DoubleVPN kaltgestellt: Internationale Kooperation ermöglichte den Schlag

Der VPN-Anbieter DoubleVPN wurde vom Netz genommen. Man gewinnt ja ohnehin den Eindruck, dass so gut wie alle VPN-Anbieter ein wenig dubios wären, für DoubleVPN galt das aber gleich mehrfach. So bot man gezielt im Darknet Kriminellen seine Dienste an, um Aktivitäten zu verschleiern. Durch eine Kooperation von Ermittlern aus Europa, den USA und Kanada, konnte man DoubleVPN nun den Garaus machen.

Führend war beim Takedown die Dutch National Police (Politie). Aber auch Europol und Eurojust hatten die Finger im Spiel. Es wurden international Server sichergestellt. Entsprechende Domains, unter denen DoubleVPN bisher aktiv gewesen ist, zeigen nun einen behördlichen Hinweis. Der Schlag gegen DoubleVPN wurde im Rahmen der European Multidisciplinary Platform Against Criminal Threats (EMPACT) durchgeführt.

DoubleVPN wandte sich primär in englisch- und russischsprachigen Foren an Kriminelle, die ihre Taten verschleiern wollten. Man warb dabei mit Single-, Double-, Triple- und sogar Quad-VPN-Verbindungen. Als Preis rief man minimal 22 Euro im Monat aus. Die internationale Kooperation war dabei Voraussetzung, um dem Anbieter beizukommen, da die Server-Infrastruktur rund um die Welt verteilt gewesen ist.

Laut den Ermittlern werde man dafür sorgen und wolle das Signal senden, dass die goldene Zeit krimineller VPN-Anbieter vorüber sei. Auch Deutschland war dabei direkt über das Bundeskriminalamt und das Cyber Crime Center in Frankfurt am Main an den Ermittlungen beteiligt.

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31 Kommentare

  1. Noch nie von denen gehört, kann also nur Schrott gewesen sein.
    Wenn VPN, dann Perfect Privacy, oVPN.to, SecureVPN.to oder ExpressVPN.

  2. Richtig so, BKA, Europol und Eurojust. Alle VPN-Server abschalten, die werden sowieso nur von Kriminellen genutzt. Als nächstes noch die Kundendatei von NordVPN beschlagnahmen und alle die da drinnen stehen vorsichtshalber mal in den Knast werfen. Wo kämen wir hin, wenn die Bürger subversiv ihren Datenverkehr verschlüsseln?

    • NordVPN wurde doch schon mal gehackt und kurz danach waren die überall mit Werbung vertreten.

    • NoDarknet says:

      Eben. Ich habe in China auch nur kriminelles Zeugs mit VPN gemacht, nämlich Facebook und in den USA war ich noch schlimmer mit VPN. Ich habe mit Zattoo Deutsches Fernsehen gesehen. Auch das ZDF, also das Darknet der Rentner. Jetzt fühle ich mich wirklich schlecht, weil ich hier nun lese, dass alle VPN Anbieter dubios sind. Vermutlich so dubios, wie Technik-Blogs?

      • André Westphal says:

        Ich schrieb nicht, dass alle VPN-Anbieter tatsächlich dubios seien, sondern das schnell der Eindruck entsteht: So ist es häufig schwierig einen konkreten Firmensitz oder tatsächliche Eigentümer zu entschlüsseln, das zieht sich schon durch viele Anbieter.

        Hier geht es übrigens nicht um einen „normalen“ VPN-Anbieter, sondern um einen der ganz gezielt Kriminelle umworben hat. Da ist die Abschaltung vollkommen richtig.

        • Scheint ja gut funktioniert zu haben, wenn man weiß, wer, was, wofür darüber abgewickelt hat.

        • Warum? Ich versuche gerade zu verstehen, unter welcher Rechtsgrundlage das geschieht? Das Anbieten eines VPN-Dienstes ist ja nun definitiv nicht illegal (sonst wäre ich auch illegal, meine Firma hat ein VPN). Und Werbung zu machen in bestimmten Kreisen ist auch nicht illegal. Ich mag das auch nicht gut finden, aber sollten Gesetze nicht für alle gleich sein?

    • Du unterstellst also allen VPN-Anbietern im Allgemeinen, und NordVPN im Speziellen, dass sie sich gezielt an Kriminelle wenden, damit diese ihre Taten verschleiern können?
      Ich persönlich wäre ja etwas vorsichtiger mit solchen Anschuldigungen, so ganz legal ist das nämlich nicht.

  3. Was wird dem Anbieter denn konkret vorgeworfen? Dass man in dubiosen Kreisen wirbt, ist ja per se noch kein Verbrechen.

    • Sehr gute Frage.

      • „DoubleVPN wurde sowohl in russisch- als auch englischsprachigen Cybercrime-Foren heftig als Mittel zur Verschleierung des Aufenthaltsortes und der Identitäten von Ransomware-Betreibern und Phishing-Betrügern beworben“, sagt Europol.

        • „Dass man in dubiosen Kreisen wirbt, ist ja per se noch kein Verbrechen.“

          die ursprüngliche Frage wird von deinem Zitat aber nicht wiederlegt, oder?

    • Innenminister Seehofer (CSU) und die US-Behörden möchten jede verschlüsselte Kommunikation verbieten oder zumindest einen Nachschlüssel, um alles mitlesen zu können. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder Bürger sein Recht auf Datenschutz und Informationsfreiheit wahrnehmen könnte?

      Jeder VPN-Anbieter, der seine Kunden schützt, ist damit per se kriminell.

  4. Mich würde interessieren, was denen vorgeworfen wird? Ist das zur Verfügung stellen von VPN-Diensten strafbar? Selbst wenn die Kunden den Dienst für kriminelle Dienst nutzen, kann doch der Betreiber nichts dafür. Wenn er sein Handwerk versteht, weiß er ja nicht einmal was da über seine Leitungen geht. Das ist ja zumindest einer Gründe für die Nutzung einer VPN-Verbindung.

  5. Ich finde es schon bezeichnend, wie viele etwas in einen Satz hinein interpretieren, was so gar nicht gesagt und sicherlich auch nicht gemeint wurde. Aber trotzdem muss man doch auch mal ehrlich sein, die meisten Nutzen so ein VPN doch genau für Dinge, die von vielen hier energisch abgestritten werden. Und das geht insgesamt einfach an der Realität vorbei.
    Und damit meine ich ausdrücklich nicht VPN, die genutzt werden, um bspw. Daten über einen verschlüsselten Tunnel von und zum Firmen- oder auch Heimnetzwerk zu übertragen, denn dafür werden in aller Regel nicht die Dienste von Anbietern wie denen, die zuvor genannt worden sind, in Anspruch genommen.

    • Dein „Muss man doch auch mal ehrlich sein“-Bauchgefühl reicht mir persönlich nicht, um ein elementares Rechtsstaatsprinzip in Frage zu stellen.

      • Es ist weit mehr als ein Bauchgefühl, sondern eine inzwischen jahrzehntelange Erfahrung.

        • Es gibt weltweit Millionen von VPN-Nutzern, die alle ihre persönlichen Gründe haben, einen VPN-Dienst zu nutzen. Mit wie vielen davon hast Du gesprochen?

  6. Warum sollte man den Eindruck gewinnen, dass ALLE VPN Anbieter dubios sind? Merkwürdige Auffassung, das einfach mal so rauszuhauen…

  7. Martin Fischer says:

    Ihr schreibt so, als wäre zu Recht ein Böser vom Markt genommen worden. Ist dieser Anbieter denn irgendwo verurteilt worden, weil er sich illegal verhalten hat? Wenn jemand T-Mobile im Darknet lobpreist, wird die dann auch hopps genommen?

  8. Öffnet ein VPN Client z.B. auf Windows nicht ein riesiges Sicherheitsloch? Schließlich wird jeglicher Traffic dann über den VPN Hoster geroutet – an der heimischen Firewall (Routerhardware / OS(?)) vorbei. Und der VPN Hoster kann auch noch den ganzen Traffic mitlesen.
    Klar bieten manche VPN Services zusätzliche Firewall-Dienste etc. an, aber wer vertraut denen schon?

    • Du hast recht, aber der Traffic ist doch in der Regel verschlüsselt, so dass der VPN-Betreiber damit nicht viel anfangen könnte.

  9. gregorius says:

    Man kann seine Herkunft auch mit einer fremdländischen IP V6 Adresse verschleiern (Tunnel) ohne dubiosen VPN Anbietern seine Daten in den Rachen zu werfen.

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