Facebook dementiert großen Lauschangriff

artikel_facebookIn den letzten Tagen wurde Kritik laut, die dem sozialen Netzwerk Facebook vorgeworfen hatte über die Mikrofone von Smartphones eifrig mitzuhören. Es hieß, Facebook solle Gespräche mitschneiden und daraufhin die Werbeanzeigen und Stories im News Feed anpassen. Zurück gingen die Behauptungen auf die US-Professorin Kelli Burns. Nun hat Facebook die Anschuldigungen allerdings bereits dementiert. Knackpunkt ist dabei ein Feature, das es ohnehin nur in den USA gibt: Über Aktivierung des Mikrofons an mobilen Endgeräten kann Facebook auf Wunsch Musik oder Fernsehsendungen erkennen, damit die Nutzer leichter posten können, was sie gerade für Content konsumieren.

Burns vermutete zuletzt, dass Facebook auf diese Weise aber auch insgeheim Gespräche mitschneide. Sie kam auf die Idee, nachdem sie ein Gespräch über bestimmte Produkte führte und nur wenige Minuten später in Facebook entsprechende Werbung erblickte.

Facebook_Logo_neu

Facebook dementiert jene Aussagen komplett. Man nutze das Mikrofon keinesfalls zum Mithören. Zugriff auf das Mikrofon erfolge nur, wenn ein Nutzer dies generell gestattet habe und tatsächlich ein Feature genutzt werde, welches das Mikrofon benötige. Auch Burns räumt mittlerweile ein, dass sie nicht zu 100 % sicher sein könne, dass Facebook sie belauscht habe. Skeptisch bleibe sie jedoch.

Am Ende erscheint mit die ganze Geschichte als von Anfang an sehr wackelig. Auch wenn es sich hier um eine ranghohe Wissenschaftlerin handelt, so wurden hier doch lediglich vollkommen spekulative Vermutungen von einer einzigen Person gestreut und dann eben über einige Magazine verbreitet. Facebook mag nach Daten gieren, dass das soziale Netzwerk aber aufwändig Gespräche mithört, wo ohnehin anderweitig ausreichend Daten hereinströmen, halte ich selbst für unwahrscheinlich.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

13 Kommentare

  1. @caschy: Was soll dieser Banner oben, der einem sagt, man solle Adblock ausmachen?

    Ich wurde auf deiner Seite schon auf irgendwelche Malware(oder sonst was) Seiten weitergeleitet. Hier der Screen https://pbs.twimg.com/media/CULG-zKUwAANkpx.jpg:large

    Banner Werbung ist einfach nicht sicher. Tim Pritlove hat in seinem NSFW-Podcast eine halbe Stunde drüber geredet, dass man über diese Werbeform einfach seine Besucher gefährdet.

    Palle macht es richtig.

  2. Irgendeinen Grund muss es ja geben, dass die Facebook-App so ein extremer Akkufresser ist. Sogar im Hintergrund, wenn sie gar nicht geöffnet ist.

    Deshalb kann man nur jedem raten, die App zu deinstallieren und Facebook nur noch im Browser zu benutzen.

  3. Bei der Installation über MM kann man doch Rechte einer App beschneiden? Warum nicht also die Nutzung des Mikrofons verweigern? Wenn die App dann ‚zumacht‘ (FC), ist das sowieso Müll. Eine App muss es „vertragen“ können, wenn diverse Rechte nicht gestattet werden wollen.

  4. Kann doch jeder Facebook-User selber testen:

    Redet mehrfach am Tage über ein Thema, das FB noch nicht von Euch kennt – z.B. „Pfefferanbau“ oder „Chlorwasser-Entsalzungsanlage“!

    Und wenn Euch FB dann Werbung dazu einblendet, dann wisst Ihr, das ein Smartphone auch ein Hosentaschen-Spion ist!

    Probieren geht über studieren!

    Ich kann diese App noch nicht mal deinstallieren! Jetzt weiß ich auch warum….

  5. @Andreas: Das liegt hauptsächlich an den Benachrichtigungen. Stellt man diese in der App komplett ab gibt es kaum Auswirkungen auf die Akkulaufzeit. Aber im Prinzip ist das schon richtig: Browserversion ist nicht verkehrt. Unter MM auch entsprechende Rechteverwaltung dabei.

    @fabi: Stimme nur zu. So Banner nerven. Das stört die, die Adblocker benutzen, eh nur, und vertreibt sie ggf. irgendwann ganz. Dann hat die Seite weniger Reichweite, wird weniger attraktiv für Werbende (gibt ja noch andere Werbeformen hier wie RSS Sponsoring, etc..). Man kann auch statische „Banner“ benutzen, die auch nicht geblockt werden, keine Cookies setzen, einen nicht ausspähen – z.B. Amazon Affiliates per Hand eintragen passend zum Artikel. Ein gutes Buch über Datenschutz oder Facebook passt hier 1000x besser als Werbung über Schuhe, die ich mir vor 2 Wochen gekauft habe und mir nochmal kaufen soll… Außerdem ist es Bullshit wenn Webseiten ihr Design mit Adblockern verändern in meinen Augen. Entweder will ich als Seitenbetreiber, dass alle dasselbe Erlebnis haben, oder mir ist es egal wenn es nach Kraut und Rüben und Kartoffelacker ausschaut.

  6. Facebook macht das noch nicht. Aber damit wäre das Funktionsprinzip von Amazon Echo und Google Home bestens erklärt. 🙂

  7. Jetzt braucht Facebook nur noch einem PR-tauglichen Namen wie Alexa und Siri. Und schon kann man das den Konsumenten positiv vermarkten, wie bei Amazon oder Apple. Da redet auch keiner mehr von „Lauschangriff“. 😉

  8. … oder Cortana 😉

  9. „Am Ende erscheint mit die ganze Geschichte als von Anfang an sehr wackelig. “ Gleiches gilt auch für FB, denn sie verdienen mit Werbung Geld. Personalisierte Werbung ist Gold wert. Und da WA und FB Messenger E2E haben oder bekommen, müssen sie eine andere Möglichkeit finden.

  10. Ich kann dieses mithören selber bestätigen…

    Ich hatte mal innerhalb der Familie ein Gespräch über eine Sache und später habe ich seltsamerweise auf Facebook Werbung darüber erhalten… Wir haben es als Zufall abgetan, aber jetzt wo ich das Thema hier so sehe… Ich werde dir App löschen.. Kein WUNDER, dass die FB App im Hintergrund ordentlich am Akku nuckelt…

  11. auch wenn ich social networks liebe, facebook und einigen anderen, aber fav´cebook als erstes, traue ich nicht über den weg.
    ich bin keineswegs paranoid, habe auch keinen aluhut auf.
    @ich: selber ist dies schon mir und meinem bruder aufgefallen. wir sprachen über gewisse dinge und facebook hatte die passende werbung.

  12. Bei mir war das genau so. Ich habe mich mit einem Arbeitskollegen über seinen neuen Einkauf unterhalten. Er ist nicht bei fb. Ich habe mich vorher nie über das Gerät informiert oder ähnliche Werbung gehabt. Als ich dann fb öffnete, habe ich plötzlich Werbung für das Produkt bekommen. Die hören 100% zu! Danach wurde fb gelöscht und ich nutze es maximal im sicheren Modus auf dem pc. Spionage pur!

  13. mal ganz praktisch gesehen: wie soll FB auch zwischen Fernsehprogramm und normaler Unterhaltung unterscheiden? Und erzähl mir keiner *über die Lautstärke*…