E-Bike Ado Dece 300C angefahren

Ich bin in den letzten Wochen mit dem Fahrrad gefahren. Das Wetter lud dazu ein, des Weiteren musste ich eh darauf, denn ein Testbericht wollte angefertigt werden. Gestartet bin ich auf dem Ado D30C, geendet bin ich beim Ado Dece 300C. Dabei handelt es sich aber mitnichten um zwei verschiedene Fahrräder, sondern um eines, denn das E-Mountainbike bekam zum Deutschlandstart einen neuen Namen verpasst.

Das Ado Dece 300C kam in einem recht großen Karton. Das Rad selbst war in einer großen Tüte verstaut, der freie Raum darum mit Füllmaterial versehen. Erinnerte ein wenig an Bauschaum, war aber dann doch weicher. Ist recht viel und muss von euch dann noch irgendwo entsorgt werden.

Immerhin: Sicher verpackt war es so. Der Aufbau war recht schnell erledigt, der Rahmen als solcher ist ja starr, es mussten also nur Sattel, Pedale, Vorderrad sowie Lenker montiert werden.

An dem hängt auch der Bordcomputer (der häufig verwendete S830), der euch beispielsweise Aufschluss darüber gibt, wie schnell ihr unterwegs seid, wie der Akkuladestand ist – oder wie weit ihr schon gefahren seid auf eurem Trip. Schaut ihr einmal unter das LC-Display, dann seht ihr auch einen USB-Anschluss. Der ist nicht zum Laden des Bikes gedacht, stattdessen kann man sein Smartphone anklemmen.

Beim Ado Dece 300C setzt das Unternehmen auf eine Shimano-Schaltung mit Altus-Schaltwerk. Das ist solide, aber eben auch nicht ganz High End. Schaltung, Schaltwerk sowie Kurbelgarnitur machten aber während der Testfahrten einen sauberen Eindruck. Auch die hydraulischen Bremsen von Kamros sind durchaus erwähnenswert, sie lassen sich leicht betätigen und man kommt leicht, aber nicht komplett ruckartig, zum erwünschten Stillstand oder zur langsameren Fahrt.

Den Rahmen finde ich durchaus gelungen, er ist leicht geschwungen und gibt dem Ado Dece 300C ein elegantes Aussehen. Die Schweißnähte machen einen sehr stabilen Eindruck, auch der untere Teil des Rahmens, der den Akku hält, wirkt robust. Der Akku lässt sich entnehmen, auch das reine Sperren seiner Funktion über einen Schlüssel ist möglich. Ado gibt an, dass Personen bis zu 120 Kilo Gewicht das E-Mountainbike fahren dürften. Empfohlen ist auch eine maximale Körpergröße von 1,90 Metern.

Da es sich beim 22 Kilo leichten Ado Dece 300C um ein E-Mountainbike handelt, ist logischerweise auch beim Tritt in die Pedale auf Wunsch eine Hilfe mit am Start. Der Motor ist 250 Watt stark und bietet einen Drehmoment von bis zu 42 Nm. Damit würde man bei den 27,5er-Reifen also recht einfach mittlere Steigungen erklimmen. Für Bergtouren oder so muss der Radfahrer dann vermutlich selbst noch etwas mehr Kraft aufwenden.

Ado setzt auf ein System, welches man G-DRIVE 2.0 nennt. Drei Unterstützungsstufen kann der Fahrer nutzen: 0 wäre ohne Hilfe, dann gibt’s die Assistenz bis 15 km/h , Stufe 2 für bis 20 km/h und die für bis zu 25 km/h. Um die Assistenz zu nutzen, müsst ihr in Deutschland selbst in die Pedale treten, von alleine fährt das Rad aufgrund des Gesetzgebers und der damit verbundenen Sperre nicht. Ado spricht von bis zu 90 möglichen Kilometern, die man unterstützt fahren kann. Das wird man sicherlich erreichen, wenn man keinen Gegenwind hat, 70 Kilo wiegt und auf absolut ebener Strecke fährt.

Kurzfakten:

  • Gewicht: 22 Kilo
  • IP-Rating: IP5X
  • Max. Geschwindigkeit: 25 km/h
  • Gänge: 9
  • Assistenzreichweite: Bis 90 Kilometer, Assistenz ab 6 km/h
  • Ladezeit: 6- 7 Stunden
  • max. Zuladung: 120 Kilo
  • Material: Aluminiumlegierung
  • Räder: 27,5 Zoll
  • Bremsen: Hydraulisch
  • Akku im Unterrohr / Lithium
  • Motor: 250 Watt / 43 Nm / 380 r/min
  • Pedalen: aus Alu

Nun zu meinen Erfahrungen während der Fahrzeit – und generell.

Dass das Ado Dece 300C „gut“ verpackt war, erwähnte ich bereits. Der Aufbau war flott, allerdings fehlten Schutzbleche. Nun gut, ist ein „Mountainbike“, aber dennoch. Die habe ich dann noch zukaufen müssen, wie auch die Katzenaugen.

Das Ado Dece 300C würde ich als durchaus schick bezeichnen, wobei man die wenigen Schweißstellen vielleicht auch hätte abschleifen können.

Geschwindigkeit, aktuelle Stufe und Kilometer sowie der Akkustand können auf dem gut lesbaren Display ausgemacht werden.

Die Gangschaltung ist leichtgängig, das Fahren macht Spaß, gerade dann, wenn auch die Assistenz mit hineinspielt.

Die Bremsen reagieren zügig, gut, aber nicht ruckartig.

Der Akku lässt sich entnehmen. Das Rad kann direkt geladen werden, denn ein Anschluss ist am Rahmen, aber auch am Akku selbst.

Die Federgabel hinterlässt einen guten Eindruck bei mir.

Der Sattel ist Geschmackssache. Ist halt kein Citybike, sondern etwas sportlicher zu sehen.

Schön: Auf einer Radtour übergab ich das Rad auch zum Test an meinen Schwiegervater (70 Jahre alt). Der ist etwas größer und schwerer als ich (ich wiege so um 93 bis 95 Kilo und bin 1,75 cm klein). Der hat mit dem Rad einen Heidenspaß und dieses ist auch für ihn Grund, das Auto mal stehenzulassen. Fand ich überraschend und gut. Meine Schwiegereltern sind sonst eher Typ City- / Seniorenrad, aber das Ado Dece 300C wurde nun halt vom Schwiegervater „mitadoptiert“. Wir wohnen eh nah beieinander und können innerhalb von 10 Minuten Räder durchtauschen.

90 Kilometer Unterstützung ist ein frommer Wunsch, wenn ihr der Meinung seid, mit hoher Unterstützung zu fahren und in meine Gewichtsklasse fallt. Dann geht’s rapide bergab, aber ich bin nun auch keiner, der das Rad so viele Kilometer am Stück (unterstützt) benötigt. Es macht auch Spaß, ohne Unterstützung zu fahren. Grob überschlagen würde ich sagen, dass ich so auf um 60 Kilometer mixed gekommen bin. Da spielt halt vieles mit rein. Temperatur, genutzte Modi, Anstieg und, und, und.

Ganz wichtig finde ich, und das sollte man sich gut und vorher überlegen: Was sagt der örtliche Radladen, wenn mal was ist? Könnt ihr selbst mal Hand anlegen oder kennt jemanden, der an Fahrrädern bastelt? Wichtige Sache. Himo und Ado haben schon größere Erfahrung bei E-Bikes, mittlerweile hat man auch Support und Service in Bruchsal angesiedelt. Das hilft euch aber nichts, wenn ihr mal „eben“ eine Kleinigkeit reparieren lassen müsst. Ich habe in meinem näheren Umfeld zwei Radläden und bei denen mal angeklingelt. Nichts machen die. Die packen Fremdräder nicht einmal an.

Unterm Strich bleibt: Ein gutes E-Bike, auch wenn man den Preis von rund 1.500 Euro im Auge hat. Geraffelräder gibt’s genug – und wenn man bei den anderen Rädern dieser Klasse schaut, muss man meist tiefer in die Tasche greifen. Auch bei Ado gilt: Augen auf und Preis gut vergleichen, da lässt sich häufig richtig sparen.

Ado Dece 300C bei Otto, beim Hersteller und bei Amazon

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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27 Kommentare

  1. Die Fahrradhändler schaffen sixh gerade selber ab. Ich war vor einem Jahr vor Ort und wollte meine Schaltgruppe upgraden. Alivio/Altus usw runter und neue Übersetzung mit mehr Bandbreite. Nö fassen wir nixht an. Wir verkaufen gerade wie blöd Neuräder und für sowas haben wir keine Zeit und Lust.
    Auch Fahrrad.Stadler lehnt Fremräder jetzt hier ab. Kurz kam ich auf den Geschmack und wollte was anderes und neues aber mein altes behalten. Es idt ein Versender Bike geworden für über 3000 Euro und i h ffühl mi h gut dabei. Axs Umbau auxh selber gemacht und der Rest wird online gekauft und youtube zeigt die Details. Mich sieht kein Fahrradhändler mehr. Stadler verkauft E Bike und Vanmoof Nachbauten an betuchte Rentner. Dann sollen sie ….

    • Reparaturen beim Händler hier vor Ort mit Wochenlangem Vorlauf, die haben einen Berg Arbeit, Ersatzteile sind teilweise nicht zu bekommen oder haben wochenlange Lieferzeiten und der nimmt nur Aufträge von Stammkunden an, sonst bekommen die nichts mehr gebacken.

      Wir haben unsere Räder auch beim Versender gekauft, ist das 5. mittlerweile ( 2 normale Tourenräder und 3 eBikes – eines wurde mir geklaut ) und ich würde es jederzeit wieder machen. Ersatz- und Zubehör kaufe ich auch im Internet. Ich hab kein Problem selber Hand anzulegen, selbst die Bremsscheiben hab ich an meinem Rad getauscht, kein Problem.

    • Meine Erfahrung: egal ob E-Bike oder V-Bike (Verbrenner Motorrad). Unter 4-6 Wochen geht gar nichts. Liegt zum Teil jahreszeitenbedingt, aber zum Teil fehlt halt auch das Personal.
      Vielleicht entwickelt sich bei den E-Bikes der Markt analog zum Motorrad. Es gibt Vertragswerkstatt.
      Ich hätte als Händler hätte auch nur bedingt Interesse Fremdräder zu reparieren.
      a) Kunden, die sich im Internet günstig ein Rad kaufen, neigen ihr Preisgefüge auf die Reparatur zu übertragen. Sprich der Mechaniker soll mit 10 Euro/h auskommen.
      b) Wie ist der Support des Herstellers, wenn es Probleme gibt. Für den Kunden ist der Händler und nicht der Hersteller Ansprechpartner. Warum soll sich der Händler diesen Schuh anziehen.

      • Stefan Haller says:

        Problem ist halt, einen Kunden, der du einmal abgewiesen hat, der kommt nie mehr. Das sollten die Radläden bedenken. Mag sein, dass die aktuell einen Boom haben und deshalb etwas hochnäsig sind. Aber es kommen auch wieder andere Zeiten, da soll sich dann keiner Beschweren, dass der Böse Kunde im Internet bestellt.

        • Würde nicht sagen, das die hochnäsig sind – die haben einfach einen Berg voll Arbeit, den die auch nicht wegbekommen, weil immer wieder Teile nicht lieferbar sind oder ewig lange Lieferzeiten haben.
          Der Fahrradladen hier vor Ort hat den Innenhof komplett voll Räder stehen, die repariert werden müssen und wo er auf Ersatzteile wartet. Was soll er sich noch mehr Räder dahin stellen und die Kunden dann Wochen und Monate auf Reparaturen warten. Macht ja keinen Sinn.

          Wir haben unsere Räder bei eine großen Internethändler bestellt, der ein Netz von Partner-Werkstätten für Service und Garantie unterstützt. Die sind aber nicht in jedem Ort, sondern für mich z.b. 30km entfernt. Ergo kaufe ich Teil möglichst vor Ort und mache es selber oder bestelle die bei großen Händler im Netz, z.b. dort ich mein Rad gekauft habe oder bei Rose-Versand.
          Aber wer nicht selber Hand anlegen kann und Reparaturen/Service selber macht, dem kann man vom Kauf im Internet eh nur abraten.

    • Mein Fahrrad (ohne E) ist von Stadler, ich war dort eigentlich recht zufrieden. Dann wollte ich vor etwa zwei Wochen etwas reparieren lassen, ich hätte im Mai einen Termin bekommen.
      Ich war dann um die Ecke bei einem kleinen Laden, morgens hingestellt, abends abgeholt, alles top.

  2. Nett, aber NCM Bikes ist bei ähnlicher Ausstattung da noch günstiger.
    An Betrug grenzt (meines Erachtens!) die fehlende Angabe der Wattstunden des Akku. 10,x Ah sagt halt nur bei gleichzeitiger Angabe der Volt was. Vermutlich sind es hier 10,4 Ah x 36 Volt = 374 Wh, also technischer Stand ungefähr 2016. Daher richtig überteuert. Nur meine 2 Cents.

    • Schlimmer finde ich eigentlich, dass man diese Angabe nirgends findet. Ich habe sie weder bei Amazon, noch beim Hersteller gefunden, nur bei Otto, und da auch falsch (10,4 mAh statt Ah).

      Aber dass 374 Wh Stand 2016 sind, finde ich nicht. Es ist ja nicht so, dass die Wh der Ebike-Akkus stetig steigen. Auch hier gehts um Effizienz und letztendlich um den Verwendungszweck. Ich habe letztes Jahr ein Rad mit 252 Wh gekauft, und das war aktuell, keine Lagerware aus 2016 oder so. Dafür wiegts nur 17kg, und man kann auch noch fahren, wenn der Akku leer ist. 😉

      • Tja, Thema Effizienz:
        Ein Nabenmotor ist das Ineffizienteste, das man in ein MTB einbauen kann: Je langsamer er dreht, desto schlechter der Wirkungsgrad.
        Das ist beim Mittelmotor zwar identisch, aber der schaltet sich eben über 7++ Gänge, dreht also regelmässig im wesentlich effizienteren Drehzahlbereich.

        Siehe z.B. Abschnitt „Energieeffizienz beim Mittelmotor und Nabenmotor“.
        https://www.energie-lexikon.info/ebike.html

        P.S. Beim Citybike in der Ebene sehe ich das nicht so kritisch, aber am Berg haben die beiden Konzepte einen massiven Hm- bzw. Reichweitenunterschied.

  3. Vielleicht ist die Technik mittlerweile besser. Aber mir kommen nur Mittelmotoren in die Garage. Alles was ich mit Front oder Heckmotor fuhr kam da nicht heran.

    • Und was war das? Beim Frontmotor stimme ich zu, das geht gar nicht. Beim Heckmotor sehe ich aber durchaus eine Daseinsberechtigung. Das System ist insgesamt leichter, u.a. weil man die Kraft ohne Verluste auf die Strasse bekommt, also bei der Akkukapazität sparen kann. Es ist optisch weniger auftragend. Meist ist der Roll- bzw. Tretwiderstand beim Fahren ohne Unterstützung geringer. Also bei leichten Räder für die Stadt oder kleinere Touren sehe ich den Heckmotor im Vorteil. Wenns um Allrounder geht, die ein natürliches Ansprechverhalten haben und mit einer Nabenschaltung kombiniert werden sollen, dann führt kein Weg am Mittelmotor vorbei. Wenns um Berge geht auch, da kann der (normale) Heckmotor nicht mithalten.
      Also ich habe aktuell nur ein Heckmotorfahrrad in der Garage, für längere Touren könnte ich mir aber durchaus vorstellen noch ein Mittelmotor zu kaufen.

    • Das hat mit heute nichts zu tun. Die meisten Nabenmotoren sind billig, schwach und oft dann passend noch beschissen geregelt, es fehlt der Drehmomentssensor und damit spricht die Unterstützung sehr willkürlich an und läuft lange nach, wenn man eigentlich nicht mehr tritt. Es gibt aber auch gute Nabenmotoren mit guter Steuerung. Die haben dann den Vorteil, dass sie den Antrieb schonen und rekuperieren können. Es gibt auch schlechte Steuerungen für Mittelmotoren, beispielsweise bei vielen günstigen Bafangs.

      • Da muss ich leider widersprechen. Ob die meisten Nabenmotoren billig sind, weiß ich nicht. Gemessen an der absoluten Anzahl dominiert möglicherweise Bafang&Co, dann ja. Wenn man die Anzahl der Hersteller zählt, dürfte es mehr teure Hersteller geben als billige. Außer man zählt jeden Bafang-Redistributor als eigenen Hersteller, dann stimmts wieder. 🙂

        Die Unterstützung spricht nicht willkürlich an, sondern ruckartig, da den meisten Nabenmotoren (bzw. eher dem Antriebssystem) der Drehmomentsensor fehlt und nur ein PAS Sensor arbeitet, der Umdrehungen an der Tretkurbel misst. Dem kann man entgegenwirken, wenn man die Beschleunigung runterregelt, aber viele drehen die extra hoch, weils Spaß macht der erste beim Ampelstart zu sein. 🙂

        Nachlauf ist vorhanden, ja. Darum haben die meisten Umrüstsätze oder Billigbikes einen Reedschalter in einem oder beiden Bremshebeln, der den Motor stoppt wenn die Bremse gezogen wird. Gewöhnt man sich ziemlich schnell dran und dann isses kein Problem mehr und sogar eher vorteilhaft wenn man weniger treten muss und den Nachlauf mitnimmt.

        Es gibt gute Nabenmotoren, die diese Probleme nicht haben, bzw. durch die Steuerung minimieren. Diese haben aber auch nur sehr selten Rekuperation. Das würden viele Kunden als Nachteil empfinden, wenn immer beim nicht mehr treten der Motor anfängt zu bremsen. Wenn dann müsste man das mit der Bremse koppeln und nur in diesem Fall dazuschalten. Das machts aber wieder ziemlich kompliziert und mir ist kein Fahrrad mit Rekuperation bekannt, lediglich ein paar Umrüstsätze.

        Nabenmotoren sind meist nicht schwach, gerade die billigen sind eher stark. 40Nm lesen sich vielleicht wenig, wenn beim Bosch 65Nm im Datenblatt steht. Der Mittelmotor hat aber bauartbedingt Verluste, ich denke da kommt bei beiden am Ende dasselbe raus. Die meisten die einen Mittelmotor gewohnt sind, empfinden einen Nabenmotor als spritziger und schneller.

        Aber es gibt nicht das eine bessere System, beide haben Vor- und Nachteile und je nach Verwendungszweck und persönlicher Präferenz ist mal der Heckmotor und mal der Mittelmotor besser. Meist gewinnt der Mittelmotor, weils das universellere System ist.

        Ich selbst bin früher einen Umrüstsatz mit Heckmotor gefahren, bin dann auf ein leichtes Commuterbike mit (teurerem/besser gesteuertem) Heckmotor umgestiegen und überlege aktuell für längere Radreisen noch eins mit Mittelmotor anzuschaffen. In der Stadt und auf kleineren Touren ist mein Fahrrad super, ich fahre tatsächlich oft ohne Unterstützung, weils sich wie ein Biobike fahren lässt. Aber wenn die Touren länger werden oder Gepäck und/oder Anhänger dazu kommt, stößt mein Rad an seine Grenzen. Da wäre ein Mittelmotor mit großem oder mehreren Akkus sicher die bessere Wahl.

        • Du widersprichst mir quasi gar nicht. Was die Anzahl der Hersteller angeht, ist es mir offen gestanden egal. Ich bin 2008 bion x (ich glaube so heißen die) bis 2022 ca 8 verschiedene Hersteller und noch mehr Modelle gefahren, mein Arbeitgeber hatte schon damals Pedelecs in der Flotte. Den theoretischen Verlust, den Mittelmotoren haben, machen sie dadurch mehr als wett, dass sie die Übersetzung des Antriebs nutzen können. Ich vergleiche dabei auch die 40 Nm weniger mit einem 65 Nm Motor, eher mit 75, der Unterschied ist etwa so groß, wie er sich liest. Unsere Modelle hatten öfter Rekuperation, sogar teilweise stufenweise einstellbar, aber auch da: man gewinnt weniger Reichweite, als der Mittelmotor durch die Schaltung gewinnt. Und wie gesagt: es gibt auch Nabenmotoren, die stärker sind und eine gute Steuerung haben, sogar mit eigenem Getriebe gibt es sie, um einen besseren Wirkungsgrad zu erreichen. Auch mit großen Akkus. Der Mittelmotor hat sich aber, auch wegen des besseren Schwerpunkts, im hochpreisigen Bereich durchgesetzt. Ohne Akku (wegen des Gewichts) lässt sich ein aktueller Yamaha oder Bosh übrigens auch super als Fahrrad fahren.

  4. Ich habe absolut nix gegen „Billigräder“, ich denke dass viele damit glücklich werden können und kein „Markenrad“ brauchen. Aber was mich immer stört bzw. viel mehr wundert, warum wird im Billigsektor immer auf E-MTB gemacht? Niemand wird so ein Teil nutzen um Berge hoch und runter zu radeln, also wozu die Stollenreifen (schwer, größerer Rollwiderstand) und wozu die Federgabel (kann man drüber streiten, die macht vielleicht auch abseits vom Singletrail Sinn).
    Also warum ist man nicht einfach ehrlich und bewirbt das Rad damit wo es auch am besten geeignet ist, also für Stadt und kleine Touren? Und dann am besten Reifen drauf, mit denen man auch ohne Motorunterstützung gut rollt und u.U. auf schwere Komponenten wie eine Federgabel verzichten.
    Naja, aber scheinbar gibt es dafür einen Markt, vielleicht sind viele „Einsteiger“ der Meinung, sie brauchen irgendwas, was wie MTB aussieht. Aus denselben Gründen kauft man schließlich auch ein SUV.

    • Nun ja: es ist wirklich ein SUV. Wenn man mit sowas über Kopfsteinpflaster oder Feldweg fegt, ist das doch deutlich angenehmer, als mit so einem Vanmove oder sowas. Wenn man den Motor hat, spielt auch das Gewicht und eventueller Rollwiderstand eine geringere Rolle, als auf einem Fahrrad. Dazu kommt, dass man die heutigen Stollenreifen oft mit 5 Bar fahren kann und sie einen Steg in der Mitte haben, die rollen teilweise leicht und ruhig auf Asphalt. Auch wenn ich auf meinem Tourenrad Starrgabel und dünnere Bereifung bevorzuge, auf dem Pedelec fahre ich 29er oder 27,5 er mit Federgabel und ordentlich Breite und es fährt sich komfortabeler, jedenfalls bei den hiesigen Straßen.

      • Danke für den Bericht, liest sich interessant. Und manches macht der Hersteller scheinbar richtig, Bremsen (wobei ich den Hersteller nicht kenne), 9 Fach Schaltung, alles OK und bei anderen Rädern zu ähnlichen Preisen oft noch billiger ausgestattet. Ich persönlich würde bei 1500 € aber immer zum Gebrauchtrad greifen, da bekommt man einfach mehr für das Geld. Yamaha oder Bosh Mittelmotor, Shimano Bremse und eine Deore Schaltung sind da schon drin und ich könnte mit 40 – 50 Nm nicht viel anfangen.

  5. Knud Aagaard says:

    Ich bin 82 Jahre alt, wiege 67 Kilo und komme aus Dänemark. Das besagte E-Bike könnte interessant sein. Ich fahre seit 11 Jahren ein E-Bike mit Hinterradnabenmotor und es ist wunderbar entspannend. Wenn ich eine längere Strecke fahre und müde werde, lasse ich einfach den Motor die ganze Arbeit machen. Das geht nicht mit einem Mittelmotor, man muss die ganze Zeit selber arbeiten. Mein Motor hat 250 Watt und 36 Volt, aber ich „füttere“ ihn mit einer Batterie von 48 Volt und 14 Ampere. Er gibt eine illegale Geschwindigkeit von 39 km/h ohne Schweiß auf der Stirn.

    • Das ist richtig, ganz passiv kann man ein Pedelec mit Drehmomentsensor nicht fahren, aber auf der höchsten Stufe ist der Unterschied zum passiven mittreten nicht wirklich spürbar. Allerdings wären für mich die Vorteile des Heckmotors im Flachland, auch bei Gegenwind, überwiegend.

    • Schön, daß ist aber kein Pedelec sondern ein S Bike.
      Hat also nichts mit diesem Gerät oder generell mit diesem Thema zu tun.

  6. Ich bin mit dem NCM Moscow von leoncycle mittlerweile 17400 Kilometer gefahren. Hätte ich auch nie gedacht. Das kostet etwas weniger hat dafür 30% mehr Akkukapazität. Ich habe alles selber wechseln können. Ist ja am Ende nur ein Fahrrad. Kette und Kasette sind neben den Bremsen das häufigste Verschleißteil. Ich war Anfangs auch etwas skeptisch. Aber einmal mit Motorunterstützung gefahren setze ich mich nur noch selten/ungern auf ein normales Rad. Mein Akku hat immernoch eine sehr gute Reichweite. Hat mich selbst überrascht. Im Winter lagere ich ihn allerdings auch im Heizungskeller. Ladezustand ca 50%. Die Angaben der Reichweite bei den Rädern finde ich etwas unpraktisch. Es kommt doch stark aufs Fahrprofil an. Ich persönlich darf die letzen kilometer immer leicht bergauf treten. Und das meistens bei Gegenwind. Für mich hat sich das absolut gelohnt und ist eine der besten Investitionen der letzen jahre gewesen!

  7. Wenn die Beschreibung der drei Stufen stimmt, dann müsste ich das Rad eigentlich immer auf höchster Stufe fahren, dann kommt das Rad wahrscheinlich nicht mal im Ansatz an 40 km.

    • Ich empfinde die Stufen, die nach Geschwindigkeit unterstützen, auch wertlos. Diese Räder fahre ich immer mit voller Unterstützung, während mir auf einem Rad mit x % zur eigenen Leistung sehr oft die niedrigste Stufe reicht, die hilft eben auch noch bei 25 km/h.

  8. Die Unterstützungsstufen mit verschieben Geschwindigkeiten sind 2005!

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