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Facebook Redesign: Warum weniger manchmal mehr ist

Fast ein Jahr lang experimentierte Facebook mit einem neuen Design des Newsfeeds, der eine komplette Umgestaltung der Facebook-Seite einherging. Anstatt dieses Design nun an alle Nutzer zu verteilen, entschied man sich allerdings für ein anderes Design, das man fast schon als retro bezeichnen könnte. Warum das Ganze? Das neue Design (welches nicht kommt) war schlicht und ergreifend zu gut. Zu gut bedeutet in diesem Fall, dass Facebook-Nutzer den News-Feed kaum noch verlassen, weil sie bereits alles angezeigt bekommen. Die Interaktionen auf der Seite fehlen. Aus der Sicht des Nutzers natürlich toll, aus der Sicht von Facebook jedoch nicht wünschenswert.

Facebook verdient Geld mit Werbung. Viel Werbung bedeutet hohe Einnahmen, viel Werbung lässt sich allerdings nur anzeigen, wenn die Nutzer auch innerhalb einer Seite die Seite wechselt. Bleibt diese Interaktion aus, kann weniger Werbung angezeigt werden, die Folge sind niedrigere Einnahmen für Facebook. Hinzu kommt, dass die Nutzer durch das neue Design weniger Inhalte auf dem Display angezeigt bekommen. Hier heißt es dann scrollen oder etwas verpassen, beides keine wirklich angenehmen Alternativen.

Das Design, welches jetzt gerade verteilt wird, ist wohl ein Kompromiss zwischen dem alten und dem alten neuen Design. Beiträge werden prominenter angezeigt, vor allem Bilder und Videos, die grundsätzliche Navigation ist so, wie es der Nutzer gewohnt ist. Trotzdem irgendwie interessant, dass ein Design zu gut sein kann, sodass es direkt gestrichen wird, anstatt dieses zu verfeinern oder den Nutzer einfach umzuerziehen.

Während die obigen Ausführungen im Groben die Meinung von Dustin Curtis widerspiegeln, meldet sich auch Julie Zhuo (Product Design Director bei Facebook) zu Wort. Sie sieht den Nutzer im Vordergrund, dem das neue (verworfene) Design keine Vorteile brachte. Viele Nutzer hätten kleine Bildschirme, beispielsweise ein 10-Zoll-Netbook, mit dem sie Facebook täglich aufrufen. Bei der Neugestaltung mit größeren Bildern hätten diese Nutzer Probleme, einen Beitrag komplett auf dem Bildschirm zu sehen. Ebenso sei ein Scrollen für die Nutzer eine Verschlechterung der Nutzung der Seite. Es geht darum, dass der Nutzer die Seite für sich effizient nutzen kann, dies wurde mit dem verworfenen Design nicht erreicht.

Update 11:28 Uhr: Artikel um Julie Zhuo ergänzt (letzter Absatz).

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