Facebook verbessert Nutzung über Tor durch eigene Onion-Adresse

Facebook über das Tor-Netzwerk aufzurufen, kann unerwünschte Nebenwirkungen haben. Die Funktionsweise mit ständig wechselnder IP-Adresse sorgt dafür, dass Facebook nicht weiß, wo die Nutzer zuzuordnen sind. Da es einige ortsabhängige Features gibt, ist dies über Tor nicht korrekt möglich. Außerdem sorgen Facebooks Sicherheitsmechanismen dafür, dass Konten eventuell gesperrt werden, wenn man sich schnell hintereinander aus verschiedenen Ländern einloggt (was durch die Nutzung von Tor der Fall ist). Facebook ist sich aber auch dessen bewusst, dass man Nutzern die Möglichkeit geben sollte, auch auf diese Weise das Netzwerk nutzen zu können.

Facebook-Logo

Aus diesem Grund gibt es jetzt eine eigene Facebook-Adresse für Nutzer von Tor. Unter https://facebookcorewwwi.onion/ (nur über eine Tor-Browser abrufbar) kann man eine direkte Verbindung zu Facebook herstellen. Gleichzeitig wird die Verbindung noch mit SSL verschlüsselt. So umgeht man auch die SSL-Zertifikats-Warnung von Tor. In Zukunft will Facebook dann auch Einblicke geben, wie die Nutzung der Facebook Onion-Adresse ausfällt, als nächster Schritt steht aber eine mobile Version der Seite über eine Onion-Adresse an, wie Facebook mitteilt.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

14 Kommentare

  1. Da bringt Facebook doch ein paar Karma Punkte ein.

  2. Größter Schwachsinn. Dann ist also meine IP unbekannt aber ich lade alle anderen Daten inklusive Klarnamen und Fotos bei dem Laden ab. Was bringt das?

  3. jo, klar, Facebook über TOR. Man greift also (weitestgehend) anonymisiert auf Facebook zu…dass da die Ortung nicht korrekt funktioniert, sollte verschmerzbar sein… Hoffentlich sind in dem FB-Account nicht zu viele wahre angeben oder Verknüpfungsmöglichkeiten über Freunde, Freundesfreunde, likes oder ähnlichem – ansonsten erschließt sich mir der Sinn noch nicht so ganz….

  4. richtig gut!

  5. Das es hier größtenteils darum geht, Leuten in Ländern zugang zu verschaffen, wo FB gesperrt ist, kapieren manche kluge „iih Datenschutz“-Kommetatoren irgendwie auch nicht.

  6. @Michael: Herzlichen Glückwunsch, dass du FBs Absicht verstanden hast und sich damit überlegen fühlst. Nur sollte man, gerade wenn man in einem Land lebt, in dem man auf Tor angewiesen ist, es tunlichst vermeiden, sich über Tor selbst zu deanonymisieren, weil man wahrscheinlich auch noch andere „illegale“ Seiten besucht und das schnell ein realer Strick wird. Es lohnt sich also auch noch 5m weiter zu denken, wenn man schon so schlau ist. Ich halte das eher für gefährlich.

  7. @noname Schon mal auf die Idee gekommen, dass man Facebook auch unter falschen Namen benutzen kann oder so eine Seite anonym befüllen kann ;-)?

  8. muss dem michael da recht geben. manche kommentatoren stehen echt richtig auf dem schlauch.

    jungs, das update ist nicht für euch in eurer kleinen heilen welt, sondern für die chinesen und andere, deren „regierungen“ fb blocken…

  9. Tor ist doch für das „Legale“ Web viel zu langsam. Um als Journalist in Ländern zu recherchieren und im Kontakt mit Informanten zu bleiben ist es bei der Klarnamenspflicht (die FB rein Theoretisch immer noch hat) wirklich unsinnig… Klar kann mans Faken und unter falschen Namen aber außer zum kriminellen agieren oder trollen bringt da die totale verschlüsselung gar nix…

    Das einzurichten als Tor Adresse macht Sinn (um Sperrung zu vermeiden) – das zu nutzen wiederrum generell nicht. Seiten im öffentlichen Web mit nem Tor Browser zu besuchen ist meistens eh selbstkastration… „Nur keine Daten geben; Nur keine Infomationen an die NSA geben“ ist auch keine Lösung des Problems…

    Aber Michel hat recht… für diese Länder macht der Zugang über Tor sinn… aber löst das Problem was die Länder haben auch nicht…

  10. @seankoellewood
    Es muss ja nicht Tor sein 😉 VPN Dienst und den kompletten Trafic darüber laufen lassen.
    Dazu kann man auch noch einen SOCKS5 Proxy nutzen und man sollte so grundlegend die Ausführung von Skripten etc. dem Browser untersagen. (Werbung, Analytics etc. sollte man auch entfernen, da nutzt man z.B. ScriptSafe und lässt das expliziet nur das zu was man möchte)

    Vor der NSA muss man auch eh keine Angst haben, was will die mit unseren Daten?
    Solange du nicht irgendwelhen Gruppierungen nahe stehst ist das denen latte was du hier in Europa tust ^^
    Man sollte sich eher die Organisationen hierzulande anschauen.

    Topic auf jeden Fall ein guter Schritt von Facebook 🙂

    @dischue
    Weshalb soll auf FB nicht zu sehen sein, wer du bist? Grundlegend geht es ja darum, dass der Zugriff darauf nicht z.b. auf einen Anschluss etc. zurück zu verfolgen ist.
    Ob von Provider oder Regierungs Seite aus.

  11. Trial&Error says:

    Wei hier jemand, wie bzw. wo man eine .onion Adresse (wie z.B. facebookcorewwwi.onion) registrieren kann? Ich kannte bisher nur die kryptischen .onion Adressen, die automatisch generiert werden.

  12. An sich eine schöne Sache, da man so in Ländern, die Facebook blocken dies wieder nutzen kann.
    Anonym ist man damit dann aber nicht mehr.

  13. @Trial&Error Mit den TOR Project Leuten reden und Geld spenden 😛
    Man kann beim erstellen einer .onion Adresse den ersten Teil der URL selber bestimmen. danach kommt halt ein „cryptischer“ Teil der URL. Bei Facebook ist „corewwwi“ der Cryptische teil.
    http://www.deepdotweb.com/2013/10/19/how-to-safely-host-your-own-tor-hidden-service/