E-Rezept: Bundesweiter Rollout verzögert sich

Das E-Rezept soll kommen. Nun muss man aber die Testphase in der Pilotregion verlängern. Die Tests rund um das E-Rezept, die seit Juli 2021 in Berlin-Brandenburg laufen, werden – weiterhin auf diese Region beschränkt – um zunächst zwei Monate bis Ende November verlängert. Das hat die Gesellschafterversammlung der gematik am 29.09.2021 beschlossen. Eigentlich sollte die Testphase ab Oktober bundesweit laufen.

Wie sich eine anschließende bundesweite Einführungsphase gestaltet, wird im Rahmen der weiteren Testphase entschieden. An der bundesweit verpflichtenden Einführung des E-Rezepts zum 1. Januar 2022 ändere sich nichts.

Als Hintergrund nennt die gematik „einen erwarteten, deutlichen Anstieg der Zahl angepasster Primärsysteme aufgrund des Quartalsbeginns“. Bislang haben noch nicht alle Anbieter der Praxis- bzw. Apothekenverwaltungssysteme das für das E-Rezept notwendige Update bereitstellen können. Erst dann können diese in Praxen und Apotheken installiert werden, so die gematik weiter.

Andere Personen benennen es anders: Der Testlauf in der Pilotregion Berlin-Brandenburg sei „ein Desaster“ gewesen. In den drei Monaten Erprobung wurden nach Informationen von APOTHEKE ADHOC zwar mehrere Dutzend E-Rezepte erstellt und verschickt worden sein – allerdings habe es sich dabei ausschließlich um Demo-Datensätze gehandelt. Es hat demnach bisher kein einziges „echtes“ E-Rezept den gesamten Zyklus von Ausstellung über Abgabe bis Abrechnung durchlaufen.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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14 Kommentare

  1. – So ein Quartalsbeginn kommt ja immer zu unterschiedlichen Zeiten und völlig unerwartet um die Ecke geschossen.
    – „..mehrere Dutzend E-Rezepte…“, in 2 Monaten? mehrere Dutzend? Mehrere Dutzend E-Rezepte pro Tag hätte ich noch als viel zu wenig empfunden.
    – „….kein einziges „echtes“ E-Rezept hat den gesamten Zyklus… durchlaufen“ KEIN EINZIGES! und das in 2 Monaten!

    Saftladen

  2. „Es hat demnach bisher kein einziges „echtes“ E-Rezept den gesamten Zyklus von Ausstellung über Abgabe bis Abrechnung durchlaufen.“

    Wow, das ist doch mal eine klare Ansage….

  3. Scheuer freut sich.

  4. Hoffentlich ist beim regulären Start die Hardware nicht veraltet. Oder die Entwickler der Software sind in Rente gegangen.
    Hartes

    • Die Hardware, zumindest die Konnektoren sind auf 4 Jahre Laufzeit per Hardwarezertifikat beschränkt.
      Verplichtend für Praxen ist die Telematik seit Beginn 2018 (?) + vier Jahre…

  5. Wursteln auf aller höchsten Niveau- unglaublich 😀

  6. Was soll man sagen… KIM, ePA etc alles bisher Dinge die wirklich nicht optimal laufen, da niemand an große Einrichtungen wie Krankenhäuser etc gedacht hat. Die angedachte Infrastruktur skaliert genau: 0

    Änderungen sind jetzt nicht mehr möglich oder nur sehr homöopathisch 😉 Jetzt kommen Pflaster auf Pflaster auf Pflaster…

  7. Wenn man das ganze Geld, dass man für überflüssige, unsichere und für Katastrophenfälle nicht geeignete Digitalisierung verschwendet in den Wohnungsbau stecken würde, dann würde man zukünftig Millionen an Sozialkosten einsparen. Oder in die Pflege, oder oder oder.

    Zumal absehbar ist, dass man damit die Nahversorgung durch Apotheken zerstört. Amazon und Co warten nur darauf, dass sie die Zettelwirtschaft und Aufbewahrung nicht mehr brauchen, dann gehts los.

    • Also ich werde mich freuen, wenn ich mir die 2 – stündige Tour nach München zu meinem Neurologen, nur um dort einen Fetzen Papier abzuholen, sparen kann. Das digitale Rezept ist längst überfällig.

      • In dem Fall wäre die Post auch bisher schon eine (mittelgute) Alternative gewesen.

        • Erinnert ihr euch noch an die De-Mail? Das wäre jetzt mal die große Bühne dafür….
          Dann würden dort auch die digitalen Krankschreibungen mit versendet .
          ….
          Ach Stimmt…. e-Mail ist ja viel zu viel von gestern…. gut das die Telekom dieses Jahr dort ausgestiegen ist,

    • Wo trifft das denn hier zu? Also das es unsicher und überflüssig sein soll. Was spielen Katastrophenfälle hier für eine Rolle?

  8. Zu dem Thema passt meine jüngste Erfahrung zur ePA (elektronische Patientenakte). In zwei Praxen wollte ich die ePA nutzen.

    Zweimal bekam ich als Antwort: „Haben wir nicht, kennen wir nicht, noch nie was davon gehört.“

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