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Die neuen Betriebssysteme: Facebook & Google

Mein Kollege Matthias hat bei uns im Arbeitsblog einen Beitrag unter dem gleichnamigen Titel veröffentlicht. Ich finde den Beitrag sehr passend und konnte nur mir dem Kopf nicken. „Soziale Netzwerke. Der Hype aktuell. Und das, obwohl die ersten bereits gestorben sind und die Nutzer in Scharen fliehen. Lange war nur Facebook, nun kommt auch Google+ dazu. Doch ich behaupte: Das, was Google und Facebook da bauen, das sind keine sozialen Netzwerk – das sind Betriebssysteme!“

Nein, eine neue Erkenntnis ist das sicherlich nicht, was Matthias da hervorbringt (ich hatte ähnliches verlauten lassen), doch ich fand es dahingehend spannend, weil Matthias nicht so ein Extrem-Onliner ist wie ich. Vielleicht fast – aber eben nicht ganz. Ich beobachte es von Tag zu Tag: das Web entwickelt sich rasend, quasi in Lichtgeschwindigkeit, während Software-Entwicklungen auf lokaler Ebene in einer 30-Zone tuckern. Ich würde mich auch über eure Meinung zum Thema freuen. Entweder hier oder in meinem Arbeitsblog.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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35 Kommentare

  1. @Mika B.

    Nun gut, zu Zeiten, wo es noch die schöne, glatte – und hier hoch gehaltene – Firmensoftware („Native Software“ usf.) gab, an der irgendwelche „netten“ und vor allen Dingen „altruistischen“ Firmen Geld verdienten, gab es auch noch kein Web2.0 bzw. wurde keines zugelassen von eben diesen Firmen und aus eben wenig altruistischen Gründen.

    Anders gesagt: mir ist es lieber, ich habe etwas für „Umsonst“ und kann am „Netz“ wenigstens teilweise partizipieren, als dass ich auch weiterhin dazu verdammt bin, wie in den „guten alten Zeiten“ darauf zu warten, was Microsoft, Oracle usf. so gnädig waren sich einfallen zu lassen. – Von daher empfinde ich die viel gescholtenen „Sozialen Netzwerke“ nicht als „umsonst“ und die paar Daten, die Nutzer von Sozialen Netzwerken Retour geben, sind dann auch nicht vergebens.

  2. Facebook und Google, um gottes willen nur nicht auf dieser welt

  3. Nashörnchen says:

    »Das Web entwickelt sich rasend, quasi in Lichtgeschwindigkeit«.
    Aha.
    »Das Web« gibt es (öffentlich) seit gut 20 Jahren. Seitdem kann man da Sachen auf Seiten schreiben und Dateien auf Webserver hochladen. Sicher, manches ist einfacher handhabbar geworden über die Jahre und es sind etliche Seiten dazugekommen – dann und wann sogar mal halbwegs interessante.
    Aber wo bitte ist hier jetzt die große Innovation???

    Ein Betriebssystem brauche ich, um produktiv arbeiten. Selbst ein Browser läuft nicht ohne. Ich dachte, Du wüßtest das.
    Mit irgendwelchen »Social Networks« hat das aber absolut gar nichts zu tun: Facebook & Co. mögen ja ganz lustig sein für durchgeknallte Kiddies, die »das Web« als quietschbunten Buddelkasten-Ersatz erleben. Aber wer ernsthaft mit dem Computer arbeitet, wird den Teufel tun und wichtige private oder gar Firmendateien auf irgendeine »Cloud« schieben.
    Und selbst die Datenkrake Google, die Du hier neuerdings anbetest wie ein frisch verknallter Teenie, ist nun auch schon wieder 13 Jahre alt und – bis auf die immer katastrophaler werdende Suchmaschine – zu nichts zu gebrauchen, was andere nicht besser könnten. Neue Ideen, an Nutzerdaten zu kommen, hatten die auch schon unzählige. Fast alle sind kläglich gescheitert…

    Kommen wir doch mal wieder auf den Teppich und sehen Facebook, Google+ und wie sie alle heißen mögen als das, was sie wirklich sind: Ein netter Freizeitspaß für einige wenige, die sich ihre sozialen Defizite mit ein bißchen Reklame und dem Totalverlust ihrer Privatsphäre aufpeppen wollen. Nicht mehr und nicht weniger. In absehbarer Zeit wird wieder eine neue Sau durchs Web getrieben und dann redet kein Mensch mehr davon…

  4. Nashörnchen: Soziale Defizite und C0 ist doch wieder ein albernes Killer-Argument.

  5. > Facebook und Google, um gottes willen nur nicht auf dieser welt

    Herrlich 🙂

  6. Nashörnchen says:

    @caschy:

    Mag sein.
    Aber immerhin fast 80% von uns schaffen es irgendwie, ihre Kontakte ohne Facebook zu »synchronisieren«, ihre Freunde zuhause beim Kaffee, in der Kneipe, im Kino oder wo auch immer zu treffen.
    Klingt komisch – ist aber so…

  7. Für durchschnittliche PC Benutzer kann vielleicht schon bald ein Browser für alles reichen, doch um mit Hardware arbeiten und Spezialanwendungen nutzen zu können wird es noch ein langer Weg, bis das übers Internet für Jedermann realisiert ist. Von wegen offline Medien ist es, finde ich, z.B. wichtig, wofür sonst gäbe es denn auch Youtubedownloader, onlinetvrecorder etc. ?

  8. @nashörnchen: jau, das kenne selbst ich so 😉

  9. coriandreas says:

    Wie ich letztens schon kommentiert habe, könnte ich es mir gut vorstellen, dass es bald auch plattformunabhängige OS (s.u.) geben wird, mit denen man auf seine(n) eigenen (V-)Server mittels Apps/Programme aus der Ferne per Clients, ob mobil oder stationär zugreift. Ich stelle mir das sogar so vor, dass nur noch die Medienwiedergabe lokal am Client per Spezial-CPU/GPU berechnet werden muss, alles andere läuft auf dem/den eigenen (V-)Server(n), meinetwegen auch gespiegelt wie auch beim klassischen lokalen PC als Backup bereits bekannt (Unternehmen spiegeln auch ihre Server). Übrigens könnte man dann viel leichter auf ausländische Medien zugreifen, wenn der eigene Server im Ursprungsland oder vielleicht sogar überall auf der Welt steht, wegen Copyright/Filmrechte usw.;-)
    Derzeit entwickeln sich gerade plattformabhängige „Online Systems“ (besserer Begriff als Operating Systems!) wie Facebook und Google, aber die Entwicklung ist noch lange nicht zu Ende – wir sind ja noch nicht in der Matrix;-) Mit immer mehr internet- und technikaffinen Online-Nutzern werden auch die Ansprüche nach Unabhängigkeit und Freiheit steigen und ein heute als zu teuer und zu aufwendig abgetanes Privat-Online-Server-Client-Gespann wird morgen ganz normal und übermorgen unersätzlich wie heute schon das Telefon und das Auto. Bis jetzt haben sich ja auch quasi aus dem Nichts NAS-Systeme für den heimischen Gebrauch und Online-Backups entwickelt. Plattformunabhängige und private Online-Server sind da für mich nur der konsequente Schritt in die nächste Episode unseres Online-Zeitalters. Vielleicht entwickelt sich ja demnächst Microsoft als Online-Alternative mit dann Windows 9 bzw. 10/X für ein wirklich freies Internet gegen „Matrix Facebook“ oder „Matrix Google“?
    Nun warte ich, bis zum Jahr 2020? Hoffentlich nicht!

  10. @elepferd

    Achso, danke

  11. Spacesurfer says:

    Wenn man sich in dem Kontext mal mit der Evolutionstheorie auseinandersetzt, wie z.B. Ray Kurzweil in „Homo S@piens“ könnte man das Ganze auch als Zwischenschritt zur Mensch-Maschine-Symbiose betrachten
    🙂

  12. Facebook und Google, um gottes willen nur nicht auf dieser welt….

    Natürlich gehören sie zu dieser Welt , nur leider sollte es nicht so sein wie es zur Zeit abläuft, das sie ihre vermeintlich „Kostenlosen“ Honigtöpfe überall Aufstellen und die unbedarften Anwender wie die Fliegen daran „Kleben“ bleiben.
    Warum kann es nicht Web Dienste geben die ihre Nutzer nicht „Aus schnüffeln“ und vom Datenhandel leben, dafür aber wie bei nativen Programmen Gebühren verlangen?

  13. coriandreas says:

    Wie war das noch gleich? Mit Facebook ist das so, als gehe ich zum Friseur, bei Google Plus ist das eher so, als gehe ich zu einem Pro-Seminar…

  14. Ich denke das sich die Interessen der User deutlich verschoben haben. Betriebssysteme sind es meiner Meinung nach nicht, aber durch z. Bsp. Cloudcomputing findet ja sowieso fast alles im Browser statt. Ob es von der Dokumentenverabeitung (Google Docs, SharePoint usw.) über die Musik und Videos (on Demand) oder sogar Spiele in 3D mit hoher Auflösung (Shochwave oder Unity 3D) ist. Sachen wie HTML 5 und eine Flut von Plugins machen dies ja alles möglich. Google und Facebook bedienen sich dem (Erstellung, Entwicklung usw.) und versuchen die User um jeden Preis, auf ihrer Plattform zu halten und bieten alles mögliche an, das der User denkt, er hat alles was er braucht und muss keine „Dritt“-Seite mehr besuchen. Wozu braucht der „normale“ User dennoch ein Betriebssystem, wenn die Programme alle online verfügbar sind? Man könnte jedem einen Thinclient in die Hand drücken und keiner würde was vermissen. Datenschutz oder -verlust und so weiter lassen wir mal außen vor…

    Eigentlich bräuchten nur noch Pros leistungsstarke Rechner.

    MfG Slide

  15. >>Warum kann es nicht Web Dienste geben die ihre Nutzer nicht “Aus schnüffeln” und vom Datenhandel leben<<
    Ich behaupte mal, dass du jedem kostenlosen Webdienst genau dies vorwerfen würdest, egal ob es so ist oder nicht. Ein Großteil derjenigen, der nur das Wort "Google" liest, denkt: "Blödes Unternehmen, spioniert mich nur aus und gibt meine Daten auch ohne meine Genehmigung obwohl in deren AGB etc. etwas anderes drinsteht, an andere Unternehmen weiter". Und trotzdem nutzen so viele Leute Google….

    Zum Artikel: Die gesamte Google-Plattform (oder vielleicht auch noch zum Teil die Live-Services von MS) sind wohl am ehesten vergleichbar mit Betriebssystemen, da dort halt viele unterschiedliche Anwendungen zur Verfügung gestellt werden. Aber Google+ und Facebook sind nur soziale Netzwerke, was kann man damit schon großartig tun? Kaum einer würde wohl seine gesamten Fotos von der Festplatte in Facebook auslagern und anstelle von Emails und IMs nur noch über Facebook kommunizieren (auch wenn es tatsächlich solche Leute gibt).

    Ein Browser wird kaum so schnell ein normales Betriebssystem ersetzen können. Schon alleine für diejenigen, die auch mal richtige Spiele zocken wollen, Videos- oder Bilder bearbeiten möchten oder legal erwobene HD-Filme schauen möchten. Habe vor ca. zwei Jahren schon mal irgendwo die Behauptung gelesen, dass bald alle Daten im Internet sein werden und die Endanwender keine Festplatten mehr benötigen. Und das halte ich immer noch für Blödsinn. Ich möchte doch nicht immer online sein, um Musik zu hören.

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