P.S. Ich finde die Idee des Fairfones toll und rate jedem der gerade ein neues Gerät sucht sich mal darüber Gedanken zu machen. Du darfst weiter selbst entscheiden welches Telefon du kaufen und benutzen möchtest.

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