EU Voice & EU Video: Zwei Social-Media-Plattformen starten in die Pilotphase

Photo by Sara Kurfeß on Unsplash

Mit „EU Voice“ und „EU Video“ starten zwei Social-Media-Plattformen in die öffentliche Pilotphase. Dies hat der Europäische Datenschutzbeauftragte bekannt gegeben. An der Pilotphase nehmen diverse EU-Institutionen, -Ämter sowie -Agenturen teil. Diese können über die Plattformen Texte, Bilder und Videos auf EU Voice bzw. Videos und Podcast über EU Video teilen. Die EU möchte damit ihren Beitrag zur digitalen Souveränität und Unabhängigkeit der EU in der digitalen Welt leisten.

Bei den beiden Plattformen setzt man auf einen dezentralen und datenschutzfreundlichen Ansatz. Die sozialen Netzwerke seien kostenlos, quelloffen. Außerdem schaltet man keine Werbeanzeigen. Als Basis dienen hierbei Mastodon (EU Voice) sowie PeerTube (EU Video). Man bringt also ein selbstgehostetes Pendant zum Microblogging-Dienst Twitter sowie YouTube an den Start. Mastodon bekommt seit Musks Twitter-Shopping-Tour derzeit ohnehin einen erhöhten Zulauf. Solltet ihr auch auf Mastodon unterwegs sein, dann könnt ihr nun also auch über diverse Neuigkeiten der EU im Bilde bleiben. Was ihr (noch?) nicht machen könnt, ist, es euch auf besagter Mastodon-Instanz selbst zu registrieren. Warten wir mal ab, ob da nach erfolgreicher Pilotphase noch etwas kommt.

Bei der Entwicklung haben Datenschutzbeauftragter und die Generaldirektion Information der Europäischen Kommission DIGIT zusammengearbeitet. Im Zentrum steht das Recht auf Privatsphäre und Datenschutz. Ganz konkret verzichtet man auf die Übermittlung von personenbezogenen Daten an Länder außerhalb der Europäischen Union bzw. des Europäischen Wirtschaftsraums. Durch die Pilotphase erhofft man sich einen ersten Praxistest sowie Feedback von den teilnehmenden EU-Institutionen.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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21 Kommentare

  1. dirk der allerechte says:

    Mastodon das klingt so wie als ob Tönnies irgendwas dort im Fleisch verarbeitet was nicht ganz okay ist

    • RegularReader says:

      Ist aber nur das Tier, das im Logo zu sehen ist 🙂

      Wikipedia: „A mastodon is a large, elephant-like mammal of the extinct genus Mammut (formerly Mastodon).“

      • naja nen Tier das ausgestorben ist … jetzt nicht unbedingt nen gutes Markenzeichen, oder istd as Schwarzer Humor und will sagen das der Dienst auch zum aussterben verdammt ist ?

        • Das ist ja ein wahrer Hot Take. Noch zwei Posts weiter und jemand erklärt, die Software sei zum Scheitern verurteilt weil sie die Tweets toots genannt haben. Und das Stünde ja in irgendeinem Winkel Amerikas für Flatulenzen. 😀

  2. Ich drücke die Daumen, dass der produzierte Content Qualität hat, das ist die Vorraussetzung dafür, dass sich Nutzer dafür interessieren.

    Selbst registrieren auf diesen Instanzen halte ich nicht für notwendig, denn solange diese Instanzen mit allen anderen verknfüpft sind, kann ich von jeder anderen Instanz den Konten der EU-Instanzen followen. Stichwort^UHashtag dezentral.

  3. Wie soll denn eine Plattform, die von einer Institution betrieben bzw. von einer solchen initiiert wird, tatsächlich unabhängig sein?

    Und bei der EU muss man davon ausgehen, dass in dem Moment, wo dort Messages und Infos zu finden sind, die nicht erwünscht sind, gleich wieder blockiert werden. (und damit sind nicht die gerne für Kontrollen herangezogenen russischen Desinformation gemeint).

    Nur von Politik und Business unabhängige Plattformen können letztlich auch Unabhänigkeit sichern.

    • RegularReader says:

      Mastodon und PeerTube gehören zum Fediverse und sind unabhängig, da jeder seine eigene Instanz starten und dennoch mit allen kommunizieren kann.
      Die EU Plattformen sind einfach Instanzen in diesen Netzwerken und die Unabhängigkeit besteht gegenüber den USA und deren großen Netzwerken.
      Ansonsten können sie gerne unerwünschte Inhalte blockieren, das gilt dann aber nur für ihre Instanz und nicht für die anderen Instanzen im Gesamtnetzwerk.

    • Sie nutzen ja Mastodon, das ist dezantral und Open Source und damit unabhängig. Jeder kann seinen eigenen Mastodon-Server betreiben und ist mit der ganzen Mastodon/Fediverse-Welt verbunden.
      Sie können natürlich ihre Server kontrollieren, aber nicht andere. Niemand ist gezwungen deren Server zu nutzen.

  4. find ich super. gibt leider viel zu viele ämter und andere stellen, die wie immer nur auf facebook oder insta unterwegs sind.

    • RegularReader says:

      Und diese sind nicht DGSVO-konform. Ich hoffe ja dass die EU-Plattform läuft und öffentlichen Stellen die Nutzung von Systemen, die nicht mit der DSGVO vereinbar sind, verboten wird.

  5. >>Die EU möchte damit ihren Beitrag zur digitalen Souveränität und Unabhängigkeit der EU in der digitalen Welt leisten.

    Die EU will also in der digitalen Welt einen Beitrag leisten den sie in der realen Welt nicht leisten kann? Putins Krieg, den er als militärische Spezialoperation bezeichnet, zeigt doch, dass die EU ohne Unterstützung der USA nicht mal ein zahnloser Tiger ist. Jetzt schwingt sich dieser zahnlose Tiger auf und möchte gern seine Macht zur Erreichung der digitalen Souveränität und Unabhängigkeit demonstrieren. Eigentlich ein NoGo, nach dem was wir momentan sehen. Richtiger wäre es auch in der digitalen Welt die Zusammenarbeit mit den USA zu forcieren und so europäische Werte zu globalisieren.

    • RegularReader says:

      Irgendwie am Thema vorbei und dann in sich nicht schlüssig.

      Erst ist die EU „zahnlos“ und dann soll sie die Zusammenarbeit mit den USA forcieren, um europäische Werte zu globalisieren?!
      Nach der „Zahnlos-Theorie“ würde eine forcierte Zusammenarbeit doch wohl eher zur Aufweichung der europäischen Werte und einer Globalisierung der US-amerikanischen Werte führen oder nicht?

      • @RegularReader
        Ich schrieb, ohne Unterstützung der USA ist die EU nicht mal ein zahnloser Tiger. Aus dieser Position heraus kann man schwer von eigener Souveränität und Unabhängigkeit faseln. Eine forcierte Zusammenarbeit mit den USA muss in einem Geben und Nehmen münden und wäre somit keine Einbahnstraße. Die USA könnten in europäischen Werten durchaus Vorteile sehen, was sie m.E. durchaus schon tun.

      • Wundert mich auch. Im Beitrag von Felix geht’s um die Präsenz von EU-Institutionen in sozialen Medien, nicht um militärische Kooperation.

        • Leider etwas zu kurz gedacht @Christian. Klar ist nach der „Zeitenwende“ bei Vielen die militärische Kooperation zuerst in den Köpfen. Allerdings ist die EU als Ganzes doch sehr von den USA und deren Wohlwollen abhängig. Weder Frankreich noch Großbritannien – Letzteres seit dem Brexit nicht mehr Teil der EU – können leisten was die USA leistet. Sowohl militärisch als auch wirtschaftlich. Unter den EU-Mitgliedsstaaten sind auch sehr arme, wirtschaftsschwache Staaten. Souveränität und Unabhängigkeit heißt auch deren Bedürfnissen gerecht zu werden. Ohne USA oder eine andere starke Volkswirtschaft auf der Welt eher ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen. Auch deshalb halte ich es für relativ sinnfrei sich als EU auf die „digitale Welt“ konzentrieren zu wollen und dort die Fähnchen von Unabhängigkeit und Souveränität zu schwenken. Es wird nicht funktionieren und am Ende viel Geld für Nichts verschlingen. Geld das an anderen Stellen viel dringender Gebraucht wird.

  6. @caschy: Sieht man dich auch bald auf mastodon? Bin auf den Beitrag tatsächlich über meine Instanz aufmerksam geworden. Vielleicht kannst du deine Beiträge auch einfach nur per Bot in die Timeline spülen (geht ja auch, ohne großen Mehraufwand). Das wäre ein Stückchen mehr Tech-Qualitätscontent.

  7. Ich geben den Plattformen 3 Jahre und die werden eingestellt.
    Nachdem ich vorgestern meinen Twitter-Account deaktiviert habe ( gelöscht wird der ja dann nach 30 Tagen ) überlege ich schon, welche Plattform bei mir die nächste ist. Im Bekanntenkreis verabschieden sich immer mehr von Facebook, Instagramm und Co.

    • Hey Tom schau dir mal Truth Social an (ja ich weiß ich vom idioten trump), aber trotzdem ist die Plattform sehr interessant und das ux Design gefällt. Viele bekannt wechseln aktuell dorthin

      Facebook stelle ich keinen Abgang von Freunden fest. Aber instagram verliert derzeit massiv Nutzer.

  8. Ich wünsche den 3 Leuten viel Spaß beim teilen von EU Meldungen.

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