Caschys Blog

„Elden Ring“ angespielt: Dunkle Fantasie mit offener Welt beerbt „Dark Souls“

Bisher haben mich die Spiele des japanischen Entwicklers FromSoftware kaum gereizt. „Dark Souls“, „Bloodborne“, Sekiro: Shadows Die Twice“ – das sah mir alles zu düster und bedrückend aus. Somit gebe ich zu, dass „Elden Ring“ dann auch das erste Game der Entwickler ist, das ich intensiv gezockt habe. Geschürt wurde mein Interesse durch den Wechsel zu einer offenen Spielwelt und der Mitwirkung von George R. R. Martin. In meinem Anspielbericht verrate ich euch, ob sich „Elden Ring“ auch für Neulinge (wie mich) im düsteren Kosmos von FromSoftware lohnt.

Dabei kann man es drehen und wenden, wie man will: Zwar spielt „Elden Ring“ in einer eigenen Fantasy-Welt, die Parallelen zu „Dark Souls“ sind aber schwer zu übersehen. Auch hier setzt man auf für heutige Zeiten verhältnismäßig knüppelhartes Gameplay und Kämpfe, die weniger durch Schnelligkeit und Hektik, sondern durch Timing und Taktik gewonnen werden wollen. Den Schwierigkeitsgrad kann man nicht einstellen, entweder ihr kommt also damit klar oder habt Pech gehabt.

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Die Story von „Elden Ring“ ist einigermaßen verworren, kann nach meinem Eindruck aber auch komplett ignoriert werden. Das finde ich bei einem RPG immer etwas schade, ist aber eine Krankheit vieler Open-World-Rollenspiele. Im Wesentlichen wurde ein mächtiges Artefakt, der titelgebende Elden Ring, zerstört. Aufgabe des Spielers ist es, seine Fragmente zu finden und ihn wiederherzustellen. Dann könnte der Protagonist zum Elden Lord aufsteigen.

Die Geschichte ist ein Vorwand, um euch gegen zahlreiche Endgegner ins Gefecht zu schicken, die Fragmente des Elden Rings herumtragen und durch sie korrumpiert worden sind. Ab und an plaudert man zwar auch mit (wenigen) NPCs über die Entwicklung der Handlung, wer die Gespräche ignoriert, verpasst aber nicht wirklich viel, behaupte ich. Nach Nachfrage bei einem Kumpel, der Fan von FromSoftware ist, soll das aber auch bei „Dark Souls“ und Co. ähnlich gewesen sein. Also wird euch das wohlbekannt vorkommen, sollte „Elden Ring“ für euch (im Gegensatz zu mir) nicht das erste Spiel der Japaner sein, in dem ihr tiefer versinkt.

So vergessenswert also die teilweise abstrusen Story-Schnipsel sind, so einnehmend ist das Gameplay. Hier kommt man in der Tat mit simplem Losstürmen und Draufhauen nicht weit. Vielmehr gilt es, gerade bei neuen Gegnern, deren Angriffsmuster genau zu beobachten und im richtigen Moment zuzuschlagen. Auch Schleichen spielt eine große Rolle, denn so eine Attacke aus dem Hinterhalt kann viele Gegner direkt ausknocken oder zumindest fürs anschließende Scharmützel entscheidend schwächen.

Immer dabei: Das getreue Pferd, welches man per Knopfdruck aus dem Nichts materialisieren lässt. Das ist zwar nicht sehr realistisch, aber praktisch. Zumal man zu Pferde sehr agil ist und Gegner dennoch gut mit Schwert,  Magie und Co. erwischen kann. In vielen Spielen wedelt man auf hohem Ross ja mit dem Schwert eher unkontrolliert herum. Hier ist es FromSoftware hingegen gelungen, in „Elden Ring“ das Gefühl der Kontrolle zu erhalten.

Das ist, wie bereits angedeutet, auch dringend notwendig: Segnet man nämlich das Zeitliche, was unschön genug ist, kann man nicht einfach seinen alten Spielstand laden und wieder loslegen. Vielmehr verliert man all seine gesammelten Runen. Nun hat man einmal die Chance, zum Ort des eigenen Todes zu stürmen, die Runen wieder einzusammeln und zu türmen. Das kann allerdings hoffnungslos sein, falls man sich in ein Areal gewagt hatte, in dem die Gegner komplett übermächtig gewesen sind.

So sollte man sich dann eben auch nicht mit allen Feinden blindlings ins Gefecht stürzen. Einige Gegner, die man recht früh auf der offenen Oberwelt entdeckt, sind anfangs noch viel zu mächtig. Zuerst gilt es bessere Ausrüstung zu finden, die eigenen Stats zu steigern und auch im Kampf geschickter zu werden. Anfangs wählt ihr dabei im Übrigen aus verschiedenen Charakterklassen wie dem Samurai, dem Krieger oder dem Vagabunden. Je nach Klasse sind die Anfangswerte anders verteilt und auch eure Fähigkeiten weichen ab. Ihr könnt aber auch eine völlig auf Durchschnitt getrimmte Klasse namens „Wretch“ wählen. Das ist aber nicht notwendig, denn die Klassen weichen zum Start zwar voneinander ab, im Grunde könnt ihr aber alle frei weiter entwickeln in die Richtung, die euch am besten liegt.

Getestet habe ich „Elden Ring“ an der Xbox Series X, wo das Spiel „gut“, aber nicht weltbewegend aussieht. Ich zähle „Elden Ring“ da zu den Titeln, denen man seine Cross-Generation-Wurzeln besonders anmerkt. Das schlägt sich insbesondere in vielen verwaschenen Texturen und reichlich Pop-in von Objekten nieder. Da bin ich aktuell auch sehr durch „Horizon Forbidden West“ verwöhnt, das ich parallel spiele. Punkten kann „Elden Ring“ mit seinem düsteren Art-Design. Vor allem die Gegner sehen teilweise reichlich ausgefallen und sehr kreativ gestaltet aus. Da wurde ich beim Erkunden der Spielwelt regelrecht gespannt, was mich als nächstes erwartet.

Auch der bombastische Soundtrack gefällt mir sehr gut, während die englischsprachigen Sprecher etwas durchwachsen klingen. Hier gibt man sich sehr der Theatralik hin. Waffenklirren, ekelhaftes Grunzen der Monster, knartschende Mauern – das passt alles wunderbar. Am Gameplay gefällt mir dabei sehr gut, dass „Elden Ring“ einen anderen Weg geht, als beispielsweise die Ubisoft-Titel oder ansatzweise auch „Horizon Forbidden West“. Statt die Übersichtskarte mit Symbolen vollzupacken, ist die Map bewusst spartanisch gehalten und gibt nur einen groben Überblick.

Stattdessen wird man als Spieler inspiriert, sich zu Orten vorzuwagen, die aus der Ferne spannend aussehen. Erblickt man da etwa ein verfallenes Schloss, dann benötigt man ja eigentlich auch keinen Marker auf der Karte, damit Interesse geweckt wird. Hier erweist sich die beeindruckende Weitsicht des Titels auch als Gameplay-Merkmal. Der Erkundungsdrang des Spielers soll aktiv geweckt werden. Das funktioniert super, auch wenn er nicht immer belohnt wird. Denn ich sage mal zu 50 % stößt man zunächst auf übermächtige Feinde und nimmt die Beine doch wieder in die Hand.

Aber auch das ist Teil der Erfahrung und man erweitert so ganz natürlich sein Wissen über die Spielwelt. Wie in einem „Zelda“-Spiel findet ihr auf der Oberwelt immer wieder Eingänge in Kerker und Verließe. In jenen warten besonders mächtige Gegner – aber natürlich auch Belohnungen bzw. eventuell Teile des titelgebenden Elden Rings. Die Oberwelt gibt euch quasi die Chance, euch für jene Herausforderungen zu rüsten. Andernfalls geht ihr in den Dungeons dann auch gnadenlos unter.

Technisch hat „Elden Ring“ zum Launch noch ein paar Probleme: Je länger ich spielte, desto mehr fing das Spiel zu ruckeln an, was mich auf einen Memory Leak schließen lässt, der auch die Konsolenfassung betrifft bzw. zumindest die Xbox Series X. Das kann auch zu Nachteilen im Spielfluss führen, wenn man meint den idealen Zeitpunkt für einen Gegenangriff zu erkennen, durch einen Ruckler aber zu früh oder zu spät zuschlägt und selbst eins auf die Mütze bekommt.

Ich selbst werde sicher noch weitere Zeit in „Elden Ring“ investieren, auch wenn meine Skepsis bzgl. der Titel von FromSoftware immer noch nicht ganz weggewischt ist: Mir fehlen hier eine gute Story und Charaktere, die ich nicht nur wegen ihrem Overacting im Gedächtnis behalte. Auch wäre es schön gewesen, in der Spielwelt Oasen vorzufinden, also kleine Dörfer oder gar Städte mit NPCs. Doch in der unwirtlichen Welt von „Elden Ring“ steht ihr eher allein gegen alle.

Das Gameplay von „Elden Ring“ und die schöne Open-World ohne dröges Füllwerk gefallen mir richtig gut. Ich sehe aber auch noch weiteres Potenzial, um einen echten Klassiker abzuliefern. Als diesen feiern viele Kollegen „Elden Ring“ jedoch schon jetzt, sodass ich als Neuling vielleicht auch allein mit meiner Meinung dastehe: „Elden Ring“ ist ein gutes Action-RPG mit hohem Umfang, das für Fans von „Dark Souls“ und Co. Pflicht ist. Wer sich aber etwas Ähnliches wie bei anderen RPGs / Action-Adventures a la „Tales of Arise“, „Cyerpunk 2077“ oder auch „Horizon Forbidden West“ vorstellt, wird viele Ecken und Kanten vorfinden.

Wie sieht es denn bei euch aus: Hat euch „Elden Ring“ gefallen? Seid ihr ebenfalls neu eingestiegen oder alte Hasen? In beiden Fällen interessiert mich eure Meinung sehr!

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