Facebook Messenger Kids: Fehler ließ Kinder mit nicht erlaubten Personen chatten


Kinder benötigen besonderen Schutz, überall. Das Internet macht da keine Ausnahme. Die großen Firmen nutzen oft spezielle Kinderangebote, siehtman bei Google zum Beispiel mit YouTube Kids oder bei Facebook mit dem Facebook Messenger Kids. Der Facebook Messenger Kids verspricht Eltern, dass Kinder nur diejenigen kontaktieren können, die von den eigenen Eltern erlaubt wurden.

Facebook informiert gerade Eltern, dass dies wohl leider doch nicht so war. So war es nämlich möglich, dass Kinder auch mit Fremden chatten konnten – über Gruppenchats. In Gruppenchats wurde anscheinend nur überprüft, ob derjenige, der in die Gruppe eingeladen wurde, mit dem Einladenden Kontakt haben darf. Ist derjenige dann in der Gruppe, kann er mit allen anderen Gruppenteilnehmern chatten, auch wenn diese keine Freigabe für diese Person von den Eltern haben.

Facebook informiert Eltern nun über dieses Vorgehen und teilt aus mit, dass die betroffenen Gruppen gelöscht werden und dieses Verhalten künftig nicht mehr vorkommen sollte:

Hi [PARENT],
We found a technical error that allowed [CHILD]’s friend [FRIEND] to create a group chat with [CHILD] and one or more of [FRIEND]’s parent-approved friends. We want you to know that we’ve turned off this group chat and are making sure that group chats like this won’t be allowed in the future. If you have questions about Messenger Kids and online safety, please visit our Help Center and Messenger Kids parental controls. We’d also appreciate your feedback.

Unklar ist unterdessen, wie lange dieser Fehler bestand. Denn die Gruppenchatfunktion in Messenger Kids gibt es bereits seit 2017. Für Facebook ein weiterer Tropfen auf dem schon sehr ausgehöhlten Privatsphäre-Skandälchen-Stein. Auf der anderen Seite: Wenn Eltern das nicht selbst überprüfen, mit wem Kinder sich tatsächlich unterhalten – wir reden hier von der Altersgruppe der unter 13-Jährigen – kann es ja (für diese Eltern) so wichtig auch nicht sein.

via The Verge

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. Also hat Facebook genau die eine Funktion verkackt, für die man überhaupt Messenger Kids brauchen könnte. Und diese Bude wollen manche ernsthaft Digital-Währungshüter spielen lassen.

    • Der Gedanke ist mir auch gleich gekommen.
      Irgendwie lesen sich solche Meldungen wie Anti-Werbung von Herrn Zuckerberg persönlich, seine Plattform zu meiden.

  2. Weltraummann says:

    Kinder nutzen Facebook? Glaub ich ja fast nicht. Und als Elternteil würde ich meinem Kind ganz bestimmt kein Facebook empfehlen. Bei den Kids ist doch höchstens Snapchat und „Insta“ in.
    Die sind bestimmt auch nicht besser, aber vom Gefühl her würde ich sagen Facebook ist was für 25 Jährige und aufwärts, bzw wird sich die Altersgrenze eher weiter nach hinten verschieben…

  3. Warum wundert mich das jetzt nicht? Facebook und Privatsphäre passen einfach nicht zusammen.
    Das wird aber kaum jemanden nachhaltig beeindrucken und von Facebook abrücken lassen, fürchte ich…

    > Wenn Eltern das nicht selbst überprüfen, mit wem Kinder sich tatsächlich unterhalten…
    Steile These. Natürlich sollte man als Eltern den Medienkonsum seiner Kinder beobachten (und auch in die „richtigen“ Bahnen steuern). Auf der anderen Seite möchte man ihnen ja aber auch so etwas wie Medienkompetenz beibringen – dazu gehören dann auch Freiheitsgrade mit speziellen, für Kinder ausdrücklich geeigneten Apps, bei deren Benutzung man den Kids eben gerade nicht permanent auf die Finger schaut.
    Gut, wer ausgerechnet Facebook bei Aussagen rund um Datenschutz und Privatsphäre vertraut, ist vielleicht sowieso zu blauäugig – aber das ist eine andere Geschichte….

  4. Peter Brülls says:

    „Wenn Eltern das nicht selbst überprüfen, mit wem Kinder sich tatsächlich unterhalten – wir reden hier von der Altersgruppe der unter 13-Jährigen – kann es ja (für diese Eltern) so wichtig auch nicht sein.”

    Das ist auch eine weite Gruppe. Das sind auch die Leute von der 6. und 7. Klasse drin. In dem Alter ist eine Totalüberwachung nicht möglich, ohne das Vertrauensverhältnis schwer zu beschädigen. Und auch eine engmaschige nicht nötig und angebracht, wenn es keinen konkreten Anlass gibt.

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