Ein paar Gedanken aus dem Home Office

Ich brauche unseren Lesern nicht erzählen, dass sie in der Corona-Krise große Menschenansammlungen vermeiden sollten. Wer in dieser Zeit meint, sich im Pulk irgendwo zu treffen, um Party zu machen, der sollte mit dem Wasserwerfer vertrieben werden, zudem ein Ordnungsgeld aufgebrummt bekommen. Die ganze Shitshow ist erst am Anfang und es wird noch um einiges härter werden, für jeden Einzelnen. Ich würde drauf wetten: Es wird noch lange dauern, bis das Virus abgehakt ist.

Oft wurde ich in den letzten Tagen gefragt, ob ich was zu „Home Office“ oder „Work at home“ sagen kann. Das mache ich ja schon seit fast 12 Jahren (das Blog ist 15) und kann behaupten, dass es mir in Fleisch und Blut übergegangen ist. Ich glaube einfach, dass man so ein Thema nicht allgemein angehen darf, im Sinne von „Die besten Tipps fürs Home Office“. Dieses Blog ist keines dieser Medien, die irgendeinen Schrott von Theoretikern als die reine und einzige Wahrheit für Macher verkauft. Besser machen ist nämlich eine andere Sache als besser wissen.

Wie gesagt, ich kann hier nichts Allgemeines sagen. Was für mich tägliches Geschäft ist, ist für andere eine absolute Ausnahmesituation. Da liegen die Nerven mal eher blank. Außerdem weiß man ja auch nicht, wie ihr generell als Menschen tickt, wie und was ihr arbeitet.

Ich kann nur von mir sprechen, meinen Fehlern, die ich vielleicht gemacht habe.

Wie ich arbeite? Den ganzen Tag. Ich habe hier Hobby und Beruf in einem. Von morgens bis ca. 17 / 18 Uhr bin ich in meinem Arbeitszimmer, danach immer im Standby im Wohnzimmer, meistens also auch „auf der Arbeit“. Selbst und ständig blabla.

Ich habe in den letzten Tagen immer gelesen: „Zieht euch an, als würdet ihr zur Arbeit gehen, zieht keine Jogginghose an“. Warum? Ehrlich, die meisten müssen nur temporär für ein paar Wochen ins Home Office. Ich habe für mich Jahre gebraucht, bis ich die Jogge nicht mehr wollte. Dennoch habe ich mit ihr temporär keinen Stress. Ich glaube nämlich nicht, dass man einen Dresscode benötigt, um produktiv zu arbeiten. Man kleidet sich an einem Tag so, wie man sich wohlfühlt. Wer sich wohlfühlt, ist vermutlich besser drauf und geht die Arbeit produktiver an. Und wenn das in der Jogginghose ist, dann ist das eben so.

Ebenfalls hat es bei mir Jahre gedauert, bis ich mich zu einem Stehschreibtisch entschlossen habe. Die Sache ist: Wer auf der Arbeit gesessen hat, der wird auch daheim sitzen. Was will man euch jetzt also erzählen? Dass ihr regelmäßig aufstehen sollt? Wie zum Teufel ist das dann am Arbeitsplatz abgelaufen? Aber ja, schaut auf jeden Fall, dass ihr gut sitzt, dann dürfte die Arbeit besser erledigt werden können. Mir hat der Stehschreibtisch geholfen, alternativ stellt man sich vielleicht ein Getränk in die Küche, damit man sich ab und an dorthin begibt.

Regelmäßiges Essen? Warum? Kann man doch machen, wenn man Hunger hat. Las ich ebenfalls: Man solle nicht am Arbeitsplatz essen. Wunderte mich auch. Finde ich für mich falsch. Richtig wäre: Esst bewusst. Wenn ich, wie früher, einfach nebenher in Hektik gegessen habe, dann hat sich nur schwer ein Sättigungsgefühl eingestellt. Ich esse immer noch zu 99 % am Schreibtisch. Aber bewusst. Und natürlich anders als früher.

Feste Arbeitszeiten? Wenn man die nicht einhalten muss, würde ich hier auch ein „Warum“ schreiben. Menschen sind unterschiedlich, es gibt Nachteulen. Und manchmal habe ich einen zerballerten Rhythmus und bin schon um 4 oder so auf den Beinen – dann bin ich aber froh, dass ich die bis dahin noch entschleunigte Zeit total prima für Arbeiten nutzen kann, die ich vielleicht sonst nicht schaffe.

Was mir von Anfang an wichtig war, das war das Respektieren meiner Arbeit. Menschen haben bei mir total lange gebraucht, um zu raffen, dass ich da echt arbeite in meinem Zimmer. Wie sich das damals gezeigt hat? Unangekündigter Besuch, viele Unterbrechungen, generelles Generve, auch vom Partner. Ich habe dann das Ganze erklärt und darum gebeten, dass man mich so behandelt, als würde ich in einem Büro sitzen. Unwichtige Themen für mich vielleicht aufsparen, bis ich mal in Richtung Kaffeemaschine latsche.

Ruhe ist auch so ein Thema. Da ist auch jeder anders. Manchmal stört mich Musik, manchmal nicht. Da brauche ich was, was mich nicht ablenkt. Ich hab den ganzen Tag Mixcloud an. Stundenlange Mixe diverser Genres, die im Hintergrund rieseln und rauschen. Das neue Album meiner Lieblingsband aktiv hören? Geht nicht. Nicht für mich. Ich kann auch nicht aktiv arbeiten (in meinem Fall also lesen und schreiben), wenn auf einem Monitor noch eine Serie geschaut werden muss – oder eine Sprachnachricht abgehört werden soll. Funktioniert für euch? Toll! Wirklich, freut mich, beneidenswert.

Viele haben ein Problem, welches ich nicht habe: gleichzeitige Kinderbespaßung und Arbeit. Ich würde behaupten, dass man nicht konzentriert am Rechner arbeiten kann und gleichzeitig dafür sorgen kann, dass ein Kind versorgt und auch gefordert ist. Das Coronavirus ist eine andere Situation, eine hoffentlich nur kurzfristige – aber langfristig Arbeit und Kind? Ein Part wird da sicherlich auf der Strecke bleiben. Ich hab da dankenswerterweise meine Frau. Es würde definitiv nicht anders gehen. Ausrasten würde ich wahrscheinlich. Siehe oben: Ruhe. Und da ich hier nicht alleine wohne, weiß ich, dass ich nicht alle Rechte für mich in Anspruch nehmen möchte. Wenn mein Sohn Max (6) Besuch hatte früher (momentan ist ja eher kein Kontakt angesagt), dann wird es hier auch mal lauter. Dann setze ich mir halt einen Kopfhörer auf. Gleiches Recht für alle.

Ebenfalls habe ich Jahre gebraucht, um abzuschalten. Arbeit, Arbeit, Arbeit. Fett geworden. Selbst Schuld. Also Zeit genommen und Sport gemacht. Müsst ihr da im Home Office für ein paar Wochen drauf achten? Eure Sache. Mit Hinblick auf die Lage würde ich aber sagen, dass man sich die Zeit nehmen sollte, sich mal zu bewegen, auch draußen. Gerade, wenn man nicht die große Bude hat. Muss ja immer schon lachen, wenn Stars in diesen Tagen zeigen, wie ihnen in ihren 1000-Quadratmeter-Buden mit Pools und Fitnessstudio die Decke auf den Kopf fällt und sie sich ja beschäftigen müssen. Klar ist denen langweilig, die haben vermutlich keinen Job mit ins Home Office nehmen müssen. Von daher: Ich bin momentan gerne draußen, das Wetter ist besser – und ich kann ja noch raus, die Frage ist, wie lange. „Gehirn ist Lava“ für einige Vollidioten, wie ich oben schon schrieb. Meine frühere Nichtbewegung war ein Fehler. Und die Tatsache, dass ich mir nicht die Zeit für mich und meinen Kopf gegönnt habe.

Während der Arbeit brauche ich Ordnung. Nichts hasse ich mehr als Geraffel auf dem Tisch. Witzig zu beobachten: Der „ordentliche Deutsche“ muss mir immer erzählen, dass er sich wundere, wie aufgeräumt mein Arbeitszimmer sei, wie ordentlich mein Schreibtisch aussehe. Ob bei Twitter, Facebook oder in den Kommentaren: Dieser Umstand wird nach dem Posten eines Bildes so kommentiert, als sei er was Schlechtes.

Da frag ich mich immer, seit wann Ordnung etwas Schlechtes ist. Oder was Menschen dazu treibt, so über andere zu urteilen. Wenn ihr euch also unwohl fühlt an eurem Platz, an dem ihr derzeit arbeiten müsst, dann ändert bestenfalls was. Ob das nun Ordnung, Platz oder eine Blume ist. Es ist wie mit der Kleidung. Fühlt man sich wohler, läuft die Arbeit auch besser ab. Ihr macht das nicht für andere, sondern für euch.

Zu guter Letzt: Arbeitsmaterialien. Auch da kann ich keine Tipps geben, bin ja eher die Ausnahme. Wenn ihr bestimmte Dinge verwenden müsst, die ihr nicht so mögt, dann müsst ihr leider versuchen, diese „zu lieben“. Ich habe das Glück und den Luxus, mir das auszusuchen, womit ich langfristig arbeite. Also habe ich Sachen rausgeworfen, die mich richtig nerven. Arbeitsmaterialien dürfen auch Spaß machen.

Lose Gedanken, die ich beim Jogging draußen hatte, auch betreffend diesen Beitrag.

Herausforderung als Chance sehen. In meinem Fall ist es so, dass ich durch das Home Office meinen Sohn täglich lange sehe. Kein Papa bin, der morgens rausgeht und abends wieder reinschneit. Ich bekomme echt was vom Leben mit meines Sohnes. Kann auch mal einfach 10 Minuten mit ihm toben. Dafür bin ich dankbar.

Immerhin hat man Arbeit. Man kann doch froh sein, dass man eine Beschäftigung hat, für die man Geld bekommt. Sorgen mache ich mir um Menschen, wie einen meiner ehemaligen Praktikanten. Der hat hier in der Nähe ein knuffiges und kleines Restaurant. Oder was ist mit Kneipenbesitzern? Viele haben es also schwerer. Vielleicht wird es auch noch viel dicker für uns alle kommen.

Zumindest keine Idioten, die dich nerven. Zumindest muss man sich nicht das antun, was andere „draußen“ leisten. Da werden Helfer, Verkäufer und andere Menschen beschimpft, weil irgendwelche Kunden der Meinung sind, sie müssen gleich sterben, nur weil sie keine 30 Rollen „Das Vierlagige“ oder die billigen Nudeln bekommen. An dieser Stelle: Ernsthafter und tiefer Dank an alle, die die Maschine am Laufen halten.

Charakter zeigt sich. Schon jetzt kann man oft gut sehen, wer… ich sag mal…. charakterlich nicht so ganz einwandfrei ist. Kann man sich ausmalen, wie diese Menschen sind, wenn es echt mal schlimm wird. Da kann man vielleicht die Gunst der Stunde nutzen, sich mit den guten Menschen zu befassen.

Vorteile sehen. Im Home Office kann man mal ne halbe Stunde nen Power-Nap machen. Und: Du wirst nicht dumm angeschaut, wenn du um 11 zwei Schnittchen mit Matjes verdrückst.

Was ist Langeweile? Ich habe echt von Menschen gelesen, die unter Langeweile leiden. Auf der anderen Seite kenne ich Menschen, die man zwingen müsste, Langeweile zu haben. Beides Quatsch für mich. Ich habe keine Langeweile. Ich muss mich nicht zwingen, Langeweile zu haben, noch muss ich mich krampfhaft beschäftigen. In einem normalen Haushalt wie dem meinen habe ich sehr viel Beschäftigung. Nicht welche, die ich machen muss, sondern auch Dinge, die Spaß machen.

Und der Sport? Der Ausgleich? Ja, das kann anstrengend sein. Wer Sport macht und das regelmäßig, der ist am Arsch. Ich weiß mittlerweile selbst, wie ich bin, wenn ich nicht zum Sport kann. Wenn man da nicht raus kann, ist es schwer. Habe das mal notgedrungen machen müssen. Ich kam echt gut damit klar, stumpf auf der Stelle in verschiedenen Geschwindigkeiten zu laufen. Kann auch fordernd sein. Gewichte? Volle Wasserflaschen am langen Arm taten es für mich auch.

Aber die Freunde fehlen. Ich kenne viele Menschen. Auch wenn man denkt, die Arbeitskollegen sind Freunde – die meisten, die wird man als „Freunde“ verlieren, wenn man die Firma wechselt. Vielleicht einfach auf die wirklichen Freunde fokussieren. Alles andere professionell locker belassen. Nichts überbewerten.

Ehrlich sein. Ich telefoniere ungerne, mit wenigen Ausnahmen. Wenn einer anruft und fragt, ob er störe, dann antworte ich ehrlich. Meistens mit „ja“. Oder ich frage nach dem Thema. Wichtiges kann man besprechen, unwichtiges verschieben – oder ich frage, ob es eine Mail auch tut.

Manchmal ist Entfernung gut für die Nähe. Mein Kumpel Stephan muss derzeit im Home Office arbeiten. Er meint, dass er seinen Kollegen „näher“ ist als vorher. Auch sowas gibt es.

Nicht einigeln. Ich schätze den Austausch mit Menschen. Auch mit denen anderer Meinung. Deshalb kommuniziere ich gerne, wenn es die Zeit und Lust erlaubt. Hält den Geist wach und offen. Oder belustigt einfach nur, wenn es die richtigen Menschen sind.

Eiliges gehört nicht in eine Sprachnachricht. Wenn etwas wirklich wichtig ist, muss ich es meinem Kontakt mitteilen. Das können natürlich auch Freunde sein. Denen erzähle ich aber nichts, was eine sofortige Reaktion erfordert, in einer Sprachnachricht. Sprachnachrichten erfordern Aufmerksamkeit. Holen einen aus einer Routine, aus einer Arbeit. Das kann den Flow stören. Ich gewähre meinen Kontakten einfach Zeit. Sollen sie mein Gelaber hören, wann sie es wollen und können.

Genervt sein. Da spreche ich mich nicht von frei. Bin oft genervt. Weil ich die 100ste Meinung oder das gleiche Witzebildchen sehe. Liegt aber nicht am Sender, sondern am Empänger. Mein Gegenüber weiß nicht, was ich las, was ich sah – und oft interessiert es den Sender auch gar nicht. Deal with it und lass deine Laune nicht an anderen aus.

Manchmal sollte man das getippte Wort nicht überbewerten. Es gibt Strategen, die wollen aus meinen Texten, Tweets oder was auch immer „Stimmungen“ oder „Launen“ herauslesen. Lasst das. Brecht eine Aussage auf das herunter, was sie ist.

Wir werden sterben. Alle. Früher oder später. Aber warum gibt es Menschen, die dumm sind, und andere in Gefahr bringen? So werden Ausgangssperren sicher kommen. Kann es nicht mal einen Virus geben, der solche Gehirne frisst? Bin icht froh, wenn die ganzen Virologen, die auch Klimaexperten sind, bald wieder Bundestrainer sein dürfen.

In diesem Sinne: Manche Tipps, die man im Internet liest, sind gut. Viele sind aber auch Schrott. Es sind besondere Zeiten, da kann man nicht zwingend allgemeine Tipps auf einen hoffentlich nur kurzen Zeitraum münzen. Wichtig ist, dass Körper und Geist frisch bleiben, ihr da nicht daheim zerbrecht, wenn ihr noch die Arbeit erledigen müsst. Lest nicht so viele Karriere-Experten, die euch jetzt elfenbeinturmig erklären wollen, was ihr machen sollt oder müsst. Es sind eure vier Wände. Eure Arbeit. Euer Geist. Eurer Körper. Ihr wisst hoffentlich selbst, was für diese Komponenten das Beste ist. Bleibt gesund! Und von anderen Menschen fern. Auch von irgendwelchen Karriere-Coach-Udos, die euch jetzt erklären wollen, wie Home Office funktioniert.

(Abseits dessen: Wenn ihr wirklich Fragen habt, meint, dass ich euch in irgendwelchen Dingen bezüglich Home Office einen Tipp geben kann, dann fragt gerne nach. Hier oder auf anderen Kanälen).

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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90 Kommentare

  1. tho_schmitz says:

    Mein erster Kommentar hier, obwohl ich die meisten Beiträge hier buchstäblich einatme. Und daher zunächst vielen, vielen Dank für diesen Blog an sich. Wohltuend fokussiert, ehrlich und schmuckarm formuliert, intelligent gestaltet (so dass die Werbung nicht nervt, aber trotzdem sinnvoll eingepasst ist),… mir fällt gerade nix negatives ein, daher nochmal: vielen, vielen Dank.
    Speziell dieser Beitrag macht aus „Stadt-Bremerhaven.de“ (warum auch immer das in meiner Adressliste erscheint ) eine ungewöhnliche, aber sehr persönliche Site. Hätte ich soviel Talent wie ihr, würde meine Website so aussehen wie eure. Grosse Klasse, bitte weiter so. Corona „sei Dank“ finde ich mich hier besonders gut wieder.

  2. Ich kenne die Kommentare zum Thema „ordentlicher Schreibtisch“ nicht bzw. den Kontext.

    Allerdings bewundere ich das. Ich nehme es mir nach jeder Aufräumaktion vor und sehe wenige Tage wieder das gescheiterte Ergebnis. Und ich weiß eigentlich, dass es unterbewusst stresst, weil man es ja beim Arbeiten immer sieht. Trotzdem bekomme ich es nicht langfristig hin.

    Sieh es eher als Kompliment, weil bei Vielen eher Neid eine kleine Rolle spielt.

  3. Ich mache seid 2 Wochen nur noch Home Office.
    Aber Kurzarbeit wurde bereits angekündigt da der Absatz weg gebrochen ist.
    Wenn die aktuellen Maßnahmen länger anhalten bin ich bald Home, aber ohne Office.

  4. Vielen Dank Carsten für Deine vielen Jahre Blog! Ich bin ein 61er Jahrgang und will noch ganz lange Deine / Eure Arbeit wertschätzen!
    Über einige Thesen von Dir liesse sich trefflich diskutieren, aber dem Grunde nach hast Du die Erfahrung bzgl. Home Work, resp. Home Office. Viele von uns müssen erst jetzt, teilweise schmerzlich, erfahren was es bedeutet sich seinen ARBEITSPLATZ neu zu erobern. Ich selbst habe Kolleg*Innen die in den letzten Jahren ausschliesslich mit Facebook, WhatsApp und Co „gespielt“ haben, anstatt sich mit der digitalen Arbeitswelt und ihrem Arbeitsplatz wirklich auseinanderzusetzen und digitales Arbeiten zu erlernen. Jetzt heisst es, ey ich bin im Home Office… aber bis auf Notebook am Küchentisch anzuschalten, geht net so viel. Aber das haben auch einige Arbeitgeber*Innen total verpennt und erst jetzt durch Seuche und Tot gehts los… PC, Bandbreiten, RAS Zugänge, Headsets fur Telcos…etc.? FEHLANZEIGE! Da sitzt man mit dem Handy aufm Kloh und tippert in die Runde „Ich mach jetzt Home Office“. Das ist unfassbar… aber ich hoffe sehr, dass jetzt sich dran gehalten wird: Zuhause bleiben, mal Headsets anstatt Klohpapier zu hamstern und damit auch noch Keben retten.

  5. Lieber Cachy, herzlichen Dank für diesen ermutigenden Beitrag! In einer ungwohnten Krise gibt es große Verunsicherung, wir reagieren oft mit Themen „Ich Armer!“ oder „Das böse Virus“.
    Hilfreich ist dagegen das, was Du geschrieben hast: „Was kann ich tun?“
    Nochmal Danke, Cachy!
    Jürgen Detering

  6. Hi Caschy, Du schreibst mir aus der Seele. Auch wenn ich mir ein Büro gönne, und nur temporär aus dem Home-Office arbeite. Aber gerade der Abschnitt mit den „Freunden“ und den Anrufen „Störe ich gerade?“ – das handhabe / sehe ich exakt genauso. Und Kaltbesuche von Vertretern, die sich zu gerne „Partner“ nennen. Komisch nur, dass noch keiner eine partnerschaftliche Beteiligung an meinem Unternehmen gekauft hat. 🙂

    Danke für Eure tolle Arbeit hier!

    Viele Grüße

    Sven

  7. Hallo Carsten,

    dein Artikel hat mir ein wenig die Sorge davor genommen, wie das mit dem Home Office ablaufen soll. Klar bin ich auch schon „früher“ mal zuhause geblieben. Aber da war das eine überschaubare Zeit. Ich bin es halt sonst gewöhnt, ins Büro zu fahren und mich mit meinen Kollegen über alles mögliche auszutauschen. Das geht jetzt natürlich nicht mehr so einfach. Und wie lang das so gehen wird, kann ja niemand sagen.

    Dass man nicht irre wird, ist meine größte Sorge dabei. Aber ich hab mir das das Eine oder Andere aus deinem Artikel rausgefischt. Wie das mit den Pausen und dem bewussten Essen und all dem. Und dass man nicht unbedingt den Aposteln zuhören sollte, die einem erzählen wollen, was man genau machen soll.

    Bleiben wir alle anständig. Die, die wie ich zuhause bleiben müssen, sollten nach wie vor zusehen, ihren Job so gut es geht zu machen. Es gibt viele, viele Kundenfirmen, die gerade jetzt darauf bauen, dass wir da sind. So, wie man darauf baut, dass die Sanitäter da sind, dass es Pflegepersonal, Ärzte, Verkäufer, Therapeuten und all diese wertvollen Menschen gibt. Und wir Bildschirm-Menschen sollten unseren Beitrag leisten.

    Dabei hilft dein Artikel. Ich habe das große Glück, ein zusätzliches Zimmer mit Schreibtisch zu haben. Das ist zwar nicht das Gleiche wie im Büro. Aber andere haben es schlimmer getroffen. Darum sollten wir mit Hilfe solcher Artikel versuchen, unsere Jobs mit Anstand fortzusetzen. Und irgendwann wird der Spuk doch wohl hoffentlich vorbei sein.

  8. Du sprichst mir mit deinem Artikel genau die Themen an, die mich im Homeoffice auch immer beschäftigen und die ich anders mache als die „Ratgeber“. Ich versuche das ursprünglich gelegentliche Homeoffice für mich zu „professionalisieren“ und andere Perspektiven helfen dabei sehr.

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