DJI: Neue Drohnen können Flugzeuge und Hubschrauber erkennen

DJI statt kommende Drohnen mit einer neuen Funktion aus: AirSense. Gemeint sind damit ADS-B-Receiver, welche die Sicherheit beim Fliegen erhöhen sollen. So ist es den neuen Drohnen nämlich dank der Receiver möglich, Flugzeuge und Hubschrauber in der Nähe zu erkennen. Verbauen will DJI die Technik in allen neuen Modellen, die ab dem 1. Januar 2020 erscheinen und mehr als 250 Gramm wiegen.

Flugzeuge und Hubschrauber senden besagte ADS-B-Signale aus, um andere Piloten zu warnen, sollte ein möglicher Zusammenstoß anstehen. Nun sichert DJI auch seine Drohnen gegen derartige Eventualitäten ab. Laut DJI setzte man damit als erster Hersteller einen neuen Standard im Bereich der Sicherheit für Drohnenflüge.

Über AirSense erkennen die DJI-Drohnen Flugzeuge und Hubschrauber, lange bevor ein Mensch sie hören oder sehen könnte. Auf dem Controller des jeweiligen Besitzers tauchen dann die entsprechenden Hinweise zum Standort bzw. Weg der Flugzeuge und Helikopter auf. Neu ist die Technik für DJI nicht: Man setzt sie schon jetzt bei einigen Drohnen für professionelle Anwender / Geschäftskunden ein. Nun hält sie zusätzlich in Modellen für Privatkunden Einzug.

AirSense ist dabei Teil eines 10-Punkte-Plans von DJI, spielerisch getauft „Elevating Safety“, der die Sicherheit für alle Beteiligten im Luftverkehr verbessern soll. Dabei mahnt DJI, dass es bisher keine nachgewiesenen Zusammenstöße zwischen Drohnen und Flugzeugen gebe. Allerdings sei es schon in Ausnahmefällen geschehen, dass Drohnen niedrig fliegende Hubschrauber gestreift hätten. Dank AirSense solle das nicht mehr passieren.

Im Grunde hält DJI sich damit freiwillig an eine kommende Anforderung der amerikanischen FAA (Federal Aviation Administration), welche für Hubschrauber und Flugzeuge in den USA bald ADS-B-Receiver vorschreibt. Zwar gilt jene Regelung nicht für Drohnen, DJI prescht aber nach vorne und erfüllt sie freiwillig.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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14 Kommentare

  1. Sehr löblich!

    • Finde ich auch! Mit der Idee hätten sie auch gleich am Anfang kommen sollen

      • Peter Brülls says:

        Die Geschichte zeigt, dass Entwickler/Hersteller praktisch nie von böswilligen oder idiotischen Benutzern ausgehen.

        Das fällt noch unter Naivität.

        Allerdings nicht mehr, wenn danach die Augen fest verschlossen werden und erst mit der Regulierungskeule gedroht werden muss.

        Ist halt Kapitalismus.

        • So ein Schwachsinn. Autohersteller haben auch nie mit böswilligen Benutzern gerechnet und dennoch fahren manche in Menschenmengen.
          Es gibt Dinge, die kann man nunmal nicht beeinflussen mit einem Produkt.

          • Peter Brülls says:

            Erstaunlich, ich wußte bisher nicht, dass man tatsächlich ohne Verwendung des Gehirns kommentieren kann.

            Eben, Autohersteller haben nicht mit böswilligen und idiotischen Anwendern gerechnet. Und haben daher ihre Kisten erstmal so verkauft.

            Und kurze Zeit später wurde das ganze eben reguliert: Welche Arten von Wagen zugelassen werden, unter welchen Bedingungen sie wo eingesetzt werden dürfen. Und natürlich dass registriert wird wem sie gehören und wer sie überhaupt lenken darf. Ja, es musste ein ganzer Zweig der Polizei quasi erfunden und ausgebaut werden.

            Und an so ziemlich jeder Stelle hat die Branche (und ihre treuesten Fans) laut geheult, dass sie das eine Unverschämtheit sein, überflüssig obendrein, und natürlich Abertausende Arbeitsplätze kosten werde.

            Siehe zum Beispiel die Einführung des Tempolimits.

            Nein nein, nicht auf der Autobahn, Gott bewahre. Das wäre eine Unverschämtheit, überflüssig obendrein, und würde Abertausende vom Arbeitsplätzen kosten.

            Die von 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften, die 1957 eingeführt wurde, statt vorher keiner.

            Der ADAC war dagegen, aber nicht der einzige. „Limitktritische” Experten erklärten dem staunenden Publikum. dass der Verkehr zusammenbrechen würde. Und natürlich war die gesamte Automobilindustrie in Gefahr.

            Für andere Branchen gilt das gleiche.

  2. Wirklich schade, dass bei manchen der logische Menschenverstand offensichtlich nicht weit genug ausgeprägt ist um von selbst auf die Idee zu kommen, dass es eine schlechte Idee ist mit einer Drohne an einem Flughafen oder generell in der Nähe von Flguzeugen zu fliegen.

  3. Bedeutet es etwa, dass Drohnen damit nicht nur die Fähigkeit besitzen, weg von Flugzeugen zu entfernen, sondern auch automatisch und gezielt näher an die Flugzeuge zu kommen?

    • Peter Brülls says:

      Jein.

      Nein, weil die Verantwortlichen sicherlich so programmieren, dass im Auslieferungszustand grundsätzlich weggeflogen wird.

      Ja, weil ich wette, dass es einem hinreichend interessierten Firmwarehacker heben wird, der das umgehen können wird. Weil: „Wer würde denn sowas machen?”

      (Ich würde es nicht einmal als „dumm“ oder „böswillig“ sehen. Irgendeiner aus dem Umfeld des CCC oder ähnlicher, durchaus sinnvoller Institutionen, wird sich finden. Und selbst bei verantwortlichem Umgang mit den gefundenen Lücken werden sie ihren Weg in die üblichen Werkzeuge für Scriptkiddies finden.

  4. Dass DJI diese Receiver freiwillig einbaut, ist sicherlich von hohem Eigeninteresse. Bevor durch Zwischenfälle, verursacht von Schwachmaten, die Dinger nur noch mit hohen Einstiegshürden zu fliegen sind, preschen sie lieber schon mal vor. Das würde auch nicht mehr lange dauern mMn. Hoffen wir es hilft…

  5. Kann nicht einfach per Software unterbunden werden, dass die Drohne überhaupt abhebt in der Nähe eines Flughafens? Via GPS doch eigentlich kein Problem oder?

    • Eben das ist schon seit 3+x Jahren!
      Eine DJI Drohne hat eine NFZ Karte eingebaut und hebt im Umkreis von 5 KM nicht ab bzw fliegt im Flug gegen eine unsichtbare Mauer.

  6. „Flugzeuge und Hubschrauber senden besagte ADS-B-Signale aus, um andere Piloten zu warnen, sollte ein möglicher Zusammenstoß anstehen.“

    Das ist falsch, da habt ihr etwas gehörig durcheinander gewürfelt. Es wird nur ein Signal (ua Höhe, Heading) zur Beobachtung abgestrahlt, eine Warnung der Piloten ist technisch nicht möglich.
    Das System, das Piloten warnt, heißt ACAS (Airborne Collision Avoidance System) und ist eine völlig andere Technologie.

  7. Und dann werden noch mehr hirnlose Drohnenpiloten in der Nähe von Flughäfen ihre Kreise ziehen, weil jetzt kann wirklich nichts mehr passieren…..

  8. Andreas Dorfer says:

    Bringt nur in Deutschland nichts.
    Denn aus „Sicherheitsgründen“ übertragen die meisten Hubschrauber (Polizei, Rettung, Militär) zu rund 90 Prozent keine Standort Daten per Adsb. Und das obwohl es bei denen gerade helfen würde weil die tief und schnell unterwegs sind. Alles was man bekommt sind die Transporthubschrauber über der Nordsee zu Bohrplattformen vor Skandinavien. (Rund 300-400 Meilen kann man damit gucken selbst vom Boden aus.
    Ach ja, die Gulfstreams und Learjets von US-Behörden senden auch keine Positionen und halten sich auch nicht an Mindestflughöhen, wenn sie mal was senden…. oder die Daten sind „nicht ganz real“? Militärjets senden natürlich auch nichts….
    Von daher: Tolle Idee, bringt aber ins der Praxis eher das falsche Gefühl von Sicherheit.
    (NB ich habe mehrere ADSB-Stationen im Dauerbetreib als Datenlieferanten für FlightRadar24 zu laufen und schaue mir die Datenen daher auch an)

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