EU-Kommission wird prüfen, ob US-Unternehmen Daten-Maut zahlen müssen

Photo by Sara Kurfeß on Unsplash

Es stand schon mehrere Male im Raum: Große Tech-Konzerne sollen eine Abgabe leisten, damit ihre Inhalte zum Kunden kommen. Quasi eine Daten-Maut für Facebook, Google, Netflix, Apple und andere. Konzerne wie die Deutsche TelekomVodafone, Telefónica und dergleichen beschweren sich schon seit langer Zeit darüber, dass die genannten Unternehmen eine derartige Datenlast erzeugen, mehr und mehr Bandbreite benötigen und noch nie auf die Idee gekommen sind, sich am Ausbau der Netze zu beteiligen.

Das Exekutivorgan der Europäischen Union wird Anfang nächsten Jahres eine Konsultation zu der Frage einleiten, ob Tech-Giganten einen Teil der Kosten für das europäische Telekommunikationsnetz tragen sollten, sagte EU-Industriechef Thierry Breton am Freitag, wie Reuters berichtet.

Wir müssen auch überprüfen, ob die Regulierung beispielsweise an die GAFAs (Google, Apple, Facebook, Amazon) angepasst ist, die Bandbreite (von) Telekommunikationsbetreibern nutzen„, sagte Breton gegenüber Reportern.

Breton sagte, dass dieses spezielle Thema oder der sogenannte „faire Anteil“ der amerikanischen Technologieunternehmen an der Finanzierung der europäischen Telekommunikations- und Internetinfrastruktur Teil einer umfassenden Konsultation sein wird.

ETNO, die europäische Interessenvertretung der Telekommunikationsbetreiber, erklärte in einem Bericht vom Mai, dass mehr als die Hälfte des weltweiten Netzverkehrs auf sechs Unternehmen entfällt: Google, Facebook, Netflix, Apple, Amazon und Microsoft.

Breton sagte, die Konsultation werde im ersten Quartal 2023 beginnen und fünf bis sechs Monate dauern. Die Vorschläge der EU-Kommission werden danach folgen.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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37 Kommentare

  1. Müsste abgelehnt werden.
    Denn sonst gibt es ja keine Netzneutralität.

  2. Jetzt bin ich mal so frech zu behaupten, dass weit mehr als 50% der Haushalte kein DSL/Kabel bräuchten, wenn sie diese Dienste nicht in Anspruch nehmen würden.

    • Zumindest würden in vielen Fällen deutlich kleinere Internetpakete ausreichen. Ohne Streaming bräuchte eine Familie kaum einen Tarif über 50Mbit/s.

      • Auch mit Streaming sind höhere Bandbreiten nur selten tatsächlich erforderlich, selbst 50 MBit/s sind da in aller Regel mehr als ausreichend. Natürlich gibt es solche Konstellationen, aber nicht jede Familie besteht aus vier oder mehr Personen, die auch dann nicht alle Videos in 4K (oder höher) streamen, und das auch nicht immer gleichzeitig.

    • Über das Internet laufen ja auch noch andere Dinge als nur Entertainment, auch wenn das gerade im privaten Umfeld den wohl größten Teil ausmacht.

  3. Nicht deren ernst oder?

  4. Schon lustig, wie die Provider seit Jahrzehnten über Kosten jammern – aber alte Technologien (DSL statt Fiber ausbauen). Mit US-Unternehmen hat man nun wieder eine Sau gefunden, welche man durchs Dorf treiben kann. Dass die EU sich daran beteiligt, ist jedoch wenig überraschend.

  5. Also nach der Logik der Netzbetreiber zu urteilen, bekommen die GAFAs den Netzanschluss völlig umsonst?
    Ja dann sind solche Forderungen natürlich berechtigt.
    Falls die GAFAs hingegen den Netzanschluss und die Bandbreite mieten, so wie jeder andere Teilnehmer auch, würde ich das als Sonderabgabe sehen.
    Vielleicht könnten Telekom und Co. mal die Millionen Euro an ihren Vorstand ordentlich kürzen.
    https://bericht.telekom.com/geschaeftsbericht-2019/anhang/sonstige-angaben/44-verguetung-von-vorstand-und-aufsichtsrat.html
    Die Millionen die der Wasserkopf schluckt, würden den Ausbau ein gutes Stück weiterhelfen.

    Was die Forderung angeht, berechtigt oder nicht, würde mit Sicherheit eine amerikanische Reaktion hervorrufen und im Falle des Falles geben Unternehmen zusätzliche Kosten gern an ihre Kunden weiter. Sprich, über Umwege würden wir als Kunde mehr belastet.

  6. Kann sich eigentlich irgendjemand an einen Fall erinnern, dass die EU-Kommission jemals etwas Positives hervorgebracht hätte? Mir fällt da keiner ein. Alles, was die EU falsch macht, geht seit jeher von der EU-Kommission aus. Die ist nicht demokratisch legitimiert, macht einen bürgerfeindlichen Vorschlag nach dem anderen und ist im Wesentlichen ein Plutokratenclub, der den nationalen Regierungen dazu dient, die Grundrechtsverletzungen, die sie im Inland nicht durchgesetzt bekommen, über die EU einzuführen. Können wir den Laden bitte endlich dichtmachen?

    • Kann sich eigentlich irgendjemand erinnern, schon mal so einen Quatsch gelesen zu haben?

      • Welch unvergleichliche Argumentation, ich schreibe sie sofort in mein Buch für die Nachwelt.

      • schwer zu toppen, geschwurbel par exellence.

      • mmmh lass mal sehen in den Gremien sitzen die Politiker die man hier abgeschoben hat (nicht legitim vom Volke gewählt) es werden von eben diesen Politikern EU Gesetze forciert, welche hier scheiterten oder vom Bundesverfassungsgericht einkassiert wurden um sie über den EU Umweg doch durchzudrücken … sie VDS & Co. finanziert durch korrupte Lobbyarbeit. Immer mal wieder offengelegt durch zum Beispiel lobbwatch.org was natürlich ein Dorn in den Augen der Korrupten ist.

    • Uau na zum Glück sitzen nicht Menschen wie du im Parlament.

      • In einem EU-Parlament, welches kein Initiativrecht hat und im Wesentlichen ein Alibiverein ist, damit man der Bevölkerung wenigstens einen Hauch demokratischer Mitbestimmung vorgaukeln kann, würde ich gewiss nicht sitzen wollen.

        Die Rechte des EU-Parlaments müssen gestärkt werden, die EU-Kommission hingegen braucht kein Mensch, wie sie selbst immer wieder mit Vorschlägen wie obigem unter Beweis stellt.

    • Gerade in diesem Segment vermag auch ich nicht wirklich zu erkennen, wann mal eine gute Entscheidung getroffen wurde, die den Menschen tatsächlich etwas bringt, sie also davon profitieren konnten. Aber ich räume gerne ein, dass ich das „große Ganze“ sicher nicht vollumfänglich überblicke und lasse mich da auch gerne belehren. 🙂

    • Gunar Gürgens says:

      DSGVO

  7. Wie bescheuert ist das denn? Dann könnte Daimler & Co. gleich für die Mengen an Benzin, welche ihre Panzer unnötig verbrauchen und die Straßeninstandhaltung, weil unnötig schwer bezahlen. Und was ist mit DAZN und Sky? Und RTL+, ARD und ZDF? Die streamen doch auch! Nur weil dieses Land und damit auch die EU das Thema Digitalisierung verpennt haben, sollen andere blechen? So funktioniert das nicht. Auf die Retourkutsche der Amis bin ich mal gespannt…

    • Die Retourkutsche wird eh sein: Die Kosten werden für EU-Konsumenten am Preis augeschlagen.
      Politiker werden es als großen Wurf gegen die ganz, ganz bösen US-Konzerne verkaufen, bezahlen darf es wieder der kleine Bürger selbst. Heimische Konzerne bekommen bei Misswirtschaft zeitgleich wieder leise Milliarden Subventionen hinten reingeschoben.

  8. Ganz ehrlich, aus Protest aus Europa raus. Keine Clouddienste mehr, keine Kooperationen mehr mit Deutschland. Kein Teilen von Wissen, einfach fluchtartig raus hier. Es ist unfassbar, was Europa fordert. Wir zahlen hier horrende Preise fürs Internet, allen voran in Deutschland. Dafür bezahlen die Kunden bereits. Es ist nur noch frech, was Europa fordert

  9. Was für ein kompletter Schwachsinn. Was verkaufen denn die ISPs? Zugang zu Facebook, Google, Netflix usw. Dafür werden sie bezahlt. Und natürlich müßten sie eigentlich einen Großteil ihrer Einnahmen an die Content-Anbieter abtreten, Und nicht umgekehrt.

  10. Bin auch dafür das sich vw, Mercedes, bmw, Porsche, Shell,Aral usw sich an europäischen Straßen beteiligt, kann nicht sein das die Gewinne machen und der Steuerzahler zahlt die Infrastruktur dafür!

  11. Also dann brauche ich in Zukunft nicht mehr für mein DSL bezahlen. Google hat dann ja bereits für meine Daten zB. Die Telekom entlohnt.
    Oder wollen die etwa doppelt abkassieren???

    • Klar will die Telekom zwei Mal abkassieren. Nicht nur die Telekom, aber die war schon immer der lauteste Vertreter dieser witzigen Idee. Glatze hat immer gute Ideen. Erst Glasfaser totreden, dann, wenn es nicht mehr geht, die Konkurrenz überbauen und sich zum Glasfaser-König ausrufen lassen. Auch beim Peering völlig schamfrei zulangen, ist ja egal, dass die Peeringkapazität teilweise nicht ausreicht und die Kunden darunter leiden. Die Schuld kann man ja immer auf die anderen abschieben, merkt ja keiner.

      • Die Telekom hat überall ihre Glasfaser zuerst gelegt und wird überbaut.

        Bitte bei den Fakten bleiben, bitte nicht nur weil die das EU Dingsda ablehnen, nicht anfangen zu lügen über den Glasfaser Ausbau.

        Die Konkurrenz zimmert überall und immer über die Glasfaser Leitungen der Telekom. Sie hat die meiste Glasfaser und baut am meisten FTTH. Ob sie die Telekom mögen oder nicht, es müssen unbedingt die kleinen Eintagsfliegen Anbieter wieder weg. Die gibt es immer mehr und taugen nichts.

  12. mmh lass mal sehen: Ich zahle für meinen Internetzugang, die Anbieter zahlen ebenfalls für Ihren Zugang …. also beide Parteien zahlen bereits dafür das die Daten übers Internet geschoben werden …. wofür soll jetzt bitte der Anbieter nochmals ein drittes mal zahlen?

    Die Internetprovider werden als bereits doppelt für eine Leistung bezahlt und wollen nun noch ein drittes mal abkassieren?
    WOW solche Unverfrorenheit gehört „Gehen sie direkt ins Gefängnis“!

  13. Keine gute idee, somit wird das leben im EU immer teurer.

  14. Solange jeder für seinen Anschluss zahlt und das tut man reichlich, hat den Provider gar nicht zu interessieren welche Daten dadurch fließen. Aber die Gier der Internetprovider ist unermesslich…

  15. Toll. Und bezahlen darfs schlussendlich der Kunde. Genauso schwachsinnig, wie der dämliche Cookie Wahn, der Millionen Stunden an vergeudeter Zeit erzeugt.

    • Inwiefern Millionen Stunden?
      Es ist doch relativ einfach:

      1. Leute, denen egal ist was mit ihren Daten passiert klicken einmal auf ´annehmen´
      2. Wer gegenteilig tickt, klickt zweimal; konfigurieren & ´Auswahl speichern´
      3. Null Klicks durch eigenverantwortliche Automatisierung seiner immergleichen Auswahl

      Dann gibt es natürlich Anbieter, die (genau wie beim Fernabsatz) mit – abenteuerlichen, aber lobbymässig abgesegneten – Tricks den alten Status erzwingen.

      Es ist meiner Meinung nach transparenter als vorher, aber leider nicht perfekt.
      Wie üblich, weil man sich wieder mal nicht getraut hat, Unternehmen gegenüber ein klares und umfängliches Statement zu setzen.

      Leute denen ihre eigene Bequemlichkeit über Alles geht, sind allerdings blind für sowas.

      • Das mit dem cookie Ding könnte tatsächlich Transparenz bringen und die elendigen cookie Fenster abschaffen.

        Natürlich wird da aber auch Geld verdient.

  16. Ich denke seitens der EU herrscht eine Berechtigte Wut vor, was sich gerade Amazon und Google die letzten Jahre geleistet haben.
    Die haben wirklich kriminell schlimme Sachen gemacht, Amazon ihr marketplace zu seinen eigenen gunsten manipuliert und Google übt über die Suchmaschine und YouTube erhebliche Macht aus (Zugang zu wissen). Was dort nicht gelistet ist, „gibt es nicht“. Dann noch Werbe, Bwtriebssystem monopole (was schamlos gegen andere wie Linux ausgenutzt wird)

    Die Liste inkl. Steuer Vermeidung und Sklaven Arbeit in Verteilzentren ist lang.

    Dies treibt die EU gerade an in ihrer Wut.

    schauen wir erstmal was dabei rauskommt und wer davon profitiert!!!

    erstmal ist es gut, dass diese Konzerne einen Dämpfer bekommen, dabei muss Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit gewahrt bleiben.

  17. Wenn die EU Kommission eingeschaltet wird, kanns nur gut werden. Das Spitzenpersonal wirds mal wieder richten.

  18. Wie soll das von der Gerechtigkeit her gehen: Spotify oder die Mediatheken europäischer Anbieter zahlen also nix extra, Apple Music oder Disney ja für die gleiche Dienstleistung an die ISPs? Nur weil sie in unterschiedlichen Erdteilen ihren Sitz haben? Was für ein Blödsinn und eine Diskriminierung aufgrund allein der geografischen Herkunft / Firmensitz. Gleiche Leistung – also z. B. Sgtreaming eines Videos muß immer zu den gleichen Konditionen beim jeweiligen ISP möglich sein, egal wo der Sreamende nun seinen „Wohnsitz“ hat. Ich muß ja in Schweden oder den USA nicht mehr für eine Taxifahrt oder Busfahrkarte zahlen als ein einheimischer und nicht meinen Perso vorzeigen . Hoffe die amerikanischen Unternehmen klagen beim EuGH und der gibt ihnen recht und verhindert diese Diskriminierung aufgrund der herkunft.

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