devolo AG bestätigt Schutzschirmverfahren nach dt. Insolvenzverordnung – Neuaufstellung geplant

Gute Miene zum bösen Spiel: So nennt man wohl die Mitteilung, die devolo getränkt von Optimismus an uns versendet hat, auch wenn es derzeit um das Unternehmen nicht so gut steht. So überschreibt man mit „devolo AG stellt sich neu auf“ seine Nachricht, dass die Firma in die Insolvenz gerutscht sei. Das Wort „Insolvenz“ vermeidet man dabei aber bewusst und spricht lediglich vom schöner klingenden Schutzschirmverfahren, das in Deutschland eine besondere Verfahrensart des Insolvenzrechts darstellt.

Tatsächlich müssen Firmen, um das Schutzschirmverfahren in Anspruch nehmen zu können, frühzeitig einen Antrag stellen, eine gute Begründung abliefern, noch Liquidität aufweisen und generell eine Aussicht auf eine erfolgreiche Sanierung mitbringen. All das ist offenbar bei devolo gegeben. Vorteil für Unternehmen, welche dieses Verfahren nutzen: Die Restrukturierung kann in Eigenregie vorangetrieben werden. Das nennt nun auch devolo als Stärke für sich. Bei einem Schutzschirmverfahren wird außerdem ein Sachwalter eingesetzt. Dieser überwacht, ähnlich wie ein Aufsichtsrat, die Neuaufstellung im Interesse der Gläubiger.

Wie geriet man in die Schräglage? devolo zeigt mit dem Finger auf die Corona-Krise und den Chipmangel. Zunächst gab es hohe Nachfrage und devolo konnte nicht ausreichend liefern. Später habe es hohe Warenzuflüsse gegeben und der Lagerbestand wurde dann Anfang 2022 bei gesunkener Nachfrage am Ende zu hoch. Die Lieferverpflichtungen habe devolo aber frühzeitig eingehen müssen. Hinzu kam laut dem Hersteller, dass devolo 2021 Umsätze mit Netzbetreibern im Ausland und im Projektgeschäft nicht realisieren konnte, weil spezifische Zulieferprodukte aufgrund des Chipmangels nicht verfügbar waren.

Wie soll es weitergehen? Man wolle in den kommenden zwei Monaten in Abstimmung mit Beratern und Stakeholdern einen Restrukturierungsplan erarbeiten. Währenddessen laufe der normale Geschäftsbetrieb weiter. Geplant sei, die Sanierung binnen weniger Monate abzuschließen. Die Marktaussichten seien positiv. So ist man hoffnungsvoll zu alten Stärken zurückzufinden.

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6 Kommentare

  1. Hoffentlich passiert nichts schlimmes. Die einfache Handhabung und Stabilität von Home Connect ist perfekt, weder HUE noch HomeKit konnten das nur annähst gut.

  2. Schade. Schon wieder Insolvent.

  3. Ich hatte mal Devolo DLAN Produkte, weil ich nicht alles über WLAN laufen lassen wollte / konnte. Leider gab es nur Probleme damit, regelmäßig musste ich die Stecker kurz ziehen, damit wieder eine Verbindung zustande kam. Wenn die anderen Produkte genauso „toll“ funktioniert haben, ist die Insolvenz nur Konsequent.

  4. Wolfgang D. says:

    Viel Erfolg für das Schutzschirmverfahren! Wäre schade wenn dieser Anbieter verschwindet.

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