EcoFlow Delta 2 Powerstation im Test

Arbeitsplatz for scale

Ich konnte in den letzten Wochen die neue EcoFlow Delta 2 Powerstation testen. Seit einiger Zeit machen sich auch hierzulande die Hersteller sehr breit und sind auch sehr emsig, was die Vermarktung ihrer Produkte angeht. Hat man es früher nur auf Menschen abgesehen, die solche leistungsstarken Kisten im Alltag benötigen, so adressiert man – subjektiv empfunden – heute an alle, denn der nächste andauernde Stromausfall könnte ja kommen. Mir geht es da nur um das reine Gerät dahinter, nicht die Philosophie oder die möglichen Anwendungszwecke. Denn wenn man ehrlich ist: Grundsätzlich günstig sind alle Lösungen dieser Art nicht, von keinem Anbieter. Auch mit Solar-Panel wird es schwer, die Anschaffung zu amortisieren. Aber wie gesagt – das muss jeder Interessierte selbst wissen.

Bei der EcoFlow Delta 2 Powerstation handelt es sich um einen Nachfolger, bzw. um ein verbessertes Modell im Vergleich zur „normalen“ DELTA-Powerstation. Die Batteriekapazität der DELTA 2 beläuft sich auf 1.024 Wh. Man hat das Modell auch leichter gestaltet, 12 statt 14 Kilo wie bei der DELTA stehen im Papier. Das ist durchaus ein Unterschied, wenn man so ein Gerät schleppen muss, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, da ich es im Haus, im Garten und der Garage ausführlich unter die Lupe genommen habe.

Als wirklich erwähnenswert empfinde ich den Einsatz eines neuen Akkus, hier setzt man auf die langlebigeren Lithium-Eisenphosphat-Akkumulatoren (LFP oder auch LiFePO4 genannt). Das war bislang nur bei der DELTA Pro der Fall und bedeutet 3.000 Zyklen bis 80 %. Schnelleres Laden ist auch möglich, 80 % Ladung kann man in 50 Minuten erreichen, nach 80 Minuten ist die DELTA 2 vollständig aufgeladen. Solartechnisch könnt ihr bis 500 Watt reinpumpen, entsprechende Panels vorausgesetzt. Zusätzlich lässt sich die DELTA 2 erweitern, da gibt’s ja die „1 kWh DELTA 2 Zusatzbatterie“ oder „2 kWh DELTA Max Zusatzbatterie“. Zu diesen kann ich nichts sagen, ich hatte nur das Grundmodell in der Mangel.

An Bord: AC-Ausgangsport: Insgesamt 1.800 W, max. 2.400 W bei eingeschalteter X-Boost-Funktion. DC-Ausgangsport: USB-A x2 / USB-A Schnellladung x2 / USB-C x2 / Zigarettenanzünder x1 / DC5521 x2 Solarladeeingang: Max. 500 W, 11-60 V DC, 15 A.

Wichtig zu wissen ist bei solchen Anschaffungen, dass man sich vielleicht vorher einmal überlegen sollte, ob man damit ausreichend hinkommt. Für unterwegs ist die EcoFlow Delta 2 Powerstation wirklich genial, denn ich kann gefühlt ewig meine Geräte aufladen oder tatsächlich den ganzen Tag über Pulled Pork auf dem Pellet-Grill von Traeger machen. Das sieht aber je nach angeschlossenen Geräten anders aus. Rechenbeispiel: Der Stromspeicher bietet 1.024 Wh Lithium-Batteriekapazität. Angenommen, die Leistungsaufnahme eines Verbrauchers liegt bei 60 Watt. Die meisten Hersteller geben einen Faktor von rund 0,85 an. 1.024 Wh * 0,85 : 60 Watt = rund 14,5 Stunden. Da müsst ihr natürlich schauen, denn 60 Watt sind nun nicht viel. Wer da mit einem Föhn loslegen will – oder gar einem Heizlüfter, der wird sehen, wie schnell die Ladung einer Powerstation zur Neige gehen kann. Da reicht der Blick zum schlimmen Elektrogrill mit 800 Watt aufwärts. Da wäre die Powerstation nach 1,3 Stunden komplett leer gesaugt. Testweise habe ich mal mein Laufband angeschmissen und bin eine Stunde im Cardio-Modus gelaufen. Am Ende warten noch 15 % Restladung auf der EcoFlow Delta 2 Powerstation.

Grundsätzlich haben wirklich alle Anschlüsse gut geklappt, was ich aber einmal gesondert hervorheben möchte, das ist die X-Boost-Technologie. Hat man da schweres Werkzeug angeschlossen – in manchen Fällen genügt auch ein Wasserkocher und etwas anderes, dann ist nach wenigen Sekunden Feierabend, sobald ihr da die 1.800-Watt-Schallgrenze übersteigt. Nicht so bei der EcoFlow Delta 2 Powerstation.

Das Aufladen der Station klappte in der versprochenen Zeit, nach rund 1,5 Stunden am Netz ist der Akku voll. Das sieht bei Solar etwas anders aus, denn hier ist nicht nur das verwendete Panel, sondern auch die Sonnenausbeute natürlich ein Kriterium. Bei rund 500 Watt Leistung seid ihr in 3 Stunden wieder zu 100 % einsatzfähig. Das macht die Powerstation gut, schnelles Aufladen empfinde ich als Vorteil.

Die App bekommt von mir hier einen separaten Part. Die taugt überraschenderweise tatsächlich. So verfügt die EcoFlow Delta 2 Powerstation über WLAN und Bluetooth. Unterwegs ist dann die Nutzung von Bluetooth oder WiFi Direct möglich. Neben Informationen zur Powerstation könnt ihr auch die einzelnen Ports an- und ausschalten. Da muss man bedenken, dass die EcoFlow Delta 2 Powerstation allerdings dafür angeschaltet sein muss, denn sonst ist sie nicht erreichbar. In der App lassen sich nicht nur die Anschlüsse aktivieren oder deaktivieren, sie lassen sich auch regeln. Das ist etwas, was man an vielen Lösungen dieser Art nicht vorfindet. Ihr könnt eingeben, wie viel Energie verbraucht werden darf, selbst das Laden und die Ports lassen sich reglementieren. Der Einfachheit halber habe ich einfach mal ein paar Screenshots eingefügt, die dürften für sich sprechen. Grundsätzlich muss man aber nicht die App zur Hand nehmen, das Display der Powerstation ist auch aussagekräftig.

Was mir aufgefallen ist: Die Station hat grundsätzlich zwei Schalter für den Betrieb, so müssen sich die Schuko-Dosen rückseitig extra einschalten lassen, während auf der Vorderseite der separate Schalter für die USB-Anschlüsse ist. Die meisten Buchsen sind freilegend, während die Anschlüsse zum Aufladen und für den Solarpanel-Anschluss verdeckt sind. Das ganze Gerät wirkt sehr stabil und ist hochwertig verarbeitet, da hat man auf unnötigen Firlefanz verzichtet, was auch nicht in diese Kategorie gehört. Bei einer Van-Verbauung oder ähnlichem sollte man bedenken, dass man sowohl von hinten als auch von vorne ans Gerät müsste, um die Anschlüsse auszunutzen, Zusatzbatterien werden gar seitlich angeklemmt. Schön wäre eine Lampe gewesen, die ist nicht dabei. Beim Aufladen surren die Lüfter recht laut (hier im Video) und auch bei angeschlossenen Verbrauchern mit hoher Energieaufnahme ist der Lüfter deutlich hörbar. Leider kann ich derzeit keine Aussagen zu EcoFlows Versprechen machen. Mehr als 3.000 vollständige Lade- und Entladezyklen werden angesagt, bis die Batterien bei 80 % Rest-Maximalkapazität angelangt sind. EcoFlow bietet eine Garantie von fünf Jahren.

EcoFlow verspricht nichts, was man nicht einhält. Definitiv eine unaufgeregte Powerstation, aber eine, die bisher im Test ablieferte. Darauf kommt es an. Preislich liegt man derzeit bei 1.199 Euro, das ist für die Geräte aktuell ein guter Kurs. Dazu kommen aber noch Panels, falls Solar euer Ding ist. Top: Lösungen von Drittherstellern können genutzt werden. Am Ende bleibt aber dennoch: Wer braucht denn wirklich so eine große Powerstation? Klar, mein Kollege auf der Baustelle kann was machen, wenn der Baustrom noch nicht da ist. Stromausfälle daheim können vorkommen, ich mit 45 Jahren hatte bisher aber keinen Anwendungszweck für so ein Gerät im Alltag.

Camping, Wohnwagen? Klar, da ist so etwas top, wenn man irgendwo ist, wo kein Stromanschluss ist und der Van nichts dergleichen hat. Auch in der nicht ausgebauten Gartenlaube ist so eine Powerstation ihr Geld wert. Als USV? Da würde ich dann eher zu speziellen Lösungen greifen. Letzten Endes muss das der Kunde wissen. Für gelegentliche Dinge wäre mir die Anschaffung zu teuer. Da passt „Haben ist besser als brauchen“ auch nicht. Für die Zielgruppe aber dürfte die EcoFlow Delta 2 auf jeden Fall einen Blick wert sein, im 1.024-Wattstunden-Bereich wäre es vermutlich derzeit meine Wahl, wenn man den Preis im Hinterkopf hat und nicht zu Mullu Mullu greifen will. Behauptung: EcoFlow wird stark expandieren und diesen Bereich noch weiter ausbauen, um Menschen mehr Autarkie zu verkaufen.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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16 Kommentare

  1. Bling Bling says:

    Aus meiner Sicht ist das bloß Geldmacherei. Schwer vorstellbar, daß bei uns der Strom länger als ein paar Stunden ausfällt. Schon gar nicht landesweit. Das werden die Akkus vom Smartphone und vom Laptop halt bringen müssen. Und alles andere ist halt beruflich dann nicht machbar, weil „höhere Gewalt“.

    • Tja das kommt aber leider vor, wenn auch nur sehr selten (Münsterländer Schneechaos). Allerdings sehe ich die Powerstations auch eher als Geldverschwendung. Camping? Mache ich auf einem Campingplatz da habe ich sowieso Strom. Stromausfall? Ja kommt selten mal vor aber jeder halbwegs moderne Kühl- oder Gefrierschrank hält ohne Strom locker 24h durch und Handy funktioniert dann eh nicht weil die Funkmasten ja auch offline sind. Also besser Kerzen und ein paar Brettspiele im Keller haben 😉

  2. Martin Deger says:

    Der Elektroauto-Youtuber Bjørn Nyland nutzt eine EcoFlow, um nach seinen Tests, bei denen er das Verhalten der Autos beim Leerfahren bis auf 0% anschaut, die Autos auf der Landstraße wieder aufzuladen.

    • Er benutzt die „großen“ 2kw Teile. Einen Max und eine Zusatzbatterie. Nichts für den ADAC oder einen anderen Dienst, wenn man das 1-1 ½ Stunden warten muss, bis das Fahrzeug rollt. Jetzt nicht bei einem Ioniq Classic aber den ID.Buzz musste er lange laufen lassen.

      • Martin Deger says:

        Ah, ich hatte nur zwei Tests gesehen, wo er dann nur 20 Minuten geladen hat. Muss ja nur bis zur nächsten Säule reichen. Aber auch eher eine spezielle Nutzung und nicht für die Durchschnittsbürger.

  3. Für Nutzer von Balkonkraftwerken können solche Geräte auch interessant sein, damit man die Erträge auf den Tag verteilt und im Prinzip die Grundlast übernimmt, so könnte zumindest mein Einsatzgebiet aussehen, wobei ich mir über die Speichergröße noch nicht im Klaren bin. Ein direkte Einspeisung in das Hausnetz wäre natürlich eine Super Option, ansonsten bleibt nur, beispielsweise alle Geräte im Keller (Kühlschrank, Internet, etc.) darüber zu betreiben. Bei einer kontinuierlichen Einspeisemöglichkeit kann man sogar einstellen das bei Unterschreitung der Ladung mit begrenzter Wattzahl zusätzlich aus dem Stromnetz nachgeladen werden kann. Ich finde das System kann schon eine Menge, nur die 500 W für die Solarpanele finde ich gering, wenn ich mir beispielsweise nicht gleich eine komplette Anmeldepflichtige Anlage auf das Dach setzen will, bei einem Inselsystem für den Keller würde ich mir ein wenig mehr wünschen, da lande ich dann leider schon bei der PRO, die mit 1600 W geladen werden kann. Fertige Systeme z.B. für Balkonsolaranlagen mit 1000 Wh die das übernehmen und sogar direkt geregelt in das Hausnetz einspeisen kosten leider über € 2000,- (EET falls man das nenne darf). Ich denke das ist ein Einsatzgebiet das auch interessant sein kann.

  4. Technisch interessant ja. Wirtschaftlich aber leider überhaupt nicht.

  5. Für den Anschaffungspreis kann ich als Single fast 2 Jahre mein Strom zahlen (derzeitiger Tarif 23cent kW) . Viel zu teuer diese Geräte. Dann kommt noch extra Solarpanel dazu. Nene.

  6. Peter Obermeier says:

    Die Delta 2 ist nicht „recht laut“, sie ist unerträglich laut! Die Lüfter röhren schon bei minimalen Ladeleistungen (200W, weniger geht nicht) und es kommt kalte Luft raus.
    Und ich hoffe, dass Ecoflow das bald mit einem Update behebt.
    Ansonsten ist das Gerät ok, auch wenn es niemand bisher braucht. Mit meinen 69 Jahren hab ich auch noch keinen längeren Stromausfall erlebt, aber ich hab auch noch keine solche chaotische , verrückte , selbstverschuldete Engergiemangelsituation erlebt.

  7. Ich habe mir in der letzten Zeit einige Videos zu den Geräten angeschaut. Anfangs war ich fast so weit mir so ein Ding zu kaufen, um wenigstens etwas Strom im Notfall zu haben. Aber ich glaube wenn mal ein richtiger Stromausfall da ist, bringen die Dinger auch nix.

    Wie schon andere hier erwähnt haben: die Dinger kosten viel Geld und sind irgendwie gerade angesagt.

  8. Viel zu laut !!!! Unheimlich laut !!!! Das müsste erwähnt werden…….

  9. das Video zur Lautstärke lädt nicht, es zeigt die Datei sei kaputt. Hm :/

  10. Das Märchen von der Autarkie zuhause kann jeder selber durchrechnen: Einfach mal durch den Haushalt gehen und schauen, welche Stromverbraucher genutzt werden und wieviel Watt die so brauchen – ratzfatz kommen da erkleckliche Summen zusammen, die sich mit 1 kWh (= bei 1000W Last ist das Ding nach einer Stunde leer) nicht wirklich signifikant lange überbrücken lassen.
    Und der Netzstrom zum Aufladen kostet ja trotzdem immer noch den normalen Preis, zusätzlich zur Anschaffung – da spart man also auch nichts.
    Als USV taugen die Dinger ebenfalls nicht (jedenfalls nicht für Computer), dafür ist die Umschaltzeit zu lang.

    Jenseits von Panikmache und Marketingversprechen bleibt es also ein teures Nischenprodukt für spezielle Anwendungsfälle…

    • GooglePayFan says:

      „Jenseits von Panikmache und Marketingversprechen bleibt es also ein teures Nischenprodukt für spezielle Anwendungsfälle…“

      Was meinst du wohl, wieso fast jeder Blogger oder Youtube der auch nur ein bisschen mit Technik zutun hat und etwas Reichweite besitzt, diese Dinger von Anker, Jackery und Co im Monatstakt zugeschickt bekommen? Da Marketing hier die beste Option ist einen Kaufanreiz zu schaffen 😉

  11. @Cashy: kannst du bitte mal prüfen ob es stimmt dass man die Ladung per Solarpaneel morgens jedes mal neu initieren muss, da der Modus in der Nacht ausgeht? Ich kann mir das eigentlich nicht vorstellen, hab davon aber gelesen (fake?)

    • Peter Obermeier says:

      Der Solareingang ist immer aktiv, lediglich der 230V Ausgang muss wieder aktiviert werden, wenn die Ecoflow abschaltet

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