Dungeon Keeper darf in UK nicht mehr als Free to Play beworben werden

Ihr erinnert Euch ja sicher noch an die Neuauflage von Dungeon Keeper. Das Spiel konnte überzeugen – leider nur dahingehend, dass es sehr wohl so etwas wie In-App-Kauf-Abzocke gibt. Das sieht auch die Advertising Standards Authority (ASA) im Vereinigten Königreich so und regelt, dass EA Dungeon Keeper nicht mehr als Free to Play bezeichnen darf. Die Begründung ist allerdings – da muss man EA durchaus in Schutz nehmen – etwas fragwürdig.

DungeonKeeper_Cash

Im Prinzip ist Dungeon Keeper nämlich Free to Play. Man wird zwar permanent aufgefordert, irgendwelche Käufe zu tätigen und die Wartezeiten für Aktionen sind unverhältnismäßig lang, aber dennoch lässt sich das Spiel kostenlos zocken. Insofern ist es schon fraglich, wie die ASA auf die Idee kommt, warum Dungeon Keeper nicht Free to Play wäre. In der Begründung heißt es, dass der Spieler ein anderes Gameplay erwarte, das nur durch die Nutzung von In-App-Währung erreicht werden könne.

Interessant ist das, schon dass eine Werbeaufsicht meint, festlegen zu können, wie das Gameplay eines Free 2 Play-Titels auszusehen hat. Wie gesagt, ich selbst finde es auch mehr als unverschämt, was EA mit Dungeon Keeper abgezogen hat, dennoch ist es ein Free 2 Play Game, da gibt es nichts dran zu rütteln. Während eine generelle Überdenkung der Free 2 Play-Strategie einmal angebracht wäre, sollten sich solche Behörden da nicht einmischen. Meine Meinung.

Wie seht Ihr das? Überregulierung oder Schutz für den Kunden? Hier noch Auszüge aus dem Urteil, das die ASA gefällt hat:

The complainant, who understood that gameplay was severely limited unless in-app purchases were made, challenged whether the ad was misleading because it omitted significant information.

Electronic Arts Ltd stated that in their view they had not misled or omitted information from the ad. They said that Dungeon Keeper was available to download for free, and that in-app purchases were not required.

The ASA noted that the game software was available to download for free, and that it was possible to play the game without spending money. However, we understood that several mechanisms within the game took a significant amount of time to be completed, and that these would only be speeded up by using the premium Gem currency.

We consequently considered it likely that many players would regard the gameplay experience as unexpectedly curtailed and as a result would need to spend Gems in order to achieve the form of gameplay anticipated.

Because the game had the potential to restrict gameplay beyond that which would be expected by consumers and the ad did not make this aspect of the role of in-app purchasing clear, we concluded that it was misleading.

The ad breached CAP Code (Edition 12) rules 3.1, 3.3 and 3.9 (Misleading Advertising).
Action
The ad must not appear again in its current form. We told Electronic Arts Ltd to ensure that future ads made clear the limitations of free gameplay and role of in-app purchasing with regard to speeding up gameplay.

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Sascha Ostermaier

*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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24 Kommentare

  1. Ich habe prinzipiell kein Problem mit fair umgesetzten F2P spielen. Wenn es die Hersteller aber maßlos übertreiben, wie auch in diesem Fall, dann ist es absolut richtig und notwendig, dass diese einen Dämpfer verpasst bekommen. Letztendlich ist das zum Vorteil aller Kunden, und aller Hersteller wenn hier eine gewisse Transparenz geschaffen wird.

  2. Ich sehe es so wie die meisten hier.
    Ein Spiel wie Plants vs Zombies 2 ist F2P (auch von EA), ich kann es komplett durchspielen ohne einen Cent auszugeben und ohne gravierende Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Indem ich bezahle bekomme ich einige Extras, aber sie sind nicht essenziel, weder fürs Durchspielen noch für den Spielspaß.

    DungeonKeeper ist eine Farce und ganz sicher kein F2P Titel. Und ich wünsche mir, dass sich Behörden hier noch viel stärker einschalten, es gibt keinen Grund riesige Konzerne unnötig zu schützen, wie Sascha es hier mit seiner engstirnigen Meinung propagiert.
    Man sollte auch bdenken, dass eine öffentliche Behörde (theoretisch) das Volksinteresse vertritt. Man kann sich jetzt darüber streiten, ob das nun auch immer der Fall ist, aber es lässt sich mit Sicherheit sagen, dass der Fokus einer Behörde sich deutlich eher an der Bevölkerung orientiert, als der eines privatrechtlichen, auf Gewinn optimiertem Unternehmen.

  3. Es wird ein Spiel beworben das man kostenlos spielen kann.
    Es ist richtig das es zwar technisch möglich ist das zu spielen aber halt nicht realistisch.
    Insofern handelt es sich in der Tat um Täuschung der Kunden und ein Wettbewerbsrechtliches Problem. Denn ein Anbieter der zu fairen Konditionen ein Spiel vertreibt leidet mindestens indirekt und solch einem geschaftsgebaren

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