Max Schrems ist bei weitem kein Unbekannter, immerhin war dieser doch zuletzt auch derjenige, der eine 7,6 Mrd. Euro-Beschwerde gegen Facebook und Google eingereicht hatte, weil beide Unternehmen gegen die seit Mai des letzten Jahres geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoßen haben. Und erneut erscheint der Name Schrems in Zusammenhang mit neuen Beschwerden bezugnehmend auf jene Verordnung. Dieses Mal trifft es allerdings auch ein paar andere Unternehmen.
Die Beschwerden wurden über Schrems‘ gemeinnützige Organisation für Datenschutz und digitale Rechte, noyb („None of your business“) im Namen von zehn Nutzern eingereicht, die sich auf Artikel 80 der DSGVO berufen haben. Dieser erlaubt es Einzelpersonen, sich zur Vertretung ihrer Rechte an eine gemeinnützige Organisation zu wenden.
Der Kern seiner Beschwerden sieht folgendermaßen aus: Gemäß Artikel 15 der DSGVO steht es jeder Person zu, die über sie gespeicherten Informationen bei einem Unternehmen einfordern, beziehungsweise Zugang zu diesen anfordern zu können. noyb habe insgesamt acht Unternehmen in acht verschiedenen Ländern Europas getestet und behauptet, dass sie alle entsprechende Anfragen von Nutzern lediglich automatisiert beantworten ließen – und dies nicht einmal in dem Umfang, der den Nutzern per Gesetz zustehen würde.
Gegen die acht Unternehmen hat noyb nun bei der Österreichischen Datenschutzbehörde formelle Beschwerden eingereicht, zu denen auch die Musik- und Podcast-Plattform SoundCloud, der Sport-Streaming-Dienst DAZN und die Video-on-Demand-Plattform Flimmit gehören.
Die obige Grafik symbolisiert die einzelnen Antworten, die noyb von jedem der acht Unternehmen auf Anfrage erhalten hatte, sowie eine Aufschlüsselung der maximal möglichen Strafen, sollten die Beschwerden dann auch aufgegriffen werden. DAZN und SoundCloud reagierten unter anderem gar nicht erst auf die Anfragen Schrems.
Entsprechende Stellungnahmen der erwähnten Unternehmen liegen derzeit noch nicht vor, allerdings wird es sicherlich nicht allzu lange dauern, bis wir hierzu mehr erfahren dürfen.
via Techcrunch