Digitale Kopie: Deutsche Post, Web.de und GMX startet neuen Service für Briefinhalte

Die Deutsche Post, GMX und WEB.de starten gemeinsam ab heute einen neuen Service. Hierbei erweitert man den im Sommer gestarteten Service „Briefankündigung“. Der erweiterte Service hört auf den Namen „Digitale Kopie“ – die Benennung der Services zeigt euch sicherlich, wohin die Reise geht. Registrierte Nutzer der Briefankündigung erhalten auf Wunsch vor Zustellung eines Briefes eine E-Mail, die neben dem Foto des Briefumschlags auch ein PDF-Dokument mit dem Briefinhalt enthält.

Der Service sei kostenfrei und kann gemeinsam mit der Briefankündigung ab sofort direkt in den Einstellungen des E-Mail-Kontos aktiviert werden. Für diesen Service sei die explizite Beauftragung von Geschäftspostversendern und Privatempfängern gleichermaßen Voraussetzung. Zum Start sind bereits 50 Großversender wie Vodafone Deutschland oder Otto (GmbH & Co KG) sowie über 10.000 kleinere und mittlere Unternehmen an Bord. Briefe werden also nicht geöffnet und gescannt, sondern digital vorab zur Verfügung gestellt. Bislang fehlt aber eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der E-Mails mit dem PDF-Anhang, dies will man aber bald nachholen.

Nutzer aktivieren die Digitale Kopie in den Einstellungen ihres E-Mail-Postfachs bei GMX oder WEB.DE. Voraussetzung ist die Registrierung und Einwilligung zur Datenerhebung im Rahmen der Briefankündigung sowie die ausdrückliche Zustimmung zur Datenverarbeitung für die Erstellung und Zustellung der Digitalen Kopie. Die jeweiligen Datenschutzbestimmungen werden den Nutzern im Registrierungsprozess kommuniziert.

In diesem Artikel sind Partner-Links enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

40 Kommentare

  1. Überwachungsstaat lässt grüßen. Zum Glück verschicken wir so gut wie nix mehr per post. nur noch einzelne rechnungen kommen per post, also eigentlich nix positives. das noch in der mailbox zu haben? nöö, lass mal.

    • Du hast aber schon verstanden, dass du den Dienst nicht nutzen musst!? Und du hast auch verstanden, dass die Post nicht der Staat ist!? Das kannst du ja mal mit Opfern von Überwachungsstaaten so diskutieren.

    • Ich verstehe das als ein Angebot privater Unternehmen. Ein Überwachungsstaat ist etwas anderes.

  2. „Briefe werden also nicht geöffnet und gescannt, sondern digital vorab zur Verfügung gestellt. “
    ok, stelle ich mir die frage, wird die post nicht überflüssig – ohne emailadresse kann man bei den shops eh nix bestellen. oder geht es nur um werbung? die brauche ich auch nicht vorab per mail.

  3. Die Post/DHL ist mittlerweile gefühlt eines der digitalsten Unternehmen geworden, wer hätte das gedacht.

  4. Wenn die Briefe eh vorab digital zugestellt werden….dann sollte doch auch eigentlich eine Email ausreichen. Statt Umweg über die Post

    • Ich glaube es gibt einen wichtigen Grund warum die Post überhaupt nichts von diesem Gedankengang hält. 😉

    • Die Post kümmert sich um die Verschlüsselung (später) der Mails, wenn ich das so richtig verstehe. Weil Firmen es nicht können 🙂 Schimpfen aber laut über die Behörden die immer noch „Faxen“.

      Vor kurzem Handy-Nummer mitgenommen, Dokument heruntergeladen und ganz oben Stand die Faxnummer, im Museum dann abgeschickt.

  5. Natürlich vertraue ich meine Daten GMX oder web.de an………….. Im Leben nicht, kann ich den Inhalt ja gleich öffentlich aushängen.

  6. Sinn macht das für mich nur wenn wirklich alles digitalisiert wird … So wird es wohl nur darauf hinauslaufen das Analogspam digitalisiert wird und die wichtige Post weiterhin nur als toter Baum bei mir eintrudelt.

    Das was geht lasse ich sowieso schon nur per Mail zustellen aber insbesondere so Staatsnahe stellen wie IHK oder Stadtverwaltung die beharren halt noch auf Post und Fax -,-

  7. Warum soll das nur mit GMX und WEB.DE funktionieren? E-Mail ist doch ein offener Standard somit sehe ich kein Problem das auch an andere Server zu schicken. Wieder einmal so ein Versuch eine Mehrwert zu schaffen wie damals „E-Mail made in Germany“ mit ausgewählten Providern. Mit der implementation offener Standards lässt sich wohl gegen GMAIL und co nicht bestehen.

    • Vermutlich, weil der Konzern von web.de und gmx diesen Service ins Leben gerufen hat? Die Labels bei gmail kann ich auch nicht bei anderen Anbietern nutzen, obwohl ich das gerne hätte.

      Grundsätzlich stelle ich mir natürlich die gleiche Frage. Da fehlt vermutlich ganz einfach der neutrale Dritte, der diesen Service unabhängig von E-Mail Providern anbietet und finanziert.

      Deshalb sehe ich keinen Grund gleich alles in Frage zu stellen. Toll, wenn auch hier neue Dienste entworfen und erprobt werden! Wie sonst, sollten die Anbieter sich auch differenzieren?

      Irgendein Versuch wird sicherlich klappen, wie bei diesen Typen, die dachten, dass es noch nicht genug Todo-Listen gibt. Warte… wunderlist?

  8. Habe die bisherige Ankündigung auch genutzt – war vor allem beim Umzug praktisch, weil man gesehen hat, was da doch noch ankam an der alten Adresse. Den neuen Service hier würde ich wahrscheinlich eher nicht nutzen.

  9. Für einige bräuchte es den Service eher andersherum:

    Zustellung jeder E-Mail parallel auch als Brief in Papierform…. 😉

  10. Ich finde das mit der Ankündigung peer Email sehr gut, nur was bringt es wenn da steht # wird in Kürze zugestellt# und es 2 Tage später erst…. Weil die Post nicht zugestellt wird an dem Tag….

    • Jonas Wagner says:

      Naja, wenn du noch selbst überlegen kannst ob gerade Sonntag oder ein anderer Zustellungsfreier Tag (bei mir Montag) ist, kannst du das ja auch ausrechnen.

  11. Briefe versenden? Puh.
    Ist wirklich verdammt viele Jahre her, dass ich ein Brief verschickt habe, müsste um die 6-8 Jahre sein.

    • Alleine viele Kündigungen bei Dienstleistern, Providern, Banken oder sonstigen Institutionen bedürfen oft weiterhin der Schriftform und einer händischen Unterschrift. Ich verschicke auch wenige Briefe, aber bestimmt doch durchaus „ein paar“ im Jahr.

      • Schriftform = Email

        • Nur, wenn die E-Mail mit einer qualifizierten digitalen Signatur versehen wurde. Ansonsten ist eine E-Mail „nur“ Textform, nicht aber Schriftform.

        • @Kolja: Das stimmt nicht:

          Textform = E-Mail
          Schriftform = Brief mit eigenhändiger Unterschrift

        • Nein, Nein, Nein und Ja.

          Nein, die E-Mail ist keine Schriftform. Sie ist nur die einfache elektronische Signatur.

          Nein, sie kann die Schriftform nicht ersetzen. Das kann nur die qualifizierte elektronische Signatur (qeS).

          Nein, Kündigungen bedürfen rechtlich nicht mehr der Schriftform und auch nicht der händischen Unterschrift. Auch andere Formen (z.B. E-Mail) sind ausreichend.

          Ja, es stimmt, dass viele Unternehmen das nicht wollen/können und daher die Schriftform verlangen (aus Kulanz aber meistens auch andere Formen akzeptieren, einfach ausprobieren) und so clever sind, diese Schriftform meist auch explizit in die Verträge zu schreiben.

          Aber: Dann geht es dennoch digital. Nämlich mithilfe der qeS. Denn die MUSS von den Unternehmen akzeptiert werden. Ob die wollen oder nicht*.

          Also kurz: Wenn wirklich irgendwo Schriftform gefordert ist, dann schick ein PDF mit qeS und Thema durch.

          *(siehe §126 Abs. 3 BGB, bzw. eIDAS Verordnung. Von den dort genannten Ausnahmen gibt es nur eine Handvoll)
          Weil viele Unternehmen es aber immer noch nicht auf die Kette kriegen und man meistens bei einer Kündigung den Weg des geringsten Widerstands geht, schickt man meistens doch noch einen Brief. Aber rein rechtlich kann man auf die qeS bestehen. Den Rechtsweg wird aber kaum jemand in solchen Fällen beschreiten. Lohnt sich halt nicht im Vergleich zum Porto.
          Ich selbst habe aber schon einen Vertrag unterschrieben der nicht zustande gekommen ist, weil die andere Partei nichts mit der qeS anfangen konnte und auf die „Schriftform“ bestand. Kriegen die halt kein Geld von mir…

          • Ist dann Wipedia falsch?
            Eine qualifizierte elektronische Signatur ist eine durch die Verordnung Nr. 910/2014 geregelte Form eines Zertifikats, die im Rechtsverkehr die handschriftliche Unterschrift ersetzt, WENN dies durch eine Rechtsvorschrift vorgesehen ist ODER zwischen Parteien VEREINBART wurde. Wikipedia

            Schriftformerfordernis Überblick
            https://www.smartlaw.de/rechtsnews/unternehmen-fuehren/das-schriftformerfordernis-bei-vertragsschluessen-ein-ueberblick

            • Nein, wieso sollte Wikipedia falsch sein? Da steht doch das gleich was ich auch geschrieben habe.

              „WENN dies durch eine Rechtsvorschrift vorgesehen ist ODER zwischen Parteien VEREINBART wurde“
              BGB §126a, regelt dies ja. Und da ist ja ein „ODER“ und kein „und“. Gesetzlich geregelt. Fertig. Ich kann natürlich was anderes regeln. Da muss ich halt in den Vertrag gucken (Habe ich auch erwähnt).
              Weiter unten stehts im gleichen Wiki ja auch so:
              „Ein mit einer qualifizierten Signatur signiertes elektronisches Dokument kann nach § 126a BGB in Deutschland die per Gesetz oder Verordnung notwendige Schriftform ersetzen, sofern nicht spezialgesetzlich anders geregelt“.
              Das es Ausnahmen gibt, habe ich ja auch erwähnt.

  12. Ja, mir blieb dann aber doch das Lachen im Hals stecken als ich nach nochmaligem überfliegen des Artikels definitiv davon ausgehen durfte tatsächlich ja nur auf stadt-bremerhaven.de anstelle des erwarteten der-postillon.com zu sein.
    Dieser „Service“ ist eine Totgeburt.

  13. Die Idee ist ja gut aber nützt mir nichts, denn die wichtige Post die ich vom Ämtern und Behörden bekomme, werden nicht per Post zugestellt, sondern von einem anderen Briefzusteller…

  14. Da wird wohl jetzt die DE-Mail weiterverwurschtelt. Bestimmt steht in den AGB mit Zustellung der E-Mail ist der Brief zugestellt und die Fristenn laufen sofort an.

  15. GMX und WEB arbeiten dahingehend mit der Deutschen Post zusammen? Ernsthaft?
    „Bitte schalten Sie den Adblocker aus“ dann kommt erst wieder ins Postfach, wenn man die Seite neu lädt. An sich mag das eine gute Idee sein, aber mich wundert diese Konstellation. Nicht gerade wenig.

    • Würde lieber die Post-App bevorzugen. So kann die Post komplett für alle verschlüsselt die Post digitalisieren statt Anbieter wie GMC zu nutzen.

  16. Aus der Pressemitteilung:
    „Die elektronische Datenübertragung der Digitalen Kopien erfolgt über die gleichen hochsicheren IT-Infrastrukturen, die auch für die Briefankündigung zum Einsatz kommen. Alle Versandwege zwischen Deutscher Post und den E-Mail-Postfächern von GMX und WEB.DE sind mit einer durchgehenden Transportverschlüsselung geschützt. Zusätzlich werden die E-Mails zum Transport von Briefankündigung und Digitaler Kopie mit speziellen Zertifikaten signiert, die die Authentizität des Absenders zweifelsfrei nachweisen. Im Posteingang sind diese authentifizierten E-Mails für Nutzerinnen und Nutzer deutlich am Logo der Deutschen Post erkennbar. Die Datenerhebung und -verarbeitung erfolgt in abgesicherten IT-Systemen und deutschen Rechenzentren. Die gesamte Datenverarbeitungskette erfüllt die Anforderungen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung. Zusätzlich können Nutzer von GMX und WEB.DE die sensiblen Inhalte ihrer Postfächer mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung schützen. Wie bereits angekündigt, werden die Partner im Nachgang zur Markteinführung der Digitalen Kopie auch eine Option zur sicheren Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten. Versender können die digitale Kopie dann bei Bedarf zusätzlich schützen.“

    Sollte man also nicht gerade das „Intelligentes Postfach“ aktiviert haben (weil dann 1&1 alle Inhalte scannen darf – Datenschutzgau) sehe ich hier keine Probleme zum Datenschutz. Beide Unternehmen sind nach DSGVO verpflichtet.

  17. Da ich zu web.de und gmx kein großes Vertrauen habe (ziehe gerade meine Mailadresse weg), werde ich bestimmt diesen Dienst nicht nutzen. Im sensiblen Umfeld (Banken, Versicherungen, Ärzte) kann ich mir das rein rechtlich nur sehr schwer vorstellen, dass das möglich ist. Und ja, Digitalisierung tut not, aber nicht so. Solange behördliche Stelle auf Fax setzen, wird das noch Jahre dauern. Aber sowohl T-….. (egal ob online oder com), gmx, web.de, etc. sind die falschen, um so etwas für mich akzeptabel zu gestalten. Mangels Vertrauen.

  18. Nach dieser Meldung interessiert mich viel mehr, mit wen die noch so zusammen arbeiten

    • Und: Was passiert dann mit den Briefen? Werden die geschreddert? Wer scannt die Briefe ein? Etwa Menschen? Klingt alles sehr schwierig. Und führt letzen Endes zu noch mehr Verknüpfungsmöglichkeiten.

  19. Wenn man das eh bei web.de/gmx aktivieren muss und zusätzlich auch noch bei dem Dienstleister (vodafone bspw), wieso dann überhaupt dieser Service? Soll der Dienstleister doch gleich direkt die Mail verschicken, wenn er die Post versendet. Oder gleich die Schneckenpost weglassen…

  20. NanoPolymet says:

    Das ganze ohne grundlegende Verschlüsselung konzipiert zu haben ist mir ein Rätsel und sollte für jeden eine Absage an den Dienst darstellen.

    Ohnehin wieso macht das nicht die Post selber?! Ich hätte zwar gerne meine Post rein Digital, aber nicht so. Grundlegend will ich das auch nicht mit „normalen“ Mails vermischen. Da hätte ich dich lieber eine klare Trennung.

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.