Dreame L10s Ultra im Test

Neulich auf der IFA im Showcase, nun schon bei mir im Test: Der Dreame L10s Ultra  Diverse Modelle des Herstellers haben wir bereits einem Testbericht unterzogen. Derzeitige Flaggschiffe verfügen über eine Absaugstation, die zudem in der Lage ist den Wischmopp zu reinigen. Dazu zählen auch das Top-Modell aus dem Hause Roborock, der S7 MaxV Ultra sowie der Ecovacs Deebot X1.

Auch die Station des L10s Ultra von Dreame saugt nicht nur den Staubbehälter ab. Darüber hinaus wird der Mopp gereinigt und getrocknet. Zudem wird auch automatisch frisches Wasser nachgefüllt und das Schmutzwasser aufgegfangen. Beim Mopp setzt Dreame auf zwei rotierende, kreisrunde Mopps. Diese drehen sich mit 180 RPM und werden zudem mit Druck auf den Boden gebracht. Die Zeiten, in denen da lediglich ein feuchter Lappen hinterhergezogen wird, sind gezählt. Zudem erlaubt der L10s Ultra auch das Anheben des Mopps um bis zu 7 Millimeter, beispielsweise beim Reinigen eines Teppichs. Das ist der Vorteil gegenüber einigen anderen Dreame-Modellen mit Möppen, denn bisher musste man diese abmachen, um klassisch über den Teppich zu saugen. Das geschieht nun also automatisch.

Der L10s verfügt über LDS sowie eine RGB-Kamera und wird durch diverse KI-Algorithmen unterstützt. Zum Einsatz kommt zudem die sogenannte Streifenprojektion (Structured-Light 3D Scanner) für eine dreidimensionale Erfassung des Raumes. So erstellt er zum Reinigen eine Karte und auf Basis dieser eine Reinigungs-Strategie, ohne an Hindernissen anzudocken.

Über die App kann man da aber auch den Reinigungsvorgang den eigenen Vorlieben anpassen, so beispielsweise unterschiedliche Saugkraft, je nach zu reinigendem Raum. Die Saugkraft wird mit 5.300 Pa angegeben. Die „Bürste“ auf der Unterseite habe man im Vergleich zu den Vorgängern überarbeitet, besonders das Saugen von Teppichen soll davon profitieren.

Zudem sollen sich Haare nicht mehr ganz so einfach verfangen. Man setzt da jetzt nicht mehr auf klassische Borsten, sondern Gummi. Klappt das besser? Jau, wir hatten an einem Wochenende einen stark haarenden Gast-Hund, da musste dann auch der Dreame ran. Hat er gut gemacht.

Im L10s Ultra arbeitet ein Akku mit einer Kapazität von 5.200 mAh. Der Staubtank fast 350 Milliliter, während der eingebaute Wassertank mit 80 Millilitern befüllt wird. Das klingt im ersten Moment etwas wenig, aber die Station füllt hier wie gesagt automatisch nach. Im Frischwassertank der Station haben ganze 2,5 Liter Platz, außerdem ein Staubbeutel mit 3 Litern.

Zusammenfassung: Saugt und wischt. Gewischt wird nicht mit einem Tuch, sondern mit zwei Mopps. Die fahren auf Wunsch hoch, wenn ein Teppich erkannt wird. Alternativ kann Teppich umfahren werden, wenn Mopps angebracht werden. Gesteuert wird alles über eine App, da kann man gar zu Xiaomi Home greifen.

Der Dreame L10s Ultra im subjektiven Test bei mir daheim, dazu einige Anmerkungen in Stichpunkten, damit ihr das Gerät einschätzen könnt:

Die Verarbeitung würde ich als „hervorragend“ einstufen. Die Station ist mächtig und enthält zwei Tanks, einmal für das Frischwasser und auf der anderen Seite wird Dreckwasser aufgenommen. Ebenfalls ist eine Reinigungskartusche dabei. Da kann man automatisch Reinigungsgedöns beim „Aufladen“ mit Wasser hinzugeben lassen. Muss man nicht machen, kann man aber. Das Zubehör gibt’s bei Dreame, ich fülle immer von Hand minimal klassischen Reiniger ein. Sparfuchs eben. Beutel müsste man auch zusätzlich erwerben, wenn der mitgelieferte nebst Ersatz mal voll ist. Auch hier kann man natürlich sparen, fragt mal Oma oder Uroma dazu.

Auch der Dreame L10s Ultra ist Teil des Xiaomi-Ökosystems. Er wird über euer WLAN in die App Xiaomi Home eingebunden. Wer die nicht mag, kann auch die von Dreame nutzen. Der Wischroboter unterstützt mehrere Karten / Etagen und das mittlerweile Übliche – anpassbare Räume, Zonenreinigung und virtuelle Mauern. Das sind Dinge, die bei High-End-Saugrobotern dazugehören. Im Grunde müsste man eher erwähnen, wenn das nicht an Bord wäre.

Hat man zu Start eine Karte erstellen lassen, kann es direkt ans Reinigen gehen. Hier wird’s nun spannend, denn da kommt die KI-Kamera ins Spiel. Normalerweise achten viele Menschen darauf, die ein solches Gerät nutzen, ihre Wohnung dementsprechend zu präparieren. Mein Bonus: Ich hasse rumfliegendes Gedöns oder Kabel, sodass ich da in 90 % aller Fälle safe bin. Bedingt durch Kind, häufige Benutzung der Räume, schwarze Fliesen usw. ist bei uns eigentlich täglich was für den Saugwischer zu tun. Das funktionierte im Test alles 1a, da macht Dreame eine gute Arbeit, das hatte man bezüglich der KI-Kamera schon beim W10 Pro 10 bewiesen. Tierbesitzer aufgepasst: Die „Kot-Erkennung“ muss einmalig aktiviert werden.

Lässt man den Dreame L10s Ultra seine Arbeit machen, dann muss man nicht viel beachten. Er fällt keine Treppen runter. Sollte der Akku tatsächlich unterwegs mal zur Neige gehen, dann fährt er zur Station, lädt auf und setzt seine Arbeit dann später wieder an jenem Punkt fort, den er vor dem Aufladen (dauert ca. 5,5 Stunden) verließ. Nutzer können nach der Kartierung festlegen, wie welcher Raum gereinigt werden soll – und auch die Reihenfolge ist einstellbar. Es sind auch Bereiche durch euch in der App definierbar, die beim Wischen ausgelassen werden. Der Blick in die App sollte Pflicht sein, denn es ist einiges einstellbar, so kann man den Flur beispielsweise sehr feucht wischen, während man Küche und Wohnzimmer vielleicht nur mäßig feucht durchläuft.

Lieferumfang

Extrem gut finde ich, dass sich die Mopps selbstständig anheben. Bislang war es bei den anderen Modellen so, dass diese zum reinen Saugen abgenommen werden mussten. Nicht so beim Dreame L10s Ultra. Da wird beim Erkennen von Teppich eine Mopp-Anhebung ausgeführt, was auch gut funktioniert. Müsst ihr aber mal schauen: Zu hohe Teppiche können dafür sorgen, dass da der Mopp dennoch drankommt – das Anheben erfolgt um 7 mm. Ebenfalls positiv erwähnenswert: Die Mopps sind mit Klett an der Halterung angebracht, können also auch mal gewaschen werden. Bei den Vorgängern war der Mopp fest mit dem Kunststoffhalter verbunden.

Bezüglich des Saugens würde ich dem Dreame L10s Ultra tatsächlich fast ein „sehr gut“ geben, aber auch nur fast. Das liegt aber an meiner Umgebung. In der Küche habe ich an den Schränken einen Versatz nach innen, der Turm des Robos ist aber darüber. Der denkt also, dass da eine Wand oder ein Hindernis ist, sodass grundsätzlich Krümel und Dreck unter dem Vorsprung bleiben. Mein Pech und eigentlich nicht dem Dreame L10s Ultra zuzuschreiben, denn da scheiterte bislang jeder Staubsaugerroboter.

Beim Wischen gibt’s aber tatsächlich ein „sehr gut“, wenngleich ich bei starken Verschmutzungen auch zweimal Saugwischen lassen muss. Gebt euch aber nicht der Illusion hin, dass irgendein Wischroboter euren 5 Tage alten und eingetrockneten Ketchup von den Fliesen zieht. Das macht bisher keiner.

Ansonsten: Streifenfrei sauber, sehr schön alles. Wenn der Reinigungsvorgang abgeschlossen ist, dann wird der Sauger gereinigt, inklusive der Mopps. Danach wird rund 2 Stunden getrocknet. Da hört man ein leichtes Surren, stört aber nicht wirklich – ist aber vielleicht nichts für das Schlafzimmer.

Ist der Dreame L10s Ultra eine Empfehlung? Leistungstechnisch auf jeden Fall. Richtig gutes Ding, welches in der Kombination aber eben knapp 1.100 Euro kostet. Da gebe ich euch den Ratschlag, sofern es möglich ist, die Füße stillzuhalten. Oft gibt’s von Dreame Rabattaktionen bei Amazon und anderen Händlern. Da fällt der Preis manchmal recht flott. Das hat man schon beim W10 oder dem W10 Pro gesehen. Geräte, die zwar sehr gut sind – mir durch den Dreame L10s Ultra aber „verleidet“ wurden. Denn alleine die Tatsache, dass die Mopps angehoben werden, ist ein echter Pluspunkt, der für den Saugroboter spricht.

Technische Merkmale
Produkttyp Saugroboter
System Staubwischroboter
Bauform Rund
Schallleistungspegel 59 dB (A)
Maximales Volumen des Wasserbehälters 0,45 Liter
Filter
Filtertyp HEPA
Filter waschbar Ja
Staubbehälter
Staubbehälter Beutellos
Beutellose Technik Ja
Maximales Volumen des Staubbehälters 0.35 l
Ausstattung
Ladeanzeige Ja
Staubfüllanzeige Ja
Kamera Ja
Lasernavigation Ja
Hinderniserkennung Ja
Vorprogrammierte Reinigung Ja
Systematische Reinigung Ja
gezielte Reinigung Ja
WLAN Ja
App-steuerbar Ja

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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3 Kommentare

  1. Meiner musste leider wieder gehen, weil er übergelaufen war. Bericht hierzu:

    https://www.roboter-forum.com/threads/erste-erfahrungen-mit-dem-l10s-ultra.60401/#post-813539

    Da bei dem Teil m.E. der Überlaufschutz nicht vernünftig implementiert ist, ist es für mich leider raus.

  2. Off-topic: Ich denke, das Blog koennte Bildunterschriften vertragen.
    Man weiss oft gar nicht, was man da so alles sieht.

  3. Welcher Sauger ist besser? Der Dreame oder Ecovacs X1 Omni? Bin mit meinem Deebot 950 soweit eigentlich ganz zufrieden.

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