Digg Reader: der Blick über den Tellerrand

Als „damals“ der Google Reader eingestellt wurde, war das Geschrei und die Enttäuschung groß. Auch bei mir. Ein Werkzeug, für das ich gerne Geld gezahlt hätte, war auf einmal weg. Wie ein guter Freund, der sich auf einmal ohne Angabe von Gründen von einem abwendet. Einer der Dienste verschwand, den ich am häufigsten am Tag nutze. Nicht nur der Google Reader verschwand, mit ihm auch viele tolle RSS-Apps.

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Findige und gute Entwickler schnappten sich allerdings die vielen, vielen RSS-Alternativen und haben für einige Dienste Unterstützung in ihre Apps eingebaut. Wir haben verschiedene Dienste vorgestellt und beleuchtet und ganz viele von euch sind wohl bei Feedly geblieben, so wie ich bislang auch. Obwohl ich nicht wirklich unzufrieden bin, habe ich mal wieder in andere Dienste hineingeschaut. Wie die Überschrift verrät, handelt es sich um den Digg Reader.

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Einer der ersten Dienste, der sich nach der Ankündigung des Google-Aus meldete. Was mir persönlich wichtig ist? Eine möglichst schlanke Web-Oberfläche, in der ich meine Feeds bündeln und lesen kann. Ob ich eine Erweiterung brauche, die mir irgendeine Benachrichtigung reinpusht, wenn ein ungelesener Artikel auftaucht? Auf keinen Fall, selbst in Sachen Gmail lasse ich mir keine Benachrichtigungen mehr anzeigen. Ich hab damals alles rausgeschmissen, weil ich mich durch dauernde Benachrichtigungen ablenken ließ. Oh eine ungelesene Nachricht! Zack, war die Konzentration und der Flow, in dem ich mich befand, dahin. Ich schaue sehr regelmäßig, aber wenn ich es will. Wer eine Erweiterung will, findet diese aber auch beim Digg Reader.

Digg
Digg
Entwickler: digg.com
Preis: Kostenlos
  • Digg Screenshot

Neben diesen Dingen wollte ich noch Einbindbarkeit in meinen bevorzugten Dienst für das spätere Lesen, Pocket. Diese Dinge unterstützt der Digg Reader, dazu gesellen sich noch weitere Dienste wie Instapaper und Readability, beim Digg Reader kann man gespeicherte Artikel automatisch in einen der Dienste blasen. Soweit – so gut. Auch Apps existieren für den Digg Reader, sowohl für Android, als auch für iOS. Hier kann ich mir ebenfalls nur ungelesene Feeds anzeigen lassen und diese markieren oder generell als gelesen anzeigen lassen.

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Der Digg Reader bietet zudem noch die Möglichkeit, gespeicherte Beiträge als Feed anderen Feedlesern zugänglich zu machen. Vorteil des Digg Readers: meines Wissens haben sowohl kleine, als auch größere Feeds die identische Anzeigeberechtigung. Kleinere Feeds werden im Feedreader von Feedly erst verzögert ausgeliefert, außer, man nutzt die kostenpflichtige Variante. Nachteil des Digg Readers? Für Feedly gibt es definitiv die besseren Apps. Hier finden sich mit Press für Android oder Reeder für iOS  tolle Apps zum Lesen vor.

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Weiterer Nachteil von Digg? Digg behandelt Feeds zwar gleichberechtigt, scheint aber generell langsamer Beiträge abzufragen. Während ich große Publikationen quasi sofort innerhalb von Feedly lesen kann, muss ich bei Digg 20 bis 25 Minuten warten, bis diese angezeigt werden. Für den Informations-Junkie vielleicht eine nicht so tolle Sache. Dennoch ist der Digg Reader eine ernstzunehmende Alternative im Markt der RSS-Reader. Auch AOL könnte dies mit seinem AOL Reader schaffen, aber dort werkelt man erst an den Apps, sodass AOL erst einmal aus Rahmen fällt.

Also: wer Feedly aus irgendeinem Grunde nicht mag, der sollte sich den Digg Reader ruhig einmal anschauen – umgekehrt kann ich aber ebenso Feedly empfehlen. Wer es ausprobieren will: sowohl Feedly, als auch Digg bieten den Im- und Export von Feeds an.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

17 Kommentare

  1. Als feedly damit begann Geld für schnellere Feed-Updates sehen zu wollen (30 Minuten Standard-Poll, gegen $$$ wieder die vorher gehabten 15 Minuten) hab‘ ich das Service verlassen. Das ist Verarsche, und sooooooo gut ist feedly auch wieder nicht wie alle meinen. Die bezahlten Pro-Konto Funktionen gingen mir sowieso am Hinterteil vorbei: Ich brauche kein „Share with „, „ReadItNextYear“ und ähnlichen komplett Sinnbefreiten Mist. Hab‘ mir also Digg Reader mal angesehen …

    Läßt sich so zusammenfassen: NE. Einfach nur NE!

    Ist zwar ein netter minimalistischer Reader, jedoch ist der Feed-Update Poll irre langsam und, was mir so richtig am Sack ging, man kann sich zwar seine Subscriptions in den Ordner sortieren jedoch würfelt es der Digg Reader beim nächsten Login wie so um wie’s ihm gerade gefällt.

    Hab‘ mir also auf einem Raspberry eine USB Platte angesteckt, die rootfs Partition auf die Festplatte geworfen (USB Platte ist schneller als eine SD Karte) und Apache, PHP, und MySQL installiert. Tiny Tiny RSS druff getan und nach der „installation“ vom „feedly“ bzw. „Clean Reader“ Theme ist das Ding sogar Optisch ansprechend. Nach längerem Test mit TT-RSS den Pi auf 1GHz übertakted damit da mehr Dampf dahinter ist und bin seitdem schwer Zufrieden. Das Ding tut genau was es tun soll, und ich bin nicht von irgendeinem Service abhängig das Vorgibt in welchen Zeiten die Feeds aktualisiert werden.

    Okay, im Idealfall sollte man TT-RSS eher auf einem gemieteten VPS (Virtual Private Server – der Apache, MySQL, PHP andient) oder root Server fahren damit man seine Feeds auch zugestellt bekommt wenn mal die Heimische Internetverbindung down ist, aber das kommt darauf an wie gut oder schlecht der Internetprovider ist.

    Fazit: Seitdem Google den Reader eingestampft hat gibt es IMO keinen wirklich brauchbaren Ersatz … feedly ist nicht wirklich gut, der AOL Reader sieht aus wie eine verunglückte Kopie des Digg Reader, der Digg Reader ist „halb fertig gebacken“. Die anderen, nicht so bekannten RSS Dienste, folgen auch dem Motto „Lasset uns so viel Kohle wie möglich von den ‚Reader‘ Flüchtlingen abschöpfen“.

    Self-Hosted TT-RSS ist das einzige das zumindest meiner unbedeuten Meinung nach Verwendbar ist.

  2. Nachdem mir Feedly sowohl auf den ersten als auch auf den zweiten Blick nicht zugesagt hatte, habe ich nach dem Ende des Google Readers sowohl die Alternativen von AOL als auch digg parallel genutzt.

    Habe dann immer öfter den AOL Reader genutzt und bin dann ganz auf AOL umgestiegen. Mir gefällt das aufgeräumte Design und die fast schon dem Google Reader ähnliche Listendarstellung. Und anfängliche Macken wurden auch behoben.

    Auch wenn der AOL Reader selten erwähnt wird, ist er doch durchaus eine Überlegung wert.

  3. peter pansen says:

    inoreader rulez

  4. Bin auch schon länger beim Digg-Reader gelandet – das einzige, was mich stört(e) ist, dass bei jedem Laden der Seite ein Infofenster kommt, dass noch nicht alle Imports bearbeitet seien, obwohl sie das schon lange sind und auch eine entsprechende Meldung kam. Inzwischen habe ich das Fenster per AdBlocker entfernt. Seltsam – hat das Problem noch jemand? Ich habe alle Feeds per OPML vom Google Reader Export importiert.

  5. Es ging mir wie Jochen B.: Erst Google Reader, dann eine zweimonatige Abhängigkeit von Feedly…und nun läuft bei mir zu Hause TT-RSS – und das sogar auf meiner geliebten Synology, die eh immer online ist. Willkür Adieu!

  6. Ich benutze den Digg Reader schon fast seit dessen Fertigstellung. Was mich stört: Im Google Reader konnte ich mit ’n‘ durch die Nachrichten gehen. Beim Digg Reader springt der nach 3-4 Nachrichten wieder zur zuerst markierten, so dass ich mich im Kreis bewege. Kennt jemand das Problem und noch besser eine Lösung?

  7. Ich habe gute Erfahrungen mit Feedbin gemacht: Etwas schlichte Web-Oberflache, Reeder auf dem iPhone, Mr. Reader auf dem iPad und ab und zu ReadKit unter OS X.

    Mit Reeder 2 sollten auch die iOS 7-Anhänger und mit Press die Android-Jünger bedient sein. Weitere Apps, die Feedbin unterstützen, finden sich hier: https://feedbin.me/apps

    Der Entwickler war immer sehr nett und hilfsbereit.

  8. Tja Jochen B, ging mir fest ebenso. Bloss dass meine Verweilzeit bei Feedly ganz kurz war – NE. Und ich teile Deine Meinung absolut, dass es seit Abgang Google Reader keine echten Ersatz gibt. Leider leider.
    War jetzt längere Zeit mit TheOldReader unterwegs, aber da fehlen alle Apps – nur Web. Ist auch unschön. Den Digg-Reader habe ich eben erst (immer noch auf Suche) angeschaut – ist nicht schlecht, hat Apps. Hat ne lange Retention. Aber keine Unterstützung für ne schnelle Abonnierung eines neuen Feeds. Mist.

    Werde daher nun auch mal den InoReader testen – die haben das Teil deutlich weiter entwickelt und gibt auch Apps. Und viele Einstellungsmöglichkeiten. Mal schauen.

  9. Jan, konntest Du die TT-RSS-Lösung auf der Synology direkt als Erweiterung laden oder musstest Du Dir das „zusammenbauen“? Danke für einen Tipp!

  10. Hab‘ Google Reader seit Start des Dienstes genutzt und nach dessen Ende ausgiebig Feedly und Digg Reader getestet. Mein Ergebnis: AOL Reader FTW! (Hätte nie gedacht, dass ich mal „AOL“ und „FTW“ im selben Satz schreibe.)

  11. Da ich keine Apps benötige, fahre ich mit theoldreader.com – für mich der beste Dienst, und ehemalige „Google Reader Nutzer“ fühlen sich quasi sofort heimisch …

  12. Wie viele Dienste gibt es jetzt eigentlich? 4? Feedly, Ino, TheOldReader, AOL?

  13. dch36: TT-RSS selbst installiert nach dieser Anleitung: http://www.synology-wiki.de/index.php/Installation_von_Tiny_Tiny_RSS

    Es wird aber scheinbar auch schon an einem Paket für die Synology gearbeitet:
    http://www.synology-wiki.de/index.php/Paketzentrum_Quellen

    ttrss kann ich wärmstens empfehlen, die Weboberfläche ist individuell anpassbar und die Android App ist angenehm schnell.

  14. Wolfgang D. says:

    Bin immer noch bei Newsblur, und das zuerst parallel benutzte Feedly liegt seit Monaten brach.

  15. Ich hatte nach dem Ende vom Google Reader auch Digg ausprobiert – leider war die Aktualisierungszeit im Vergleich zu Feedly sehr langsam. War daher die letzten Monate bei Feedly. Dort gibt es seit Tagen das Problem, dass manche Feeds in der offiziellen App garnicht in der ALL-Übersicht angezeigt werden, sondern nur, wenn man die entsprechend abonnierte Seite auswählt. Da werden gerne mal 2-3 News pro Tag weggelassen.

    Bin nun bei InoReader und bis jetzt zufrieden. Manche Feeds brauchen zwar 10-20 Minuten länger als bei Feedly, dafür kommen aber alle durch. Die Android-App von InoReader ist spartanisch, aber ausreichend und bei iOS nutze ich Feeddler, um auf InoReder zuzugreifen.

  16. Sobald der Digg Reader Volltextsuche anbietet, ohne dafür Kohle zu verlangen, werde ich Feedly den Rücken kehren.

  17. Eigenartig!
    Warum schwärmt niemand von Commafeed? Einfach und gut!
    Feedly kann mir gestohlen bleiben!