EU will hiesige Tech-Unternehmen fördern

Es ist kein Geheimnis, dass man in der Europäischen Union viel verpennt hat, was technische Entwicklungen betrifft. Und es ist leider immer noch so, dass man es Tech-Unternehmen in vielen Bezügen mit neuen Regelungen schwerer statt leichter macht. Gibt es da eine Einsicht? Nun, die EU-Kommission plant offenbar europäische Firmen zu unterstützen und gleichzeitig die Dominanz von US-Riesen wie Google, Amazon, Facebook und Co. einzudämmen.

Da gibt es wohl verschiedene Entwürfe seitens der Zuständigen Margrethe Vestager und Thierry Breton. Einen finalen Vorschlag wolle man noch vor Ende 2020 ausarbeiten. Es soll in den Papieren um neue Regelungen zum Datenschutz aber auch die Entwicklung von künstlicher Intelligenz gehen. Dass sich die EU mit dem Thema intensiv befasst, hatte ich ja auch bereits aufgegriffen.

Ein Kernanliegen der Strategie ist es wohl im Bezug auf Daten einen zentralen, europäischen Markt zu erreichen – plus mehrere, kleinere Märkte für bestimmte Industriezweige. Da soll es auch um Themen wie die grenzüberschreitende Datennutzung gehen, Interoperabilität und den Austausch bzw. Standards für verschiedene Branchen wie Finanzdienstleistungen, Landwirtschaft und Gesundheitswesen.

Kontrovers ist wohl, dass einige Regelungen auch eine Lockerung des Datenschutzes in der EU vorsehen könnten. Da dürfte man insbesondere in Deutschland aufhorchen. Zudem wolle man wohl neue Regelungen schaffen, welche der Monopolisierung von Daten entgegenwirken und zielt dabei speziell auf US-Unternehmen, wie die eingangs schon erwähnten Amazon, Facebook und Google, ab.

Ein sogenannter „Digital Services Act“ solle zudem dafür sorgen, dass große Plattformbetreiber stärker dafür in die Verantwortung für das genommen werden, was in ihren Netzwerken so vor sich geht. Aktuell scheint da eben aber noch nichts fest in Stein gemeißelt zu sein. Warten wir also mal ab, wie sich die Sache so entwickelt, bis wir mehr zu den Entwürfen und finalen Vorgaben hören.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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4 Kommentare

  1. Die EU ist so süß. Dabei ist jedem halb INformierten klar, dass die Amis nicht einholbar sind in diesem Bereich. Aber einfach mal Geld mit der Gießkkanne aus dem Steuersäckerl verteilen, statt durch Risikokapital.

    • Warum ist so klar? Jeder halb Informierte wird einen Blick nach China werfen und siehe da, dort spielen US-Firmen nicht mehr die Megarolle. Zugegeben, ist natürlich viel durch Staatsdiktatur entstanden, aber dennoch nicht so, wie Du sagst. Schlimm ist es nur, wenn man aufgibt. Insebsondere weil Amerika gerade selber abschafft. Eigentlich sollte man vielleicht hoffen, daß der Clown bleibt, dann rückt der Rest der Welt weiter enger zusammen.

  2. Typisch EU. Es ist bekannt, dass wir in dem Bereich der USA nichts entgegenzusetzen haben und man kontert mit schwachsinnigen, überzogenen Datenschutzgesetzen die gezielt gegen einzelne Konkurrenzfirmen gerichtet sind. Dazu dann noch ein paar Strafzölle getarnt als Milliarden Strafen wegen irgendwelchen fadenscheinigen angeblichen Wettbewerbsverstößen etc.

    Welch ein verlogenes Volk das Regime in Brüssel doch ist.

    Soll man doch Rückgrat beweisen und es offen als Strafzölle deklarieren!

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