Disconnect klagt wegen Ausnutzung der Marktposition in Europa gegen Google

Google muss sich in verschiedenen Fällen vor der Europäischen Kommission für sein geschäftliches Verhalten rechtfertigen. Immer wieder gibt es Vorwürfe der Ausnutzung der Marktposition. Nun gesellt sich zu diesen Vorwürfen auch noch ein Fall, der von disconnect.me ins Rollen gebracht wurde. Disconnect.me ist eine App, die Nutzer vor Tracking und Malvertising (mit Werbung ausgelieferter Malware) schützen soll. Diese App hat Google bereits vor einem Jahr aus dem Play Store geworfen.

disconnect

Der Vorwurf lautet, dass Google seine Marktposition ausnutzt, da es disconnect.me gar nicht darum geht, Werbung zu blocken, sondern nur das unerwünschte Tracking und auch vor Malware schützen will. Google sieht dies natürlich anders und beruft sich auf die Google Play Nutzungsbedingungen. Gegenüber TechCrunch gab Google folgendes Statement ab:

“This reported claim is baseless. Our Google Play policies (specifically clause 4.4) have long prohibited apps that interfere with other apps (such as by altering their functionality, or removing their way of making money). We apply this policy uniformly — and Android developers strongly support it. All apps must comply with these policies and there’s over 200 privacy apps available in Google Play that do.”

Interessant ist, dass sich die Klage nur auf Europa bezieht. In den USA hat Disconnect bisher keine Anstalten gemacht, gegen Google vorzugehen. Ebenso interessant ist, dass die iOS-App weiterhin verfügbar ist. Disconnect.me kann auch unter Android weiterhin genutzt werden, wird teilweise sogar vorinstalliert ausgeliefert (Deutsche Telekom / Blackphone). Wer die App nutzen möchte, findet diese auch auf der Herstellerseite.

Unklar ist, was disconnect.me mit der Klage erreichen möchte oder welche Entschädigungen für die Nicht-Präsenz im Google Play Store gefordert werden.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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13 Kommentare

  1. Kann mir bitte jemand auf simple Weise erklären was Disconnect besser/anders/schlechter macht als AdBlock Plus (oder NoScript)?
    Nach meinem Verständnis würden sich Disconnect und AdBlock beißen.

  2. Ich nutze Disconnect bereits seit Jahren als Ersatz für Adblock Plus. Schon allein deswegen, weil Disconnect keine Werbung austauscht. Seiten, die man unterstützen will, lassen sich easy auf eine Whitelist setzen. Super Addon für Firefox und Chrome! Hinter Disconnect steht übrigens ein ehemaliger Google-Mitarbeiter.

  3. Ich verklag demnächst Mercedes weil die mein Bobbycar nicht bei sich im Showroom verkaufen wollen. Kriegen auch Provision, weigern sich trotzdem.

    Sorry, das ist doch lächerlich?

  4. Viel Lärm um nichts. In Android wird man ja nicht zum Play Store gezwungen, sondern kann Apps auch aus anderen Quellen installieren. Wir sind hier doch nicht in der geschlossenen Apple-Diktatur. 😉

  5. es wurde aus den selben Gründen wie Adblock Plus aus dem Store geworfen, nämlich wegen einem einfachen Satz in der Developer Policy :

    4. Beeinträchtigung von Apps und Anzeigen Dritter
    Mit Ihrer App verbundene Anzeigen dürfen keine anderen Apps oder deren Anzeigen beeinträchtigen.

    Wo ist das Problem. Es gibt Regeln, sie halten sich nicht dran, Pech gehabt.

    Und ADB ist ja noch schlimmer, das Tool ist eine digitale Erpressung von Werbe-Netzwerken, sowas müsste sogar strafbar sein.

  6. @Andre: Bravo, du hast den Artikel noch nicht mal ganz gelesen.
    @Tom: Google sagt Nutzern aber auch, dass APKs aus Fremdquellen unsicher seien und deaktiviert die Einstellung standardmäßig. Bei iOS wird ja auch niemand zum Store gezwungen, du musst dein Gerät „nur“ jailbreaken.
    @D: Die wenigsten Showrooms gehören Mercedes selbst sondern unabhängigen Autohäusern. Der bedeutente Unterschied ist, dass Google eindeutig marktbeherrschend (z.B. in den Märkten Websuche, mobile Betriebssysteme, eventuell Internetwerbung) ist und sich somit strengeren Regeln unterwerfen muss als irgendwelche Softwareklitschen oder Kleinunternehmer mit 200 m² Austellungsfläche.

  7. Ich blockiere mit Freude jeden Tracker und jegliche Werbung, die ich finden kann. Es ist mir auch ziemlich egal, ob die „Content Creator“ dadurch einen Schaden erleiden oder nicht. Pech gehabt. Warum es noch Menschen gibt, die diese mittlerweile zutiefst pervertierte Art des Marketing auch noch unterstützen, ist mir ein Rätsel.

  8. @Anon: Bei Android muss man nur ein Häkchen in den Optionen setzen, um andere Apps installieren zu können. Ganz einfach.

    Ein iOS-Jailbreak, um aus dem geschlossenen Knast von Apple auszubrechen, ist da schon eine ganz andere Nummer. Und das weißt du auch.

  9. @Anon

    Dann versuch doch mal eine anderen Automarke unterzubringen. Denn auch wenn die Showrooms unabhängigen Autohäusern gehört, ist eindeutig geklärt welche Autos wie ausgestellt werden müssen. Und ich garantiere es gibt eine exclusivklausel, ansonsten ist man kein Mercedesautohaus mehr.

    Autohersteller kündigen dann ganz einfach den Vertrag.

  10. D. Viel Meinung wenig Ahnung. Multimarkenautohäuser sind sogar höchstrichterlich von der EU genehmigt. und es gibt natürlich, um beim konkreten Beispiel zu bleiben, auch Mercedes Verkäufer, die auch andere Marken im Angebot haben.

  11. @JMK
    Dann wirst du mich ja mit Links nur so zuwerfen können. Ein Mercedes Autohaus das im Verkaufsraum andere Marken hat(und ich meine nichts aus der schrecklichen liaison mit chrysler). Und mit Mercedes Autohaus meine ich nicht „Autohaus Müller – Wir führen Marken “ sondern “ Mercedes „. Und mit Verkaufsraum ist die Fläche im Gebäude gemeint und nicht die Resterampe der Gebrauchten.

  12. Rainer Zufall says:

    @D Schau mal hier nach: http://www.rosier.de/

    Übrigens ist dein Vergleich nicht ganz korrekt. Apple, Google und Microsoft sind die Anbieter von exklusiven Showrooms (einfach zu erreichen etc). Mercedes, Audi, VW, Opel, Toyota, … wollen diese Showrooms benutzen. Sieht dann solche Ausweisung nicht etwas anders aus?

  13. @Rainer Zufall

    Nein der vergleich passt.Jemand möchte über seine eigenen Kanäle etwas verkaufen und entscheidet einfach was er verkaufen möchte.

    Und wenn ich mir Rosier angucke ist dort genau das was ich beschrieben habe. Jede Marke die sie im Angebot haben hat einen eigenen Showroom. Die Firma heißt dann „Volkswagen Rosier“ „Mercedes Rosier“ oder „Audi Rosier“ die Autos stehen immer nur in ihrem eigenen Autohaus.

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