Electronic Arts: „FIFA“-Marke schränkt die eigenen Fußballspiele ein

Electronic Arts (EA) hält aktuell noch die FIFA-Lizenz. Allerdings ist die Frage, ob man die Zusammenarbeit wirklich verlängern wird. Da gibt es nämlich Streitigkeiten zwischen den Partnern. Die FIFA wollte wohl höhere Gebühren für die Lizenz geltend machen, 2,5 Mrd. US-Dollar für 10 Jahre, und EA wiederum prüft kritisch, ob man nicht ohne die FIFA-Rechte besser bedient wäre.

Der EA-CEO, Andrew Wilson, soll nämlich intern die Mitarbeiter darauf hingewiesen haben, dass die FIFA-Lizenz die Fußballspiele in vielerlei Weise eingeschränkt habe. Etwa habe man daher keine neuen Spielmodi einführen können, die über das traditionelle 11v11 hinaus gehen. Auch die Einbindung „breiterer digitaler Ökosysteme“ sei verhindert worden – was auch immer damit gemeint sein könnte. Letzten Endes habe man „vier Buchstaben auf dem Cover“ erhalten.

Doch jene vier Buchstaben dürften Fußballfans eben doch gehörig anziehen. Allerdings ist es aktuell fraglich, ob die Lizenz verlängert wird. Sollte das nicht der Fall sein, dann wäre „FIFA 23“ eventuell das vorerst letzte Spiel von EA Sports mit dem bekannten Markennamen. Insbesondere in den Jahren, in denen keine Weltmeisterschaft anstehe, erhalte man von FIFA zu wenig, argumentiert Wilson offenbar.

Wilsons Argumente klingen teilweise jedoch auch krude: Der EA-CEO nennt als Beispiel für die Einschränkungen durch die Lizenz, dass etwa viele Spieler nach der Einbindung für sie relevanter Marken gefragt hätten – etwa Nike. Das sei für EA aber nicht möglich gewesen, weil die FIFA einen Vertrag mit adidas abgeschlossen habe. Das klingt so, als wolle man vor allem mehr Geld durch weitere Partnerschaften scheffeln und sei da ausgebremst worden – dass die Spieler dies vermeintlich fordern, klingt für mich eher vorgeschoben.

Nun denn, es heißt abwarten, ob die über 30 Jahre bestehende Partnerschaft zwischen EA und FIFA fortgesetzt wird oder tatsächlich bald endet. Ich persönlich vermute, man versucht hier eher mit Getöse den Preis zu drücken.

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6 Kommentare

  1. Es geht also um noch mehr Geld machen, Überraschung.

  2. Frage mich was sie mit anderen Spielmodi meinen? Ich mein, es ist Fußball …

    • Hallenfußball, Beachsoccer, Volleysoccer oder wie das heißt, 7 vs 7 was ja teils schon angedacht ist für untere deutsche Ligen. Und die FIFA gibt halt auch vor denk ich, dass du die EM oder WM abbilden musst. Aber halt andere Dinge nicht.

      • Hach ja, der gute alte Hallenfußball. Ich sehne mich seit 1998 nach diesem Modus zurück. Werner Hansch hallt immer noch in meinem Ohr: „Und prallt vom Holz ab oder, sagen wir besser vom Metall“.

      • Wenn die FIFA tatsächlich solche Modi unterbindet, wäre es vielleicht wirklich ganz clever, sich von denen zu trennen. Aber dann merken die Kunden vielleicht, dass sie jedes Jahr einen hohen Preis für ein Datenbankupdate mit kleinen kosmetischen Änderungen bezahlen.
        Auf der anderen Seite dürfte EA dann wieder verstärkt darauf setzen, irgendwelche Features und Modi zu entfernen, um sie dann ein paar Jahre später wieder als neu und super hineinbringen zu können.

  3. Wenn eine Firma behauptet, die Spieler wollten dies und jenes so, muss man grundsätzlich erst einmal davon ausgehen, dass das gelogen ist. EA behauptet ja auch, die Spieler wollten als Fußballsimulation getarntes illegales Glücksspiel, wie es die FIFA-Ableger seit ich weiß nicht wie viel Jahren sind.

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