Facebook Live Video: So möchte das Social Network den Streammissbrauch verhindern


Je einfacher es für den allgemeinen Nutzer wird, Dinge im Internet zu verbreiten, desto schwieriger wird es für Betreiberplattformen, da für Ordnung zu sorgen. Live Video ist so eine Sache, die sich schwer kontrollieren lässt. Ein Button gedrückt und schon kann jeder weltweit sehen, was man gerade so treibt – auch wenn es ein Terroranschlag ist, wie neulich in Christchurch. Die Verbreitung solcher Videos gilt bei Facebook – dort wurde das Attentat live gestreamt – als Regelverstoß. Aber wie will man das verhindern? Facebook hat dazu nun Maßnahmen bekanntgegeben.

Facebook verschärft die Regeln abermals – und wendet Strafen drastischer an. Ein Verstoß kann bereits ausreichen, damit ein Nutzer temporär von der Nutzung von Facebook-Diensten ausgeschlossen wird. Der Verstoß muss dabei nicht direkt in einem Live-Video passieren, es reicht auch, wenn man beispielsweise Links teilt, die nicht den Community-Standards entsprechen. Das kann dann zum Beispiel dazu führen, dass man für 30 Tage keine Live-Videos erstellen kann, weil man in einem Post etwas falsches geteilt hat.

Das große Problem an dieser Stelle: Jeder „saubere“ Account kann dennoch Live Streams schalten, ein Verstoß lässt sich dadurch nicht verhindern. Wie auch, es muss ja erst einmal eine Aktion geben, die eine Reaktion erfordert. Dennoch vielleicht eine bessere Lösung, als gar keine Änderungen vorzunehmen.

Gleichzeitig geht Facebook aber auch den Punkt an, dass solche Videos dann im Nachhinein weiter verbreitet werden. Während sich das Original automatisch leicht erkennen lässt, ist dies nicht mehr der Fall, wenn Videos editiert sind. Damit man künftig auch editierte Videos eines Ereignisses erkennt, hat man sich mit der University of Maryland, der Cornell University und der University of California, Berkeley zusammengetan. So sollen Methoden erforscht werden, um eben auch editierte Bilder und Videos mit nicht erwünschten Inhalten automatisch über Systeme erkennen zu lassen.

Dabei muss dann allerdings auch beachtet werden, ob ein Nutzer einen Inhalt nur aus Unbedarftheit geteilt hat oder einen Inhalt bewusst manipuliert hat. Laut Facebook keine so leichte Aufgabe, die nur in Zusammenarbeit gelöst werden kann. Deshalb kann man in den nächsten Monaten mit weiteren Partnerschaften rechnen.

Das größte Problem wird für Facebook dennoch sein, „Ersttäter“ zu verhindern. Die kann man nun einmal nicht vorher erkennen und ihnen stehen bei allen Diensten die Türen offen, um diese für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Hättet Ihr eine theoretische Lösung für das Problem?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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Ein Kommentar

  1. Ja, Livestream-Zuschauer einschränken auf die eigenen Follower! So müsste man über ein bereits vorhandenen Acoount streamen, was vielleicht schon überwacht wird, bzw. mit einem neuen extra für irgendeinen Mist eingerichteten Acoount, könnte man niemand erreichen! Aber wenn alles frei und offen seien soll, lässt sich halt nicht kontrollieren… Warum jeder Depp direkt und live die ganze Welt erreichen soll, erschließt sich mir nicht…

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