Doxie Go: portabler Scanner für das mobile Büro

Das papierlose Büro ist ja etwas, was ich seit Jahren praktiziere, beziehungsweise versuche zu praktizieren. Eigentlich ist es ja ganz einfach: man behält nur das, was man wirklich braucht und sortiert dieses in den Ordner nach Jahreszahlen ein – also richtiges Papier. In meinem Fall ist das gar nicht so viel, da ich fast alles nur noch digital behandle, soweit möglich.

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Diverse Dokumentenaufbewahrungssysteme habe ich getestet, bin dann aber irgendwann zu dem Entschluss gekommen: ich möchte nichts, was an ein Betriebssystem gebunden ist, da ich ja heute nicht weiss, was ich morgen nutze. Meistens ist es auch so, dass man Dokumente zwar digital vorhält, aber selten bis nie braucht.Ich gehe also den klassischen Weg des Einscannens und die gescannte Objekte landen auf der Festplatte. Stinknormale Ordner mit Jahreszahlen und Unterordnern wie Versicherung, Haus, Steuer, Rechnungen und Co. Das Ganze wird via OCR für mein System durchsuchbar gemacht und ich bin für meine Belange ziemlich happy damit. Ziemlich leicht zu realisierendes System, welches kaum Anforderungen an Soft- oder Hardware stellt. Zu Testzwecken habe ich hier mal zwei Dokumentenscanner getestet, einmal den Fujitsu ScanSnap S1100 und zum anderen den ScanSnap S1500M. Beides gute Geräte, der S1100 ein harter Arbeiter für viele Dokumente, der S1500M der portable Alltags-Helfer.

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Aus einer Aktion bei Stacksocial hatte ich mir nun zum Test den Doxie Go geschossen, knapp 189 Euro bei Amazon Deutschland, 149 Dollar in den USA, dazu noch 20 Euro Zoll. Wer mit dem Gerät liebäugelt, der kann auch bei eBay und Co schauen. Doxie ist schon eine Ecke auf dem Markt, der Go ist ein portabler Scanner für Zuhause und unterwegs. Mit Akku ausgestattet bringt er euch kabellos über die Runden, satte 450 Blatt scannt er in seinen internen Speicher, sodass ihr nicht zwingend einen Rechner benötigt.

Das Paket aus den USA bot alles, um das Gerät in Deutschland in den Betriebsmodi zu versetzen. Doxie Go, Reinigungs-Pin, Halter für Fotoscans, USB-Kabel und das Netzteil, welches zusätzlich auch den Eurostecker hatte. Die Einrichtung ist ein No-Brainer. Die Doxie Software verzichtet auf jeglichen Schnick Schnack, ist der Scanner angeschlossen, kann in diverse Formate importiert werden. PNG, JPG, PDF ohne und mit OCR-Erkennung. Das ist easy und schnell erlernt, Einzel-Scans lassen sich aufgrund des Einzeleinzuges natürlich auch in ein einziges PDF bringen.

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Aus der App heraus kann man noch in diverse Dienste wie Evernote, Dropbox und Co scannen, eigene Apps lassen sich in den Einstellungen hinzufügen. Der Scanner ist nichts für Menschen, die Hardcore-Auflösung verlangen, der Doxie Go kann per Knopfdruck 300 oder 600 DPI Leistung bringen – bis zu 8 Seiten zieht er pro Minute durch den Schlitten, hurtiges Nachlegen eurerseits vorausgesetzt.

Der Doxie Go versucht die digitale Grätsche zu machen, portables Arbeitstier mit Akku, der losgelöst vom Rechner funktioniert, aber er macht auch auf dem Schreibtisch einen schmalen Fuß. Ich denke, man muss schon diesen portablen Anspruch haben, ansonsten ist die Geldausgabe sinnlos, denn dafür bekommt man Scanner, ja sogar All in One-Geräte, die eine bessere Scan-Leistung bieten.

Sieht man den Zweck im Doxie Go, dann hat man einen leichten und portablen Gehilfen auch für unterwegs und losgelöst vom Rechner. Interessant zu wissen: ein rückseitig angesteckter USB-Stick wird direkt verwendet, um Scans aufzunehmen, ebenfalls eine SD-Karten, denn auch hier ist ein Slot im Doxie Go vorhanden.

Tipp: nutzt man wie ich die hier vorgestellte Eye-Fi Mobi-Card, dann kann direkt und ohne Kabel auf Rechner oder Mobilgeräte gescannt werden, die Übertragung findet dann im WLAN der SD-Karte statt. Ich habe euch einmal testweise ein gescanntes Foto und einen vergrößerten Auszug eines Text-Scans hochgeladen, sodass ihr euch ein Bild über das Schriftbild machen könnt.

Fazit: wer den Anwendungszweck hat und einen portablen, Akku-angetriebenen Scanner sucht, der losgelöst vom PC funktioniert, der findet im Doxie Go einen interessanten Begleiter. Wer allerdings viel und Duplex scannt, der ist woanders besser aufgehoben. In Ermangelung an eigener Erfahrung kann ich euch nichts zu den ähnlichen Geräten erzählen, die zum Beispiel Pearl für um 80 Euro verkauft.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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34 Kommentare

  1. Hmm, was mich am meisten interessieren würde, ist die Dateigröße eines „normalen“ Blattes, beispielsweise eine Rechnung mit Logo, wenn das durchsuchbares pdf gescannt/umgewandelt wird?!

  2. Habe mir das Doxie Go letztes Jahr über die App „Spock“ für 120€ erstanden und stimme dem Artikel vollkommen zu. Wer nicht gerade seinen Bestand einscannen will, sondern einige wenige eingehende Briefe scannen will, ist damit gut bedient. Für mich war die Größe entscheidend, denn nach Gebrauch verschwindet es einfach wieder in der Schublade. Akku hält nach meiner Erfahrung ca. 100 Seiten lang. Also auch was für externe Mitarbeiter von Versicherungsunternehmen o.ä.

  3. Alternativ kann man sich auch den ION Air Copy ansehen, wer sich dem E-Post Anmelde-Prozedere unterzieht bekommt diesen sogar für 59€. http://www.meinpaket.de/de/air-copy-e-post-edition/p499782459/

    Die Post ist noch nicht so ganz im Digitalen Zeitalter angekommen, die Rechnung muss man dann per E-Brief (Scan über die Post App) an eine eMail Adresse schicken. Aber dann bekommt man die 40€ zurück.

    Die E-Post Scanner App hat nicht die besten Bewertungen, jedoch funktioniert die App von ION Air Copy ganz gut.

  4. Was würdest Du denn als OCR empfehlen?
    Einen Scanner habe ich nämlich, mir fehlt nur noch eine gute OCR Erkennung.

  5. Caschy, hast Du dann für die spätere Suche eine Datenbank nach der OCR (auch mit Verschlagwortung) oder machst Du dann einfach eine Volltextsuche über alle Dateien?

  6. Wieso einfach nicht die Handy camera verwenden ? Document abfilmen find ich leider besser. Gibt’s da nix was auf dem Film OCR macht ?

  7. Für unterwegs finde ich so ein Gerät ja ganz nett, wenn man es braucht – aber für HomeOffice ziehe ich meinen richtigen Scanner, gerade wenn man viel einzuscannen hat – bei mir derzeit alles an Unterlagen, was sich in etlichen Ordner befindet. Und dann wird man einen Duplex-Scanner mit automatischen Einzug schätzen lernen. Gestern noch zwei Schulungsunterlagen eingescannt, 450 Blätter, doppelseitig in Farbe, in 30 min waren die als PDF auf der Platte.

  8. @Fraggle
    Evernote. Für 50€ im Jahr gibts ein mehr als ausreichendes Uploadvolumen, eine OCR die sich mit den deutlich teureren Produkten im Profibereich messen lässt, und eine durchdachte Software, die (Backup vorrausgesetzt) auch ohne Internet funktioniert.

  9. Gibt’s eigentlich auch was in der Größe das direkt (ohne Zusatzsoftware) das Scan-Ergebnis auf nen FTP/Samba Share ablegt? Warum muss ich da noch mit nem SD-Card-Wifi-Hack arbeiten bzw. per USB anschliessen oder von SD-Card kopieren?
    Kurz: Was ich suche, ist ein kompakter WLAN-Scanner. Hat da jemand Erfahrungen?

    • @smo: als kompakter WLAN-Scanner mit automatischer Samba/FTP-Ablage geht ein Android-Smartphone wunderbar.

      Als App nehme ich dafür MDScan (Mobile Doc Scanner). Hochgeladen wird automatisch im WLAN mit FolderSync.

  10. @Jo: Macht der Finder, normale Suche, nutze keine Tags.

  11. @shx:
    Danke, aber eine Software, die eigentlich auf Cloudnutzung ausgelegt ist, kommt bei mir nicht auf den Rechner.

  12. @shx ich würde mich unwohl fühlen wenn meine bank-/krankenkassen-/gema-/lohn-/mobilfunkt-/versicherungs-/etc.Briefe in Evernote landen. Und wozu sollte ich auch sonst Briefe einscannen und OCR nutzen. Ist zwar umständlich, aber ich nutze canon p215 und speichere die daten unter truecrypt auf meiner synology… ich wäre froh wenn ich nach hause komme und einfach die Dokumente in ein Ablagefach lege und die werden verschlüsselt in OCR auf meinem Server abgelegt…

  13. Was ein Zufall. Habe den Doxie Go hier auch rumstehen seit 2 Wochen etwa. Ich empfehle noch das Netzteil Caschy. Dann kann man auch scannen und aufladen gleichzeitig. Ich habe eine nette email an den englischen Support geschrieben, dass das Netzteil in D. gerade nicht lieferbar wäre. Nach 2 Minuten kam eine überaus freundliche email, dass sie mir das Ding gern schenken würden. 4 Tage später war es da.
    Hut ab für den Support!

    Um auf die Frage von Hubert Mayer einzugehen: eine normale A4-Seite ist inkl. Farbe und OCR-Text so um die 0,6MB. Als S/W-Bild erheblich kleiner.

    Insgesamt ist der Scanner extrem einfach und komfortabel für seinen Anwendungszweck.

  14. Gern. Ich kann auch ein paar Proben einstellen wenn gewünscht. Nach sowas hatte ich nämlich recht erfolglos gesucht im Vorfeld meiner Anschaffung.

  15. Gegenvorschlag für einen mobilen Dokumentenscanner: Vor drei Jahren wurden an einem recht kleinen Cebit-Stand der „Xcanex“ vorgestellt, wo uns ein junger asiatischer Herr den Scan von Visitenkarten und Buchseiten inkl. OCR vorgeführt hat. Seit letztem Jahr war das Gerät per Swish vorbestellbar (wir haben einen von dort), mittlerweile ist das Teil auch ohne Swish erhältlich.

    Der „Scanner“ wird mit einem Standfuß oder direkt am Laptop-Display befestigt und kann per Kamera mit Fokus-LED und Xenon-Blitz sehr gute Aufnahmen machen, dient ebenso als Webcam (also „abgefilmtes Skizzenbrett“). Stromversorgung und Daten gehen ausschließlich per USB, also keine Verwendung ohne eingeschalteten PC. Bilder bzw. Dokumente werden automatisch beschnitten und per Abbyy geOCRed – PDF, Word, usw.. Sofern die Finger zur Fixierung einer Buchseite eingesetzt werden, können die halbautomatisch herausgerechnet werden, ebenso werden Unebenheiten korrigiert. Neben einfachen A4-Seiten können also auch unebene Seiten wie aus Büchern gescannt werden.
    Braucht mordsmäßig viel Prozessorleistung (lt. Hersteller Core i5, beim Laptop meiner Frau mit Core i3 geht die mitgelieferte Software fast in die Knie), dafür sind die Ergebnisse ganz ordentlich.

  16. Sparbrötchen says:

    Meinen Doxie Go habe ich für 85 Euro im Rahmen des FAB Ausverkaufs gekauft. Aus meiner Sicht ist die Portabilität der größte Vorteil des Doxie Go. Dadurch, daß er rechnerunabhängig scannt, wandert wirklich alles was man an Papierkram hat sofort in den Scanner und ist 8 Sekunden später fertig gescannt – denn wenn das Scannen aufwendig wäre und man für jede Kleinigkeit die Scansoftware starten müßte, würde man nur wieder einen „später zu scannen“ Haufen machen und dann nach ein paar Wochen erschreckt feststellen, wie hoch der werden kann.

    Wichtig ist, daß man sich vorher ein paar Gedanken zur Ablage macht. Wie sicher die meisten, habe ich einen zentralen Ordner in den unsortiert die OCRten Dokumente landen. Dann putzt Hazel anhand im Dokument gefundener Worte (z.B. Kundennummern oder Bankleitzahlen oder Firmennamen oder Begriffen wie Lieferschein) hinterher, benennt die Dateien nach ihrem Inhalt um und sortiert das in entsprechende Unterordner. Bei allem was übrig bleibt, entscheide ich dann, ob sich dafür eine neue Regel lohnt oder ob es reicht das Dokument von Hand irgendwo hinzulegen.
    Wer noch ordentlicher ist nimmt z.B. Paperless als lokales Programm, importiert die gescannten Dokumente und ergänzt dort weitere Daten wie z.B. Beträge bei Rechnungen. Dann kann man sich mit SmartFoldern z.B. automatisch die aktuellen Monatskosten ausrechnen lassen. Der Aufwand lohnt sich für mich nicht.

    Als OCR Software verwendet Doxie den Abby Finereader der bekanntermaßen solide Ergebnisse liefert.

  17. OCR Software:
    Hab gerade gemerkt, daß Acrobat Standard/Pro das ja auch kann. Sogar recht gut und schnell. Pro habe ich auf der Arbeit, und wenn ich da nicht mehr sein sollte, für knapp 130 € bei Amazon gibts die Standardversion

  18. @caschy: Kleine Berichtigung: Der ScanSnap S1500 ist das Arbeitstier und der S1100 der portable.

  19. Sehe ich das richtig, dass der Doxie keine Duplex kann? Das heißt, bei jedem Dokument aufpassen, ob da noch was hinten drauf steht und dann nochmal durch damit. Nicht so praktisch…

    • Das siehst Du richtig. Dafür ist der Doxie Go aber deutlich mobiler als Duplex-Scanner. Macht sich gut auf dem Schuhschrank bei mir. Wenn was wichtiges in der Post ist, wird das direkt aus dem Brief heraus gescannt.

  20. Wie funktioniert der Einzug beim Doxie? Müssen die Blätter durchgeschoben werden oder ist ein automatischer Einzug vorhanden?

  21. @Matthias: wie auf dem ersten Bild zu sehen – musste von Hand einlegen.

    • Einlegen von Hand. Der Einzug an sich ist dann motorisiert. Das klappt auch meist ganz gut. Nur bei sehr rutschigem Seidenpapier o.ä. hat er manchmal Probleme.

  22. Ein Frage zu dem mobilen Scanner Doxie GO:
    – er scannt autark ohne angeschlossenen PC die Dokumente zu PDF
    – sind diese dann schon OCRed? Oder erfolgt dass erst in einem zweiten Schritt auf dem PC?

    • OCR passiert auf dem PC via der Doxie Software. Die PDFs, die man direkt an die Dropbox schickt sind entsprechend ohne OCR. Aber am PC funktioniert das völlig automatisch und unauffällig und sehr genau! Sehr angenehm.

  23. Ähm, täuscht das oder ist das Teil baugleich zu meinem Iriscan Anywhere 3?

  24. Jan Schröder says:

    ich nutze auch den Doxie Go seit mehr als einem Jahr und bin überaus zufireden. zuvor hatte ich schon den normalen Doxie und konnte durch ein Angebot umsteigen. Man kann auch viele Seiten damit scannen. Ich zum Beispiel, scanne gerne nebenbei beim Fernsehen auf der Couch, Scanner holen und loslegen. verarbeiten am Rechner kann man dann einfach wann anders, denn in den internen Speicher passen schon einige Seiten rein!
    Das Ergebnis ist wirklich gut.
    ich hatte auch mit so einem großen Duplex Scanner geliebäugelt, aber den braucht man eher, um Aktenordner einzuspannen. ich habe mit meinem Doxie schon etwa 1200 Seiten gescannt und das ging auch recht flott…

  25. @Simon
    Falls Du Deinen Iriscan Anywhere 3 an einem Mac verwendet, melde Dich bitte einmal bei mir, um etwas auszuprobieren. Dann sehen wir, wie identisch die Geräte sind.

  26. @Christoph
    Der Doxie erzeugt immer nur JPGs. Die Auflösung und maximale Größe der JPGs leiten sich aus der jeweiligen Vorlagengröße und dem Modell (One, Go, Flip) sowie der eingestellten Auflösung 300 oder 600 dpi ab. Ich habe das für die aktuellen Modelle zusammengestellt: http://i.imgur.com/qQRQ7kg.png

    Das Umwandeln der JPGs zu PDFs und die OCR erfolgt immer erst in der Doxie Software am Mac oder PC.

  27. Falls hier jemand einen I.R.I.S. IRISCan Anywhere 3 (siehe Simons Frage) hat, kann er mir bitte zwei (300 und 600 dpi) Rohscans (kleine leere Seiten genügen) irgendwo hinlegen und die Links posten?
    Die JPGs müssen direkt vom Speicher des Scanners kommen, also bevor sie durch die Importsoftware durchgelaufen sind.

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