Disney sperrt Weihnachtsfilme über Weihnachten auf Amazon

Schöne neue Streaming-Welt. Ein klassisches Beispiel, wie man zahlende Kundschaft vergrault, legt Disney an den Tag. Die Weihnachtsfilme des Großkonzerns werden über die Festtage nicht über Amazon verfügbar sein. Auch wer die Filme bereits gekauft oder geliehen hat, wird seines digitalen Besitzes entmündigt und soll auf die TV-Ausstrahlungen der Filme zurückgreifen.

Amazon_Disney

Disney geht dabei allerdings nicht unerlaubt vor, Amazon ermöglicht so ein Vorgehen schließlich erst. Einem Betroffenen, er heißt Bill, wurde es seitens Amazon so erklärt: „Amazon has explained to me that Disney can pull their content at any time and ‘at this time they’ve pulled that show for exclusivity on their own channel.’ In other words, Amazon sold me a Christmas special my kids can’t watch during the run up to Christmas.“

Versucht man aktuell, beispielsweise The Muppet Christmas Carol zu beziehen, erhält man die Meldung, dass der Film momentan aufgrund von Lizenzbestimmungen nicht erhältlich ist. Ziemlich ärgerlich, wenn man gerade einen der Disney Weihnachtsfilme zur passenden Jahreszeit mit seinen Kindern schauen möchte.

Die Geschichte zeigt allerdings auch, dass man bei Streaming-Angeboten eben keinen Content besitzt, sondern nur ausleiht. Sicher ein gefundenes Fressen für die Kritiker, eigentlich aber nur ein Armutszeugnis für Disney und Amazon. Angebote auf diese Weise zu steuern, geht klar an den Vorstellungen der Nutzer vorbei.

Wie seht Ihr das, Disneys gutes Recht? Geht der Eingriff in die Bibliotheken der Nutzer, die den Film bereits gekauft hatten und der nun wieder entfernt wurde, zu weit?

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*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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65 Kommentare

  1. Also ich miete/kaufe etwas, und dann kann mir das jederzeit weg genommen werden? Für wie lange, für immer? Dann mach ich auch nen streaming dienst auf….

    Also das geht echt 10 schritte zu weit.

  2. Cadamdraft3D says:

    Das war schon immer so! Pünktlich zu Weihmachten, hat man bei der Videothek Kleine Walt Disney Filme bekommen!

    …Auch wer die Filme bereits gekauft… Das verstehe ich nicht, filme die ich gekauft habe, kann ich nicht abspielen? Egal als DVD oder digital auf Festplatte?

  3. Thomas Baumann says:

    Selbstverständlich geht das zu weit.

    Rein technisch gesehen wäre das meine ich sogar mit BluRay Filmen möglich.
    Wenn die Musik- und Filmindustrie wirklich so weit gehen sollte (und garantiert auch wird) kann ich immer mehr die Leute verstehen die sich die Sachen aus der „Grauzone“ organisieren.

    Man stelle sich vor die Telekom würde einem an den Weihnachtstagen den Zugriff auf sämtliche Webseiten sperren. Man könnte ja was auf YouTube o. Ä. anschaun. Was soll der Unfug, die bezahlpflichtigen Inhalte in Entertain sind doch viel wertvoller…

  4. Waren das noch gute Zeiten mit der alten VHS.

  5. Na da hat sich Disney doch selbst in beim geschossen, anstatt über Weihnachten ordentlich abzusahnen gehen die Leute ins Netz und ziehen sich den Film für lau.

    Also kann man fast sagen das sie dazu genötigt wurden.

    Gib’s bei Apple ähnliche Entwicklungen?

  6. Und die Filmindustrie wundert sich, warum sich viele für 9€ einen Premium Account kaufen und da seine Bluray untouched selber zieht …

  7. Möglicherweise kommt es dazu, dass man die DVDs auch einzieht!!

  8. Ein Grund mehr das man seine Filme Lokal hat, ohne sich vom DRM einengen zu lassen. Es ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar das man so mit dem Kunden umgehen kann, vorallem mit „gekauften“ Inhalten. Wenn ich ein MusikAbo à la Google Music oder Spotify habe muss ich damit rechnen, aber bei käufen erwarte ich keine Einschränkung in meiner Nutzung.

  9. besucherpete says:

    Ich habe in solchen Fällen gar kein Problem mit der Grauzone. Wenn ich etwas zur legalen Nutzung erwerbe, der Anbieter mir aber die Möglichkeit zu eben dieser Nutzung nimmt, greife ich eben zu einer anderen Quelle. Das ist im Grunde natürlich illegal, aber zumindest hierzulande dürfte es nahezu unmöglich sein, mich dafür tatsächlich verurteilen zu lassen.

  10. Wer denkt, das kann bei uns nicht passieren:
    Amazons Video-on-demand Service in Deutschland heißt „Lovefilm“ und das UI auf dem Fernseher ist 1:1 identisch mit amazon instant video.
    Dass das hier auch so passiert, ist eigentlich fast schon vorprogrammiert. Bleibt die Frage, wie stark der Verbraucherschutz hierzulande wirklich ist..

  11. Leute, Leute, wie wäre es denn mal mit einem Festplarttenrecorder? Oder so etwas wie onlinetvrecorder.com.

    • @Roman: Mit dem Argument könnte man auch VHS-Rekorder wieder produzieren. Der Sinn von streaming ist ja die ständige Verfügbarkeit und die Legalität. Das wird von Disney ad absurdum geführt.

  12. amazon ? …braucht kein mensch !!!!!!

  13. Die Antwort darauf ist doch einfach: Streaming Account kündigen und wieder die gute und günstige Download Variante anwerfen. Ist im großen und ganzen für den Endkunden der gleiche Aufwand… nur so kann er sich des Inhaltes sicher sein.

    So einfach ist das doch!

    Die Inhaltsanbieter sind doch einfach nur unfähig zum Geld verdienen.

  14. Dann lädt man sich das Zeug eben mit VPN von Piratebay runter, wer legal kauft ist ja eh nur der Dumme.

  15. Pfui, Disney. In den letzten Jahren hat die Qualität der Disney-Produktionen immer mehr abgenommen und die Geldgeilheit des Managements zugenommen. Walt Disney würde sich im Grab umdrehen.

  16. Wenn *vor* dem Kauf groß dabei stünde, dass der Film nicht in der Weihnachtszeit von bis geschaut werden kann, dann wäre das ok.

    Im Nachhinein die Rechte einzuschränken bzw. über eine kleingedruckte Klausel der AGBs es jederzeit einschränken zu können, ist unlauter. Das müsste mal ein Musterprozess entscheiden…

  17. Rechtlich gibt es daran nichts auszusetzen. Allerdings gibt es bei Unternehmen ja nicht umsonst Kulanz, normal könnte auch bei vielen Reklamationsfällen auf ein Schlichtungsangebot verzichtet werden, ohne dass es gegen Gesetze verstößt.
    Damit macht man sich aber die Kundenbasis zu nicht. Wie in diesem Falle.

    Disney hat allerdings schon lange einen miesen Ruf von daher können sie sich das erlauben.

    Eine Privatkopie ist erlaubt, dh mit Downloadtools diesen Stream auf dem PC sichern. Ist nicht so wie es sein soll, aber man hat dann wenigtens etwas.

  18. Absurder gehts wohl kaum. Leider sind Disney und Amazon wohl im Recht. Wieder ein Grund mehr, mir Filme weiterhin auf DVD/Blu-Ray zu kaufen, da verbietet mir mein Player wenigstens (noch) nicht, wann ich sie mir ansehen darf und wann nicht.

  19. solange die nicht kundenfreundlicher werden brauchen die sich auch nicht beschweren das die Filme illegal geladen werden.
    War doch mit Musik das selbe. Was hat die Musikindustrie rumgeheult das so viel Illegal runtergeladen wird. Nun wo die Angebote leicht Bedienung bieten und ohne Restriktionen genutzt werden können geht es für die Musikindustrie wieder bergauf.

    Raubkopien sind quasi eine Art Notwehr der Verbraucher gegen die Contentanbieter…
    Das muss die Filmindustrie jez lernen und demnächst auch die Verleger von eBooks 😉

  20. Das Ganze ist in erster Linie ein Armutszeugnis für Disney und erzeugt schön negative Publicity.
    Anstatt den Content auf so vielen Wegen wir möglich zu verbreiten und dadurch Umsatz zu generieren verfällt man wieder diesem dämlichen Modell, etwas *exklusiv* nur an einer Stelle anzubieten. Genau DAS ist es doch, was illegales Filesharing am Leben hält.

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