Ekster Parliament Wallet mit Chipolo Tracker Card ausprobiert

Ich habe Pfingsten dieses Jahres mein Portemonnaie verloren. Wem das auch schon passiert ist, der weiß, was das Ganze für einen Aufwand nach sich zieht. Karten sperren ist dabei noch das geringste Übel, denn das geht per zentraler Hotline oder bei vielen Banken mittlerweile auch über die Apps. Am schlimmsten sind die Kosten und der Aufwand, der entsteht, wenn man die Ämter abklappern muss – Ausweis, Führerschein und Co. Die Verlustanzeige bei der Polizei geht mittlerweile zum Glück auch online.

Nun stellte sich für mich die Frage nach einem neuen Portemonnaie, mit Tracking und RFID-Schutz sollte es sein und möglichst wenig auftragen. Ich bin nicht der Typ, der einen riesigen Ziegelstein mit sich rumtragen möchte. Die Wahl fiel auf das Ekster Wallet 3.0, Modell Parliament, um genau zu sein. Dieses möchte ich euch kurz vorstellen.

Das Wallet kann auch gänzlich „unsmart“ erstanden werden, ich wollte aber die Tracking-Card dazu haben, um bei einem Verlust zumindest nachvollziehen zu können, wo es sich herumtreibt. Aber kommen wir erst zu der Geldbörse.

Bei dem Parliament Wallet handelt es sich um ein sogenanntes Bifold-Wallet, denn es lässt sich wie ein Buch auf- und zuklappen. In dem „Umschlag“ befinden sich zwei Fächer für je eine Karte, ich habe dort Ausweis und AOK Karte verstaut. Mit etwas Gewalt, kann man da zur Not noch eine Karte verstauen, muss aber nicht. Die rechte Seite enthält einen Gummi, der Geldscheine ziemlich fest hält und das Kartenfach, das fünf bis sechs Karten fasst, aber dazu gleich etwas mehr.

Auf der Rückseite ist noch ein Fach für die Tracker Card oder zusätzliche Karten. Wer genau hinsieht, der entdeckt auch einen kleinen Drücker aus Kunststoff, der das Kartenfach betätigt. Zur Verarbeitung kann man sagen, dass alles sehr hochwertig wirkt und auch so verarbeitet wurde. Die Nähte sind sehr sauber gestochen, Ränder ordentlich bearbeitet und auch nach nun mehr knapp drei Monaten kann man keine Unsauberkeiten entdecken.

Kommen wir zu dem verbauten Kartenfach. Wie bereits erwähnt, kann man da je nach Kartendicke fünf oder sechs Karten verstauen. Die schiebt man der Reihe nach einfach rein und eine Gummi-Führung an den Seiten sorgt dafür, dass die Karten nicht einfach herausfallen. Alle EC- oder Kreditkarten, die ihr dort reinpackt, sind geschützt und können nicht mit einem RFID-Scanner ausgelesen werden.

Der kleine schwarze Drücker im Wallet schiebt die Karten auf Wunsch nach oben, und zwar so, dass jede Karte auf einer anderen Höhe und somit separat erreichbar ist. Das funktioniert sehr gut und ist in der Tat ziemlich bequem. Ein kleines Manko ist mir aufgefallen, das aber nur Besitzer einer N26-Metal betrifft. Wenn ihr diese wirklich schwere Karte als letztes in das Fach platziert, könnte es sein, dass sie relativ leicht herausrutscht oder beim Betätigen des Mechanismus zwar nach oben geschoben wird, aber wieder herunterrutscht. Die Karte ist einfach zu schwer und durch die nicht vorhandene Prägung zu rutschig. Das kann aber behoben werden, indem man einfach eine andere Kreditkarte dahinter packt.

So viel zum Wallet, mit dem ich bisher wirklich sehr zufrieden bin. Bleibt noch der smarte Aspekt der Kombination Wallet und Tracker Card. Die Card ist von dem euch eventuell bekannten Dienst Chipolo und enthält keinen GPS Sensor, es handelt sich um einen Bluetooth Tracker, andere vergleichbare Dienste sind Tile oder TrackR.

Um die Karte zu aktivieren, müsst ihr die Chipolo-App herunterladen und den QR Code auf der Rückseite scannen. Strom bekommt die Karte über einen Akku, der über die verbaute Solar-Zelle innerhalb von drei Stunden komplett aufgeladen ist. Ist das der Fall, kommt man damit einen Monat lang aus.

?Chipolo – Find Your Everything
?Chipolo – Find Your Everything
Entwickler: Chipolo d.o.o.
Preis: Kostenlos
Chipolo
Chipolo
Entwickler: Chipolo
Preis: Kostenlos

Unterhalb des Solar-Panels gibt es auch einen Taster, mit dem ihr zum Beispiel euer Smartphone klingeln lassen könnt (auch im gesperrten Zustand) wenn ihr es mal in der Wohnung oder woanders verlegt habt. Funktioniert natürlich auch anders herum. Ist euer Parliament verschwunden, könnt ihr dieses klingeln lassen und seht innerhalb der Chipolo-App auch den letzten Aufenthaltsort. Meiner Meinung nach könnte der Klingelton der Karte aber wesentlich lauter sein.

Wie bereits erwähnt, funktioniert das Tracking der Karte über Bluetooth. Chipolo nennt 60 Meter im freien Feld als maximale Verbindungsentfernung. Solltet ihr mal außerhalb der Reichweite sein, könnt ihr das Wallet als verloren markieren und auf die Crowd-GPS-Funktion zurückgreifen. Das heißt, dass der Standort eures Portemonnaies dann an euch gesendet wird, wenn ein Nutzer mit installierter Chipolo-App in Reichweite des Trackers kommt.

Mein Fazit zum Ekster Parliament Wallet

Ich bin seit Beginn der Nutzung des Ekster Portemonnaies sehr zufrieden damit. Ein Fach für Münzen benötige ich nicht, da ich diese in eine Hosentasche schmeiße. Der Karten-Mechanismus funktioniert tadellos und wird auch nach längerer Benutzung nicht schwächer. Dass die N26 Metal-Karte so schwer ist, kann man Ekster an dieser Stelle nicht anlasten.

Ob die Tracker Card am Ende durch das nicht vorhandene GPS-Tracking wirklich einen Nutzen bringt, hängt letztendlich davon ab, wie viele Chipolo-Nutzer es in eurer Gegend gibt. Aber auch ohne die Tracker Card ist das Wallet auf jeden Fall einen Blick Wert. Für das vorgestellte Parliament werden 79 US-Dollar fällig, die Tracker Card kommt auf Wunsch mit 29 US-Dollar obendrauf.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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19 Kommentare

  1. Ohne GPS Tracking doch sinnlos. Mein Portemonnaie wurde auch geklaut und hab es 300m weiter weg im Gebüsch gefunden. Also hätte mir das BT Teil nichts genutzt. Zum Glück war nur das Geld raus und alles andere drin gelassen. Aber dennoch gibt’s so ein Portemonnaie auhx mit GPS Tracking?

  2. Schön, wenn man einen Dieb oder unehrlichen Finder per GPS verfolgen kann, die Polizei wird davon sicher abraten, allerdings wegen einer verlorenen Brieftasche auch keinen Streifenwagen in die Spur schicken. Besser. such mal nach „biker wallet“, damit hängst Du das Portmonee an die Kette und wirst es garantiert nicht unbemerkt los. Billiger als die hier vorgestellte Lösung dürfte es auch noch sein. Damit wird nicht der Geldbeutel smart, aber der Träger!

    • Du kannst ja keinen per GPS verfolgen. Es sei denn der Dieb hat die App installiert. 😛

    • Wenn man die Cops anruft und bescheid sagt, dass man seinen Handy-Dieb grade Live per GPS hat, bekommt man zu hören „Sofort reagieren wir nur bei Gefahr für Leib und Leben.“, „Unserer Erfahrung nach ist dieses GPS zu ungenau“ sowie „Wir können nicht einfach irgendwo klingeln und die Herausgabe von Diebesgut verlangen.“
      Also ob mit oder ohne GPS: Voll für die Tonne. Zum suchen zuhause gab es schon früher diese Anhänger die auf einen Pfiff reagiert haben…

    • biker wallet?! sieht halt mal maximal scheisse aus… so ne kette mit einem teil dran haengen ;-). vor allem auch dann, wenn man mit bikern nix am hut hat ;-).

  3. Spielkram. Denn ich glaube kaum, dass man das Portemonnaie damit bei einem Diebstahl wirklich wieder findet. Wenn man natürlich ein notorischer Schusselkopf ist und seine Sachen ständig zu Hause verlegt, dann mag das vielleicht helfen.
    Was das eigentliche Portemonnaie angeht, so sollte es möglichst klein und flach sein. Da ist so eine „Kartenbox“ mit Mechanik ehr überflüssig. Wenn man ehr nur Karten dabei hat, tut es auch ein Etui ganz ohne mechanischen Schnickschnack.

  4. Nutze seit einiger Zeit Secrid slim wallet mit ähnlichem Mechanismus. Ich möchte den nicht mehr missen. Bei allen anderen wallets war das rausholen der Karten immer fummelig, das ist Jun vorbei. Das BT Tracking hört sich gut an, mein Tile am Schlüssel hat mir schon oft geholfen. Werde mir das Teil auf jeden Fall genauer anschauen!

    • Das Secrid Wallet habe ich seit ein paar Jahren. Meine Frau hat mir das geschenkt, weil sie nicht mehr mit ansehen konnte, dass ich meine Karten lose in der Hosentasche rumtrage – normale Portemonnaies sind mir zu sperrig. In meinem Umfeld habe ich bis jetzt 5 Leute mit dem Secrid „angesteckt“, die wollen auch nichts anderes mehr :-).

  5. Besitze selbst das Parliment. Muss sagen, dass der Bereich für die Scheine einfach zu klein ist. So muss man es immer doppelt falten und es ensteht dadurch eine Dicke Wulzt. Ist ein schönes Ding, jedoch habe ich mein erstes Umtauschen müssen aufgrund eines Problems mit dem Leder und auch das zweite ist nicht gut verarbeitet. Da war der Preis von 80€ ohne Tracker echt zu teuer.

  6. Stefan Müller says:

    Und in Gebäuden wie U-Bahnstation oder Tiefgarage nutzlos, zumindest in Bezug auf den letzten Standort und 60 m auch nur inter Laborbedingungen

  7. GrumpyNiffler says:

    Vom Design her wirkt das doch sehr nach einem secrid-Plagiat. Schade wenn das dann auch noch so beworben wird.
    Und zur Tracking-Card: Naja Spielerei. Bei Diebstahl hilft es nicht und auch bei normalem Verlieren nur sehr eingeschränkt. Hat halt fast niemand die App, dadurch ist Community-GPS eher witzfrei. Interessant eigentlich nur wenn man seine Geldbörse zuhause regelmäßig verlegt.

  8. Sehe da auch keinen Nutzen. BT dürfte selbst in dem ein oder anderen Gebäude nicht ausreichen. Und für das „Community GPS“ wird es wohl U sehr ein Nischenprodukt sein und das Auffinden eher ein 6er im Lotto.

  9. Meiner Meinung nach das beste Portemonnaie für den Mann ist immer noch das Card Pocket von Bellroy. Schön klein und trotzdem hat es auch ein Münzfach.

  10. Also das Teil sieht für mich schon nach einem kleinen Ziegelstein aus, das würde ich mir nie in die Gesäß Tasche stecken.

    Und drauf zu hoffen, daß andere ebenfalls die App haben ist schon sehr „blauäugig“ finde ich.

  11. ja also die Traking Karte ist wohl ohne GPS nutzlos. Aber auch mit würde ich auch sagen solange es sich noch bewegt Folgen wäre nicht klug. Aber meist nehmen die Diebe ja das Geld raus und schmeißen das ding in den nächsten Mülleimer oder das Gebüsch dann OK vielleicht. Aber bisher mir noch nicht passiert hier auf dem Land kannst das igrendwo hinlegen und dann abends wieder abholen. Oder die kommen bei dir vorbei und bringen es dir. Zumindest habe ich das schon mal gemacht als ich eines gefunden habe.

  12. Heisenberg says:

    Habe auch vor kurzem mein klassisches Leder Portemonnaie mit so einem viel kompakteren und meiner Meinung nach viel zeitgemäßeren Xiaomi Card Holder ersetzt, da sind halt nur noch die wichtigsten Karten drinnen, dazu dann die ganzen nervigen Kundenkarten in die Google Pay App verfrachtet, so hab ich alles wichtige dabei obwohl das Ding nicht Mal halb so groß wie vorher ist, und wenn ich Mal Bargeld haben sollte, könnte man da auch sicher zur Not Mal paar Scheine rein stecken^^

  13. Habe auch das Ekster 3.0 Parliament Wallet, aber dafür mit der Tracker-Card soviel gezahlt wie unser Schreiberling ohne (+ Versandkosten), allerdings als Kickstarter-Backer. Bin eigentlich recht zufrieden damit, wobei es mir bei der Tracker-Card nicht um Diebstahlschutz ging (wofür es tatsächlich wenig taugt), sondern eher darum, es zu finden, wenn man abgelenkt wurde und sich nicht mehr erinnert, wo man es schon wieder hingelegt hat. Den Zweck erfüllt es gut. Was auch positiv an der TrackerCard ist, ist die Solarpanel-Aufladung. Man legt es einfach zwei Stunden in die Sonne und dann reichts wieder für einen Monat. Kein umständlicher Batterie-Wechsel, dessen Notwendigkeit man dann erst bemerkt, wenn es leer ist und wenn man dann auch garantiert keine passende Knopf-Batterie parat hat.
    Wo ich den anderen Schreiberlingen allerdings recht geben muss, ist das doch relativ klein geratene Geldschein-Gummiband, das zwar seinen Zweck erfüllt, aber ab einer gewissen Anzahl von Scheinen doch recht fummelig wird.
    Habe dann meiner Freundin, die auf das kleine Ding neidisch wurde, aber den Tracker nicht braucht, ein Secrid-Wallet gekauft. Hier muss ich sagen, dass das Geldscheinfach doch deutlich besser gelöst ist als beim Ekster. Wenn man also kein „Verleger“ ist, wäre das Secrid die bessere Wahl.

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