DJI: 2020 soll App veröffentlicht werden, mit der jeder Drohnen tracken kann


Drohnen für den Privatgebrauch sind nicht nur ein boomendes Geschäft, sondern auch Bestandteil von Regulierungen. Dazu gehört die Registrierung von Drohnen, damit man deren Halter auch belangen kann, falls er sich nicht an die Regeln hält. Also falls er Drohnen zum Beispiel dorthin navigiert, wo sie nichts zu suchen haben. Aber auch in Sachen Privatsphäre sind Drohnen so eine Sache, immerhin sind sie in vielen Fällen mit hochauflösenden Kameras ausgestattet und können jederzeit Aufnahmen anfertigen.

DJI ist aktuell der größte Hersteller für kommerzielle Drohnen (70 Prozent Marktanteil wird ihnen von Analysten nachgesagt) und kennt diese Probleme. 2020 möchte das Unternehmen nun eine App veröffentlichen, die es jedermann ermöglicht, Informationen zu Drohnen aus der Nähe einzuholen. Die App nutzt das WLAN des Smartphones, um Drohnen in einem Umkreis von einem Kilometer zu identifizieren.

Die App soll dabei nicht nur Informationen zu Drohnen von DJI anzeigen, sondern auch die von Drohnen anderer Hersteller und auch für Modelle der letzten Jahre. Eine genaue Liste der kompatiblen Modelle gibt es allerdings noch nicht. Angezeigt werden die Registrierungsnummer, die Flughöhe, die Geschwindigkeit sowie die Flugrichtung – wenn die App von den Behörden zugelassen wird.

Die App wird dabei auch nicht in Konkurrenz zu AeroScope treten, DJIs Tracking-System, das an Flughäfen, Gefängnissen und in Stadien zum Einsatz kommt. Es nutzt ein stärkeres Signal und kann Drohnen auf viel größere Entfernung tracken. Laut Reuters möchte die Drohnenindustrie einer noch stärkeren Regulierung zuvorkommen, indem sie Drohnen von sich aus leichter identifizierbar macht.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. …und auch hier wieder, diese Möglichkeit trifft auch nur wieder die, die sich ohnehin an die Vorschriften halten. Jeder, der nicht getrackt werden will, nutzt die bereits existierende Möglichkeit für DJI Kopter und ist außen vor. Wer ganz ohne Software-Beschränkungen fliegen will, baut sich einen eigenen Kopter zusammen

  2. Frage mich, wie ein WLAN-Signal empfangen werden kann, wenn wohl die mesiten Drohnen für den Betrieb doch kein WLAN benötigen.

  3. Und ich frage mich, wie eine Registrierungsnummer angezeigt werden soll, wenn es keine Registrierungspflicht gibt. Es gibt eine Kennzeichnungspflicht (feuerfester Aufkleber auf der Drohe) und eine Versicherungspflicht, aber keine Registrierungspflicht. guggst du: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/LF/151108-drohnen.html

    • Im Rahmen der Funkverbindung zwischen Fernsteuerung und Drohne wird auch die Seriennummer des Copters übertragen. Im berechtigten Interesse kann das Gericht bei DJI Informationen hinsichtlich der zu der Seriennummer hinterlegten Daten einholen. Darüber hinaus soll ab 2020 in der EU auch eine Registrierungspflicht eingeführt werden …

    • Ab 2020 gibt es die Regisrätrierungspflicht über 250g

  4. Das Hobby ist jetzt schon in Deutschland kaum zu genießen. Die App wird es noch schwerer machen da jeder dann Sheriff spielen kann.

    • Als die Politik eingegriffen hat, war der Fall für mich erledigt. Da ist nichts mehr zu genießen, weil man immer damit rechnen muss Kriminalisiert zu werden – als wären die Dinger ausschließlich dafür geschaffen worden, um die Nachbarin im Pool oder Schlafzimmer zu beobachten. Wenn man es denn überhaupt will….:/
      Mein Copter steht seit einem Jahr nur noch rum, obwohl ich fast geheult hätte als ich ihn zum ersten Mal in Händen hielt. Es ist einfach nur zum Brechen….

      • @Bitfox: Was genau ist dein Problem mit der aktuellen Rechtslage?
        Mein Quadrokopter ist seit seinem Fly-Away (gegen eine Fabrikhalle) leider nicht mehr zu gebrauchen, das war noch Jahre von den Gesetzesänderungen, daher kannte ich nur alten Bestimmungen. Ich habe mir die Bundesgesetze gerade durchgelesen bzw, überflogen… ich muss sagen, dass ich da wenig für mich dramatisches entdecke. Ich darf nicht mehr ~300 Meter hoch fliegen (sondern nur 100 Meter), Sichtweite muss eingehalten werden, FPV nur zu zweit oder aber unter 250g, nicht mehr über Privatgrundstücke sobald Kamera verbaut ist, Markierungspflicht, Fähigkeitsnachweis ab einem bestimmten Gewicht… diverse Abstandsregelungen und Flugverbotsbereiche die präzisiert wurden. Ansonsten gilt vermutlich nach wie vor ICAO.
        Schreckt mich alles gerade nicht wirklich ab. Womit hast du am meisten Probleme?

        • …diverse Abstandsregelungen und Flugverbotsbereiche die präzisiert wurden…

          Damit hast Du Deine Frage schon beantwortet. Rechtlich sicher fliegst Du nur noch über Privatgelände und selbst das in vielen Fällen nicht mehr weil die eingeschränkten Zonen lächerlich groß sind.

      • 100% Zustimmung. Ich habe Interesse an Naturfotografie und werde behandelt wie ein Spion oder Lustmolch. Ich darf zum Beispiel nicht am Wattenmeer fotografieren und keine 200m von mir entfernt findet im selben Moment am Deich ein Dragracefestival statt… Kein Witz!

    • Naja, ich habe mir für Schleswig Holstein eine separate Erlaubnis beim Landesamt für Verkehr geholt. Damit darf ich überall, außer Helgoland, fliegen. Selbst in Bereichen die sonst verboten sind. Also Bereiche wie Industrie (Kieler Hafen) etc..
      Klar, Wohngebiete sind weiterhin tabu, sind aber auch für mich nicht reizvoll zum fliegen und fotografieren.
      Und wenn einer was will habe ich die Erlaubnis immer dabei.
      Dann sage ich nur das sie gern die Polizei rufen können und das Thema hat sich dann erledigt.
      Ich musste lediglich eine Kopie der Drohnenversicherung und einen Kenntnisnachweis (hier hat ein Screenshot der Flugstunden der DJI App gereicht) beifügen und es begründen.
      Auch kann man inzwischen für viele Bereichen schnell und einfach gesonderte Genehmigungen beantragen. Bspw. Zeche Zollverein kann man da nur sehr loben.

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