Dropbox zieht durch Änderung der Nutzungsbedingungen den Ärger der Nutzer an

Dropbox stellte diese Woche neue Nutzungsbedingungen vor und zog sich damit direkt den Ärger der Nutzer heran. Die neuen Nutzungsbedingungen treten am 24. März 2014 in Kraft. Unter anderem gelten die gleichen Bedingungen nun auch für den von Dropbox gekauften E-Mail-Client Mailbox, das ist aber nicht das, woran sich die Nutzer stören. Dropbox führt ein Schlichtungverfahren ein, wenn es zum Streit zwischen den Nutzern und dem Unternehmen kommt. Klingt toll, so lassen sich Probleme schneller lösen, ohne ein Gericht bemühen zu müssen. Was Dropbox aber in diesem Zusammenhang verschweigt, beziehungsweise in den Nutzungsbedingungen versteckt, ist die Tatsache, dass man sich nach der Akzeptierung der Bedingungen keiner Sammelklage gegen Dropbox anschließen darf. Ein Opt-Out ist zwar möglich, aber dazu muss man dies natürlich erst einmal wissen.

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Die Kommentare unter dem Ankündigungs-Blog-Post von Dropbox (aktuell 229) geben einen recht amüsanten Einblick in die Denkweise der Nutzer, die sich dadurch irgendwie bedroht fühlen. Sicher ist das von Dropbox kein eleganter Schritt, auf der anderen Seite, warum sollte man sich als privater Nutzer einer Sammelklage anschließen? Und warum hört man bei einer Änderung der Nutzungsbedingungen nicht einfach auf, einen kostenlosen Service zu nutzen? Mich erinnert das sehr an die Leute, die auf Facebook posten, dass sie kein WhatsApp mehr nutzen, weil Facebook den Dienst gekauft hat. Es wird ja keiner gezwungen einen bestimmten Dienst zu nutzen, genauso wie keiner gezwungen wird, eine bestimmte Seite zu lesen oder in einem bestimmten Supermarkt einzukaufen. Das ganze Drama könnt Ihr quasi live auf dem Dropbox Blog verfolgen.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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21 Kommentare

  1. Natürlich wird niemand gezwungen, aber wenn der Dienst nunmal bis dahin sehr gut ist warum soll man nicht gegen schlechte Features protestieren. Falls da niemand etwas dagegen sagt, zieht das auch in andere Alternativen ein, da ja niemand was dagegen hat.

  2. Wie schon Knut geschrieben hat, werden wir nicht gezwungen, aber alle unsere Daten hat nun Facebook und ich fühle mich richtig verarscht und betrogen von Whatsapp!

  3. Das ganze ist in den USA schon wichtig.
    Wenn man da auf einen Vermittler angewiesen ist und nicht vor Gericht mit einer Sammelklage klagen kann wird es richtig teuer im Falle eines Fehlers von Dropbox. Anders als in Deutschland muss jede Partei seine Anwaltskosten selber zaheln.

  4. In Deutschland gibt’s keine Sammelklagen. ^^

  5. Dropbox? Nutzt das noch jemand aktiv? Also nicht als Stellplatz für Dateileichen?

  6. @zwo definitiv ja, und zwar die sorte Leute die keine dicke Leitung zuhause haben und somit dinge wie owncloud oder n ftp im heimnetz und zugriff übers Internet nicht effektiv nutzen können…

  7. @zwo Mir ist eine Anwaltskanzlei bekannt, die nutzt das jeden Tag.

  8. Dropbox nutz ich nur noch dort wo ichs für diverse apps brauche … die knapp 50gb Dropbox also nur noch für Musik/Videos . Die neuen 100GB Sky ähh onedrive nutz ich jetzt erstmal für 1 Jahr für Backups vom Note3

  9. Ich finde das gar nicht so abwegig, über Facebook zu posten, dass man nun kein WhatsApp mehr benutzt. Ich habe sogar über WhatsApp meinen Kontakten mitgeteilt, dass ich gewechselt habe und wohin und dass ich nach dieser Nachricht WhatsApp löschen werde. Ich nutze Facebook kaum für wirklich persönliche Sachen, und ich schmeisse WhatsApp raus, weil es mir eh immer unsympathisch war und ich es nicht auf dem PC nutzen kann. Ich sehe einfach in dem derzeitigen Buzz die Chance, alle wichtigen Kontakte wenigstens dazu zu bringen, sich meinen favorisierten Messenger wenigstens zusätzlich zu installieren, damit ich nicht gezwungen bin, WhatsApp zu benutzen. Telegram ist in vielerlei Hinsicht einfach cooler. Es ist Open Source, kostenlos und ohne Werbung, läuft auf dem Desktop ebenso wie auf dem Tablet – das auch gerne alles gleichzeitig eingeloggt – und man kann sich sogar selbst Dateien vom PC ans mobile Gerät schicken! :))

  10. Cashy, den Seitenhieb auf die Facebook-Whatsapp Geschichte kannst du dir an dieser Stelle verkneifen, denn du vergleichst Äpfel mit Birnen.

    Eine AGB Änderung, wie hier im Falle muss angekündigt werden und dem Nutzer eine Möglichkeit zum Widerspruch gegeben werden. Sprich man kann auf Wunsch, wenn man sich mit den neuen AGBs nicht anfreunden kann, vom Dienst vor Eintritt besagter Änderungen mit denen man nicht konform ist trennen.

    Hingegen wird bei einer Großübernahme, wie es jetzt bei Whatsapp durch Facebook der Fall ist, dem Nutzer keine Möglichkeit des Verlassens gegeben. Weshalb? – Rein rechtlich sind die AGBs dadurch nämlich unberührt. Durch die Übernahme wird aus zwei Firmen eine.
    Es kann sehr wohl sein – und so ist es bei mir z.B. der Fall – dass ich mich mit dem Gedanken dass eine Firma mit einer sehr fokussierten Produktpalette (Whatsapp) eine Kopie meines Adressbuches mit besagten Verknüpfungen hat, abfinden kann. Besagtes Adressbuch und die darin verborgenen Informationen über mich (Aussagen über meine Vernetztheit, persönliche/berufliche Verbindungen etc.) nicht jedoch eine Firma wie Facebook, die versucht (z.B. durch Webtracker in den like/share Buttons im gesmaten Netz) mein Nutzerverhalten auszuspionieren anvertrauen will. Facebook versucht seit jeher an genau diese Daten zu kommen. Man denke an die Facebook-Kontakt App sync in diversen nicht Stock-Android versionen (HTC Sense, Samsung TouchWiz etc.) oder auch innnerhalb der eigenen Facebook app. Und genau dafür haben Sie einen auf den Deckel bekommen. Nicht aus geringeren Gründen gibt es an dieser Stelle den Zwang zum „Opt-In“, die Frage, ob man Facebook diesen Zugriff erlauben möchte.

    Nicht wenige Kunden – mich eingeschlossen – nutzen Facebook und nehmen in Kauf, dass persönliche Informationen (Bilder, Geschriebenes, Positionsdaten, dort (!) erstellte Netzwerk-Verbindungen, Online-Zeiten etc.) an Facebook gehen. Und all das kann man sehr wohl von noch von seiner realen Identität trennen. Schlichtweg dadurch das man selbst entscheiden kann was man der Firma Facebook anvertraut.

    Ebenso konnte man entscheiden was man der Firma hinter Whatsapp anvertraut, nämlich z.B. das Adressbuch, etwas dass ich wiederum Facebook nicht gegeben hätte. Ein Umstand den ich über Jahre hinweg tunlichst vermieden habe.

    Durch den Kauf, die Zusammenlegung der Firmen, wird genau das umgangen.
    Die Daten sind längst bei Facebook…selbst wenn der Kauf floppt. Ein Opt-Out macht nachträglich keinen Sinn mehr. Die Einzige Entscheidung, die der Endnutzer noch hat ist den Dienst zukünftig, sprich für die weitere Kommunikation nicht mehr zu verwenden.

    Und wer sich jetzt darauf beruft dass das Kartellamt da noch ein Wörtchen mitzureden hat, dem sei nahe gelegt dass es sich dabei nur um ein Vetorecht handelt.
    Die Daten sind längst gewandert…ohne der Möglichkeit als Kunde den Dienst bei Nichtzustimmung zu verlassen.

  11. Sascha Ostermaier says:

    @leo: Erstens habe ich den Artikel geschrieben und nicht Caschy (ein Cashy schreibt hier gar nicht). Zweitens ist der Seitenhieb eher auf die lauten User bezogen, die die alle Daten sowieso Preis geben, vermutlich sogar, ohne dass sie es wissen. Es ist doch wie so oft, etwas ändert sich, das Geschrei ist groß. Siehe Instagram. zweimal wurde dem Dienst schon der Untergang vorhergesagt auf den einschlägigen Netzwerken. Einmal als Instagram eine Android-Version brachte und einmal als Instagram von Facebook gekauft wurde. Instagram wächst und wächst, die lauten Stimmen sind im Nichts verhallt. Und genau so sehe ich das auch in diesem Dropbox-Fall. Ein paar wenige schreien, fühlen sich ihrer Rechte beraubt und was weiß ich noch. Das wird weder Dropbox schaden, noch einem der Alternativ-Dienste etwas bringe, wenn nun 5 Mann abwandern. Viel Lärm um nichts nennt man das wohl.

  12. 1) Sammelklagen sind in den USA extrem wichtig, da sie die einzige bezahlbare Möglichkeit sind, als Verbraucher seine Rechte gegenüber einem Unternehmen geltend zu machen. In den USA gibt es keinen institutionalisierten Verbraucherschutz wie hier.

    2) Der „Wander-doch-aus-wenn-es-dir-nicht-gefällt-Hinweis“ geht mir gewaltig auf die Nerven. Ständig wird er dazu benutzt, Kritiker als quengelnde Kleinkinder zu diskreditieren, was jeder Fehlentwicklung Tür und Tor öffnet.

  13. Sascha Ostermaier says:

    @Daniel: Zu erstens kann ich Dir zustimmen. Zu 2.: So wie Dir die „Wander-doch-aus-wenn-es-dir-nicht-gefällt-Hinweise“ auf die Nerven gehen, gehen mir die „Ich will alles kostenlos, aber bitte perfekt und ohne Rechte des Betreibers“-Nörgler auf den Zeiger. Das ist die größte Fehlentwicklung, die ich in diesem Zusammenhang erkennen kann. Und hättest Du Dir die Kommentare unter dem verlinkten Blogpost durchgelesen, würdest Du feststellen, dass sich die „Kritiker“ wie quengelnde Kleinkinder benehmen. Wer glaubt, dass kostenlose Dienste zum Allgemeinwohl angeboten werden und dahinter nur Gutmenschen stecken, sollte wohl besser in den Wald ziehen und sein eigenes Ökosystem aufbauen.

  14. Eben, die „kostenlosen“ Dienste ein ganz normaler Deal „Daten gegen Service“. Und genau deshalb will ich selbstverständlich gegen den Anbieter klagen können, wenn er Mist baut. Egal, ob ich mit Geld oder Daten oder Arbeitskraft (bei User generated content) zahle. Wie kann man sowas ernsthaft nicht begreifen, sascha?

  15. @Sascha Ostermaier

    Ich kann es auch nicht verstehen, warum und wieso man immer alles kostenlos möchte.
    Manche Dinge sind für die Betreiber so kostspielig, dass es sich absolut nicht lohnen würde, nicht irgendwie und irgendwo her das Geld, welches zum Betreiben des Services gebraucht wird, kommt.

    Kostenlos => Der Nutzer ist die Währung
    Kostenpflichtig => Geld ist die Währung

  16. @Mark
    Wenn es denn mal so wäre. Ich habe den Verdacht, dass es im kostenpflichtigen Fall oftmals heißt: Geld UND Nutzer sind die Währung.

  17. Was ist „Dropbox“? *g*

  18. @Sascha: und außerdem gibt es genügend Leute, wie mich, die für Dropbox Speicher bezahlen – sonst würde der Dienst für euch Freerider nicht existieren. Nein, mir ist die AGB Änderung egal, da sie mich als nicht US Bürger nicht betrifft, aber dürfte ich mich auch nicht wehren.

    Unabhängig davon schließe ich mich Daniel, deine stetigen Seitenhiebe nerven. Das Recht auf Kritik als Teil der Meinungsfreiheit ist eines der wichtigsten Rechte überhaupt (s. Trotzki). Wenn du es anders siehst ist es ja okay, aber unterlasse es doch bitte immer die Leute zu diskreditieren, die nicht deiner Meinung sind.
    Per AGB Sammelklagen zu unterbinden ist ein fauler Zug, der in Deutschland dank dem Verbraucherschutzgesetz zum Glück nicht möglich wäre.

  19. @Sascha Ostermaier
    Wo bitte war ein großer Aufschrei bei Instagram? Der ging und still und Leise über die Bühne nur die Blogs hatten da versucht einen großen Riss darüber zu machen. Ein Kaufpreis von 14 Millionen ist da schon eine ganze andere Hausnummer und das sich mit dem kauf nichts ändert ist glatt gelogen. Wer soviel Geld auf den Tresen legt will auch anschließend Gewinn sehen, zumindest die Kaufsumme soll ja wieder eingespielt werden. Alleine deswegen schon wird sich WhatsApp verändern, alles andere ist gelogen. Der zweite Grund warum der Aufschrei so groß ist ist das viel diesen Dienst Nutzen aber nie zu Facebook wollten oder es sind und jetzt darüber empört sind ist verständlich wie auch etliche Facebook Nutzer. Was nutzt mir bitteschön ein gut eingestelltes Privatsphären Konto wenn Facebook mein Smartphone nebenbei ausliest, doch reinweg gar nichts. Der Imageschaden für WhatsApp ist jedenfalls jetzt schon groß und dürfte auch so schnell nicht abreißen.

  20. @Sascha: Guter Beitrag. Seitenhiebe erkenne ich keine. Mir geht das quängeln über jede geringe Änderung, selbst wenn sie einen selbst gar nicht betrifft ebenfalls gehörig auf den Keks. Gerade am Beispiel von WhatsApp hat man doch wieder gesehen, wie große das Geschrei war (ähnlich zu INstagram damals) obwohl ausser dem Kauf des Dienstes durch Facebook noch überhaupt nichts passiert ist. Wozu soll ich als Nutzer mich also unnötig darüber aufregen? Lächerlich dieses Verhalten.

    Dropbox wird auch trotz neuer AGB weiterhin genutzt werden. Wenn wir ehrlich sind, haben die meisten die E-Mail gar nicht erst gelesen oder gar gelöscht. Nur durch solche Blogs erfahren sie jetzt was sich ändern soll und wieder ein ganz großer Aufschrei, obwohl keiner direkt betroffen ist.

    Nüchtern gesehen sehe ich das, wie Sasche. Wenn der Dienst durch seine AGB-Änderung unattracktiv geworden ist, steht es einem frei sich einen anderen Dienst zu suchen. Es wird immer so getan als gäbe es keine Alternativen, seien dass jetzt Online-Dienste, Soft-/Hardware usw.

    Möchtet ihr volle Kontrolle über euren Cloudspeicher, empfehle ich euch eines der beliebten NAS-Speichersysteme zu kaufen, in die Wohnung zu stellen und damit zu arbeiten. Nutze ich (neben Dropbox) ebenfalls und vereine so die Vorteile beider Welten, satt darüber zu schreien, was Dropbox denn nicht kann oder angeblich falsch macht. Das ist leider der Fakt, dass sich eine Mentalität eingestellt hat, dass solche Dienste kostenlos sein _müssen_ und am besten noch Terrabyte an Speicher bieten. Ich erinnere mich noch gut an den Aufschrei, als WhatsApp einen, man könnte ihn symbolisch nennen, Euro pro Jahr haben wollte. Das spiegelt seht gut die Kultur wieder.

  21. Ich Frage mich wo bekommen Facebook & Co unsere privaten Daten eigentlich her?
    Also ich wurde z.B. nicht von Facebook gezwungen meine privaten Daten preis zu geben. Diese habe ich, wie auch private Fotos, FREIWILLIG und mit dem Wissen das nichts im Internet geheim oder hat sicher ist, dort eingegeben.

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