
Der Winter ist da und die Zeit des Heizens hat für viele von euch sicherlich schon vor längerer Zeit begonnen. In Zeiten von smarten Gadgets hat man vielerlei Möglichkeiten die heimischen Gefilde auf Temperatur zu bringen, seien es stinknormale Thermostate für die Heizkörper oder Exemplare mit Bluetooth, WLAN und mehr. Mein heutiger Testkandidat ist ein Thermostat aus dem Haus Eve Systems und hört auf den Namen Eve Thermo.
Wer sich schon etwas länger mit Eve Systems und deren gleichnamigen Gadgets auseinandersetzt, weiß, dass auch das mir vorliegende Thermostat speziell für Apples Smart Home-Lösung HomeKit entwickelt wurde. Sucht ihr also ein Exemplar mit Alexa- oder Google Assistant-Unterstützung , werdet ihr mit folgendem Test nicht glücklich. Über einen HomeBridge-Workaround gäbe es die Möglichkeit Eve Thermo in Alexa einzubinden, das erfordert aber etwas Aufwand.
Installation und Einrichtung
https://itunes.apple.com/de/app/eve-f%C3%BCr-homekit/id917695792?mt=8
Wie bei allen HomeKit-Gadgets ist auch die Einrichtung von Eve Thermo ein wahres Kinderspiel. Im Gegensatz zu anderen Geräten empfehle ich euch zum Setup nicht die Apple Home-App, sondern die dazugehörige Eve-App. Warum? Weil euch die Eve-App die Einrichtung des Thermostats Schritt für Schritt erklärt. Also App installieren und los.
Nachdem ihr innerhalb der App ein neues Thermostat hinzugefügt und den HomeKit-Code entweder manuell eingegeben oder gescannt habt, müsst ihr das Thermostat am Heizkörper anbringen. Der Hersteller liefert dafür allerlei Anschluss-Adapter mit, bei den meisten sollte aber der Standard-Anschluss passen. Nachdem das alte Thermostat ab- und Eve Thermo anmontiert ist, folgt ein sogenannter Kalibrierungsschritt. Dabei öffnet und schließt das Thermostat das Ventil des Heizkörpers und bekommt somit die besten Einstellungsmöglichkeiten mit. Das war es dann auch schon mit der Einrichtung.
Eve Thermo in der Praxis
Wie viele andere Eve-Gadgets auch arbeitet Thermo mit Batterie, vollkommen ohne Bridge und nutzt Bluetooth zur Kommunikation mit der HomeKit-Zentrale. Hat ein Thermostat einen zu weiten Weg zur Zentrale – beispielsweise dem Apple TV – wird die Kommunikation gestört und ein Ansteuern über Siri wird unmöglich. Das ist auch bei vielen anderen Eve-Produkten der einzige große Kritikpunkt, denn manchmal liest die Home-App dann eingestellte Werte nicht richtig aus oder das Auslesen der historischen Werte dauert eine gefühlte Ewigkeit. Habt ihr aber keine weiten Wege, sollte das kein Problem sein.
In dem schneeweißen Thermostat hat Elgato neben einem Display zur Temperaturanzeige auch zwei Pfeiltasten untergebracht, die euch beim Einstellen am Heizkörper unterstützt. Das Ganze funktioniert aber nicht wirklich gut, denn damit das Display aufwacht, muss man schon ein paar mal auf der Taste herumdrücken. Auch sonst reagieren die Pfeiltasten nicht wirklich zügig und erkennen viele Eingaben nicht richtig. Hier ist man mit Siri oder der App deutlich schneller unterwegs.
Neben der manuelle Einstellmöglichkeit könnt ihr natürlich auch von Automatiken profitieren. So gibt es unter anderem bereits vordefinierte Zeitpläne, ihr könnt aber selbstverständlich auch eigene Pläne definieren und dort festlegen, wie viel Grad die „Wohlfühltemperatur“ und wie viel Grad das Minimum ist. Einzig das Verschieben und das Anpassen der Zeitpläne per Finger ist durch die kleinen Steuerelemente etwas frickelig. Hier hätte ich mir alternativ eine Tabelle gewünscht, um die Werte einfacher festlegen zu können.
In den Einstellungen des Thermostats findet ihr weiterhin nützliche Optionen zu denen Temperaturabweichung, Fenster-Erkennung, der Urlaubsmodus und der Ventilschutz gehören. Erstes korrigiert die Messwerte des Temperaturfühlers in Thermo, da dieses direkt am Heizkörper hängt und die Temperatur nicht direkt mittig im Raum messen kann. Die Fenster-Erkennung sorgt dafür, dass das Thermostat schnelle Temperaturabfälle bemerkt und sich selbstständig ausschaltet, um nicht unnötig Heizkosten zu verursachen. Hier könnt ihr Thermo auch mit einem Door+Window-Sensor koppeln.
Im Urlaubsmodus macht das Thermostat nichts anderes als die Temperatur auf einen von euch definierten Wert herunterzuregeln, wer braucht schon eine Heizung, wenn man sowieso nicht da ist. Zu guter Letzt hilft der Ventilschutz dabei, gegen Verkalkungen zu schützen, denn das Thermostat öffnet und schließt das Ventil damit regelmäßig alle drei Wochen.
Wie bei anderen HomeKit-Komponenten auch, könnt ihr Thermo natürlich auch in Szenen benutzen und Automatiken definieren. So könnte die Heizung beispielsweise heruntergeregelt werden, wenn ihr das Haus verlasst und wieder eingeschaltet werden, sobald ihr Zuhause ankommt oder den Arbeitsplatz verlasst.
Eve Thermo – Ein Fazit
Ich habe das Thermostat nun eine Weile in Benutzung und es verrichtet seinen Dienst zuverlässig, Zeitpläne werden sauber verfolgt und bis jetzt konnte ich keine Fehler im Betrieb feststellen. Was mich persönlich jedoch wirklich stört, ist die träge Reaktionszeit der Taster am Thermostat. Klar kann man ins Feld führen, dass die Dinger dazu da sind, per App oder Sprache bedient zu werden, ein Großteil der Personen in einem Haushalt werden aber nach wie vor die manuelle Option nutzen. Hier gibt es deutliches Besserungspotential für Eve Systems.
Was jedoch deutlich verbessert wurde, ist die Software. Wann ich an die ersten Versionen der App denke, erinnere ich mich an viele Glitches und träges Antwortzeit-Verhalten. Eve hat viel Arbeit investiert und einen wirklich schönen und schnellen Client erarbeitet, der auch zur Verwaltung des kompletten Smart Homes nützlich ist und nicht nur zum Bedienen der Eve-Gadgets. Einzig die Ladezeiten der Werte-Historie sind nach wie vor zu lang, was wahrscheinlich an der Kommunikation über Bluetooth liegt.
Im Bereich der smarten Thermostate hat man zur Zeit eine Menge Auswahl, Thermo rangiert da ähnlich wie die Konkurrenz je nach Angebot zwischen 50 und 70 Euro. Im Vergleich zu den Wettbewerbern kann man zwar mit guter App und ordentlicher Verarbeitung punkten, kommt aber „nur“ mit HomeKit und nicht mit der Unterstützung für Alexa oder den Assistant daher. Über einen Workaround könnt ihr zwar auch das Thermostat in Alexa einbinden, jedoch nicht ohne Gefrickel. Wen das nicht stört oder wer sein Smart Home sowieso über HomeKit baut und mit dem etwas trägen Reaktionsvermögen der manuellen Bedienung klar kommt, der wird mit Eve Thermo durchaus zufrieden sein.
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