
Ihr habt vermutlich schon von Facebooks Cryptowährung Libra gehört, die den Zahlungsverkehr weltweit aufmischen möchte. An sich ganz gut gedacht, mit einem Stable-Coin lassen sich auch große Kursschwankungen vermeiden und es wird kein „Geld aus dünner Luft“ generiert, wie man es ja bei so vielen Projekten sieht. Womit Facebook und die durchaus namhaften Partner anscheinend nicht gerechnet haben, ist der Widerstand den man nun seitens verschiedener Länder erfährt.
Oft macht es den Anschein, dass die Regierungen Libra schlichtweg nicht verstehen, sie sehen eine Gefahr für den Finanzmarkt, wenn sich private Organisationen wie Libra einmischen. Auch Deutschland steht Libra skeptisch gegenüber und möchte Libra nicht in Europa sehen. Aber das spielt auch keine große Rolle, Libra wird insgesamt keinen leichten Stand haben. Das haben nun anscheinend auch mehrere Partner realisiert. Nachdem neulich bereits PayPal ausgestiegen ist, folgten nun Visa, MasterCard, eBay, Stripe und Mercado Pago.
Das Statement von Visa dazu liest sich schon sehr eindeutig. Wegen regulatorischer Bedenken möchte man die Sache erst einmal weiter beobachten, heißt es:
“Visa has decided not to join the Libra Association at this time. We will continue to evaluate and our ultimate decision will be determined by a number of factors, including the Association’s ability to fully satisfy all requisite regulatory expectations.”
Libra wird das nicht davon abhalten, das fortzusetzen, was man bereits begonnen hat. Zwar sei dies kurzfristig nicht angenehm, hält Libra aber nicht zwingend vom langfristigen Ziel ab. Allerdings hat Libra nun auch starke Partner verloren, die dabei helfen hätten können, FIAT-Währung in Libra zu tauschen. Mal sehen wie – oder ob – dieses Problem gelöst wird.
Ein Problem hat übrigens auch Telegram mit seiner Cryptowährung, die SEC hat den Verkauf von Tokens untersagt, da der vorherige Vorverkauf nicht angezeigt wurde. Spannend könnte das dahingehend werden, weil Telegram bis 31. Oktober seine ersten Token ausliefern muss, sonst gehen die 1,7 Milliarden Dollar, die man früher einsammeln konnte, wieder zurück an die Investoren.