digiKam 7.0.0 veröffentlicht

Das Foto-Tool digiKam ist jüngst in der Version 7.0.0 erschienen. Ein Jahr lang dauerte die Entwicklung und viele neue Funktionen sind an Bord. So hat man im Hintergrund die Gesichtserkennung durch moderne Deep-Learning-Techniken enorm modernisiert. Der neue Code basiert auf Deep-Neural-Network-Features der OpenCV-Library.

Dadurch können Gesichter nun mit einer höheren Trefferquote korrekt erkannt werden und selbst Tiere werden passend zugeordnet – so lässt sich dann beispielsweise der eigene Hund erkennen. Zusätzlich wurden aber auch diverse Memory Leaks behoben, etliche Bugs im Interface sollen ebenfalls Geschichte sein. Im Bezug auf die Gesichtserkennung ist es nun aber auch möglich, bestimmte Gesichter zu ignorieren oder auch die Namen je nach Wichtigkeit zu sortieren. Zudem repräsentieren nun Ikons die jeweiligen Menschen / Gesichter – als Standard das jeweils erste Gesicht, das einer Person zugeordnet wurde. Lässt sich aber auch nachträglich manuell ändern.

Generell ist da aber eben viel im Hintergrund passiert. Neu ist in digiKam 7.0.0 auch Unterstützung für weitere RAW-Formate von bestimmten Kameramodellen. Folgende Modelle werden dabei nun auch ab digiKam 7.0.0 mit ihren jeweiligen RAW-Dateien unterstützt:

  • Canon: PowerShot G5 X Mark II, G7 X Mark III, SX70 HS, EOS R, EOS RP, EOS 90D, EOS 250D, EOS M6 Mark II, EOS M50, EOS M200
  • DJI Mavic Air, Osmo Action
  • FujiFilm GFX 100, X-A7, X-Pro3
  • GoPro Fusion, HERO5, HERO6, HERO7
  • Hasselblad L1D-20c, X1D II 50C
  • Leica D-LUX7, Q-P, Q2, V-LUX5, C-Lux / CAM-DC25
  • Olympus TG-6, E-M5 Mark III.
  • Panasonic DC-FZ1000 II, DC-G90, DC-S1, DC-S1R, DC-TZ95
  • PhaseOne IQ4 150MP
  • Ricoh GR III
  • Sony A7R IV, ILCE-6100, ILCE-6600, RX0 II, RX100 VII
  • Zenit M

Außerdem sind auch diverse RAW-Dateien von Smartphones nun in digiKam nutzbar. Weitere Verbesserungen betreffen die HEIF-Unterstützung, XCF-2.10-Unterstützung und auch Microsoft Visual C++. Damit verbunden geben die Entwickler an, dass man digiKam in naher Zukunft auch über den Microsoft Store anbieten wolle. Die Software steht aber weiterhin neben Windows auch für macOS und Linux zur Verfügung. Auch bei der Verwaltung der Metadaten gibt es ein paar Anpassungen

Da die Software Open-Source ist, könnt ihr den Code auch hier einsehen. Herunterladen könnt ihr digiKam 7.0.0 zur kostenlosen Verwaltung eurer Bildersammlungen direkt hier. Viel Spaß!

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Da habe ich so lang drauf gewartet! 🙂
    Das beste ist für mich die nun funktionierende HEIC Unterstützung. Zwar konnte die vorherige die Dateien schon öffnen, allerdings ohne jegliche Metadaten. Nicht mal die Ausrichtung des Fotos wurde so berücksichtigt. Jetzt passt alles.

    Da die Gesichtserkennung vorher vollkommen unbrauchbar war habe ich diese auch getestet. Da komme ich aber kaum mit klar, mit dem Ergebnis. Ich tagge von drei Personen zwischen 10 und 25 Fotos manuell und lasse ihn dann alle anderen durchsuchen. Ein paar wenige hat er gefunden aber selbst optisch fast identische nicht. Es fehlen hunderte Fotos pro Person die ich manuell taggen muss. Ok, habe ich nochmal 50 manuell dazugetaggt und nochmal den Rest suchen lassen: Nix… verstehe ich nicht.

    Hat da einer von euch mehr Erfahrung mit? Wie geht man am besten vor? Und bezieht er bei einer Suche überhaupt alle bisher verifizierten mit ein? Scheint mir nicht so?

  2. Ich nutze digiKam, seit Apple sein „iPhoto“ durch so komisches… Zeug… ersetzt hat und bin auch total begeistert.

    Die 7er Version habe ich seit dem RC im Einsatz und mit der Gesichtserkennung genau das gleiche Problem wie mein Vorposter. Ich hatte auch gedacht, wenn ich ein paar Bilder „anlerne“, dann flutscht der Rest — aber Pustekuchen. Selbst bei Serien „20 mal auf’s gleiche Gesicht Portrait voll draufgehalten“ tut sich nix, selbst wenn man die Hälfte der Bilder schon markiert hat.

  3. Ich nutze noch Picasa3, allerdings ist die Software ja vor Jahren eingestellt worden und wird nicht mehr aktualisiert. Zudem closed source.
    Ich habe mir digikam vor ca. einem Jahr angeschaut, finde die UX aber wenig intuitiv. Die Benutzeroberfläche sollte einfacher gestaltet werden, für die, die nur Grundfunktionen haben wollen (drehen, schneiden, rote Augen, Helligkeit, auto-verbessern)…
    Ich werde die Tage mal schauen, ob sich da was getan hat, aber vielleicht kann ja jemand seine Erfahrungen mit Picasa-digikam Umstieg teilen?

    • > Die Benutzeroberfläche sollte einfacher gestaltet werden

      Verstehe mich bitte nicht falsch — aber dann suchst Du glaubich eine andere Software. Digikam ist eine Software für Leute, die mit ihrer Bildverwaltung richtig auf den Putz hauen müssen/wollen.

      Für „Gruppiere nach Datum und Location und dann nix wie rüber mit dem Große-Runde-Augen-Filter“ schiesst ja Software wie Pilze aus dem Boden, von Cloud-Tools bis zu mobilen Galerie-Apps.

      Digikam ist m.E. die letzte verbliebene lokale, freie, Software, die auch mal ’ne ordentliche Motorisierung mitbringt für etwas umfangreichere Workflows. Lass uns das Tool bitte. 😉

      • Klar, ich lass Euch das Tool 😉 Ich meinte nur, dass es vielleicht optional die Möglichkeit einer Lite-Version geben könnte. Denn ich habe versucht Open-Source Picasa-Alternativen für Windows zu finden, die ähnlich einfach in der Bedienung sind. Und da scheint es nichts zu geben! Entweder habe ich falsche Suchbegriffe eingegeben, oder das gibt es wirklich nicht… Gimp und co sind alle zu komplex; es reichen meinetwegen 10 Funktionen mit übersichtlicher Oberfläche. Das hat damals Google mit Picasa schon gut gemacht – war ja auch sehr erfolgreich. Schade, dass (noch) keiner Picasa offen „nachgebaut“ und verbessert/erweitert hat.

        • Christian says:

          Versuch doch mal Darktable. Hat bisher zwar keine Gesichtserkennung (soweit mir bekannt), aber ansonsten ein Bedien-Modell wie Lightroom. Nur eben Opensource und für Windows, Linux und Mac verfügbar.

  4. Ich kann deinen Punkt nachvollziehen, mir geht es genauso. Ich kenne leider keine bessere Alternative.

    Ich habe zumindest die Facetags von Picasa in meine Foto-Metadaten geschrieben. Dann war die Arbeit nicht umsonst, diverse andere Anwendungen können es lesen.

    Die Gesichtserkennung von digikam war immer ein Manko und ich habe mich auf die neue Version gefreut. Scheint den Kommentaren zu Folge ja leider immer noch nicht so zu klappen…
    Auch das schnelle Erstellen eines neuen „Albums“ ging in Picasa deutlich angenehmer.

    Ich glaube aber trotzdem, dass digikam die beste Lösung ist, wenn ich mir auch eine bessere „User Experience“ wünschen würde. Funktionalität und UX schließt sich meiner Meinung nach nicht aus.

    Und die Verwendung von neuronalen Netzen zur Erkennung von Bildinhalten wird sicherlich noch besser werden. Das kann Google oder Apple tatsächlich gut, aber leider halt nur in der Cloud (bzw. bei Apple ja sogar angeblich lokal, kann ich mangels Gerät aber nicht bestätigen).

  5. Ich habe jetzt die Erkennungsschwelle „Face Accuracy“ von 90% auf 86% runtergestellt. Das geht schon deutlich besser. Zwar sind vereinzelt andere Personen dann dabei aber die sehen sich auch sehr ähnlich. Mal weiter testen wie man dann in Zukunft damit immer die neusten Bilder „mal eben“ nachtaggen kann.

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