Facebook: erster Bericht zu staatlichen Datenauskunftsanfragen, Deutschland mit führend bei Anfragen

Facebook hat seinen ersten Bericht zu staatlichen Datenauskunftsanfragen veröffentlicht. Dieser Bericht umfasst alle Regierungsfragen weltweit, beginnend 2013, mit Ende 30. Juni 2013. Facebook möchte nach eigenen Aussagen transparent darlegen, in welchem Umfang Regierungsanfragen zugestellt werden. Außerdem werden die Richtlinien und Prozesse erläutert, wie mit solchen Anfragen umzugehen ist. Schocker: Deutschland ist ganz vorne mit dabei!

Bildschirmfoto 2013-08-27 um 16.53.12

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Der Bericht umfasst folgende Details:

* Welche Länder haben von Facebook Informationen über die Benutzer angefordert
* Die Zahl der eingegangenen Anfragen aus jedem dieser Länder
* Anzahl der Nutzer/Nutzerkonten, die in der Anfrage aufgelistet sind
* Prozentsatz an Anfragen, bei welchen Facebook gesetzlich verpflichtet waren wenigstens einen Teil der Daten weiterzugeben

Die Zahlen für Deutschland:

1886 Anfragen, die sich auf 2068 Accounts bezogen. Bei 37 Prozent dieser Anfragen wurden Daten weitergegeben. 

Bei diesen Werten handelt es sich beispielsweise um Anfragen, die u.a. in Zusammenhang in Bezug auf Entführung, Diebstahl oder anderen Delikten stehen. Führend? Natürlich die USA, aber auch England, Indien und Frankreich können sich sehen lassen. Hier wäre mal ein genauer Schlüssel nach angeblichem Strafbestand interessant.

Hier geht es zum kompletten Report. Dieser wird regelmäßig aktualisiert.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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11 Kommentare

  1. Wieso Schocker?

  2. Das wundert doch keinen mehr…

  3. Die ganze NSA/BND/etc.-Diskussion hat aufgedeckt, was wir insgeheim befürchtet haben. Naiv gehofft hat wohl jeder, dass es nicht so schlimm ist….

    Bei diesen oben in Cashys-Blog genannten Anfragen handelt es sich m.E. aber doch um dokumentierte Anfragen. Hier sollte man von dem „berechtigten“ Interesse der anfragenden Stelle und einer entsprechenden Dokumentation auf beiden Seiten ausgehen. Wenn das Stichwort „Gefahr im verzug“ die Anfrage rechtfertigt, sehe ich das nicht so kritisch, wie das heimliche Mitgelausche am Meeresboden……

  4. hier geht aber um Straftatenaufklärung. Erschreckender wäre es, wenn es bei der Häufigkeit der Straftaten keine Anfragen geben würden. Weil dann hätten sie die Daten aus Überwachung oder der gleichen?!!
    Und wenn Sachen zur Anzeige gebracht werden, dann müssen diese auch verfolgt werden und können nicht ad acta gelegt werden mit der Begründung“ist im Internet passiert“ . Schließlich Leben wir in einem Rechtsstaat.

    • su musst beachten, dass deutlich mehr als die Hälfte der fragen abgelehnt wurden also zu unrecht – außerhalb einer gesetzlichen Grundlage – gestellt wurden

  5. michael.cgn says:

    Deutschland ist halt ein Stasi-Land.

    Die Bürger gehören hinter Gitter, so einfach ist das.

    Wie bei den anderen Überwachungen sind 99% ohne jedes Ergebnis. Statt kriminalpolizeilicher Arbeit werden lieber alle Bürger überwacht.

  6. Und das soll stimmen? Oder hat dank Prism wer die Infos angepasst ;-D

  7. Da geht es um die Aufklärung von Straftaten. Als mein Smartphone geklaut wurde habe ich mich auch an die Polizei gewandt, die für mich die IP-Adresse des Diebs von Facebook anforderten. Der Dieb postete nämlich in meinem Namen..

  8. Die Tabelle wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet: Wenn es sich bei den Anfragen um *berechtigte* Auskunftsersuchen handelt – wovon hier ja einige auszugehen scheinen – wie sind dann die 63% zu erklären, bei denen Facebook anscheinend dann doch keine Auskunft erteilt hat? Mit „Nö, sagen wir euch einfach nicht“ wird FB da wohl kaum ‚rausgekommen sein. Fehlende richterliche Genehmigung? Doch keine gesetzliche Grundlage? Anfrage zurückgezogen? Verdächtiger Account gelöscht?

  9. Die offiziellen Anfragen sind überhaupt kein Problem. Da geht es nämlich tatsächlich nur um ganz herkömmliche Polizeiarbeit.
    Problematisch sind eher die nicht veröffentlichten Zugriffe ohne offizielle Anfrage á la NSA.

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