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Facebook strebt Kartellklage gegen Apple an

Wie man bei The Information berichtet, soll Facebook aktuell eine Kartellklage gegen Apple anstreben. Grund hierfür seien die für iOS 14 geplanten neuen App-Richtlinien, an welche sich die Apple-eigenen Apps dann laut Apple auch halten werden müssen. So besagt einer der Anklagepunkte, dass man mit Apples App-Tracking-Transparenz nicht einverstanden sei, die beinhaltet, dass Entwickler erst beim Nutzer um Erlaubnis bitten müssen, wenn sie Funktionen wie das Werbe-Tracking verwenden möchten.

Angeblich weigern sich aktuell aber noch einige Facebook-Mitarbeiter, eine öffentliche Kampagne gegen Apple zu fahren, weshalb die Durchführung einer Klage noch nicht hundertprozentig sicher sei. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft Apples Richtlinien bezüglich In-App-Käufen, wonach hierfür der Apple-eigene Bezahldienst verwendet werden müsse. Laut Facebook leide dadurch der Wettbewerb. Wo Apple noch argumentiert, dass Nutzer durchaus wissen sollen, welche Informationen Apps von ihnen abgreifen und warum, kontert Facebook damit, dass dadurch das Schalten von personalisierter Werbung unnötig erschwert werde.

“Without personalized ads, Facebook data shows that the average small business advertiser stands to see a cut of over 60% in their sales for every dollar they spend,” – Facebook

Die neuen Richtlinien werden für die App-Entwickler verpflichtend sein. Wer sie nicht einhalten möchte, der riskiert, dass seine App gesperrt und aus dem App Store entfernt wird.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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14 Kommentare

  1. Facebook beschwert sich über den Datenschutz. So könnte man die Klage auch überschreiben.
    Gruß an alle WhatsApp-Nutzer.

    • Ähm nein, nicht wirklich…

      • Sondern? Facebook findet es unfair, dass Apple Transparenz fordert? Hat natürlich nichts mit Datenschutz zu tun…

      • Genau das! Womit verdient Facebook denn Geld? Mit Werbung!

        Das Plakat an der A1 wird täglich von 20.000 gesehen. Wer die sind, weiß ich als Werbebeauftragender aber nicht.

        Bei Facebook kann ich die Zielgruppe nennen. Alle Männer 45+ die BMW oder Mercedes geliked haben und Golf als Hobby angeben und aus Bayern kommen.

        So genau geht das! DAS ist der große Vorteil von Facebook für Firmen die werben wollen. Facebook personalisiert also die Anzeigenschaltung selbst schon und dann noch via Tracking.

        Das was Apple vor hat (Gott sei Dank), nimmt Facebook direkt mal ein Einnahmenstandbein…

        Und genau deswegen heulen die.

        Es wird Zeit das Instagram, WhatsApp und Facebook zerschlagen werden. Dieses elende Virus ist das eigentliche Problem.

        • Ich glaube nicht mal, dass Facebook dadurch viele Einnahmen entgehen werden. Die Werbung selbst schalten sie ja trotzdem noch, das wird ja durch keine Einstellung unterbunden, es ist dann eben nur allgemeiner gehaltene Werbung. Wie groß der finanzielle Unterschied zur personalisierten Werbung ist, weiß ich natürlich auch nicht.
          Aber selbst die personalisierte Werbung ist dann ja nicht vom Tisch, der Nutzer soll nur darüber informiert werden, bzw. er muss dem zustimmen. Und das werden sicher auch einige machen. Hier hat es ja auch schon jemand geschrieben, dass wenn schon Werbung, dann bitte auch welche, die einen persönlich interessieren könnte.

    • Transparenz, nicht Datenschutz.
      Aber wenn das Geschäftsmodell auf mangelnder Transparenz beruht, dann sollte man dieses vielleicht noch einmal überdenken.

  2. Da will ein PRISM-Mitglied (https://de.wikipedia.org/wiki/PRISM) gegen das andere PRISM-Mitglied klagen. Nette Showeinlage.

    • Die beteiligten Firmen waren kein „Mitglied.“ Die NSA hat an Links zwischen Rechenzentren oder beim Übergang in öffentliche Netze abgegriffen.

  3. Da klagt ja gerad die richtige Firma. Aber finde es auf der anderen Seite wenn schon Werbung, dann bitte auch welche die mich anspricht. Reicht doch schon, dass im TV oder Youtube Werbung kommt die mich null …. bzw am Ar…. vorbeigeht.
    Ganz verbieten kann man Werbung ja nicht. Aber es läßt ja jetzt schon bei Apple einiges einstellen.

    Über andere App´s und Webseiten tracken ist eben kritisch zu sehen. Was ich an der Klage nicht verstehe, ist Apple verbietet ja nix an sich. Schließlich geht es doch nur darum, dass die App eben den Nutzer fragen muss und nicht ungefragt mit meinen Daten arbeitet.

    Wer personalisierte Werbung haben möchte, kann ja das nach wie vor erlauben, Wer aber sagt es geht App vw nix an was ich in App xy mache, der kann es dann simpel einstellen. Apple könnte ja seine Sandboxtechnologie so ausbauen, dass eben keine App mehr Zugriff auf den Arbeitsspeicher bekommt, damit wäre das tracken ja ganz vom Tisch. Das Thema Werbung leider nicht.

    Gegen letzteres hätte ich eine Klage noch irgendwie verstehen können, aber dagegen zu klagen, dass man den Nutzer eben nicht nur informiert sondern auch die Erlaubnis braucht.

    Bei den Standortfreigaben ist es doch auch unter Android und IOS kein Problem. Da hat ja auch keiner gegen geklagt.

    In meinem Beispiel ist es halt unter Android eben so, dass ich für Regenradar und dem VBN Fahrplaner den dauerhaften Standort frei geben muss, da sonst die Widget´s nich funktionieren.

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Klage erfolgreich sein wird.

    Die eine Seite ist eben Apple ist das wohl schnuppe, wenn se App´s aus dem Store werfen. Auf der anderen Seite könnte ich mir aber Vorstellen, dass eben viele kein IOS IPADOS mehr haben wollen, wenn da eben kein Fratzenbuch und WA mehr drauf läuft. Wird spannend werden wo die Reise dahin gehen wird und ob Android mit Version 12 oder höher auch Apples Sandboxtechnologie über nimmt.

  4. Man Könnte meinen Facebook habe etwas zu verbergen.
    Ich kann doch selber entscheiden, welche Daten ich von mir preisgeben möchte und welche nicht. Das muss kein Entwickler einer Software für mich übernehemen.
    Bei der aktuellen Lage kann ich mir aber auch nicht vorstellen das Facebook mit solch einer Klage Erfolg hat. Die EU und die USA haben ja beide, Facebook und Apple momentan im Auge……

  5. Hoffentlich treibt es Apple mit der Privatsphärengeschichte nicht zu weit, sonst gewinnen sie mich (der nie ein Apple-Produkt benutzt hat) als Kunden.

  6. Natürlich möchte und muss jeder, der einen Dienst bereitstellt / eine App programmiert, damit Geld verdienen. Völlig normal und in Ordnung. Das kann man nun auf verschiedene Weise erreichen:
    a) App verkaufen zu einem relativ hohen Preis (und damit z.B. kalkuliert, dass User nicht jedes Update kaufen werden)
    b) App vermieten (Abo-Modell) was auch für Dienste sinnvoll ist. Der Preis kann niedriger sein weil man recht sicher kalkulieren kann
    c) App/Dienst für User „kostenlos“ anbieten und sich über Werbung und Verkauf von Kundendaten finanzieren. Per se nicht verwerflich. Wäre nur gut, die User wüssten das und mit welchen Daten verdient wird (viele meinen ja, dass es rein die Werbeeinnahmen sind – ist es aber ebene nicht allein)

    Mein pragmatischer Vorschlag seit Jahren:
    – Bei der Installation den User vor die Wahl stellen: Möchtest Du die App ohne Bezahlung nutzen? Dann klicke hier, wenn Du damit einverstanden bist, dass wir Dir Werbung ein blenden und, damit die Werbung zu Dir passt, persönliche Daten an die Werbenden weitergeben wie Username, Alter, Geschlecht, wann Du online bist, … (kann ja eine längere Liste sein)
    – Oder klicke hier, wenn Du keine Werbung möchtest und keine Daten weitergeben möchtest: 9,99/Jahr (<- beliebigen Betrag einsetzen, ist nur ein Beispiel)

    Vorausgesetzt der Anbieter hält sich daran – Das Vertrauen muss da sein, sonst braucht man die App gleich gar nicht nutzen – wäre es eine transparente und faire Wahl die jede/r für sich treffen kann

  7. Bin echt beeindruck, das wird Apple neue Käufer in Scharen beschehren auch wenn die keine Ahung von der ganzen Thematik haben, aber wenn FB dagegen vorgeht MUSS es ja Positiv sein. Da hat Tim mal wieder alles richtig gemacht, ziehe ich meinen Hut.

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