Drosselung: Verbraucherzentrale NRW mahnt Deutsche Telekom ab

Die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen mahnt die Deutsche Telekom ab. Hierbei geht es um die Klauseln, die sich in den AGB des rosa Riesen zur Thematik Flatrate-Drosselung finden. Die Deutsche Telekom kam in die Medien, als sie ankündigte, neue Strukturen auf Basis von Volumen-Verträgen beginnend mit 75 GB ab dem 2. Mai für Neukunden einzuführen. Hinterher kam heraus, dass wohl alle Kunden betroffen sein werden, hierfür ruhig einen Blick auf die Beiträge am Ende dieses Textes werfen.

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Die Verbraucherzentrale NRW hat die Telekom jetzt per Abmahnung aufgefordert, diese seit dem 2. Mai 2013 geltenden Klauseln wieder aus ihren DSL-Verträgen zu streichen.

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Die Verbraucherschützer sehen es als unangemessene Benachteiligung der Verbraucher an, dass deren heimischer Internetzugang auf eine Übertragungsgeschwindigkeit von 384 kbit/s gedrosselt werden soll, wenn ein bestimmtes Volumen erreicht wurde. So steht es nun in den Vertragsbedingungen der Telekom für DSL-Verträge (Call&Surf, Entertain), sobald ein vom jeweiligen Tarif abhängiges Datenvolumen (z.B. 75 GB) im Monat überschritten wurde. Dies bedeutet beispielsweise für VDSL-Kunden („bis zu 50 MBit/s“) eine satte Reduzierung der Surfgeschwindigkeit um bis zu 99,2 Prozent – und das im Rahmen einer „Internet-Flatrate“.

Die Verbraucherzentrale NRW dazu: Die verbleibende Übertragungsrate von 384 kbit/s macht eine zeitgemäße Nutzung des Internets unmöglich. Während die Geduld der Kunden bereits beim Aufruf von Internetseiten oder dem Versenden von E-Mails oder Dateien auf eine harte Geduldsprobe gestellt wird, sind manche Online-Dienste praktisch nicht mehr nutzbar.

Dass all dies zu einer nicht hinnehmbaren Benachteiligung der Verbraucher führt, liegt nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW auf der Hand. „Die Anbieter übertreffen sich in der Werbung für Internettarife seit jeher mit Flatrate- und Geschwindigkeitsversprechen“, kritisiert NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller das Verhalten des Telefonriesen nach Gutsherrenart, „wer Verbrauchern den Saft fürs Surfen dann übers Kleingedruckte derartig abdreht, lässt sie auf der Datenautobahn auf der Standspur stranden und nimmt ihnen damit die Möglichkeit zum diskriminierungsfreien Zugang zu allen Diensten.“

Die Telekom kann nun bis zum 16. Mai 2013 per Unterlassungserklärung erklären, dass sie künftig auf die Verwendung der Klausel verzichtet. Sonst müssen die Gerichte entscheiden, ob diese Drossel-Klausel zulässig ist oder nicht.

Fragen und Antworten zur Internetdrosselung hat die Verbraucherzentrale NRW unter dieser Adresse zusammengestellt.

Chronologie der Ereignisse:

1. Gerüchte über die Drosselung erreichen das Netz

2. Deutsche Telekom äußert sich und relativiert

3. Deutsche Telekom gibt Drosselung bekannt

4. Mein Kommentar zur Telekom-Drosselung und Info zu Kabel Deutschland

5. Petition gegen die Drosselung wird ins Leben gerufen

6. Viprinet ist schockiert von den Plänen der Telekom

7. Telefon-Interview: Telekom verteidigt Drosselung

8. Telekom-Chef mit offenem Brief an Vizekanzler Rösler

9. Telekom: auch Bestandskunden können von der Drosselung betroffen sein

10. Telekom-Drosselung: das schreibt ein Insider

11. Deutsche Telekom in Verhandlungen mit Diensten, die nicht gedrosselt werden sollen

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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38 Kommentare

  1. das wird spannend!

  2. Wenn ich noch Telekom Kunde wäre,würde ich kündigen.
    Es müsste dann aber gute Alternativen vorhanden sein.Auf dem Land ist manchmal die Telekom der einzige Anbieter……

  3. Richtig so! Abzocker-Banditen!

  4. PsychoHH says:

    Ich hoffe die kassieren Ihre Strafe.

    In und um Hamburg kann ich jeden nur raten mal bei willy.tel/wilhelm.tel nach einem Anschluss zu fragen.

    100Mbit Leitung + Festnetz Flat + Fritzbox + Digi. KabelTV für 29,90€/ Monat.

    Und die Leitungen laufen 1a, klasse Service. Haben zum Glück eigene Leitungen gelegt.

  5. Find ich gut, Telekom und GEMA sind für mich in etwa gleichwertige Parasiten.
    Wenn man Vodafone glauben schenken darf, so verzerrt die Telekom seit Jahren den Wettbewerb. Beispiel: Als neuer Vodafone Kunde könnte ich VDSL kriegen, als Bestandskunde erlaubt die Telekom Vodafone die Schaltung nicht. Mir wurde sogar angeraten, vielleicht über die Kündigungsabteilung mich als Neukunden durchmauscheln zu lassen.

  6. Endlich kommt Bewegung in die ganze Sache.

    Ich hoffe das NRW nicht das einzige Land sein wird das diesen Schritt geht sondern andere Bundesländern nach ziehen. Das Thema darf nicht still stehen und schon gar nicht unter den Teppich gekehrt werden.

  7. @ chrzfl: LTE ist allerdings Mobilfunk, da sind Volumenbegrenzungen bisher nicht unüblich

  8. Christoph says:

    @Frank
    Du solltest dich erstmal erkundigen was die GEMA eigentlich tut bevor du solche Aussagen triffst. Ich nehme einfach mal an du meinst die ehemalige GEZ neu Rundfunkbeitrag. Auch deren Arbeit ist nicht zu unterschätzen.

  9. @Christoph:
    Was die GEMA macht ist einfach, einen Nutzen aus der Kunst anderer ziehen. Die Künstler selber haben nicht so großen Vorteil durch die GEMA.
    GEZ Arbeit ist nicht zu überschätzen. Unabhängige Berichterststattung der ÖRs? Mitnichten. Ich erinnere einfach mal an den Egoshooterbericht in Panorama (welcher durch bewußt falsches Zusammenschneiden falsche Eindrücke hinterließ sowie manche Aussagen schlichtweg falsch waren, z.B. war GTA4 nach Meinung von Panorama ein Spiel, in dem man möglichst viele Frauen vergewaltigt. Weitere Beispiel ist der Amazonbericht. Von diesem hat sich mittlerweile das Hauptopfer, das in dem Bericht angeführt wurde, von diesem deutlichst distanziert.)

  10. Als ich das letzte mal gechecked habe war YouTube nach wie vor zu großen Teilen dank des GEMA Rechtsstreits geblockt. Das geht nun schon seit Jahren so weil die GEMA (meiner Meinung nach) absolut realitätsfern ist, genauso wie die Telekom anscheinend, mit der Behauptung 75GB wären ausreichend… auch noch in 3 Jahren. Um nur einen Punkt zu nennen, warum ich denke GEMA ist auch Müll. Von der GEZ fang ich lieber nicht erst an.

  11. Auf sie mit Gebrüll!
    Ich könnte die Telekom noch verstehen, wenn die Drosselung bei z.B. 2000 wäre, damit kann man, wenn auch langsam, wenigstens noch einigermaßen surfen.
    384 ist ein witz, davon dann 10% Upload, das reicht gerade mal um einen Text wegzuschicken..

  12. @chrzfl @Frank
    Als ich den Artikel las kam mir der gleiche Gedanke. Ich nutze selber Vodafone LTE für zu Hause und war mir von Vertragsbegin an bewusst über die Drosselung. Leider blieb mir keine andere Wahl da ich sehr ländlich wohne.
    Ob man da nun nach Mobilfunk und DSL unterscheiden sollte weiß ich nicht. Ich nutze es ja nicht als „mobilen“ Zugang sondern surfe und telefoniere zu Hause damit.
    Laut Vertrag wird ab 15GB gedrosselt, effektiv sind es derzeit aber 30GB. In der Regel komme ich damit hin, aber wenn gedrosselt wird ist das schon, wie im Artikel oben genannt, unzumutbar.
    Surfen etc. macht damit keinen Spaß da heutzutage alle Webseiten und Dienste auf Breitbandanschlüsse abgestimmt sind.
    Ich finde die Verbraucherzentrale sollte alle Anbieter unter die Lupe nehmen.

  13. Zu 1&1 sei mal angemerkt, dass dies nur EINEN Tarif betrifft, den „Surf & Phone Flat Special“ wo es deutlich bei steht. Das ist ein vergünstigter Tarif. Die anderen Flats sind wirklich unbegrenzt. Ich stimme allerdings insofern zu, dass „Flat“ hier wiedermal nicht korrekt wäre…

  14. @Frank
    es ist im Mobilfunkbereich „nicht unüblich“ weil’s alle machen. Wenn alle Anbieter auch im Festnetz ähnliche Modelle einführen, wird’s auch hier „nicht unüblich“ sein. Und Drosselung auf 64 kbit/s im Mobilfunk bei einem UMTS- oder gar LTE-Stick macht „eine zeitgemäße Nutzung des Internets“ mit dem Laptop auch unmöglich.

    Der wichtigste Punkt ist, dass: a) die Telekom im Festnetz-Breitband-Bereich zu den größten Anbietern gehört und b) immer wieder ein Breitband-Anschluss für alle gefordert wird und die neuen Volumentarife der Telekom nicht dazu passen. Daher ist es im Festnetz-Bereich schlecht und bei Mobilfunk-Tarifen müssen die Anbieter nur deutlich genug auf die Drosselung hinweisen. Es wird also nur dort mehr gemacht, wo es politisch mehr rauszuholen gibt. Der Schritt von VZ mag richtig sein, konsequent ist dies nicht wirklich.

  15. Christoph says:

    Mir geht es einfach darum, dass ohne GEMA viele weniger Möglichkeiten hätten mit ihren Werken etwas zu verdienen.

    Wie viel Gewinn macht die GEMA?
    Die GEMA schüttet alle Einnahmen nach Abzug von Verwaltungskosten an die Urheber im In- und Ausland, deren Rechte genutzt wurden, aus. Die GEMA selbst macht dabei keinerlei Gewinn.

  16. Was micht irritiert, es sollen doch nur 3% sein, die zuviel verbrauchen. Das heißt 97% werden bestraft. Vielleicht sollte man erst mal sich um die 3% kümmern. Aber wahrscheinlich geht es gar nicht den Verbrauch. Sondern die Telekom will einfach wieder einmal Geld abgreifen.

    Max

  17. @Christoph
    Spar dir doch die Mühe der Aufklärung. Einige reagieren eben reflexhaft auf bestimmte Begriffe, ohne im Ansatz zu wissen, was die jeweiligen Vereine/Firmen machen.

  18. Die springen doch genau so auf den Aufmerksamkeitszug auf wie damals der Bundestag bei Amazon. Warum wird Kabeldeutschland oder der komplette Mobilfunkmarkt nicht auch abgemahnt? Diese Heuchler…..

  19. Komisch. Was mischt sich da der Verbraucherschutz ein, wenn eine Firma ihr Produkt ändert? Kündigen kann jeder, man wird nicht mit Waffengewalt gezwungen dort zu bleiben und Neukunden sollten eh erst einmal lesen was sie unterschreiben.

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