Digitaler Euro: Rechtliche Basis eventuell bereits ab Anfang 2023

Der Euro soll neben Münzen und Scheinen ab voraussichtlich Anfang 2023 auch als digitale Währung beschlossen werden. Allerdings sind da noch Zustimmen der Mitgliedsstaaten und die Freigabe des Parlaments notwendig. Geht es nach der EU-Kommission, dann sollten die rechtlichen Grundlagen aber bis Anfang 2023 so weit sein, dass der Start letzten Endes später gesichert vollzogen werden könnte.

Dann würde es also quasi virtuelle Varianten einer Euro-Banknote bzw. einer Münze geben. Warum die Entwicklung? Nun, da will man natürlich auch Kryptowährungen ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen und eine stabilere Alternative offerieren. Wobei die Stable Coin von Meta ja gerade an den notwendigen Freigaben gescheitert ist.

Bei der Europäischen Zentralbank laufen bereits interne Experimente mit dem digitalen Euro. Nachdem die rechtlichen Grundlagen geschaffen wären, könnte man ab Ende 2023 mit einem Prototyp weiter hantieren. Dann müssten die Mitgliedsstaaten gemeinsam entscheiden, ob es sich wirklich lohnt, einen digitalen Euro zu etablieren. Ich kann mir dabei auch vorstellen, dass die Angelegenheit als eines der EU-Projekte endet, die am Ende niemand praktisch verwenden möchte. Dies prüft man derzeit aber ebenfalls.

Eingeführt würde der digitale Euro als virtuelle Währung dann praktisch aber frühestens ab 2025.  Frankreich und Deutschland sind wohl bereits für die Pläne, da sie technologisch nicht ins Hintertreffen geraten möchten. Denn China plant beispielsweise bereits seit 2014 eine virtuelle Variante des Yuan. Und auch Indien hegt für seine Rupien derartige Pläne.

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31 Kommentare

  1. Nein danke. Ich möchte weiterhin mit Bargeld zahlen.

    • Und das nimmt dir doch auch niemand weg.

    • Keine Sorge, es gibt bestimmt auch weiterhin in jedem Laden eine Kasse, an der ihr euch alle gegenseitig eure Zeit stehlen könnt.

    • Vielen Dank für die konstruktive Aussage. Gut das wir in einer Demokratie leben und nicht in einem toralitären Staat, wo einer das entscheidet. Eventuell willst Du Deine Aussage aber mit Argumenten füllen, damit daraus eventuell eine Diskussion entsteht, wo jeder seine Meinung danach anpassen kann, weil er etwas gelernt hat?

      • Das ist doch mittlerweile auch eine Form des Trollens. Die erwarteten Risiken von CBDCs sind vollkommen unstrittig und wurden doch mittlerweile mehr als hinreichend diskutiert. Vom höchsten Zentralbanker bis zum unbekanntesten Podcaster.

        Machtverschiebung, Privatsphäre, Inflationsflucht, Deplatforming, Verdrängungseffekte auf traditionelles Buchgeld, wirkt greichgeartet verdrängend auf Bargeld, etc. …

        Schöner Einstieg ins Thema: economist.com/special-report/2021/05/06/when-central-banks-issue-digital-money

    • Das wirst Du auch weiterhin können.

    • Bargeld gehört nur alleine schon deshalb abgeschafft, damit so Leute sich mal ändern müssen und doof aus der Wäsche gucken.

      • Und genau SO geht Solidarität nicht. Aber Hauptsache man muss immer allen vorschreiben, wie sie etwas zu nutzen haben. Bravo!

    • Nein. Danke! Ich möchte ebenso mit Giralgeld und Bargeld bezahlen. Ersteres ist der Euro schon seit 1999, rein virtuell versteht sich.

      Ich kann nur die Augen verdrehen wenn da auf einmal von einer virtuellen Währung gesprochen wird. Es besteht keine fachliche Notwendigkeit. Ich befürchte ja schon durch die FinTech-Branche auf Basis der PSD2 eine Betrugswelle auf uns zukommen. Was an dubiosen Geschäften mit allerlei Coins abläuft liegt wohl komplett im Dunkelfeld, weil der Gesetzgeber dagegen nicht vorgeht weil „Digitalisierung“. Kommt, wir werfen noch ein bisschen Digitalisierung, Blockchain, NFT und AI drauf. Irgendwer fällt schon drauf rein?

  2. Kann mit jemand kurz erklären, wo der Vorteil vom digitalen Euro sein soll? Es ist doch weiterhin Fiatgeld. Nur weil man „digital“ davor setzt ist es kein Fortschritt…

    • Geld senden ohne Abhängigkeit von Master oder VISA (oder was auch immer der EU-Bankensektor als Alternative im Angebot hat).

    • @Michael: Mit Verlaub, dazu muss den Lesern aber auch der Begriff „Fiatgeld“ geläufig sein …

    • Ich muss kein Papier und kein Metall mehr durch die Gegend schleppen.

      • Wichtig zu wissen ist, das mit „digitaler Euro“ nicht der digitale „Euro“ auf deinem Konto gemeint ist, sondern eine Kryptowährung. Den „Vorteil“ keine Bargeld zu schleppen hast du auch ohne diesen „digitalen Euro“.

    • Peter Brülls says:

      Ich frage mich, wo all die Kryptofans vorher waren. Von Gold umgezogen können sie es ja nicht sein, dann würden die preise sinken.

    • „Gelddrucken“ wird viel einfach und bequemer für die EZB.

      • Gelddrucken ist jetzt schon sehr einfach. Einlagefazilität rauf, oder eben runter, Leitzins oder zuletzt eben Anleihen ausgeben. Der Unterschied zu Bitcoin (Wild-West-Der-Skrupellosere-Wird-Reicher) ist, dass die EZB der Politik und den Bürgern gegenüber Rechenschaftspflichtig ist und die Inflation unter 2% zu halten hat.

        Das hat bei der Bundesbank gut funktioniert. Bei der EZB hapert es da offenbar. Wenn sogar die Amerikaner sehen wie das überschüssige Geld die Inflation antreibt und gehandelt werden muss. Das kann man auch losgelöst vom Kapitalismus sehen, muss man aber nicht. Irgend eine Austauscheinheit ist ja sinnvoll. Nur sollte die halt stabil sein.

  3. Was soll das eigentlich sein, ein digitaler Euro? So etwas wie die Geldkarte der Sparkassen in dem man ein wallet aufladen kann?
    Also auch damit verlieren kann?
    Für mich finde ich da jetzt keine sinnvolle Anwendung. Entweder bezahle ich per Watch am Terminal oder eben mit physischen Papier. Jetzt nochmal ein wallet dazwischen zu hängen finde ich jetzt überflüssig.

  4. Wozu?
    Für Onlinezahlungen ist das Geld sowieso schon virtuell – es fließt ja in diesem Fall kein Bargeld mehr. Deshalb: wozu noch eine Variante als „digitaler Euro“? Geht es der EZB dabei lediglich um eine Blockchaintechnologie?
    Auch eine schnellere Zahlungsabwicklung (wie von der EZB als Argument genannt) zählt nicht – für mich als Kunde ist mit den bereits möglichen Zahlungswegen eine „gefühlt“ unmittelbare Zahlung vorhanden.

    @André: hilfreich wäre in diesem Beitrag die FAQ der EZB zum digitalen Euro: https://www.ecb.europa.eu/paym/digital_euro/faqs/html/ecb.faq_digital_euro.de.html

    • Der digitale Euro ist der größte Rohrkrepierer der Geschichte, da der Euro schon heute im Zahlungsverkehr digital ist. Miete, Steuern, Lohn grosser Anschaffungen, Einkauf wird digital bezahlt und überwiesen. Ab 2023 solt die Instant Überweisung für alle Banken pflicht werden. Was soll dann bitte noch digitalisiert werden? So hohe Transaktionskosten wie bei Bitcoin dann oder? Manchmal denkt man Hauptsache was mit Block chain I’m Namen, ob sinnvoll oder nicht. Genauso ein Blödsinn wie die Blockchain Schulprojekte mit Blockchain Zeugnisse und Beurteilung.

  5. Ingo Podolak says:

    Ich bin ja Fan vom digitalen bezahlen und möchte kein Bargeld mehr nutzen.
    Auch Bitcoins habe und mag ich.
    Würde aber niemand dazu zwingen wollen.

    Aber was bitte soll ein Digitaler Euro sein? Das Geld auf meinem Konto bspw. ist du ein Digitaler Euro.
    -Wenn es nur ein digitaler Wert ist, sehe ich keine Neuerung gegenüber einem normalen Konto, eher noch den Nachteil das man dann ein zusätzliches „Konto,Wallet…“ oder so ähnlich hat.
    -Ist es eine Kryptowährung, dann verliert man den Vorteil einer solchen, das es eben nicht unabhängig ist.

    Wenn sie schon das Zahlungswesen verbessern wollen, dann doch bitte vereinheitlichen und nicht noch eine zusätzliche Option schaffen.

  6. Alles was nur als Datum im netz liegt kann manipuliert , ausgeschaltet, gelöscht , entwertet werden. Man denke nur an den Handel mit Börsenwerten im Mikrosekundentakt. Solch digitale Spekulation gegen den Euro? Dann lieber zurück zur Golddeckung . Barren sind Barren.

    • Jetzt frage ich mich aber, weshalb wurde die Golddeckung aufgegeben?
      Stimmt, die Werte des Dollar und des Goldes sind auseinandergelaufen, eine gegenseitige Deckung also unmöglich.

      • Hallo Jens P., ja genau: weil die Abkehr von der Golddeckung (oder einer Deckung der Geldmenge über andere Realien) es den Notenbanken ermöglicht hat die Geldmengen unbegrenzt aufzublähen , ohne das dem reale Bezugswerte gegenüberstünden. Inflation, bei gleichnzeitigen Niedrigzinsen und Überschuduldungen in Größenordnungen die wahrscheinlich auch Quantenrechner in die Knie zwingst .. smile … _solide_ Geldpolitik ist das schon lange nicht mehr. Zurück zur Realdeckung und eine möglichst umfassende (Welt-)währungsreform a la Einführung DM und „Kopfpauschale“ als Neustart … wie wäre es damit ?

        • Peter Brülls says:

          Es gibt derzeit 30.000 Tonnen Gold. 1 kg Gold kostet 50.000 Euro (Eigentlich 53.317,83), aber wir wollen mal mal nicht so sein,.

          Also 50 Millionen für eine Tonne und damit gerade mal 1,5 Billionen Euro.

  7. Peter Karge says:

    Gibt es denn keinen Protest der Kreditkartenfirmen?

    • Was haben die denn damit zu tun?
      Die EZB steigt ja nicht in das Privatkundengeschäft ein.
      Sie macht mehr oder weniger das gleiche, wie auch beim Bargeld, sie stellt die „Währung“ bereit.

  8. Wer glaubt, dass Banken, Sparkassen, MasterCard und Visa nicht am Kuchen teilhaben werden, hat sich ziemlich geirrt. Crypto kann man ohne Mittelsmänner durch die Gegend schicken, alles staatliches Cryptogeld nicht.

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