Disney+: Zum Start möchte das Videostreaming-Angebot nicht nur mit eigenen Inhalten punkten


Dass Disney dieses Jahr mit einem eigenen Dienst für Videostreaming an den Start gehen wird, ist längst kein Geheimnis mehr. Im Gespräch mit Investoren erklärte Disney CEO Bob Iger nun, wie man sich denn gegen Netflix und Co. aufstellen möchte. Denn während bereits alle Teile von Disney an Inhalten arbeiten, ist man sich durchaus bewusst, dass man zum Start auch ein gewisses Volumen an Inhalten benötigt.

Wie macht man das als neuer Anbieter am besten? Indem man einfach Inhalte von Dritten hinzukauft. So wird es auch bei Disney+ der Fall sein. Wohl aber wird das nicht auf Dauer so praktiziert werden, langfristig möchte Disney+ mit eigenen Werken genug Inhalte bereitstellen, um den Kunden für den Dienst zur Kasse zu bitten.

Zu Disney gehören unter anderem Pixar, Marvel, Lucasfilm und National Geographic. Von Marvel wird auch der erste Film stammen, der exklusiv über Disney+ zur Verfügung stehen wird: Captain Marvel. Bislang wurden Marvel-Inhalte bei Netflix gezeigt, das wird sich dann mit dem Start von Disney+ erledigt haben.

Mit welchen Inhalten man das eigene Angebot aufpeppen möchte, das hat Disney leider nicht erklärt. Auch nicht, wann der Dienst starten wird. Aber bereits am 11. April möchte man seinen Dienst Investoren präsentieren. Heißt also, das muss schon weit fortgeschritten sein. Disney bietet mit ESPN+ bereits Sportstreaming, ist aber auch an Hulu beteiligt.

Disney hat bereits angedeutet, dass man die drei Angebote wohl auch im Paket abonnieren können wird. Das sieht dann plötzlich alles gar nicht mehr so klein aus und könnte die Konkurrenz durchaus ins Schwitzen bringen.

Während Nutzer von Streamingdiensten zwar heute kaum ein Problem haben, mehrfach zu bezahlen (viele nutzen zum Beispiel die Kombination aus Netflix und Amazon Prime Video), ist da natürlich auch irgendwo eine Schmerzgrenze. Wenn sich die wünschenswerten Inhalte auf mehrere Anbieter verteilen, wird der Nutzer gut abwägen, wem er sein Geld gibt – oder vielleicht sogar wieder vermehrt zu illegalen Angeboten greifen.

Denn die einfache Verfügbarkeit über einen Anbieter war das, was die frühen Streaminganbieter erst einmal erfolgreich gemacht hat. Je mehr Anbieter sich da auf diesem Feld tummeln, desto komplizierter wird es wieder. Und mit kompliziert lässt sich schlecht die Masse abholen.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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28 Kommentare

  1. Mir genügt eigentlich Netflix. Für einen eigenen HBO-Streaming Dienst würde ich noch zahlen Amazon Prime nutze ich selten. Da gibt es zwar auch gute Inhalte aber die Apps sind so schlecht (und es gibt keine Profile) dass ich es mir immer zweimal überlege. Extra für Disney noch mal Kohle abdrücken? Nein danke. Das ist dann schon fast so wie Gaming auf dem PC wo jeder Steam neu erfinden will.

    • Wenn aber wie in Amerika Netflix in der EU von den großen Anbietern alle Rechtedeals verliert, weil man eigene VOD-Angebote startet, dann steht Netflix nur noch mit eigenen Inhalte da und dann sieht ein mir reicht Netflix aus anders aus.

      • Und das ist das Problem. Die großen Studios haben nicht verstanden, daß der Konsument keine 12 Abos will. Insofern wäre es klug, die eigenen Sachen über netflix zu promoten. Aber wenn der Dollar lacht…

        • Peter Michels says:

          Klar verstehen die „großen Studios“ was die Kunden wollen, nur geht das an dem Ziel der Studios/Firmen vorbei, welche auf maximalen Profit aus sind. So ist es immer und überall.

          Aktuelle beispiele findet man beim E-Auto und den fehlenden Standards, oder in der Gaming-Branche wo der Platzhirsch Steam von allen Seiten angegriffen wird weil der Profit am Schluss zu gering ist….

          Der Kunde ist und bleibt nun einmal die zweite Geige bei solchen Entscheidungen.

          • der entscheidene Unterschied ist aber der, dass Steam, GOG etc. Shops sind, bei denen ich einzelne Produkte kaufen kann. Bei VoD-Anbietern habe ich idR ein kostenpflichtiges Abo. Die Hürde, mehrere Nutzerkonten anzulegen ist doch deutlich niedriger als Dienste zu abonnieren.

  2. Klaus Mehdorn Travolta says:

    Tja es wird nicht einfacher, möglichst komplett seine eigenen Interessen abzudecken.
    Interessant dürfte sein wie sich das denn auf lange Sicht entwickelt. Netflix und Amazon z.B. haben durch Eigenproduktionen einen jahrelangen Vorteil.
    Auf der anderen Seite haben auch schon Dienste ‚aufgegeben‘. Siehe Watchever.

  3. Wir haben durchgängig Netflix abonniert und Amazon Prime noch zum günstigen Studentenpreis. For GoT werden wir einen Monat Sky Ticket dazubuchen, danach aber wieder kündigen. Das gleiche würden wir dann auch mit weiteren Angeboten machen.

  4. Netflix bleibt ja meine Option, Prime ist halt nette Zugabe zum kostenlosen Versand, der Rest bekommt sicher nicht noch Mal Geld von mir xD

  5. chris1977ce says:

    Amazon Prime Video ist bei uns zwar „inklusive“, da wir den Prime Versand nutzen – doch genutzt wird dieser Dienst schon min. 1 Jahr nicht mehr.
    Die Oberfläche (GUI) auf dem FireTV ist absolut katastrophal: Primebanderole ist seit Jahren verschwunden (auf allen anderen Geräten jedoch nicht! – Nur auf FireTV’s).
    Menüs (Genres) werden ständig durcheinander gewürfelt oder verschwinden auch ganz gerne mal für ein paar Tage (z.B. „Prime kürzlich hinzugefügte Filme“).
    Zu Netflix: Naja, meine Frau und die Kids schauen es mit Begeisterung – ich selbst nutze es nur ganz sporadisch und gezielt für z.B. Stranger Things, Star Trek Discovery) – Inhaltlich reißt mich das auch nicht vom Hocker.
    Muss ganz ehrlich sagen, dass ich wieder zum „alternativen Download von Früher“ via One-Click-Hoster zurückgekehrt bin.
    Warum? Ich möchte mich nicht durch Menüs und verwirrenden Oberflächen wühlen müssen (a la Amazon Prime Video) – sondern ganz gezielt meine Interessen anschauen können.

    In diesem Sinne – jetzt könnt ihr mit Kommentaren schießen, wie toll Netflix doch ist.
    PS: Game of Throne, Breaking Bad usw. – taugt mir auch alles nix :-p

    • Ingo Podolak says:

      Ich nutze Hauptsächlich Netflix und Amazon gelegentlich mal da ich es wegen dem Kostenlosen Versand halt auch habe.
      Aber bestimmt 30-40% nutze ich auch „alternative Downloads“. Hauptsächlich da es vieles was ich möchte nirgendwo Legal gibt. Außerdem ist es noch recht komfortabel. Links>JDownloader>5-20min warten>Ordner>Plex> Android TV alles automatisch und am Ende noch eine bessere Qualität als bei Streams.
      Ich würde auch mehr Geld zahlen wenn ich:
      1. Nur einen Anbieter hätte und nicht suchen muss bei welchem ich bekomme was ich suche.
      2. Auch wirklich 80-90% bekomme was ich suche.
      3. Eine gute Oberfläche habe die auf allen meinen Geräten funktioniert.

  6. Also meine Schmerzgrenze ist schon lang erreicht (monatliche Kosten) :
    Rundfunkgebühr => 17,50€
    Amazon Prime Video => 5,75€ (Jahresabopreis)
    Netflix => 13,99€
    Als Animefan muss ich aber auch meine persönliche Nische unterstützen (monatliche Kosten):
    Crunchyroll => 3,50€ (Jahresabopreis)
    Anime on Demand => 4,37€ (Jahresabopreis)
    Wakanim => 5€

    Addiert sich zusammen schon auf über 50€ im Monat oder halt 600€ im Jahr. Es ist davon auszugehen, dass Amazon Prime und Netflix teurer werden und Disney kommt schon mit dem nächsten Dienst um die Ecke. Ich werd erstmal in 1-2 Monaten Netflix streichen. Amazon steht dann als nächstes auf der Kippe. Wenn sich hier 4-5 weitere Dienste ergeben, wird kein Abo bei diesen Anbietern mehr zustande kommen. Sind ja monatlich kündbar und ich buch dann nur hier oder da mal einen Monat dazu und kündige sofort wieder.

    Daraus folgt, dass monatliche Abos teurer werden und Jaresabo die alten Preise versprechen etc. und ich mich so von allen Diensten entfremde, dass ich am Ende nur noch 1-2 haben werde und da tendiere ich zu meiner Nische, die weniger Kunden hat.

  7. Martin Deger says:

    Ich habe auch Netflix und Amazon Prime. Da ich normalerweise durchschnittlich höchstens eine Stunde pro Tag schaue (ab und zu vielleicht auch zwei Stunden am Wochenende), gibt es mehr als genug Inhalte, die ich ansehen kann. Vom Satellitenfernsehen aufnehmen kann ich auch noch, plus die Mediatheken. Disney+ wird es bei uns sicher nicht geben.

  8. Vor lauter Geldgier zerstören sich die VoD-Anbieter am Ende ihren eigenen Markt, der erst in den letzten Jahren entstanden ist. Wenn ich in Zukunft fünf oder noch mehr Dienste abonnieren muss, um halbwegs alles abzudecken, dann abonniere ich gar nichts mehr, sondern suche mir eine alternative Plattform, die (weitestgehend) alles abdeckt. Genau das macht VoD doch überhaupt attraktiv und sinnvoll. Wenn der einzige Anbieter, der halbwegs alles abdeckt, der illegale ist, dann ist das Gejammer wieder groß. Es ist doch schon so lange bekannt, dass die allermeisten Menschen sehr gerne bereit sind, Geld für ein legales Angebot zu bezahlen, die illegalen hatten nur lange das bessere Angebot und gleichzeitig war es simpler. Aber halt nicht verteilt auf unzählige Anbieter und jeder will Kohle.

    Ich nutze seit Markstart in Deutschland durchgehend Netflix, Amazon Prime nutze ich weniger, weil es auf dem Chromecast nicht läuft, da lohnt es sich aber allein schon für Bestellungen. Und dann noch viel YouTube, das ist eh umsonst. GEZ zahle ich auch, schaue in den Mediatheken auch regelmäßig und sehr gerne was. Das sind schon mehr als genug Kosten, mehr als genug Plattformen. Mehr Geld gebe ich dafür nicht aus und mehr Plattformen möchte ich auch nicht nutzen.

  9. Eigentlich Schade was für einen Weg Apple ,bezogen auf Video Streamingdienst, einschlagen möchte. Hätte genau von Apple gedacht und erwartet, dass sie den Video Streamingdienst, wie einst iTunes, revolutionieren und alle Inhalte anbieten… Demnach ist leider nicht so… :/

  10. IPTV und Kodi und schon hat man alles was man braucht!

  11. Naja, es hat ja nun zu keinem Zeitpunkt gestimmt, dass im VoD Bereich ein Anbieter auch nur ansatzweise alles abgedeckt hätte. Das gilt für alle Musikstreamingplattformen mehr oder weniger für VoD galt das nie. Es fehlten und fehlen immer noch die meisten Filme, HBO Serien, aktuell laufende Serien, die keine Eigenproduktionen sind, 90er Jahre Cartoons, etc. etc. Ich stoße mal hier nicht in das gleiche Horn wie alle anderen und behaupte, dass die eine vertiable Konkurrenz zu Netflix absolut nötig ist, den Wettbewerb befördert und überhaupt erst ermöglicht gewisse Inhalte legal sehen zu können. Dass man die dann nicht alle abonnieren will, dürfte klar sein. Netflix war nie ein Schlaraffenland mit einem nahezu vollständen Katalog. Disney wird ein paar wenige Inhalte von Netflix wegnehmen aber grundsätzlich viel mehr etwas zum bestehenden Angebot hinzufügen. Durch die monatliche Kündbarkeit wäre mir mehr Konkurrenz absolut lieb. Dann könnte ich einen Monat lang mal 90er Cartoons beim Nickelodeon Streaming Service gucken und im nächsten alle Bond Teile.

  12. Ich hab Sky (darin ist Netflix enthalten), DAZN, Eurosportplayer und Amazon Prime … Das ist meine Schmerzgrenze … Wenn jetzt noch was dazukommt muss was anderes wegfallen ^^
    Wär zwar schade wenn die Marvel Sachen wegfallen, aber im Zweifelsfall wird dann eben Mal wieder ne Serie oder nen Film gekauft. Soviel Zeit hab ich dann doch nicht mehr als das ich da irgendwas von auskosten würde … Mittlerweile greif ich aber auch gerne Mal wieder öfter zu nem guten Buch.

    Diese Generation kostenlos, die meint nur weil ich jetzt für Netflix bezahle ist es gerechtfertigt wieder kostenlos illegal über 1click zu laden kann ich nicht verstehen. Wie kommt man nur darauf?

  13. Also ich habe Netflix (aber nur noch bis zur nächsten Preiserhöhung), MLB.TV Premium und während der Football Saison noch DAZN. Amazon kommt mir nicht ins Haus. Wenn Netflix die Preise mal wieder erhöht (weil, Kundenrückgang bekämpft man ja am cleversten mit Preiserhöhungen) dann schau ich mir auf jeden Fall mal Disney an, für meine Kids ist Disney wahrscheinlich auch geeignet 😀

  14. Immer mehr Anbieter, immer mehr exklusiver Inhalt.
    Dadurch werden die illegalen Angebote wieder attraktiver.

    Wenn man sich überlegt, dass man mit einem One-Click-Hoster die theoretische Möglichkeit hat für ca. 50€ im Jahr auf nahezu alles Zugriff (inkl. Musik) zu bekommen, muss man sich nicht wundern, dass bei aktueller Entwicklung der ein oder andere wieder in den illegalen Bereich abwandert.

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